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Games World
  • Virtual Reality in Spielen: Spieler als Jedimeister, Leistungssportler und Körpertauscher?

    Schöne, neue Oculus-Welt: Wer Lust auf Jedi-Kämpfe Marke Star Wars hat, der sollte sich das Stem-System anschauen. Quelle: EA

    Virtual Reality ist das Hype-Thema 2015. Doch welche Entwicklungen wird es dieses Jahr geben und welche interessanten Gadgets? PC Games Hardware begab sich unter die Jedi-Meister und fand sogar einen chinesischen Entwickler, der das Erleben von Hollywood-Blockbustern aus den Augen der Stars möglich machen will.

    Oculus-Stem: Lichtschwertkämpfe für Star Wars: Battlefront?

          

    Da kommt Jedi-Laune auf: Sie können dank der Stempacks recht befreit kämpfen und Schläge ausführen. Da kommt Jedi-Laune auf: Sie können dank der Stempacks recht befreit kämpfen und Schläge ausführen. Quelle: Sixense Wie Electronic Arts gerade erst in seinem Finanzbericht verraten hat, wird Star Wars: Battlefront Ende 2015 erscheinen. Die Chance für eine erste Gameplay-Präsentation im Rahmen der Game Developers Conference, die am 02. März in San Francisco startet, ist also ziemlich groß. DICE und EA nutzen traditionell diesen Zeitraum für die erste große Show neuer Spiele, denn dann stehen sie eine Woche lang im Mittelpunkt. Und was brauchen Sie für Star Wars: Battlefront? Richtig, einen Lichtschwert-Controller! Findige Oculus-Fans werden sicherlich eine Möglichkeit finden, Battlefront so zu modden, dass Sie es auch mit Oculus Rift spielen können und für die akkurate Berechnung Ihrer Jedi-Künste dürfte sich dann das Stem-System von Entwickler Sixense (Razer Hydra) als nützlich erweisen.

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    Sixense Stem: Lichtschwert-Demo im Video


    Aktuell arbeitet man an einer Verkaufsversion des Motion-Tracking-Systems Stem, das in Verbindung mit einer Oculus-Rift-Brille eine "komplette" VR-Erfahrung bieten soll. Dabei werden Bewegungssensoren an Armen und Beinen festgebunden. In den Händen hält der Spieler einen Controller in Form eines Griffs, der mit diversen Knöpfen ausgestattet ist. Im Kit enthalten sind zwei Steuerungseinheiten und eine Basisstation. Letztere sendet ein elektrisches Feld aus, das die Position der Controller relativ zur Basis berechnet. Als Empfangseinheit dienen die sogenannten Stem-Packs. Das sind Akku-große Geräte, in die die gesamte Sensorik verbaut wird und die sich modular in jeden Controller einsetzen oder auch mit Klettverschluss an Ihrem Körper befestigen lassen.

    Sie können die Stem-Packs also aus den beiden Controllern rausnehmen und beispielsweise an Ihren Beinen befestigen. Oder für ein Star Wars-Spiel einfach noch zwei neue Stem-Packs kaufen und damit nicht nur die genaue Bewegung des Lichtschwert-Controllers tracken, sondern auch Ihre Beinarbeit. Das Resultat war auf der CES absolut beeindruckend: Egal wie schnell und wild Sie Ihre Hände bewegen, das Stem-System setzt alle Schläge sehr akkurat um. Wenn Sie also ein bisschen üben, können Sie das virtuelle Laserschwert wirklich so im Handgelenk drehen wie das Obi-Wan in Episode 1 tut. Da das elektrische Feld zudem unabhängig von Objekten arbeitet, bricht der Kontakt auch nicht ab, wenn Sie die virtuellen Waffen hinter den Kopf halten oder mit einer ruckartigen Bewegung von unten einen Stich setzen. Richtig cool wird's aber im Zusammenspiel mit den Beintrackern, die die Arbeit Ihre Sprunggelenke genau so tracken wie Ihre Handbewegungen. Sie können also in die Knie gehen und nach oben schnellen. Oder mit Anlauf nach vorne springen und einen tödlichen Finisher landen. Das funktioniert bereits mit einer erstaunlich niedrigen Latenz, lediglich das Oculus-Kabel zum PC stört noch die Bewegungsfreiheit. Und das Star Wars-Vergnügen ist nicht ganz so günstig: Das Stem-System mit zwei Stem-Controllern wird 300 US-Dollar kosten. Wer das Full-Body-Tracking haben möchte, muss 579 US-Dollar kalkulieren.

    DICE, bitte mal bei Sixense durchklingeln. Das könnte mit einem attraktiveren Preisgefüge richtig groß werden.

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    Video: Mit VR-System Stem auf der Schießanlage

    Virtuix Omni: Gamer sind die Leistungssportler des Jahres 2015

          

    Virtuix Omni startet dieses Jahr durch und könnte eine kleine Fitness-Revolution für sportliche Spieler werden. Für 500 US-Dollar stellen Sie sich ein Laufband mit einem Aluminium-Käfig ins Wohnzimmer, der sich allerdings wie ein normales Sportgerät auch zusammenklappen lässt. Dort klemmen Sie sich ein und ziehen spezielle Schuhe an, in deren Sohle die gesamte Sensorik eingebaut ist. Das Laufband ist so konstruiert, dass Sie nicht versehentlich übertreten können, denn sonst würde der Kontakt abbrechen. Das Prinzip hinter Virtuix ist so einfach wie spannend: Nur wenn Sie laufen, läuft auch Ihr Charakter. Omnis Sensorik überträgt die Daten an den PC, wo Sie in normale Tastaturkommandos umgesetzt werden. Das funktioniert nahezu latenzfrei und so setzt Private Mitchell in Call of Duty: Advanced Warfare simultan zu uns einen Sprint ein.

    Im Zusammenspiel mit Oculus Rift: Dk2 ergibt sich daraus ein sehr atmosphärisches Erlebnis, weil Sie sehr viel mehr mit der Spielwelt verschmelzen. Anstatt auf der Couch rumzulungern oder vom PC zu sitzen, können Sie zudem Ihre Gaming-Zeit direkt mit einer Runde Fitness kombinieren. Wobei, Sie können nicht, Sie müssen. Und das könnte eine große Herausforderung für das Team von Erfinder Jan Goetgeluk werden. Denn Sie müssen jede noch so kleine Bewegung auch wirklich selbst ausführen. Wollen Sie vor der Explosion einer Granate fliehen, müssen Sie die Beine in die Hand nehmen. Das ist ganz schön Schweiß-treibend, beispielsweise als wir einen recht weitläufigen Park vor dem Präsidentensitz Camp David überqueren müssen, ohne von einem Scharfschützen entdeckt zu werden. Nun spielt Call of Duty traditionell in eher begrenzen Arealen. Wollen Sie allerdings Battlefield 4 auf Caspian Border spielen, sollten Sie schon gut in Form sein. Natürlich gibt es auch für Virtuix Omni noch Begleitzubehör, beispielsweise ein Plastiksturmgewehr mit eingebauter Bewegungssensorik. Das erhöht die Immersion, aber auch den Schwierigkeitsgrad (und auch den Preis). Denn Sie müssen die Waffe wie ein echter Soldat ständig im Anschlag halten, um blitzschnell auf Feindbewegungen reagieren zu können.

    Haben Sie eigentlich Lust auf so viel Realität oder spielen Sie doch lieber gemütlich vom Chefsessel oder der Coach aus?

    The Pretender Project: Wollten Sie immer schon mal aus der Sicht einer anderen Person leben?

          

    Ungewöhnliche Idee: der Erfinder Yifei Chai möchte Sie den Körper einer anderen Person kontrollieren lassen. Nun, das Bild sagt wohl alles. Ungewöhnliche Idee: der Erfinder Yifei Chai möchte Sie den Körper einer anderen Person kontrollieren lassen. Nun, das Bild sagt wohl alles. Quelle: Yifei Chai Die wohl verrückteste Oculus-VR-Idee hat jedoch ein Student des Royal College of Art in London namens Yifei Chai. Er möchte seinen Kunden die Möglichkeit geben, die Kontrolle über einen fremden Körper zu erlangen. Chai spricht dabei von einem Experiencer und einem Avatar. Als Experiencer tragen Sie Oculus Rift und steuern mit Elektroschocks Ihren Avatar. Das klingt schon ein wenig skurril und hat auch noch immer mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Chai arbeitet schon seit einiger Zeit an seinem System, allerdings lassen sich seiner Aussage nach mit elektrischen Impulsen nur ganze Muskelpartien ansprechen, nicht aber einzelne Muskeln. Dazu müsste man entsprechende Technologie unter die Haut einpflanzen. Die Idee ist es, den Avatar quasi sanft zu zwingen, die gleichen Bewegungen zu machen wie man selbst. Die eigenen Aktionen werden dabei von Kinect getrackt und an eine Software weitergegeben. Heben Sie den Arm, erhält der Proband vor Ihnen so lange kurze Stromstöße, bis er via Reflex auch den Arm hebt. "Das ist ein System, was auch Fitnessstudios verwenden", erklärt der Entwickler. Gefährlich sei es nicht, wenn man es nicht übertreibt. So oder so ist die Erfahrung für den Avatar eher unangenehm, weil Sie quasi permanent einen leichten Schock verspüren und die Software aktuell noch nicht in der Lage ist, eindeutige Befehle zu geben. "Wenn Sie den Arm leicht heben, dann ist es schwer zu berechnen, wie intensiv der Stromstoß dafür beim Avatar sein muss." Im Versuchsaufbau schlägt der Arm der anderen Person nicht selten unkontrolliert nach oben.

    02:58
    Stem im Video: So spielt man mit Lichtschwertern

    Filmstudios und Musikstars lassen sich nicht gern über die Schulter linsen

          

    Das eigentliche Ziel von Chai ist es aber, in eine andere Person schlüpfen zu können. Während seine chinesischen Fans begeistert sind von der Vorstellung, einen Tag lang als Mann mit dem Körper einer Frau herumzulaufen, fanden die meisten Amerikaner auf der CES das System eher etwas verstörend. Chai demonstrierte in einem Video, wie man beispielsweise den virtuellen Körper einer Frau steuern und ihr dabei ins Dekolleté schauen könnte. Da vermutlich in Zukunft mit Pornos am meisten Geld im VR-Geschäft verdient werden dürfte, ist das keine so abwegige, wenn auch eine dezent sexistische Geschäftsidee.

    Große Zukunft sieht der Sohn eines chinesischen Industriellen vor allem in der Gamifizierung von Stars. "Es wäre doch großartig, einen Tag im Körper von Justin Bieber oder Rihanna verbringen zu können, mit all den Reisen, Konzerten, Interviews und Fanrummel. Oder am Tag der Oscars als berühmter Schauspieler/in." Angefragt hat Chai schon zahlreiche, die Rückmeldung hingegen fiel eher negativ aus. Keiner der Prominenten wollte einen Tag lang mehrere Go-Pros an sich befestigen und seinen gesamten Alltag aufnehmen lassen. Daran scheitert aktuell auch seine neueste Idee, den Experiencer in die Rolle eines Schauspielers in einem Actionfilm wie James Bond: Spectre oder Mission Impossible 5 zu stecken. Die Filmstudios haben etwas dagegen, dass Chais Team mit 360-Grad-Drohnen-Kameras ihr Set filmt. Außerdem bräuchte der Entwickler für die entsprechenden Spiele alle Assets aus der Post Production, weil in Filmen ja nur bestimmte Frames und Kamera-einstellungen eingefangen und visuell bearbeitet werden, nie das ganze Set. Den Christopher Nolan-Film Interstellar hingegen können Sie bereits jetzt in ausgewählten IMAX-Kinos in den USA mit Oculus Rift: DK2 erleben.

    Jetzt sind Sie gefragt. Haben Sie Lust auf Oculus-Fitness, Lichtschwertkämpfe oder könnten sich gar vorstellen, in den Körper eines anderen Menschen zu schlüpfen? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

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    Es gibt 7 Kommentare zum Artikel
    Von Kotor
    hab natürlich mein TrackIR 5 vergessen !
    Von Stiefelriemen85
    Aktuell fällt mir noch diese Weste Kor-FX ein.Was ich aktuell an zusätzlichen Eingabegeräten vermisse sind…
    Von Benjamin_Kratsch
    Danke für das Feedback. Wir können das Thema sicherlich zu einem später Zeitpunkt (beispielsweise zur Game Developers…
    Von DerMega
    Also ich finde die idee hinter Omni echt genial.Aber da ich schon so im sommer genug schwitze beim zocken brauche ich…
    Von Stiefelriemen85
    Ich finde diesen Artikel sehr interessant, könnte aber noch weiter vertieft werden. Es gibt noch so einige weitere…
      • Von Kotor Software-Overclocker(in)
        hab natürlich mein TrackIR 5 vergessen !
      • Von Stiefelriemen85 Freizeitschrauber(in)
        Aktuell fällt mir noch diese Weste Kor-FX ein.

        Was ich aktuell an zusätzlichen Eingabegeräten vermisse sind Gewehrimitationen mit gutem Tracking, realitätsnahem Gewicht und möglicherweise einem Schlitten der den Rückstoß simuliert.
        Ich spiele mit dem Gedanken in zukunft solch ein Komplettsystem mit allen benötigten Komponenten aufzubauen, sobald die CV der Rift released wurde. Spiele sehr gerne ArmA3 und da bringen die diversen Bewegungsmöglichkeiten mit unabhängiger Kopf- und Waffenbewegung für all die Gadgets reichlich Sinn.
      • Von Benjamin_Kratsch Schraubenverwechsler(in)
        Danke für das Feedback.

        Wir können das Thema sicherlich zu einem später Zeitpunkt (beispielsweise zur Game Developers Conference) vertiefen.

        Welche Geräte finden Sie neben dem Cyberith Virtualizer noch spannend?

        Beste Grüße
      • Von DerMega Freizeitschrauber(in)
        Also ich finde die idee hinter Omni echt genial.
        Aber da ich schon so im sommer genug schwitze beim zocken brauche ich das nicht. Ich will beim Zocken eher entspannen und zocke ohnehin kaum Shooter.
        Für den Sport gehe ich 3 Mal die Woche laufen und 2 Mal bowlen. Irgendwann iss mal gut
      • Von Stiefelriemen85 Freizeitschrauber(in)
        Ich finde diesen Artikel sehr interessant, könnte aber noch weiter vertieft werden.
        Es gibt noch so einige weitere Gadgets, als direkter Konkurrent zur Omni den Cyberith Virtualizer zum Besipiel.
        Vielleicht ließe sich dieser Artikel noch ein gutes Stück vertiefen.
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Virtual Reality in Spielen: Spieler als Jedimeister, Leistungssportler und Körpertauscher?
Virtual Reality ist das Hype-Thema 2015. Doch welche Entwicklungen wird es dieses Jahr geben und welche interessanten Gadgets? PC Games Hardware begab sich unter die Jedi-Meister und fand sogar einen chinesischen Entwickler, der das Erleben von Hollywood-Blockbustern aus den Augen der Stars möglich machen will.
http://www.pcgameshardware.de/Virtual-Reality-Hardware-258542/Specials/VR-Jedi-in-Star-Wars-Battlefront-oder-Soldat-der-Zukunft-1149798/
03.02.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/02/VR_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
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