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  • The Witcher 3 mit Mods - Grafik verbessern ohne Fps-Verlust, geht das?

    Die Optik von PC-Spielen zu verbessern, ist kein großes Problem - für viele Titel gibt es entsprechende Mods und falls diese (noch) nicht vorhanden sind, helfen Tools wie Reshade und Co. weiter. Bei letzterem leidet aber häufig die Performance, wer es auf die Spitze treibt, kann durch Ini-Tweaks und Reshade die Bildraten in The Witcher 3 ohne Weiteres halbieren. Es geht aber auch anders: Wir zeigen Ihnen die optischen Unterschiede, die wir durch das Installieren von zwei Mods ohne mess- oder gar fühlbaren Performance-Verlust realisiert haben - wie das Ganze funktioniert, erklären wir hier.

    Für The Witcher 3 sind mittlerweile eine ganze Reihe Mods erschienen, welche die Optik des Spiels verbessern oder zumindest verändern. Das Spektrum reicht von Ini-Tweaks über Texturmods bis hin zu Reshade-Profilen. Allerdings fordert The Witcher 3 auch ohne Mods die Hardware schon stark, dreht man zusätzlich beispielsweise fleißig an den Stellschrauben der Konfigurationsdateien oder fügt per Reshade anspruchsvolle Effekte hinzu, kann man die Leistung ohne Probleme halbieren - während sich die optischen Verbesserungen oft in Grenzen halten beziehungsweise beim Spielen nur selten auffallen, sieht man einmal von drastischen Farbänderungen durch Reshade und Co ab. Auch wir haben bereits mehrfach Hand angelegt und unter anderem in den Konfigurationsdateien Sichtweite, Schattenqualität und das Textur-LOD angepasst. Standen alle Regler auf der neuen, maximalen Stufe, litten die Bildraten deutlich. Für Screenshot-Künstler ist ein solch hoher Detailgrad nett, zum Spielen sind solche Veränderungen allerdings oft nur sehr selten zu gebrauchen. Doch es geht auch anders: Wir haben uns zwei beliebte Mods herausgeklaubt, die den Look des Spiels verändern, Details und Texturen verbessern und dabei die Hardware-Anforderungen des Spiels nicht spürbar ansteigen lassen.

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    The Witcher 3: Optiktuning ohne Fps-Verlust im Video

    The Witcher 3 mit Mods - Überarbeitete Beleuchtung und HD-Texturen

          

    Bei der ersten Modifikation, die gleichzeitig auch die größten optischen Veränderungen mit sich bringt, handelt es sich um die Super Turbo Lighting Mod. Diese soll den Look der E3-Demo reproduzieren, der im späteren Verlaufe der Entwicklung leicht abgewandelt wurde - wahrscheinlich, um die Performance des Spiels an die Konsolen-Hardware anzupassen, die eventuell nicht leistungsfähig genug war. Richtig, hier dreht es sich um das viel diskutierte Downgrade. Ob das gelungen ist, lassen wir an dieser Stelle einmal offen. Der Autor selbst gibt sich bei der Beschreibung betont ironisch: "A fraudulent reproduction of the E3 2014 lighting" - Eine verlogene Reproduktion der E3-2014-Beleuchtung. Fakt ist jedenfalls, dass sich die Super Turbo Lighting Mod großer Beliebtheit erfreut. Der Autor passte dabei unter anderem die Beleuchtung, Farbgebung, Umgebungsverdeckung und Tiefenunschärfe nach den eigenen Vorstellungen und dem E3-Vorbild an, der Look ändert sich hierdurch verhältnismäßig stark. Weil aber offenbar nur Parameter der sowieso schon applizierten Effekte verändert wurden, nicht aber deren Qualität, kostet diese Mod bei unseren Tests nicht einen einzigen Frame Leistung. Ein ähnliches Ergebnis ließe sich auch mit Reshade realisieren, dann jedoch nicht ohne Performance-Verlust. Die Modifikation ist sicher Geschmacksache, insbesondere die nun deutlich stärker wirkende Tiefenschärfe dürfte nicht jedermann zusagen. Dieser Effekt lässt sich aber auch mit der Super Turbo Lighting Mod im Optionsmenü von The Witcher 3 deaktivieren.

    Vergleich mit und ohne Mods

    before
    after


    Außerdem fiel unsere Wahl auf The Witcher HD Reworked, hierbei handelt es sich um eine Textur-Mod, die unter anderem einige der weniger hübschen Felsen sowie die Nadelbäume und einige Objekte wie Kisten und Säcke überarbeitet und mit neuen Normal-Map-Texturen versieht. Je nach Szenario sind die Unterschiede kaum sichtbar bis sehr auffällig. Die neuen Texturen sehen im Spiel sehr ordentlich aus und fügen sich in den allermeisten Fällen gut in das Gesamtbild ein. Leistungstechnisch sind die neuen Pixeltapeten unauffällig: Weder steigt der Bedarf an Speicher deutlich messbar an, noch fallen die Bildraten niedriger aus, selbst wenn eine für The Witcher 3 schon grenzwertig bestückte 2-GiByte-GPU wie die getestete GTX 770 zum Einsatz kommt. Das ist allerdings auch nicht sonderlich verwunderlich, denn The Witcher 3 nutzt ein festes Texture-Budget. Sollte dieses überschritten werden, wechseln Pixeltapeten auf eine niedrigere Mip-Map-Stufe. Sollten Sie also vorhaben, exzessiv 4K-Texturen in The Witcher 3 zu nutzen, müssten Sie auch das Texture-Budget erhöhen, denn ansonsten würde einfach der generelle Detailgrad der Texturen reduziert - was das Ganze wiederum ad Absurdum führen würde.

    Vergleich mit und ohne Mods

    before
    after

    Wollen Sie dem Spiel mehr Speicher einräumen, können Sie dazu den Eintrag TextureMemoryBudget in der Konfigurationsdatei user.config erhöhen. Sie finden diese unter Dokumente\The Witcher 3. Standard bei Ultra-Texturen sind 800 MiByte. Abgesehen vom Texture-LOD, welches bei hohen Einstellungen auf einen negativen Faktor gesetzt wird, ist es einzig das Texture-Budget, das die Qualität der Pixeltapeten im Spiel beeinflusst: Mit der niedrigsten Ingame-Einstellungen steht der Eintrag TextureMemoryBudget beispielsweise auf 200 MiByte, die Streaming-Engine kümmert sich dann darum, die entsprechend niedrigeren Mip-Maps zu laden. Andersherum bekommen Sie mit dem Ultra-Budget nicht zwangsweise die maximale Qualität präsentiert, sollten 800 MiByte nicht ausreichen - das gilt natürlich insbesondere dann, wenn Sie aufwendige Textur-Mods nutzen wollen. Wir haben aus diesem Grund den Eintrag behutsam auf 1.200 MiByte erhöht - Mit 4 GiByte-GPUs wäre aber auch das nochmals doppelte Budget kein Problem.

    The Witcher 3 mit Mods - Die Performance

          

    Natürlich müssen Sie sich nicht nur auf unsere Aussage verlassen, selbstverständlich haben wir auch Performance-Messungen angefertigt. Da normale Benchmark-Diagramme wegen der praktisch identischen Werte recht langweilig aussehen und unsere normale Benchmarkszene nicht wirklich passend für die genutzten Mods ausfällt, haben wir stattdessen mit mehreren GPUs in für Sie passenden Auflösungen einen längeren Messzeitraum graphisch in einem Frameverlauf festgehalten. Die Mods haben wir mit dem Nexus Mod Manager installiert, dieses Tool erleichtert die Handhabung bedeutend, setzt allerdings eine Anmeldung auf www.nexusmods.com voraus.


    Wie Sie anhand der Verläufe sowie der durchschnittlichen Framerate erkennen können, ändert sich die Performance praktisch nicht - kleinere Abweichungen gehen auf gewisse Unterschiede bei der Eingabe durch den Tester zurück. Mitteln wir drei Messungen, revidieren sich auch die letzten Diskrepanzen. Die beiden Mods können Sie also getrost installieren, wenn Ihnen der Look zusagt, Sie benötigen keine zusätzliche Leistung. Das gilt auch dann, wenn Sie eine andere Auflösung als in den Graphen abgebildet nutzen, wir haben mit allen Grafikkarten von 1080p bis Ultra HD gemessen. In unserer Galerie finden Sie zusätzliche Vergleiche, je nach Szene unterscheidet sich die Beleuchtung teils deutlich.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    The Witcher 1 bis The Witcher 3: Vergleich der Technik (Update)
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The Witcher 3
The Witcher 3 mit Mods - Grafik verbessern ohne Fps-Verlust, geht das?
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http://www.pcgameshardware.de/The-Witcher-3-Spiel-38488/Specials/Grafik-Mod-einstellen-ohne-Leistungsverlust-1182372/
08.01.2016
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