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  • Ausprobiert auf der CES: Razers ehrgeiziges Virtual-Reality-Projekt OSVR

    Das Display-Case ist bewusst groß gehalten, weil sich auch Smartphones einbauen lassen sollen. Außerdem gibt es Einschübe für beispielsweise Leap Motion-Scanner. Quelle: PC Games Hardware

    Mit OSVR will Razer das Android der Virtual-Reality-Szene schaffen. Wir haben das Hacker-Dev-Kit auf der CES 2015 ausprobiert, das sich selbst um einen Hand-Scanner erweitern lässt. Von Benjamin Kratsch und John Gaudiosi.

    Virtual Reality hat das Potenzial, Gaming für immer zu verändern. Stellen Sie sich folgende Szene vor: In Battlefield 5 recken Sie in der echten Welt für eine starke Aktion ihren Daumen, Ihr Kamerad sieht das mit seinem VR-Headset und nickt ihnen zu. Oder Sie spielen gerade die Singleplayer-Kampagne, schauen etwas verträumt durch die Gegend und der Sergeant vor Ihnen brüllt Ihnen ein "Soldat, schauen Sie mich gefälligst an, wenn ich mit Ihnen rede" entgegen. Das klingt nach Zukunftsmusik, doch die Branche ist davon nicht so weit entfernt, wie Sie vielleicht denken. Mit einem Laufband namens Virtuix Omni unter den Füßen und dem Oculus-Display auf der Nase, rennen Sie jetzt schon in der Realität mit Ihren echten Beinen, um Ihren Soldaten in der virtuellen Welt in Deckung zu retten. Sie sehen die Muskeln auf Ihrem Arm pulsieren, wenn Sie eine Granate werfen und müssen dabei – in der echten Welt – weit genug ausholen, damit das Ding auch sein virtuelles Ziel trifft. Doch Virtual Reality stellt die gesamte Branche auch vor riesige Probleme. Obwohl Oculus durch den Facebook-Deal satte zwei Milliarden US-Dollar eingenommen hat und jetzt über quasi unendliche Entwicklungs-Ressourcen verfügt, gibt es auch auf der CES noch kein Datum für die Consumer-Variante. "Wir müssen Virtual Reality als System und Idee für mehr Entwickler und Kreative öffnen", sagt deshalb Razers CEO Min-Liang Tan und startet zusammen mit den VR-Spezialisten von Sensics die Marke OSVR.

    "OSVR ist kein Großangriff auf Oculus"

    Die meiste Technik befindet sich in dem kleinen Case für die Hosentasche. Dadurch wirkt das OSVR-Headup-Display weniger massig als Oculus Rift Crescent Bay. Die meiste Technik befindet sich in dem kleinen Case für die Hosentasche. Dadurch wirkt das OSVR-Headup-Display weniger massig als Oculus Rift Crescent Bay. Quelle: PC Games Hardware Razer selbst versteht OSVR nicht als Angriff auf die große Oculus-Konkurrenz. Stattdessen will man VR als Thema nach vorne bringen und dafür eine Open-Source-Plattform schaffen. "Wir wollen das Android der VR-Szene werden", so Min-Liang Tan. Der Vergleich passt gut, denn Google hat mit Android im Grunde ein unfertiges Betriebssystem auf den Markt geschmissen und es von seinen Partnern perfektionieren lassen. Samsung, Htc & Co. haben aus einem ungeschliffenen Edelstein einen Diamant gemacht und hören gar nicht mehr auf mit interessanten Experimenten. Samsung hat gerade erst dem Galaxy Note Edge ein Smartphone mit Außenkante gelauncht, auf der sich der Schnellzugriff auf Mails oder die Uhrzeit einstellen lässt. Genau so ist auch Razers OSVR-Projekt gedacht. So werden Sie einen Prototyp namens OSVR Hacker Dev Kit ab Juni 2015 für kleines Geld um die 200 US-Dollar kaufen können und erhalten dazu die Entwicklungspläne für das Headmount-Display. Das erinnert in seiner Standard-Ausführung schon ein wenig an das Oculus-Design, doch die Besonderheit ist die Kompatibilität mit allen gängigen Plattformen und Geräten. So lässt sich das Display beispielsweise nach hinten schieben und in eine Halterung davor ein Smartphone oder Tablet einbauen - ähnlich wie bei Samsungs Gear-VR, das aktuell vor allem an zu wenigen Spielen leidet.

    Eine Plattform für alle Geräte: Windows, Android, Linux

    Die Open-Source-Lösung soll sich zudem nicht nur auf die Hardware beschränken, sondern vor allem auch für die Software funktionieren. Firmen wie Leap Motion, Virtuix, Epic Games und Spieleentwickler, die in der International Game Developer Association organisiert sind, wollen mit dem sogenannten VROS eine universelle Software-Plattform schaffen. Die Idee klingt nicht nur Die Idee klingt ambitioniert, aber auch revolutionär. ambitioniert, sondern regelrecht revolutionär. Das Ziel ist es, gerade Indies und eben kleinere Studios so zu unterstützen, dass ihre VR-Titel nicht nur auf PC funktionieren, sondern durch Feintuning auch auf Android, Windows Phone oder Linux zum Laufen zu bringen. Die Optimierung soll – so der Plan – komplett von der OSVR-Software übernommen werden, damit könnten gerade kleinere Firmen viel Geld sparen und auf mehreren Plattformen simultan launchen. Aktuell arbeite man bereits an Plug-Ins für die Unreal Engine 4 und Unity. Ob der enorm langen Entwicklungszeit von Oculus ist zwar eine gewisse Skepsis angebracht, aber bereits auf der diesjährigen Game Developers Conference im März sollen mehrere OSVR-Games spielbar sein.

    Hands-On: OSVR-Headup-Display plus Leap Motion-Controller

    Die Philosophie hinter Razers OSVR leuchtet ein: würden Sie die Leap-Motion-Technologie einbauen, hebt das den Preis. So gibt's die Dev-Kits für 200 US-Dollar. Die Philosophie hinter Razers OSVR leuchtet ein: würden Sie die Leap-Motion-Technologie einbauen, hebt das den Preis. So gibt's die Dev-Kits für 200 US-Dollar. Quelle: PC Games Hardware Der Prototyp arbeitet mit einem 5,5 Zoll großen 1080p-Display mit sehr hohem 100 Grad-Blickwinkel und einem orangen Headstrap-Band. In das System sind ein Beschleunigungs- und ein Gyroskop-Sensor eingebaut. Der größte Unterschied zu anderen VR-Produkten sind die zwei verbauten Linsen. Wo Sie bei Oculus beispielsweise gerade an den Rändern einen leichten Blur-Effekt ignorieren müssen, hilft die Dual-Optik dabei dieses Gefühl auszugleichen und macht das Bild homogener. Außerdem ist das Gewicht deutlich geringer, weil die meiste Technik in einem kleinen Case verbaut ist, das Sie sich einfach an die Hose klippen. Das ist sicherlich Geschmackssache, schließlich baumelt dann immer ein Kabel an Ihnen runter, sorgt aber für einen deutlich höheren Wir wollen die Kreativität aller Gamer da draußen anregen. Tragekomfort als beim ansonsten fantastischen Oculus Rift Crescent Bay, welches wir ebenfalls heute ausprobiert haben. Doch das Produkt ist nur der Start, der Rest liegt bei Ihnen. "Wir wollen die Kreativität aller Gamer da draußen anregen", erklärt Razers CEO. "Wir wollen OSVR ganz bewusst nicht nur auf Firmen und Entwicklerstudios begrenzen, sondern jeder der einen 3D-Drucker hat oder eine coole Idee, soll einfach drauflosbasteln können." Über einen USB 3.0 - sowie zwei USB 2.0-Ports lassen sich beliebig Geräte anschließen und einbauen. Auf der CES hat Leap Motion seinen eigenen kleinen Scanner einfach per USB 3.0 verbunden und in einen Slot an der Vorderseite geschoben. Das Zusatzgerät sorgte dann in dem Demo-Spiel für die VR-Visualisierung unserer Hände - ähnlich wie das Playstation mit seinem Morpheus-System und Move macht.

    Die Demo war noch kein fertiges Spiel und die Framerate nicht optimal, aber die Idee der Kombination mit Leap Motion ist sehr spannend. So feuern Sie mit der linken Hand Feuerbälle gegen fliegende Totenkopf-Dämonen ab und mit der rechten Eisbälle. Die Besonderheit: halten Sie Ihre Hand flach, taucht dort ein Feuerball auf. Verkrampfen Sie allerdings die Hand, so wie es Gandalf in "Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere" macht, wenn er einen mächtigen Zauber spricht, dann steigt dadurch die Größe des Feuerballs. Sie können sich ausmalen, welche spannenden Features Virtual Reality in Spielen wie Dragon Age: Inquisition ermöglichen würde. Beispielsweise den Kampf mit zwei Schwertern oder einer Axt, die Sie mit beiden Händen führen. Nur das Gewicht von Objekten kann VR bisher noch nicht simulieren, aber vielleicht findet sich in den nächsten Jahren ja auch dafür eine Lösung.

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Virtual Reality
Ausprobiert auf der CES: Razers ehrgeiziges Virtual-Reality-Projekt OSVR
Mit OSVR will Razer das Android der Virtual-Reality-Szene schaffen. Wir haben das Hacker-Dev-Kit auf der CES 2015 ausprobiert, das sich selbst um einen Hand-Scanner erweitern lässt. Von Benjamin Kratsch und John Gaudiosi.
http://www.pcgameshardware.de/Virtual-Reality-Hardware-258542/Specials/CES-Razer-OSVR-1147296/
08.01.2015
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