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  • CES 2017: AMDs Chefarchitekt Raja Koduri über seine Vega-Philosophie
    Quelle: PC Games Hardware

    CES 2017: AMDs Chefarchitekt Raja Koduri über seine Vega-Philosophie

    Laut AMDs Chefarchitekt der Vega-Architektur müssen wir die ganze Performance-Debatte neu denken, weil seiner Meinung nach eine hohe Speicherübertragungsrate sehr viel wichtiger ist als die reine Speicherkapazität. Koduri vergleicht diesen Zeitenwandel gar mit der revolutionären Umstellung von HDD auf SSD. Und ja, natürlich konnten wir auch Doom in Ultra-Einstellungen in 4K auf Vega spielen und über 70 Fps erzielen, aber die Gedankengänge des Mannes hinter vielen Radeon-Innovationen, der zwischenzeitlich mal Retina auf iMacs und MacBooks salonfähig gemacht hat, sind fast noch ein bisschen spannender im Hinblick auf den Vega-10-Nachfolger Codename Navi mit "Next-Gen-Speicher".

    AMDs CES-Teams kamen aus dem Strahlen kaum noch heraus: Endlich hatte man sich mal wieder aus dem Schatten von Intel gelöst und endlich ist man wieder bereit, im CPU-Markt mitzumischen. Doch auch wenn AMDs Stand nur so gepflastert war mit den Logos der neuen Prozessorfamilie, der eigentliche Star hieß nicht R wie Ryzen, sondern V wie Vega. Die Kalifornier wollten verständlicherweise nicht gleich ihr ganzes Feuer auf einer Messe verschießen, zeigten sich aber auch weniger verschlossen als erwartet: Vega-Prototypen steckten in Ryzen-PCs, auf denen wir Doom in 4K und Ultra-Einstellungen spielen konnten. Die durchschnittliche Frame-Zahl lag bei 70 Fps, mitunter ging's auch hoch in den 80er-Bereich in ruhigeren Szenen. Ein schöner Wert, gerade wenn man bedenkt, dass sich AMD selbst gerade noch in der Testphase befindet und wir wohl noch Monate von der Veröffentlichung entfernt sind.

    Allerdings hatten wir diese Geschichte bereits - aber die Blende öffnen, mal reinlinsen und die Karte anschauen, war bislang nicht drin - und war es bislang auch nur für Linustechtips ("sponsored by AMD"). Okay, das Gaffa-Tape vereitelte allzu viele neue Geheimnisse, aber hey - der Prototyp existiert, er läuft, es ist "The Real Deal", wie Linus so schön sagt. Den USB 3.0-Port an der Grafikkarte werden die Retailmodelle allerdings nicht erhalten, die verbaut AMD nur bei seinen Prototypen, damit die Ingenieure alle Signale direkt an der Hardware messen können. Ein kleines, feines Detail, welches Raja Koduri, Senior Vice President und Chief Architect der Radeon Technologies Group, während AMDs Media-Night im wunderschönen The Venetian-Hotel fallen ließ, für das die Amis den kompletten venezianischen Palast plus Markusplatz und eigenem Kanal für Gondeln gebaut haben.

    Vega: Präsentation von AMD zur neuen GPU-Architektur Vega: Präsentation von AMD zur neuen GPU-Architektur Quelle: AMD (Screenshot: PCGH)

    Die Philosophie hinter Vega: VRAM effizienter nutzen

    "Wir haben uns eine große Zahl von Triple-A-Titeln angeschaut und analysiert, wie viel von dem VRAM, der einem Spiel zugeteilt wird, auch wirklich genutzt wird. Also angenommen ein Spiel sagt, es braucht eine Menge an x GiByte für Texturen, dann haben wir gecheckt, wie viel davon effektiv zum Rendern von Pixeln genutzt wird. Und waren überrascht, dass die meisten Games, darunter auch sehr gut optimierte Titel wie The Witcher 3, nur 50 Prozent des Speichers nutzen, den sie anfordern", erklärt AMDs Chefarchitekt von Vega alias GCN Gen 5. Der Grund darin liege in veralteten GPU-Architekturen, "die keine feine Abstimmung und Flexibilität im sinnvollen Allokieren von Speicher ermöglichen. Deswegen haben wir diesen High-Bandwidth-Cache und -Controller integriert, womit Sie den Framebuffer viel effizienter nutzen können."

    Um das kurz zusammen zu fassen: Ein Spiel, das heute 4 GiByte VRAM anfordert, obwohl es nur zwei braucht, würde mit Vega auch nur zwei bekommen. Koduris Ziel ist es, Spieleentwicklern das Arbeiten mit 4K-Texturen zu erleichtern, weil sie mehr Flexibilität bekommen. Netter Nebeneffekt: Das Wechseln zwischen Applikationen soll schneller funktionieren. Wenn Sie heute aus einem Spiel "heraustabben", um Mails zu checken, funktioniert der Wechsel zurück ins Spiel ja in der Regel nicht "instant". Genau das möchte Raja Koduri aber erreichen.

    "Die Bandbreitenzahl sollte wichtiger sein als die des VRAM"

    Spannend auch, wie AMDs Chefarchitekt die Zukunft sieht: "Ich bin immer recht amüsiert, wenn ich Reviews lese, in denen Karten mit vier GiByte VRAM besser abschneiden als ihre Kollegen mit acht. Übertragungsrate ist die Kennzahl, die uns interessieren sollte. Ich schätze, wir müssen diese ganze Debatte rund um Speicher, Cache und Bandbreite neu auflegen und das ist etwas, was wir auch den Gamern da draußen erst beweisen müssen. Deshalb werden wir das auch auf die Verpackung dick und fett drucken, weil es eben ein wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Faktor für die Performance ist." Koduri vergleicht diesen kulturtechnischen Wechsel mit der Evolution von HDD zu SSD: "Das war auch nicht einfach und hat lange gedauert. Man hat sich schon gefragt, ob man jetzt die super schnelle, aber kleine 128-GByte-SSD einbaut oder lieber eine 2-TByte-HDD, die auch noch weniger kostet". Wenn es nach AMDs Chief System Architect geht, dann sollten die Käufer in Zukunft nur noch auf Cache und Highspeed-Bandwidth achten.

    Zudem ist es sein erklärtes Ziel, 4K-Gaming erschwinglicher zu machen: "Wir müssen daran arbeiten, mehr Leistung pro Dollar herauszuholen. Mein persönliches Ziel ist es ja immer, das Doppelte an Leistung pro US-Dollar für die neue Generation zu ermöglichen. Wir konnten hier viele Erkenntnisse aus der Arbeit an der Xbox One sowie PS4 (Pro) ziehen, da der Konsolenmarkt sehr viel kostensensibler ist als der für PC-Spieler. Deshalb setzen wir auf Techniken wie den Draw-Stream-Binning-Rasterizer, der es uns ermöglicht, das Zeichnen unnötiger Pixel zu verhindern. Das funktioniert in Doom, es gibt ja keinen Grund etwas zu zeichnen, was sich hinter dem Lauf der Waffe stattfindet. Das ist aber noch wichtiger für VR, weil wir hier extrem viel berechnen müssen, aber immer nur ein Bruchteil wirklich in unserem Sichtfeld liegt."

    Die Vega-Karten sollen noch 2017 kommen, ein genaues Datum oder einen Preispunkt wollte AMD auf der CES aber noch nicht verraten. Koduris Aussagen lassen aber darauf schließen, dass man Nvidia deutlich unterbieten möchte.

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    Vega: AMD stellt die Eckpfeiler der GPU-Architektur im Video vor
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Radeon Treiber Download: Crimson Relive Edition 17.3.3
      • Von Geldmann3 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Aha, er entschuldigt sich also schon mal im Voraus für die "nur" 8GB HBM 2 in den neuen High-End Karten. Damit kennen wir jetzt die Speicherausstattung...
      • Von INU.ID Moderator
        [u.a.] Ich hab mal bissl OT entfernt. Manchmal bietet es sich übrigens an, auf das eine oder andere Posting einfach nicht einzugehen...
      • Von Atent123 Volt-Modder(in)
        Habe ich das jetzt richtig verstanden ?
        " Deswegen haben wir diesen High-Bandwidth-Cache und -Controller integriert, womit Sie den Framebuffer viel effizienter nutzen können"
        Heißt das jetzt das Vega wirklich nochmal zusätzlich eine Art HBM Cache im DIE integriert hat und der Cache Controller nicht einfach nur ein anderer Name für V-Ram Controller ist ?
        Wen ja würde das wohl die DIE Size erklären.
      • Von thehate91 Software-Overclocker(in)
        Aber wurden auch alle Kerne voll ausgelastet? Mein oller i7 3770 (4Ghz) läuft auch immer in 3D Anwendungen mit gleicher Spannung und bei 4Ghz aber die Auslastung unterscheidet sich je nach Anwendung stark "Hust BF1 64 Player Operation Hust".
        Das meinte ich mit Auslastung, ungeachtet von Auflösung und FPS.

        Ich habe es halt so verstanden:
        Wenn die zb RX480 70 Bilder schafft ist meine CPU zu 70% ausgelastet (würde max 100 Bilder schaffen). Wenn ich nun eine GTX 1080 benutze, wird die gleiche Szene in 90 Bildern dargestellt und meine CPU ist bei 90% Auslastung und verbraucht daher auch mehr Strom.

        Habe ich einen Denkfehler?
      • Von Hobbybastler1997 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von thehate91
        Würde mich jetzt auch mal interieseren!
        Ich würde jetzt bei deiner Darstellung hinterfragen was dann mit der Auslastung der Kerne ist? Die Können ja auf XX Volt und XX GHz laufen. Wenn sie aber nicht voll ausgelastet werden, sinkt doch auch der Verbrauch oder etwa nicht?
        Würde das jetzt auch so interpretieren wie Casurin aber bin offen für die Wahrheit

        @Barney Stinson

        Vlt meint AMD auch nur den Verbrauch der reinen GPU mit den 110 Watt. Die restlichen 10-40Watt kommen von RAM und co. ?
        Meine Kerne liefen alle auf 3,8 Ghz. Die Spannung blieb weiterhin bei 1,11V.
        Zitat von NeilPatrickHarris
        Ja, dem ist so. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass eine RX470 i7 3960X bei 3,9 Ghz zu 100% auslastet

        Das musst du AMD fragen. Deren Fußnote, deren Karte, deren Model, deren Test.

        Ich stelle nur fest, dass die von AMD genannten 110W völliger Unfug sind. Es sind, sagt inzwischen sogar AMD selbst, zwischen 120 bis 150W. Jenachdem schwankt der Faktor von 2,6 zu 2,2. Weit entfernt von den behaupteten 2,8x.
        Zu der Fußnote, wenn AMD die RX 470 bei diesem Test mit 110W am laufen hatte, stimmt die Aussage weiterhin. Du kannst dir ja gerne beide Karten holen und das ganze austesten um uns von dem Gegenteil zu überzeugen, ich habe jedenfalls keine Lust mehr, mir deinen Blödsinn anzuhören.
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CES 2017: AMDs Chefarchitekt Raja Koduri über seine Vega-Philosophie
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http://www.pcgameshardware.de/Vega-Codename-265481/Specials/AMD-Philosophie-Bandbreite-1217867/
10.01.2017
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2017/01/Vega-Final-Presentation_Seite_37-pcgh_b2teaser_169.png
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