Test: Grafikkarten beschleunigen Videobearbeitung mit Power Director 7

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Test: Grafikkarten beschleunigen Videobearbeitung mit Power Director 7

Carsten Spille
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15.02.2009 17:59 Uhr
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Neu
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Grafikkarten aktueller Geforce- und Radeon-Baureihen können via Cuda und Ati Stream ihre Rechenkraft auch in den Dienst der Videobearbeitung und -umwandlung stellen. Wir haben uns die Möglichkeiten in Cyberlinks Power-Director 7 angesehen.

Grafikkarte beschleunigt Videoschnitt - CUDA und Ati-Stream sei dank. Grafikkarte beschleunigt Videoschnitt - CUDA und Ati-Stream sei dank. [Quelle: http://www.pcgameshardware.de] DirectX-10-Grafikkarten ab Geforce 8 und Radeon HD 4600 stellen ihre immense Rechenleistung über die Schnittstellen Cuda (Nvidia Geforce) und Ati Stream (AMD Radeon) mittlerweile auch anderen Anwendungen als Spielen zur Verfügung. Eine der möglichen Software-Sparten, die davon profitieren, ist die Videobearbeitung und das Enkodieren am PC.

Hintergründe
Videobearbeitung und die folgende Enkodierung ist immer noch eine der Anwendungen, welche auch modernen PCs schwer zu schaffen macht. Abhängig von der Rechenleistung und dem Datenumfang des Videos können Stunden vergehen, bis der Nutzer das Ergebnis seiner Mühen präsentiert bekommt. Eine Mithilfe der rechenstarken Grafikprozessoren sollte hier äußerst willkommen sein.

Grafikkarte beschleunigt Videoschnitt - CUDA und Ati-Stream sei dank. Die Aktivierung der Cuda-Filter ist gut versteckt. Grafikkarte beschleunigt Videoschnitt - CUDA und Ati-Stream sei dank. Die Aktivierung der Cuda-Filter ist gut versteckt. [Quelle: http://www.pcgameshardware.de] Unterstützung
Seit wenigen Tagen steht ein Update mit der Versionsnummer 2519 für Cyberlinks Power Director 7 bereit, mit dem neben der Unterstützung für Nvidias Cuda-Technologie auch AMDs Ati-Stream-Paket zur GPU-Beschleunigung für das Video-Enkoding genutzt werden kann. Doch es gibt noch einige Einschränkungen. Für GPU-Beschleunigung bei AMD-Radeon-Grafikkarten - hier werden zurzeit offiziell die Modelle HD 4870 (X2), HD 4850, HD 4830, HD 4670 und die HD 4650 unterstützt - müssen Sie zunächst den Catalyst Avivo Video Converter (Download Windows XP & Download Windows Vista (nur 32 Bit-Version)) installieren. Dieser wird dann von Cyberlinks Power Director genutzt, um die Enkodierung des Videos in das Zielformat zu beschleunigen.

Auf Nvidia-Seite sind einige Filter, wie zum Beispiel Gaussian Blur, Radial Blur, Light Ray, Pen Ink, Abstractionism, Kaleidoscope, Color Edge, Replace Color, Color Painting und Glow, Cuda-beschleunigt. Diese werden während der Bearbeitung über das Video gerechnet - meist in Übergängen oder für künstlerisch wirkende Effekte. Normalerweise erhöhen derartige Filter die Last für die CPU, laufen Dank Cuda aber auf allen unterstützten Geforce-GPUs mit mindestens 32 Shader-ALUs. Zusätzlich kann natürlich auch eine Geforce-Grafikkarte das Enkodieren beschleunigen - dies geschieht ohne künstliche Einschränkung.

Format-Krieg, Teil 2
Power Director 7 kann als Ziel eine Vielzahl von vordefinierten Format nutzen, darunter Avi, MPEG1, 2 und 4. Anders als bei den Ati-Karten wird für Nvidia aber kein passender MPEG-2-Encoder mitgeliefert, welcher im Avivo-Video-Converter-Paket enthalten ist, sodass die MPEG-2-Enkodierung nicht GPU-beschleunigt werden kann - die CUDA-Filter sind davon natürlich nicht betroffen. Nvidia-Geforce-Karten können also lediglich das Enkodieren in das modernere MPEG-4-Format beschleunigen, aber auch bei AMD ist nicht alles Gold, was glänzt. So erzeugte der Versuch, unser 2,5 Gigabyte großes Testvideo ins BD-1920-MPEG2-Format zu wandeln, eine lediglich 6 Megabyte große Datei, nachdem die Konvertierung bei 100 Prozent angelangt war. Power Director arbeitete jedoch reproduzierbar noch lange Zeit danach weiter an der Datei, ohne jedoch CPU-Last zu erzeugen - weswegen wir nach 20 Minuten des Wartens diesen Versuch abbrachen. Auch wenn Sie Videos im MPEG4-AVC-Format abspeichern wollen, werden Sie ebenso erstaunt dreinschauen wie wir: Die drei normalen AVCHD-Formate (720x756, 1440x1080 und 1920x1080) werden nicht per GPU beschleunigt - erkennbar am ausgrauten GPU-Encoding-Feld. Dafür gibt es mit einer unterstützten Radeon - und auch nur mit diesen! - zwei zusätzliche Optionen namens "Video-Konservierung, Standard-Auflösung" und "Video-Konservierung, hochauflösend". Hier werden möglicherweise noch nicht alle Anforderungen für die genormten AVCHD-Profile erfüllt, sodass auf diesen Umweg zurückgegriffen werden muss.

Testumgebung
Für die Tests setzen wir ausnahmsweise ein 32-bittiges Vista ein, da die Catalyst Avivo-Video-Converter nicht für unsere normalerweise genutzte 64-Bit-Version von Vista verfügbar sind, nachdem wir in unserem letzten Test schlechte Erfahrungen damit machen mussten. Zwei der vier geplanten Tests konnten alle Probanden absolvieren: Das Umkodieren unseres 2,5-Gigabyte-Testvideos ins MPEG4-Portable-Format (H.264) und zwar für den Ipod in hoher Qualität sowie ins AVC-Format, wobei wir für Radeon-Karten die hochauflösende Videokonservierung wählten und für Geforce-Modelle das normierte AVCHD 1920x1080 - beide Format bieten in Sachen Bitrate laut Power Director dieselbe Ausgabe. Zusätzlich probierten wir aus, wieviel Zeit eine Nvidia-GPU beim Einsatz Cuda-beschleunigter Filtern sparen kann.

Zum Einsatz kam dabei wie immer unser Core-2-Duo-System mit einem auf 3,8 GHz übertakteten E8500, 4 Gigabyte Speicher und aktuellen Catalyst-9.1- sowie Geforce-182.05-Treibern. Die Vista-32-Installation verfügte über alle von Microsoft freigegebenen Updates.

Ergebnisse
Da die Werte von Durchlauf zu Durchlauf ein wenig schwankten, halten wir unsere Ergebnisse dieses Mal in Textform anstelle harter Benchmarkbalken fest - zudem wurde uns im Gespräch mit AMD auch mitgeteilt, dass Cyberlink die Ati-Stream-Unterstützung wohl etwas überhastet und ohne ausreichende Qualifikation seitens AMD veröffentlicht hat.

Ergebnisse - Portable MPEG4, Ipod HQ
Die im Testsystem eingesetzte CPU benötigte, auf sich allein gestellt, rund 520 Sekunden, um das Video für den Ipod aufzubereiten. Mit einer Radeon 4670, die ihr unter die Arme griff, sank die Zeit deutlich auf 380 Sekunden. Mit einer HD 4870 ging es dagegen nicht so schnell - vermutlich weil sich diese zwischendurch immer wieder auf die 2D-Taktraten herunterbremste - und die Aufgabe war erst nach 415 Sekunden erledigt. Eine Geforce 9600 GT war nach etwas schnelleren 410 Sekunden fertig, die theoretisch stärkere GTX 280 ebenfalls erst nach langsameren 430 Sekunden. Das System mit der Radeon HD 4670 ging bei diesem Test überdies am sparsamsten mit der elektrischen Energie um und benötigte im Schnitt 138 Watt, die 9600 GT veranlasste eine Leistungsaufnahme von 158 Watt und mit HD 4870 bzw. GTX 280 lag das System bei 206 bzw. 207 Watt.


Ergebnisse - MPEG4 AVCHD 1920x1080 bzw. "Videokonservierung hochauflösend"
Wie bereits angemerkt, möchten wir bei folgenden Resultaten zu Bedenken geben, dass die erzeugte Last möglicherweise nicht identisch zwischen Geforce und Radeon ist.

Die Radeon HD 4670 war nach ca. 57,6 Minuten mit dem Rendern in das hochauflösende Format fertig, eine HD 4870 benötigte abermals wenige Sekunden mehr. Wie in einer AMD-Präsentation aufgezeigt, wird hier vermutlich nur die Motion Estimation auf die GPU ausgelagert - ein nicht allzu großer Teil der Berechnungen. Trotzdem konnten beide GPUs die Arbeitszeit gegenüber einer reinen CPU-Enkodierung noch deutlich senken. Verließen Sie sich allein auf den Hauptprozessor, wären Sie erst nach über 151 Minuten fertig. Die Geforce-Karten konnten sich in dieser Disziplin besser schlagen: Die 9600 GT war nach knapp über 48 Minuten fertig, die GTX 280 bereits nach 41 Minuten. Entsprechend benötigte das System mit der 9600 GT auch 37 Watt mehr, als wenn eine HD 4670 darin arbeitete. Die HD 4870 bewirkte eine Leistungsaufnahme von 199 Watt, 28 Watt weniger als mit einer GTX 280.


Ergebnisse - Cuda-Filter
Einige Eindrücke haben wir auch bei der Verwendung von Cuda-Filtern gewonnen. Während Cyberlink und Nvidia hier entsprechende rechenaufwändige Filter (Pen-Ink) während des gesamten Videos mitlaufen lassen, um ihre imposaten Ergebnisse zu erzielen, haben wir insgesamt lediglich rund die Hälfte des Videos mit einer Auswahl der Cuda-Filter verschönert. Trotzdem verringerte sich die Berechnungszeit bereits mit einer Geforce 9600 GT um mehr als Faktor zwei gegenüber der 3,8-GHz-Dualcore-CPU.

Fazit
Grafikprozessoren eignen sich sehr gut, um Arbeitszeit beim Videoschnitt und bei der Umwandlung der Filme zu sparen. Von einer völlig ausgereiften Lösung ist man hüben wie drüben jedoch noch ein wenig entfernt - zu groß sind die Einschränkungen bei der Wahl der Formate oder der Filter, die bereits voll von GPU-Beschleunigung profitieren. Insgesamt zeigt die vorliegende Power-Director-Version in Verbinung mit Radeon- und Geforce-Grafikkarten jedoch Potenzial und macht Lust auf mehr. Besonders dank Cuda-untertützter Filter liegt die Geforce-Veriante im Nutzwert derzeit vorn.

In der Bildergalerie haben wir die jeweiligen Messungen per Screenshot hinterlegt - dort können Sie bequem weitere Details zu den Werten erfahren, die für Sie am interessantesten sind.

 
PCGH-Community-Veteran(in)
20.02.2009 12:43 Uhr
Zitat: (Original von Bucklew;586067)
Da bitte:

AnandTech: GPU Transcoding Throwdown: Elemental's Badaboom vs. AMD's Avivo Video Converter

Man beachte das Video, schlichtweg indiskutabel, sogar für nen iPod....

Ah danke. Die Qualtität ist wirklich nicht gut. Solche fehler kenne ich auch bei Premiere 3, wenn man unkomprimierte videos rendert/ encodiert.
In dem Artikel steht, dass diese Probleme mit dem 8.12 Treiber gefixed werden sollen und jetzt kommt bald der 9.2. Wäre also langsam Zeit für einen neuen Test.

MfG
Gesperrt
19.02.2009 21:37 Uhr
Zitat: (Original von DaStash;575649)
Warum?

MfG

Da bitte:

AnandTech: GPU Transcoding Throwdown: Elemental's Badaboom vs. AMD's Avivo Video Converter

Man beachte das Video, schlichtweg indiskutabel, sogar für nen iPod....
Schraubenverwechsler(in)
17.02.2009 16:09 Uhr
Power Director war schon immer Müll und die 7 wird nicht besser sein.
Das Teil ist verbugt, nervt, hat kleine Macken und die Bearbeitungszeit im Verhältniss zur Qualität ist armselig.

Es gibt kostenlose Programme die schneller, stabiler, einfacher sind und eine bessere Qualität erzeugen.
Auch schaffen diese die wahnsinnigen 57,6 min ohne Hilfe der GPU und unterbieten diese sogar teils deutlich!

Selbst Moviemaker ist besser für den gelegentlichen Videoschnitt geeignet, zu mehr ist PD7 auch nicht berufen.^^

---
Die GPU zur Videobearbeitung zu nutzen ist sehr interessant, vielleicht sollten sich aber kleinere Entwicklerteams damit beschäftigen und nicht gerade "kommerz-Cyberlink".
Kabelverknoter(in)
16.02.2009 21:27 Uhr
Zitat: (Original von Captain Future;574817)
Natürlich wird das Rendern auch unterstützt. Text?

Ja super aber nur im avc mpeg. und weist du wie groß die dateinen sind wenn die fertig gerendert wurden???? ich hab ein 700 mb video auf 4 gb bekommen. du bis ja der leser vor dem herren

MFG julez
BIOS-Overclocker(in)
16.02.2009 14:45 Uhr
ja aber die Bearbeitung übernimmt trotzdem die CPU am meisten, und das hat nix mit ATI zu tun.

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