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  • Tomb Raider im Hands On Test auf der E3: Brillant inszeniertes Lost zum Selberspielen

    Eins der wenigen E3-Highlights ist zwar kein brandneues, noch nie dagewesenes Spiel - doch was Crystal Dynamics aus dem Tomb-Raider-Reboot macht, davon sollten sich alle anderen Hersteller mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

    Kämpfte Lara Croft auf der letzten E3 noch bei einer panischen Flucht aus einer Höhle gegen seltsame Ureinwohner, ging es dieses Jahr etwas geruhsamer zu. Senior Producer Kyle Peschel von Crystal Dynamics zeigte uns in der diesjährigen Präsentation eine Lara, die die geheimnisvolle Insel erforscht, auf der ihr Flugzeug abgestürzt ist. Auf der Suche nach anderen Überlebenden balanciert sie über einen Baum über einem Abgrund und gelangt schließlich an einen Wasserfall, in dem sich ein Flugzeug verkeilt hat. Nicht ihr eigenes, aber wie wir ja wissen, sind auf der Insel im Laufe der Jahrzehnte (Jahrhunderte?) immer wieder Flieger und Schiffe gestrandet. Nichtsdestotrotz eine sehr stimmungsvolle Szene. Über das Wrack klettert Lara den Wasserfall hinauf und findet auf einem höher gelegenen Sims einen Rucksack mit einem Walkie-Talkie darinnen. Alle Versuche, damit ihre Freunde anzufunken, schlagen jedoch fehl.

    Es kommt noch schlechter: Ein Sturm zieht auf und durchnässt Lara bis auf die Haut. Vor Kälte bibbernd sucht sie Zuflucht unter einem Felsvorhang und sucht halbwegs trockene Zweige für ein Feuer, an dem sie sich wärmen kann. Aus dem Sprechfunkgerät erklingen derweil wirre Sprachfetzen, aus denen weder Lara noch wir schlau werden. Bei einer Erkundung der Umgebung findet Lara das Skelett eines anderen Abenteurers an einem Seil in einem Baum hängend, einen kostbaren Bogen noch in den Händen haltend. Wir hangeln uns hinüber und greifen nach dem Bogen, als der Ast unter uns nachgibt und wir einmal mehr unsanft auf dem Waldboden landen, der unseren Fall wenigstens etwas abdämpft. Doch jetzt können wir nach Nahrung Ausschau halten, denn mit "I am so hungry" verkündet unsere Heldin, was ihr nach Wärme und Geborgenheit nun fehlt. Uns geht es genauso, denn an diesem E3-Tag haben wir außer einer Tasse Tee und einem Keks noch nichts im Magen. Lara erlegt derweil ein Reh und zerlegt es mit einer Pfeilspitze mehr schlecht als recht, um es danach am Feuer zu rösten.

    05:17
    Tomb Raider: Gameplay-Präsentation auf der E3 2012
    Spielecover zu Tomb Raider
    Tomb Raider


    Tomb Raider auf der E3: Eine zerbrechliche Archäologin
    Doch noch immer fehlt von unseren Freunden jede Spur, und aktivieren wir kurz unseren Überlebensinstinkt, der uns in Richtung eines weiteren Wasserfalls lockt. Der sieht mit Gischt und Wassertropfen, die teilweise auf dem Bildschirm landen, einfach hervorragend aus - wie auch das gesamte Spiel, das mit stimmigen Farbfiltern, Rauch- und Feuereffekten beweist, dass die firmeneigene Crystal Engine sich nicht vor den großen Konkurrenten verstecken muss. Dank einer neuen Fertigkeit sammeln wir ein paar Pfeile aus der Umgebung auf und hören endlich etwas aus dem Walkie-Talkie: Eine Stimme ermutigt uns, die anderen Überlebenden am Waldrand zu treffen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und machen uns auf den Weg. Seltsame Klänge führen uns zu einer seltsamen Hütte, von der aus wir ein noch seltsameres Höhlensystem betreten, das mit menschlichen Knochen und merkwürdigen, hieroglyphenartigen Zeichnungen übersät ist. Von den dort hausenden Bewohnern fehlt jedoch gottlob jede Spur. Wir landen wir in einer Art Opferstätte, doch die Tür aus dieser Kammer klemmt und lässt sich nur mit einer Hacke öffnen, die wir uns aus einem undefinierbaren Fleischhaufen schnappen.

    Schließlich lassen wir die Höhle hinter uns und stoßen auf ein kleines Camp, in dem wir unsere Feundin Sam und einen fremden Mann namens Mathias treffen. Doch Sam verhält sich sehr bedeckt, und bald wissen wir auch, warum: Mathias hält ihr ein Messer an die Kehle und verschwindet mit ihr in der Dunkelheit. Wir jagen den beiden nach, doch bleiben mit dem Fuß in einer Bärenfalle stecken. Unsere Schmerzensschreie locken einige Wölfe an, die wir dank unserer Bogenschießkünste jedoch erledigen können. Und noch jemand hört die Schreie: Eine Gruppe von Freunden aus dem Flugzeug, die uns aus unserer misslichen Lage helfen und zurück zum Camp bringen. Dort sollen wir uns ausruhen, während die anderen nach Sam und Mathias Ausschau halten. Das machen wir, um uns etwas später mit dem Archäologen Dr. Whitman zu treffen, der die Hieroglyphen in der Nähe studiert. Gemeinsam finden wir eine Art Öffnungsmechanismus für eine Tür, doch unsere Axt ist zu schwach, um sie als Hebel beziehungsweise zum Drehen des Schlosssystems zu verwenden. Unsere neue Aufgabe: Material zu finden, mit der wir die Axt verstärken und damit aufrüsten können, ohne dabei von Wölfen und anderem Getier gefressen zu werden.

    Tomb Raider auf der E3: Rollenspielanleihen
    Für alle erfolgreichen Aktionen erhält Lara Erfahrungspunkte, die wir nach erfolgreichem Materialsammeln im Basislager dazu verwenden, die Axt zu verbessern und neue Überlebensfähigkeiten zu erwerben. Wir kehren zu Dr. Whitman zurück und öffnen das Tor, das den Weg in einen Bereich voller Statuen und Schreine freigibt. Doch mit der ruhigen Erforschung ist es jetzt endgültig vorbei: Einige bewaffnete Unbekannte umzingeln uns und fordern mit einem russisch klingenden Akzent, die Waffen niederzulegen. Dr. Whitman kommt dieser Aufforderung nach, was Lara nicht begreifen kann - macht er gemeinsame Sache mit den anderen? Etwas später finden wir uns in einem anderen Lager wieder, in dem mehrere Gefangene gefesselt auf dem Boden knien und von den "anderen" hingerichtet werden, die außerdem beginnen, das Lager niederzubrennen. Lara kann fliehen und schleicht sich mit gefesselten Händen an zahlreichen Wachen vorbei, wird jedoch vom Anführer entdeckt. Es kommt zu einem wilden Gerangel um dessen Pistole, aus der sich am Ende ein Schuss löst und den Mann tötet. Lara nimmt das schwer mit, sie schluchzt, würgt und ringt nach Fassung, hat sie doch bislang nur Tiere, aber keine Menschen getötet.

    Dass Lara dieses Trauma schnell überwunden hat, zeigte eine Spielsequenz, die wir auf der Microsoft-Pressekonferenz zu sehen bekamen. Darin schoss Lara auch schon einmal mit Pumpgun und Pfeil und Bogen auf menschliche Gegner oder stößt ihnen ein Messer in den Hals. Noch spektakulärer geriet der Ortswechsel zum nächsten Knotenpunkt: Erst saust Fräulein Croft einen reißenden Fluss hinab und kann sich an einem Wasserfall gerade noch in ein abgestürztes Flugzeug retten, doch dann bricht dessen Cockpitglas, auf dem Lara gelandet ist. Nur mit einem gerade noch rechtzeitig geschnappten Fallschirm kann die Gute sich vor dem sicheren Tod retten und gleitet nun durch einen Wald, weicht Bäumen aus und landet schließlich auf dem Boden, wo sie ein paar rätselhafte Pagoden entdeckt.

    Tomb Raider auf der E3: Fazit
    Tomb Raider ist eine unserer großen Hoffnungen der Messe: Das Spiel ist brillant in Szene gesetzt, sieht und klingt ganz ausgezeichnet und erinnert uns noch mehr als beim letzten Mal an ein Lost zum Selberspielen. Wie in der TV-Mystery-Serie erklingen immer wieder unheilvolle Klavierakkorde, wie in Lost arbeiten mehrere Gruppen mit unklaren Motiven gegeneinander, wie in Lost deuten Symbole und Zeichnungen auf Ureinwohner hin, deren Rolle derzeit noch unklar ist. Leider müssen wir uns noch bis März 2013 gedulden, bevor wir selbst die geheimnisvolle Insel erkunden können.

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    04:14
    Tomb Raider: Lara Croft flieht aus dem brennenden Camp (E3-Gameplay)
    Spielecover zu Tomb Raider
    Tomb Raider
  • Tomb Raider
    Tomb Raider
    Publisher
    Square Enix
    Developer
    Crystal Dynamics
    Release
    05.03.2013

    Stellenmarkt

    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von Gamer090
    Das mit den Haaren ist mir gar nicht aufgefallen, von der Grafik her sieht es ganz ok aus. Wenn ich richtig liege dann…
    Von RedDragon20
    Die KI scheint noch ein paar Aussetzer zu haben (siehe die ersten Sekunden) und Laras Haare flattern teilweise…
      • Von Gamer090 PCGH-Community-Veteran(in)
        Das mit den Haaren ist mir gar nicht aufgefallen, von der Grafik her sieht es ganz ok aus. Wenn ich richtig liege dann kommt das Spiel für Xbox360 und PC raus, auch für PS3?
      • Von RedDragon20 Software-Overclocker(in)
        Die KI scheint noch ein paar Aussetzer zu haben (siehe die ersten Sekunden) und Laras Haare flattern teilweise irgendwie willkürlich rum.
        Aber ansonsten sieht es toll aus. Hoffen wir, dass das Spiel auch wirklich das hält, was die Entwickler versprechen.
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889899
Tomb Raider
E3 2012
Eins der wenigen E3-Highlights ist zwar kein brandneues, noch nie dagewesenes Spiel - doch was Crystal Dynamics aus dem Tomb-Raider-Reboot macht, davon sollten sich alle anderen Hersteller mehr als nur eine Scheibe abschneiden.
http://www.pcgameshardware.de/Tomb-Raider-Spiel-39154/Tests/Tomb-Raider-Hands-On-Test-E3-889899/
09.06.2012
tomb raider,square enix,e3
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