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  • E3 2014: The Witcher 3: Wilde Jagd zieht einen mit Macht in die Welt des Hexers - doch ein Kritikpunkt bleibt

    Größer, schöner, Witcher: Im abschließenden Teil der Witcher-Trilogie trifft Hexer Geralt auf alte und neue Freunde und Feinde - und ist auf einer ganz persönlichen Mission. PC Games Hardware hat sich The Witcher 3: Wilde Jagd auf der E3 2014 angesehen. Es ist das wohl beste Spiel der Messe.

    Wie selten zuvor hauen uns Entwickler und Hersteller auf der diesjährigen E3 Making-ofs, Render-Filme und vorgeschnittene Spielszenen um die Ohren, die manch einen Besucher eher ratlos zurückließen. Denn Rückschlüsse auf den eigentlichen Spielfluss erlauben sie nur im Ausnahmefall. Ganz anders die Designer von CD Projekt Red, die Macher von The Witcher 3: Wilde Jagd. Sie führten uns und etlichen Dutzend Zuschauern in einem hemmungslos überfüllten Minikino knapp eine Stunde aus dem Rollenspiel vor - ohne Schnitte und ohne Jahrmarktschreier. "Erst mal den Mund halten und lieber ein Spiel zeigen": Von dieser Maxime kann sich so mancher Hersteller eine paar Scheiben abschneiden.

    Treffen in Novigrad

    Senior Level Designer Peter Gelencser ist unser Reiseführer, der erfreulich zurückhalten kommentiert, was wir auf der Leinwand sehen. Hexer Geralt von Riva hat just den Kampf mit einem Monster beendet, den wir auf der Microsoft-Pressekonferenz zu sehen bekamen. Am Sattel seines Pferdes baumelt noch dessen Kopf, den er bei seinem alten Bekannten Sigismund Dijkstra abliefern muss. Der ehemalige redanische Geheimdienstchef zieht heute in Novigrad als Verbrecherfürst die Strippen und weiß mehr über ein rätselhaftes Mädchen, nach dem Geralt sucht. "Novigrad ist die größte Stadt in The Witcher 3", sagt Peter Gelencser. "Hier wohnen mehrere Tausend Menschen, die alle ihrem Tagewerk nachgehen. Ihr könnt sie nach Herzenslust erkunden, dort Quests annehmen oder auf dem Fischmarkt nach Ladenschluss illegale Gegenstände erwerben.

    Auf nach Velen

    E3 2014: The Witcher 3: Wilde Jagd zieht einen mit Macht in die Welt des Hexers - doch ein Kritikpunkt bleibt (27) E3 2014: The Witcher 3: Wilde Jagd zieht einen mit Macht in die Welt des Hexers - doch ein Kritikpunkt bleibt (27) Quelle: CD Projekt Red Man soll ja nicht nur auf die Grafik schauen, doch bei The Witcher 3 ist das nicht so einfach. Das Spiel sieht besser als alles aus, was wir bisher auf der E3 gesehen haben. Müssten wir nicht zu Dijkstra, würden wir jetzt durch die Straßen spazieren, den Hafen erkunden und uns in einer Taverne zu einer Runde Gwint und einem Krug Bier niederlassen. Doch die Pflicht ruft: Unser alter Bekannter berichtet uns, dass unsere Zielperson zum letzten Mal in den Sümpfen von Velen gesehen wurde, mit einem kindsgroßen Wesen namens Hansi. "Wir sind schon in Velen gewesen, deswegen können wir die Schnellreisefunktion nutzen", erklärt Peter Gelencser. "Andernfalls müsstet ihr in vollem Galopp über 15 Minuten nach Süden reiten." Das ist nur ein theoretischer Wert, denn verständlicherweise fällt Geralts Pferd Plötze nach einer Weile Volldampf wieder in einen langsameren Gang zurück.

    Ein stummer Göttling

    Velen ist das genaue Gegenteil der lebendigen, quirligen Stadt Novigrad. Dichter Nebel wabert durch die Sümpfe des Niemandslands, in dem unangenehme Typen darauf warten, arglosen Wanderern Geld und Leben abzunehmen. Wir springen kurz ins Inventar und stellen sicher, dass unser Silberschwert - für den Kampf gegen Monster und wilde Bestien - sowie unser normales Stahlschwert - für den Kampf gegen menschliche Gegner - ausgerüstet sind. Unterwegs zu Hansis Unterkunft setzen wir unsere Hexersinne ein, um dessen Fußabdrücke zu sehen. Doch als wir bei ihm ankommen, stellen wir fest: Hansi ist kein Kind, sondern einer der wenigen noch lebenden Göttlinge, ein kleines Menschlein mit riesigen Augen. Und er hat seine Stimme verloren, kann uns also nichts über das gesuchte Mädchen verraten. Wir entschließen uns, ihm dabei zu helfen, seine Stimme wiederzubekommen, und folgen dem Göttling, der wild gestikulierend zu einem nahen Berg eilt. Auf dem Weg dorthin stellen sich uns einige Ertrunkene in den Weg: wiederauferstandene Wasserleichen, die vor allem eins haben: Hunger. Mit Schwert, Igni-Feuerzauber und Aard-Druckwelle machen wir jedoch kurzen Prozess mit den Störenfrieden.

    Fliegende Feinde

    Am Berg angekommen haben wir die Qual der Wahl: "Wie ihr auf den Berg hinaufkommt, bleibt euch überlassen", sagt Peter Gelencser. "Es gibt immer mehrere Wege, ein Ziel zu erreichen - manche sind einfacher, manche schwerer, manche führen euch zu versteckten Schätzen oder neuen Quests." Wir entscheiden uns für den direkten Weg und klettern geradewegs nach oben. Dort angekommen bleibt uns wenig Zeit, den Ausblick zu genießen: Auf der Bergkuppe hausen einige Harpyen. Die fliegenden Taschendiebe sind über unsere Störung nicht gerade begeistert und greifen uns sofort an. Doch ein erfahrener Hexer lässt sich auch von Gegnern in der Luft nicht beeindrucken. "Mit eurer neuen Armbrust sind auch fliegende Feinde kein echtes Problem", sagt Peter Gelencser. "Ihr könnt sogar eigene Geschosse dafür herstellen, aber solltet im Kampf daran denken, dass die Munition begrenzt ist." Schon bald liegen die flatternden Diebe leblos am Boden. In ihrem Nest finden wir eine verzierte Flasche - ein Gegengift für den stummen Göttling? Wir nehmen einen Wanderpfad nach unten und überreichen sie Hansi, der sie begeistert öffnet und schon bald allerlei wirres Zeug von sich gibt.

    02:21
    The Witcher 3: Wild Hunt: Geralt und das Schwert der Vorhersehung (deutsch)
    Spielecover zu The Witcher 3
    The Witcher 3

    Die Herrinnen des Waldes

    Kurze Zeit später legt sich seine Begeisterung, wieder sprechen zu können: Er verrät uns, wo er das Mädchen mit dem aschblonden Haar und der Narbe auf der Wange zuletzt gesehen hat: bei der seltsamen Oma, die mit einer Heerschar von Kindern mitten in den Sümpfen lebt und außerdem einen guten Draht zu den Herrinnen des Waldes zu haben scheint. Doch die will von uns zunächst nichts wissen, bis Hansi, dankbar für seine wiedererlangte Sprachfähigkeit, bei ihr ein gutes Wort für uns einlegt. Oma nimmt uns mit in eine Art Heiligtum für die Herrinnen: Dutzende von flackernden Kerzen umgeben ein großes Wandgemälde mit drei jungen, rätselhaft dreinblickenden Frauen. Die schon bald durch Oma sprechen und Geralt anbieten, ihm mehr über das Mädchen zu berichten, wenn er für sie eine Waldkreatur tötet. Mehr darüber weiß der Dorfälteste von Niederwirr. Wir machen uns auf den Weg in das kleine Dorf, in einem etwas weniger feuchten Teil des Sumpfes gelegen.

    Kummer in Niederwirr

    Natürlich verläuft die Reise nicht ganz störungsfrei: Einige Banditen warten auf eine Abreibung, die wir ihnen mit Stahl und Zaubern verpassen. Ein Lob gebührt den Grafikern von CD Projekt Red, denn im Wasser und den Pfützen des Sumpfes landen mit zunehmender Kampfdauer etliche dunkelrote Tropfen. Nur ein Detail, doch es zeigt, mit wie viel Liebe die Entwickler die Welt des Hexers umgesetzt haben. Kurz vor Niederwirr steht eine Art schwarzes Brett. "Hier findet ihr Aufträge von Leuten, die Hilfe benötigen - optionale Nebenquests, die ihr erledigen oder links liegen lassen könnt", erklärt Peter Gelencser. In Niederwirr selbst kommen wir ohne Umschweife zur Sache. Der Dorfälteste schickt uns zum Flüsterhügel: Dort befindet sich ein Baum, von dem allerlei Unheil ausgeht. Ein Baum? Das klingt nach einer einfachen Aufgabe - wir machen uns auf den Weg.

    Auf dem Flüsterhügel

    E3 2014: The Witcher 3: Wilde Jagd zieht einen mit Macht in die Welt des Hexers - doch ein Kritikpunkt bleibt (12) E3 2014: The Witcher 3: Wilde Jagd zieht einen mit Macht in die Welt des Hexers - doch ein Kritikpunkt bleibt (12) Quelle: CD Projekt Red Auch Gruf- und Wasserweiber, die uns ins Brackwasser ziehen wollen, können uns nicht aufhalten, und so erreichen wir schon bald den Flüsterhügel. "Mit euren Hexersinnen könnt ihr auch unscheinbare Geräusche wahrnehmen", sagt Peter Gelencser. Das sind zwar erst nur kleine Insekten, deren Zirpen in Form kleiner Kreise dargestellt wird, doch bald hören wir die Stimme, die dem Hügel seinen Namen verleiht. Sie fordert uns auf, das Weite zu suchen, doch so einfach lassen wir uns nicht ins Bockshorn jagen. Nun macht Geralt jedoch eine kurze Pause, um zu meditieren. Einerseits ist dies eine Art Zeitbeschleunigung, andererseits können wir so bestimmte Fähigkeiten und Tränke auswählen, die der Hexer anschließend einsetzen kann. "Manche Gegner und Quests bekommt ihr nur nachts zu Gesicht", ergänzt Gelencser. "Vor Werwölfen solltet ihr euch dann in Acht nehmen, die sind dann nämlich besonders stark." Wie aufs Stichwort erscheint ein solcher Lykanthrop, zwei kleinere Wölfe im Gefolge. Der Kampf zehrt an unseren Gesundheitsreserven, doch schließlich besiegen wir die grauen Gesellen und erreichen eine Höhle am Fuße des Flüsterhügels.

    Leben und sterben lassen

    Der Weg tiefer in die Höhle wird indes von undurchdringlichem Wurzelwerk versperrt. Doch frei nach Peter Gelencsers Worten, dass es immer mehr als nur einen Weg gibt, springen wir in einen kleinen Teich und tauchen ins Zentrum der Höhle hinab. Dort treffen wir auf eine bizarre Kreatur: einen Baumgeist, der für allerlei Unbill am Flüsterhügel verantwortlich ist und den wir für den Dorfältesten töten sollen. Doch ist der Baumgeist wirklich der Übeltäter? Er sagt jedenfalls, dass die Waisenkind, die auf dem Anwesen der Sumpfoma leben, in Gefahr sind: Lassen wir ihn am Leben, kann er sie retten. Wem sollen wir glauben? Wer spricht die Wahrheit? Solche Wahlmöglichkeiten gibt es in The Witcher 3 immer wieder, und oft wirken sich unsere Entscheidungen erst etwas später auf das Spiel aus - dann aber umso gravierender. Eine richtig "falsche" Entscheidung gibt es nicht, doch wir müssen mit den Konsequenzen leben und uns gefallen lassen, dass manche Charaktere uns danach nicht mehr so wie zuvor behandeln. Doch wir wollen Informationen über das verschwundene Mädchen, und so zücken wir das Schwert. Auch die Waldwesen, die der Baumgeist zum Schutz herbeibeschwört, können uns nicht davon abbringen, ihm den Garaus zu machen. Der Dorfälteste von Niederwirr nimmt die Kunde vom Ableben des Baumgeists erfreut auf, doch als es um die Bezahlung für unsere Tat geht, verzieht er sein Gesicht. Er greift zu einem Messer und schneidet sich das linke Ohr ab, das wir den Herrinnen des Waldes geben sollen, zu denen wir anschließend zurückkehren und endlich erfahren, wohin es das Mädchen mit dem aschblonden Haar verschlagen hat.

    Das beste Spiel der E3

    Was wir in der knappen Stunde von The Witcher 3: Wilde Jagd zu Gesicht bekommen haben, ist laut der Entwickler nur ein kleiner Teil dessen, was uns im Spiel erwartet. Umso mehr beeindrucken uns die Detailverliebtheit, die atmosphärische Spielwelt und die niemals plumpen Dialoge des Spiels. Erfreulich, dass an der deutschen Fassung das gleiche Team sitzt, das schon für die deutsche Ausgabe von The Elder Scrolls V: Skyrim verantwortlich war. Selbst Nebenaufgaben und kleine Kämpfe fühlen sich bedeutungsschwer und nie lästig an, sondern ziehen einen mit Macht in die Welt des Hexers. Ganz klar: Für uns ist The Witcher 3: Wilde Jagd das beste Spiel der diesjährigen E3. Unser größter Kritikpunkt? Dass der Erscheinungstermin des Spiels auf den 24. Februar verschoben wurde - wir hätten liebend gerne schon die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr dafür genutzt, um in die Welt des Hexers abzutauchen.

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    04:58
    The Witcher 3: Wild Hunt - Gameplay-Szenen von der E3
    Spielecover zu The Witcher 3
    The Witcher 3
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    The Witcher 1 bis The Witcher 3: Vergleich der Technik (Update)
  • The Witcher 3
    The Witcher 3
    Publisher
    Bandai Namco
    Developer
    CD Projekt
    Release
    19.05.2015

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    Es gibt 42 Kommentare zum Artikel
    Von RavionHD
    Ja, eine Mischung aus Nahkampf und Fernkampf ist immer gut, der reine Fernkamp wäre langweilig und man wäre praktisch…
    Von Aldrearic
    Ist doch besser so, dass Geralt nicht mehr magische Fähigkeiten besitzt. Sonst würde man nur noch aus der Ferne damit…
    Von Katamaranoid
    Is der Rechner aus der Signatur. Trotzdem gehts nur auf Mittel Aber Danke für den Tipp Ich weiß nich ob ich…
    Von VikingGe
    Pro-Tip: ÜberSampling ausmachen, dann schwächelt da gar nichts Wenns die Kiste aus der Signatur ist.
    Von Katamaranoid
    sign Mein Rechner schwächelt beim 2er auch schon
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The Witcher 3
E3 2014: The Witcher 3: Wilde Jagd zieht einen mit Macht in die Welt des Hexers - doch ein Kritikpunkt bleibt
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http://www.pcgameshardware.de/The-Witcher-3-Spiel-38488/Specials/The-Witcher-3-E3-2014-1125208/
14.06.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/06/The_Witcher_3_Wild_Hunt_Geralt_Triss_and_Yennefer-pcgh_b2teaser_169.jpg
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