Selbst ausprobiert: Cyberith Virtualizer verspricht komplette Immersion - Spielen mit vollem Körpereinsatz
Das junge Start-up Cyberith unternimmt mit dem via Kickstarter finanzierten Virtualizer einen neuen Versuch, Virtual-Reality-Hardware (nicht nur) für Spieler voranzubringen und zu etablieren. Der Virtualizer ist dabei das Steuerungsinstrument und benötigt noch ein Headset wie das Oculus Rift.
Virtual Reality - die virtuelle Realität erlebt nicht zuletzt Dank des Hypes um das VR-Headset Oculus Rift gerade ihren nächsten Frühling. Auf den VR-Express springt auch Cyberith auf und zeigt auf der Fachmesse GDC Europe, welche diese Woche im Vorfeld der Kölner Spielemesse Gamescom abgehalten wird, seinen Virtualizer. Dabei handelt es sich im Gegensatz zur Oculus Rift um ein, in der Standardversion, reines Ein- und kein Ausgabegerät. Der Cyberith Virtualizer setzt mit der Hilfe verschiedener Sensoren die realen Bewegungen des Spielers in Signale entsprechend denen eines Game-Controllers um.
Über die Kickstarter-Kampagne gibt es den Virtualizer mit Basisausstattung ab 749 US-Dollar, zusätzliche Sensoren, wie eine Bodenplatte mit Feedback kosten extra. Auch abgespeckte Versionen sind noch bis 31. August, dem Ende der Kickstarter-Kampagne, im Angebot, richten sich aber eher an Entwickler. Sollten Sie Interesse haben, lesen Sie bitte die Beschreibungen der Packages genau durch! Die Preise über Kickstarter seien günstiger als die später in der Massenproduktion zu erwartenden Summen - denn die Firma muss natürlich auch Gewinn machen und über Kickstarter würden erst einmal die Entwicklung finanziert und die Geräte vergünstigt abgegeben.
Wie uns Cyberith-CEO Hader im Gespräch mitteilte, würden Gespräche mit vielen Entwicklern geführt, um möglichst zum Start der Massenproduktion Spiele mit nativer Unterstützung für den Virtualizer zu ermöglichen. Doch das ist gar nicht unbedingt nötig, denn auch normale Kommandos für Maus, Tastatur und Gamepads inklusive Analog-Sticks können auf den Virtualizer gemapped werden.
Cyberith Virtualizer - Voller Körpereinsatz gefordert
Was Wii-Mote und Oculus Rift für Gesten und Kopfbewegungen leisten, das verspricht der Cyberith Virtualizer für Drehungen, Laufbewegung und sogar für vertikale Bewegungen wie in die Hocke gehen oder springen. Die beiden letzteren Funktionen sind jedoch am Messestand zur Sicherheit für ungeübte Neugierige per Bolzen gesperrt gewesen. Denn eines ist sicher: Der Cyberith Virtualizer fordert neben vollem Körpereinsatz auch etwas mehr Eingewöhnungszeit vom durchschnittlichen Nutzer als zum Beispiel eine Tastatur oder Maus.
So funktioniert der Virtualizer
Drei auf einer Bodenplatte montierte Träger halten einen in der Höhe flexiblen Ring, innerhalb dessen sich der Nutzer mittels eines Klettergeschirrs, welches zur finalen Produktionsversion noch optimiert werden soll, festschnallt. Erst dadurch wird das Moonwalk-ähnliche Laufen auf der Stelle möglich. Trotz reibungsarmen Untergrunds, der auch ohne spezielle Schuhe oder die auf der GDC genutzten Überzieher nur mit Baumwollsocken gut nutzbar sein soll, läuft es sich nämlich durchaus anstrengend und man muss erst einmal lernen "loszulassen", bevor man problemlos und kontinuierlich auf der Stelle treten kann. Entsprechend unbeholfen sehen auch die ersten Versuche sowohl vom Autor dieser Zeilen als auch die anderer Standbesucher aus.
Praxiserfahrungen mit dem Cyberith Virtualizer
Die Erfahrung bei der Nutzung des Cyberith Virtualizers ist nur schwer zu beschreiben - zur Einstimmung eine kleine Anekdote vom Cyberith-Stand: Während wir in der Warteschlange standen, sahen wir mehrere Testkandidaten (allesamt keine Neulinge in der Spielebranche), die beim Auftauchen des "Überraschungsmonsters" sichtlich und teilweise lautstark erschraken und das, obwohl sie vorher auf dem ebenfalls angeschlossenen LC-Display gesehen hatten, was sie erwartete.
Ähnlich erging es uns ebenfalls. Anfangs war noch das im PC-Bereich ungewohnte, geforderte Zusammenspiel zwischen dem "Moonwalk", den echten Drehungen und der Wii-Mote-Steuerung schwierig, doch durch die Gewöhnung ging die Steuerung innerhalb weniger Minuten schon bedeutend leichter von der Hand und ermöglichte eine bislang wirklich einzigartige Kontrollmöglichkeit und Immersion in die zugegeben recht simple Oculus-Rift-Demo.
Virtual Reality - Holodeck-Ambitionen allerorten
Nachdem spätestens Star Trek mit dem Holodeck Mitte der Achtzigerjahre die Messlatte in der öffentlichen Wahrnehmung sehr hoch gelegt hatte, scheiterten viele Versuche, zumindest die Sicht in den virtuellen Raum mit Hilfe von VR-Brillen in die Wohn- und Arbeitszimmer der User zu bringen. Erst mit dem (wie der Cyberith Virtualizer über Kickstarter finanzierten) Oculus Rift änderte sich dies und Virtual-Reality-Headsets sind inzwischen wieder in aller Munde - auch Sony plant mit dem Morpheus für die Playstation 4 Ähnliches.
Cyberith Virtualizer selbst ausprobieren - auf der Gamescom
Auf der diesjährigen Gamescom haben Besucher die Möglichkeit, den Cyberith Virtualizer ebenfalls auszuprobieren - und das sogar inklusive Hand-Tracking und einer Plastikwaffe für die volle Immersion. Allerdings werden Sie wohl etwas Geduld mitbringen müssen. Nicht nur platzt die Gamescom selbst regelmäßig aus allen Nähten, auch das Anlege- und Einsteige-Prozedere des Virtualizers dauert wie die grundlegende Eingewähnung ein paar Minuten. Die Warteschlange dürfte also im Laufe des Tages eher länger als kürzer werden.

Nein, aber auf dem Mond. Deswegen schreibt Carsten im Artikel auch was von Moonwalk
mal ehrlich, da hat der airbag für fussgänger ja noch mehr potentiellen marktanteil
VR ist ein Kindheitstraum von etlichen Gamern und potentielle Käufer gibt es wie Sand am Meer.
Sobald es ein wenig ausgereift ist werde ich mir bestimmt so ein Teil holen, auch wenn ich dafür in einem pinken Teletubby Kostüm rumrennen müsste.
wtf - ein laufstall für erwachsene - dafür gibt es wohl keine kunden - die einzigen denen sowas nicht peinlich wäre haben schon ein billigeres hobby: gehen an stöcken=powerwalken
mal ehrlich, da hat der airbag für fussgänger ja noch mehr potentiellen marktanteil