AMD Vega 10: Linux-Patch nennt weitere technische Eckdaten [Update]
Ein Linux-Patch nennt weitere technische Eckdaten zu Vega 10. Wie immer gilt bei solchen frühen Informationen: Sie sind mit Vorsicht zu genießen. Davon abgesehen wirft AMD mit der neuen Architektur aber durchaus Fragen auf. Etwa, warum die technischen Eckdaten zu Fiji quasi gleich sind und so die Mehrleistung über die neue Architektur, den Fertigungsprozess und folglich vor allem den Takt kommen muss.
Update vom 04.05.2017
Die zu Vega durchgesickerten Informationen, ein Benchmark und ein paar technische Eckdaten, sorgten - ob richtig oder nicht - für einige hitzige Diskussionen. Insbesondere die mögliche Performance auf Niveau einer Geforce GTX 1070 war dabei Gegenstand kontroverser Meinungen. Dass davon ausgehend noch etwas nach oben gehen wird, ist derzeit zwar nicht bestätigt, aber unumstritten. Genauer gesagt soll es sogar noch drei Mal nach oben gehen.
Nun sind drei weitere PCI-Device-IDs aufgetaucht, die allesamt einen schnelleren Ausbau von Vega 10 oberhalb der neulich die Runde machenden 1.200/700 MHz schnellen Karte operieren sollen. Im Detail geht es um die Karten 687F:C1, 687F:C2 und 687F:C3, die alle mit 8 GiByte HBM2 ausgestattet sein sollen. Es ist nicht das erste Mal, dass PCU-Device-IDs die Runde machen. Gestützt werden soll das von Einträgen in der Datenbank von SiSoftware (1, 2). Im Timespy-Durchlauf seien die Modelle allesamt schneller als eine Geforce GTX 1070.
Ob die Daten stimmen oder nicht, kann wie schon die Tage zuvor nicht verifiziert werden. Falls sie es tun, dann wäre das schnellste Modell von Vega 10 fürs erste ein mit 1,6 GHz getakteter Chip, wie es von vielen Seiten aufgrund der Angabe von 12,5 TFlops erwartet wurde, sowie ein mit 1 GHz getakteter HBM2-Speicher, was ebenfalls erwartet wurde. Daraus folgen 10.158 Graphics Score, was dann tatsächlich über einer normal getakteten Geforce GTX 1080 Ti (ca. 9.500) und auch ganz knapp unter einer Titan Xp (ca. 11.000) liegen würde. Bleibt am Ende ein Haken an der ganzen Sache: Im Gegensatz zum vorigen Ergebnis gibt es dieses Mal keinen Eintrag in der Datenbank von Futuremark, den man einsehen könnte. Man muss dem Screenshot glauben und hoffen, dass der nicht verändert wurde.
Sicher ist, dass Vega 10 noch im zweiten Quartal erscheint und so die Fragen um die tatsächliche Leistung bis Ende Juni gelöst werden.
Quelle: via Guru3d
Quelle: forums.guru3d.com
Vega 10: Linux-Patch nennt weitere technische Eckdaten (1)
Original-Artikel vom 03.05.2017
Nachdem es bereits gestern erste Spekulationen über einen angeblichen Benchmark zu Vega 10 gab, sind nun heute technische Daten im Internet aufgetaucht, die etwas mehr hergeben als die Daten, die in der Futuremark-Datenbank gelistet sind. Die veröffentlichten Daten würden bisherige Spekulationen bestätigen, die Vega 10 4.096 Shader-Einheiten in 64 Clustern nachsagen, sowie ein 2.048 Bit breites HBM2-Speicherinterface mit maximal 2 Stacks HMB2, was 8 oder 16 GiByte ermöglicht.
Die neuen Daten verraten nun, dass der Vega-Chip 4 Raster- und 4 Geometrie-Engines hat, sowie 256 Textureinheiten und 64 Rasteroperatoren. Damit liegt Vega 10 nach nackten Zahlen in weiten Teilen auf dem gleichen Niveau wie Fiji, wird aber statt in 28 nm bei TSMC in 14 nm bei Globalfoundries gefertigt. Auf dem Papier ist der größte Unterschied das Speicherinterface. Und in der Endleistung dürfte auch hier der Unterschied marginal sein.
Die Daten lassen einmal mehr die Frage aufkommen, warum sich AMD eine neue Architektur gegönnt hat, wenn man in Zahlen wie schon vor Jahren unterwegs ist und der erste angebliche Benchmark nun auch nicht vermuten lässt, dass es einen riesigen Performancesprung gibt. Ein paar Prozent mehr Leistung hätte man auch mit einem Fertigungswechsel erreichen können. Während GCN 5 sicher zur Mehrleistung beitragen wird, werden ernsthafte Mehrleistung anhand dieser Daten nun nur über den Takt erwartet, der bei maximal 1,6 GHz Kerntakt liegen dürfte. Das wäre dann etwas flotter als das Modell, das gestern als Benchmark auftauchte. Die 400 MHz mehr werden Vega 10 aber wohl trotzdem nicht an einer Geforce GTX 1080 Ti vorbeikatapultieren, wenn 1,2 GHz für GTX-1070-Niveau stehen.
Zur Debatte steht daher, wie viel Mehrleistung die neue Architektur bieten wird. Selbst bei optimistischen Prognosen kann man sich aber wohl darüber einig sein, dass die nicht für Quantensprünge reichen wird. AMD müsste, sofern die Daten stimmen, deutlich mehr Shader unterbringen, um noch mehr Performance aus dem Design zu holen, was wiederum den Chip vergrößern würde und alle üblichen Nebeneffekte mit sich bringt. Da darf man sich wohl einig darüber sein, dass Vega 10 mangels Alternativen recht hoch getaktet sein wird.
Am Ende ist es aber, stets vorausgesetzt die Daten stimmen, doch erstaunlich, dass AMD den Fiji-Chip in Zahlen quasi mit neuer Architektur gleich auflegt, denn rechnerisch ist nicht einmal das Speicherinterface im Endergebnis anders. Sollte es so kommen, wird AMD jedenfalls nicht ohne weitere Ausbaustufe die schnellsten Pascal-Karten schlagen können und da stellen wir die gleiche Frage wie schon gestern: Wer sind die Kunden hierfür, nachdem seit dem Pascal-Release fast ein Jahr vergangen ist?

Andere Teile (siehe Crysis 2) kommen mit noch deutlich kleineren Faktoren klar.
Alles in allem ist Faktor 16 ein guter Daumenwert um 99% aller Fälle abzudecken.