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  • Tyranny angeschaut: Fies sein aus Prinzip - Das neueste ISO-Rollenspiel von Obsidian

    Tyranny angespielt auf der GDC (7) Quelle: Obsidian

    Tyrannen an die Macht: Im neuesten Epos der Macher von "Pillars of Eternity" haben die Guten verloren und die Bösen gewonnen. Wir stehen als Vollstrecker auf der Seite der Gewinner - und dürfen entscheiden, wie fies wir mit unseren Mitmenschen umgehen wollen.

    "Obsidian Entertainment stellt ein neues Spiel vor!" - diese Nachricht breitete sich vor der Game Developers Conference wie ein Lauffeuer aus. Weil Josh "Pillars of Eternity" Sawyer dann auch noch einen Vortrag zum Thema Spielbalance hielt, tippten viele Kollegen auf einen zweiten Teil des Obsidian'schen Kickstarter-Rollenspiels. Was wir dann am letzten Mittwoch von Game Director Brian Heins zu sehen bekamen und worüber wir nach Ablauf einer Sperrfrist erst jetzt schreiben dürfen, war jedoch etwas ganz anderes: "Tyranny" ist zwar ein Rollenspiel - doch wir bestehen Abenteuer in einer Welt, in der die Bösen beziehungsweise der fiese Overlord Kyros gewonnen haben.

    Richter und Vollstrecker in einer Person

    Das soll grimmig sein? Am bösen Blick müssen Game Director Brian Heins und Producer Matthew Singh (rechts) von 'Tyranny'-Entwicklungsteam noch etwas üben. Das soll grimmig sein? Am bösen Blick müssen Game Director Brian Heins und Producer Matthew Singh (rechts) von "Tyranny"-Entwicklungsteam noch etwas üben. Quelle: PC Games Hardware "Tyranny" mag zwar auf die gleiche Engine und den gleichen Look wie "Pillars of Eternity" setzen, doch damit enden die Gemeinsamkeiten. Wir befinden uns weder in einer High-Fantasy-Welt, noch müssen wir uns mit dem Töten von Ratten die Stufenleiter emporhangeln. "Ihr startet das Spiel als ein Fate Binder, der auf der Seite der siegreichen bösen Armee steht", erklärt uns Brian Heins. "So wie Judge Dredd seid ihr Richter und Vollstrecker in einer Person."

    Auch die Charaktererschaffung geht neue Wege: "Ihr kämpft zu Beginn des Spiels in einer Schlacht und müsst dort zahlreiche Entscheidungen treffen, die dann Eure Charaktereigenschaften festlegen", sagt Heins. Dieser Kampf zwischen Kulturen und Armeen, von Mensch gegen Mensch zieht sich durch das gesamte Spiel, dessen Handlung sich menschheitsgeschichtlich zwischen dem Ende des Bronze- und dem Beginn des Eisenzeitalters entwickelt.

    Freiheit für die Beastmen

    In unserer Demo besuchen wir den Ort Plainsgate, der von dem Scarlet Corps besetzt ist. Aufgabe dieser militärischen Einheit ist es, einen Zauber zu brechen, der verhindert, dass in der Umgebung Nahrungsmittel angebaut werden können. "Nahrungsmittel, die ihr dann später für den Overlord konfiszieren könnt", grinst Brian Heins. In Plainsgate leben die sogenannten Beastmen - ehemals Sklaven der Menschen in dieser Region. Doch als diese gegen die Truppen des Kyros kämpften, konnten sich die Beastmen vom Joch ihrer Unterdrücker befreien.

    Das Scarlet Corps glaubt allerdings, dass die Beastmen mit der Magie umzugehen wissen, die auf dem Land lastet. Das Corps setzt seine Hoffnung besonders auf den Beastman Left Claw, der dummerweise von seinen Gefährten gefangengenommen wurde - und dem nun der Tod droht. Ein Beastman namens Rancor steht auf unserer Seite und ist bereit, uns bei der Befreiung seines Artgenossen zu helfen.

    Prügeln ist Silber, Reden ist Gold

    Wie Left Claws Befreiungsaktion läuft, liegt an uns: "Ihr könnt es mit Bestechung, Schmeicheleien, einer friedlichen Diskussion oder mit roher Gewalt ohne Rancors Hilfe vesuchen", sagt Brian Heins. Wir setzen auf das Gespräch und nutzen unsere Lore-Fertigkeit, die uns genau wie ein siegreicher Kampf Erfahrungspunkte für den Stufenaufstieg einbringt. Schließlich haben wir uns direkt an den Gefangenen herangearbeitet und müssen erneut wählen: Wollen wir erst noch mit Left Claw reden oder ihn untersuchen oder direkt zu Befreiung schreiten? Die Dorfbewohner sind mit dem Ergebnis in keinem Fall zufrieden und wütend auf uns. Doch weil das Scarlet Corps die besseren Waffen hat, ziehen sie maulend von dannen.

    Können wir den Gefangenen als Vollstrecker auch einfach töten? "Das geht schon, aber das ist nicht Teil dieser Demo - dann wäre auch eure Allianz mit dem Scarlet Corps dahin", gibt Brian Heins zu bedenken. Diese Allianzen spielen in "Tyranny" eine große Rolle: "Je nachdem, welcher Fraktion ihr euch anschließt, bekommt ihr einen anderen Blick auf die Geschichte des Spiels - und außerdem schalten wir damit Quests frei, die eine andere Fraktion nie zu Augen bekommen wird", sagt Heins. Unsere Aktionen wirken sich indes auf unseren Ruf aus, was unterschiedliche Fertigkeiten freischaltet.

    Tyranny angespielt auf der GDC (4) Tyranny angespielt auf der GDC (4) Quelle: Obsidian

    Kernige Action dank Gefährten-Kombos

    Nun lädt Brian Heins einen Spielstand, der uns eigentlich in die gleiche Situation versetzen sollte, die wir gerade gemeistert haben. Doch aus Plainsgate ist aufgrund früherer Entscheidungen unseres Helden der Ort Halfgate geworden: eine Stadt, die von einer riesigen Spalte geteilt wird. Auch die Gebäude sehen nun anders aus als bei unserem letzten Besuch. Und selbst wir haben uns verändert: Wir sind jetzt Verbündete der Gegner des Scarlet Corps - und unsere neuen Freunde sind demnach auch Feinde der Beastmen.

    Als wir die Stadt betreten, stellt sich uns prompt eine Gruppe von Wächtern entgegen. Doch die drohen uns nur halbherzig: Wir erkennen unsere Chance und versuchen, sie einzuschüchtern. Das gelingt mühelos und die tapferen Verteidiger geben Fersengeld. Auch für diese Aktion gibt es Erfahrungspunkte. "Wir wollen vermeiden, dass ihr euch aus jedem Kampf herausredet und dann mit eher niedrigerer Charakterstufe vor dem Endgegner steht - und dann keine Chance habt, ihn zu besiegen", sagt Brian Heins.

    Kämpfen dürfen wir allerdings jetzt schon - diesmal gegen das Scarlet Corps, dem unsere Befreiungsaktion aus den im letzten Absatz beschriebenen Gründen nicht passt. Wir setzen dazu Gefährten-Kombo-Angriffe ein: "So gelingen Euch mächtige Kampf-Intros, kernige Aktionen während des Gefechts und eventuell sogar ein Finishing Move", erklärt Heins. So schlagen wir beispielsweise mit voller Wucht auf den Boden, was einen etwas leichteren Gefährten in die Luft schleudert, von wo aus er unsere Gegner mit einem Pfeilhagel eindeckt. Cool: Steigert unser Held seinen Ruf bei den Gefährten, schaltet das neue Kombos frei.

    Keine Klassen? Kein Problem!

    Nicht nur in Sachen Szenario unterscheidet sich "Tyranny" von den meisten anderen Rollenspielen. Es gibt auch keine Klassen: Jeder Held kann beispielsweise jede Rüstungsart tragen und theoretisch auch alle Fähigkeiten meistern. Ein Zauberer in schwerer Plattenrüstung? Kein Problem. "Ihr könnt sowohl einen Haudrauf als auch einen Schleicher verkörpern", sagt Brian Heins. "Aber es dauert dann länger, beide Fertigkeiten aufzuleveln." Unterschiedliches Fertigkeitsgeschick verlangen auch die Waffen im Spiel, bevor sie den maximalen Schaden anrichten können.

    Tyranny angespielt auf der GDC (5) Tyranny angespielt auf der GDC (5) Quelle: Obsidian Indes haben wir es einmal mehr fast bis zu Left Claw geschafft. Unser Magier, der mit Hilfe eines Crafting-Systems seine eigenen Zauber erschaffen kann, lässt mit einem Blitz gleich mehrere Gegner zu Boden gehen. Unser etwas ruppiger Held haut einem feindlichen Beschwörer den Schild vor die Mappe, woraufhin dieser benommen ist und von unseren Gefährten ausgeschaltet wird. Die Dorfbewohner rennen in Panik davon, die Mitglieder des Scarlet Corps liegen tot am Boden - und wir können einmal mehr mit Left Claw sprechen, ihn untersuchen ... oder hinrichten. Wir entscheiden uns für die dritte Lösung und verwehren damit dem Scarlet Corps die Möglichkeit, den auf dem Land liegenden Fluch zu brechen.

    Mehrfaches Durchspielen lohnt sich

    Nach der Demo bleibt noch etwas Zeit für ein paar Fragen. Etwa, ob wir zu Beginn des Spiels nur einen Helden oder die ganze Party erschaffen. "Ihr seid nur für den Helden verantwortlich", antworten Brian Heins. "Alle anderen Gefährten gabelt ihr unterwegs auf." Wie müssen wir uns die Entwicklung unseres Helden im weiteren Spiel vorstellen? "Beim Stufenaufstieg verbessern sich eure Attribute", so Heins. "Außerdem könnt ihr neue Fähigkeiten wie den Schildstoß kaufen." Die Wahl der Fähigkeiten will wohlüberlegt sein: "Wenn ihr besonders gut mit Schwert und Schild kämpfen könnt, verbessert das auch die Qualität eures Schildstoßes."

    Wie groß ist "Tyranny" im Vergleich mit anderen Obsidian-Titeln? "Ihr seid damit nicht ganz so lange wie mit 'Pillars of Eternity' beschäftigt", sagt Brian Heins. Durch die Fraktionen und Allianzen ergibt jedoch ein mehrfaches Durchspielen Sinn. "Und dann ist es schon fast wieder umfangreicher." Ein dunkler Grundtenor zieht sich jedenfalls durch das gesamte Spiel. "Unsere Fraktionen sind aber nicht albern böse wie etwa Dr. Evil in 'Austin Powers', sondern düster-böse." Dabei können unsere Helden durchaus gute Entscheidungen treffen: "Die sind dann nur für alle anderen schlecht", grinst Brian Heins. "Doch keine Angst, wir bieten euch mehr als nur das Gefühl von permanenter Unterdrückung - in 'Tyranny' ist auch Platz für Humor und Liebe."

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    01:04
    Tyranny: Erster Teaser zum neuen Obsidian-RPG
  • Tyranny
    Tyranny
    Publisher
    Paradox Interactive
    Developer
    Obsidian Entertainment (US)
    Release
    10.11.2016

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    Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
    Von Kinguin
    Also ich finde die Idee richtig cool,kommt auf jeden Fall auf die Beobachtungsliste. ^^
    Von amigastar
    Bin gespannt. PoE war schon genial.
    Von Sinrow
    wird absolut nichts für mich ich kann nie den bösen spielen und will es auch nicht
    Von Gamer090
    Verstehe die Story nicht so ganz, gibt es da überhaupt eine?? Von den Screenshots her wird das ein Point and Click…
      • Von Kinguin
        Also ich finde die Idee richtig cool,kommt auf jeden Fall auf die Beobachtungsliste. ^^
      • Von amigastar Komplett-PC-Käufer(in)
        Bin gespannt. PoE war schon genial.
      • Von Sinrow Schraubenverwechsler(in)
        wird absolut nichts für mich ich kann nie den bösen spielen und will es auch nicht
      • Von Gamer090 PCGH-Community-Veteran(in)
        Verstehe die Story nicht so ganz, gibt es da überhaupt eine?? Von den Screenshots her wird das ein Point and Click Spiel, liege ich damit richtig?
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1190056
Tyranny
Tyranny angeschaut: Fies sein aus Prinzip - Das neueste ISO-Rollenspiel von Obsidian
Tyrannen an die Macht: Im neuesten Epos der Macher von "Pillars of Eternity" haben die Guten verloren und die Bösen gewonnen. Wir stehen als Vollstrecker auf der Seite der Gewinner - und dürfen entscheiden, wie fies wir mit unseren Mitmenschen umgehen wollen.
http://www.pcgameshardware.de/Tyranny-Spiel-56836/Specials/Vorschau-GDC-1190056/
22.03.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/03/Tyranny-screenshot-GDC-_7_-pcgh_b2teaser_169.png
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