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  • The Division 5 Stunden lang gespielt: Rainbow Six Siege trifft auf Fallout 4

    The Division ist sicherlich das spannendste Spiel des Frühjahrs 2016, aber auch das ungewöhnlichste. Es mixt die taktische Raffinesse von Rainbow Six Siege mit den Gadgets aus Ghost Recon: Future Soldier und der tiefgehenden Rollenspiel-Mechanik eines Fallout 4. Inklusive Zahlen-Mathematik, kruder WoW-Elemente und nicht-tödlicher Kopfschüsse, an die sich Shooter-Spieler erstmal gewöhnen müssen. Von Benjamin Kratsch, Ryan Southardt und John Gaudiosi

    Wichtiger Hinweis: Unsere technischen Impressionen zur PC-Version stehen noch einige Tage unter Embargo, wir bitten um etwas Geduld. Aber keine Sorge, wir haben vor allem gute Nachrichten.

    Ungewöhnliche Spiele erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Anhand von neun Fragen und Antworten versuchen wir uns an einer Antwort, ob The Division zu Ihnen passt.

    The Division: Das Gameplay

          

    Sieben Fragen (und Antworten) zum Gameplay von The Division.

    Ist The Division ein klassischer Taktik-Shooter?

          

    Definitiv nicht. Es hat zwar die taktische Tiefe eines Rainbow Six: Siege, spielt sich aber anders, weil der komplette Titel zahlenbasiert ist. Wie in einem Rollenspiel oder MMO reicht es nicht, einem Gegner in den Kopf zu schießen, um ihn zu erledigen, Sie ziehen ihm lediglich Gesundheitspunkte ab. Dadurch halten fast alle Gegenspieler extrem viel aus: Gangster ohne Kevlarwesten benötigen locker fünf bis sieben direkte Treffer, Elite-Einheiten vertragen gut und gerne 20 Kugeln und die häufig auftauchenden Bosse schlucken mehrere The Division ist definitiv kein klassischer Taktik-Shooter. Magazine. Wobei es natürlich immer darauf ankommt, wie hoch der Schadenswert ist. Eine MP5 macht pro Treffer deutlich weniger Schaden als ein Scharfschützengewehr. Das Gunplay geht also stark Richtung Borderlands und Destiny. Spielerisch ist das interessant, weil fordernd. Sie müssen sich im Team absprechen, Flankenmanöver und schnelle Vorstöße planen, aber auch den Rückzug decken. Einer zieht die Kugeln auf sich, der andere räumt ab, der Dritte heilt den Ersten. Mechaniken, die sonst eher in World of Warcraft Anwendung finden. Atmosphärisch wirkt sich das aber negativ aus, weil die permanent aufploppenden Zahlen das Gefühl von Authentizität minimieren. Hoffentlich lassen sich die Einblendungen in der finalen Version ausschalten.

    03:33
    The Division: Neuer, beeindruckender Trailer zeigt Story und Gameplay
    Spielecover zu The Division
    The Division

    Bietet sich das Spiel für Solisten an oder Multiplayer-Fans?

          

    Massive Entertainment betont, dass The Division durchaus auch für Singleplayer-Freunde konzipiert ist, je nach Teamgröße skaliert die Gegnerzahl in den Arealen automatisch. Ob das stimmt, wird die Beta zeigen. Im Vier-Spieler-Koop-Team in Los Angeles (drei echte Spieler, ein K.I.-Kumpel) stellten sich uns jedenfalls wahre Massen an Feinden entgegen, wir sprechen hier durchaus von Call-of-Duty-Dimensionen. 20 Jungs in einem Raum sind keine Seltenheit. Allerdings ist das hier kein Schlauch-Shooter, die Areale wie der Madison Square Garden oder das Lexington Event Center sind durchaus weitläufig. Alleine laufen Sie schneller Gefahr, flankiert zu werden, das Spiel ist also tendenziell eher für Koop ausgelegt. Da zudem jede Waffe nur einen bestimmten Schadenswert hat, bringt Ihnen Skill nicht viel. Sie können also nicht einfach mit Headshots durchrushen wie in Call of Duty oder der Kampagne von Battlefield 4.

    Wie gut ist die Künstliche Intelligenz?

          

    Die K.I. kämpft gerade in den späteren Leveln (im zweiten Teil des Events wurden wir mit Level-20-Charakteren ausgestattet) deutlich aggressiver als in den meisten Titeln; sie bombt Sie gezielt mit Granaten aus der Deckung und ist ziemlich gut darin, das Team aufzuspalten. Zudem ist die Abwechslung recht hoch, weil die Einheiten mit allem arbeiten, was sie in die Finger kriegen: mit Feuerwehr-Äxten, Schrotflinten aus überfallenen Polizei-Fahrzeugen oder mit Scharfschützengewehren von getöteten SWAT-Spezialeinheiten. Aber auch mit Molotowcocktails, Blendgranaten oder Flammenwerfern. Allerdings leidet The Division auch an klassischen MMO-Krankheiten wie Grunts, die zum Start einfach nur dazu dienen, XP zu farmen. Es ist ein echter Atmosphäre-Killer, wenn plötzlich zehn axtschwingende Problematisch könnte das System der Aggression werden. Schergen der Riker-Gang blindlings auf Ihre Einheit zustürmt. Die sind von Rikers Island ausgebrochen, einer fiktiven Gefängnisinsel wie Alcatraz. Wie in einem MMO müssen Sie die erste Stunde der Monotonie überstehen, danach gibt das Spiel aber Vollgas. Problematisch könnte allerdings das System der Aggression werden: Feuern Sie zuerst auf einen Gegner und treten in sein Sichtfeld, konzentriert er sich ausschließlich auf Sie und interessiert sich nicht für Ihren Partner, der ihm gerade ein paar Ladungen Schrot in den Rücken bläst. World of Warcraft macht das zwar auch so, in einem Shooter fällt es aber mehr ins Gewicht.

    Ja, Sie können auch als einsamer Wolf losziehen, die Gegnerzahl skaliert entsprechend. Die enorme Spieltiefe des Titels werden Sie aber nach unserem Gefühl nur im Team erleben. Ja, Sie können auch als einsamer Wolf losziehen, die Gegnerzahl skaliert entsprechend. Die enorme Spieltiefe des Titels werden Sie aber nach unserem Gefühl nur im Team erleben. Quelle: Ubisoft

    Wie offen ist Manhattan?

          

    The Division ist ein echter Open-World-Shooter, der von Planung lebt. Theoretisch können Sie sich mit einem gut eingespielten Team auch durchballern, smarter ist es aber, größere Gruppen zu lokalisieren, dann nach Möglichkeiten zu suchen, auf Dächer zu klettern und sie von oben auszuschalten. Achten Sie aber auf den Distanzwert Ihrer Waffe, der Schaden von Maschinenpistolen reduziert sich erheblich. Toll: Sie können sich fast überall von Dächern runterhängen und auf parkende Autos fallen lassen, dadurch entwickelt das Kartendesign eine schöne Dynamik. Feinde mit höherem Level können Sie alternativ auch über Seitengassen oder Dächer umgehen. Zum Kämpfen gezwungen werden Sie nur in den 10 langen Quest-Reihen, die gut 50 Missionen ausfüllen und die die Geschichte vorantreiben - in der Regel spielen diese in mehreren abgeschlossenen, aber weitläufigen Bereichen. Levelschläuche sind sehr selten, lediglich in der U-Bahn und in Büros gibt's baulich bedingt nicht immer Alternativwege.

    Was ist die Dark Zone?

          

    Verseuchte Zonen, die als PvP-Areale dienen und erst mit bestimmten Schutzanzügen zugänglich werden, die sie vorher finden oder mit Ingame-Währung kaufen müssen. Hier gibt es den besten Loot wie beispielsweise Hightech-Präzisionsgewehre oder Granatwerfer in digital gesicherten Panzerboxen der Regierung, allerdings muss alles Material erst dekontaminiert werden, bevor sie es im Koop-Modus verwenden dürfen. Dafür müssen Sie einen Helikopter rufen und lange genug überleben. Gemein, aber smart gedacht: Theoretisch können Sie auch einem anderen Agent in den Rücken schießen und den Loot einheimsen. Ob er welchen hat, sehen Sie an der orangen Box an seinem Rucksack.

    17:32
    The Division: Ausführliche Hands-on-Vorschau im Video
    Spielecover zu The Division
    The Division

    Sind Mikrotransaktionen geplant?

          

    Massive hat damit experimentiert, sich aber dagegen entschieden. Es wird aber ein üppiges DLC-Angebot geben, auch weitere Stadtteile wie Brooklyn werden erst nach Launch hinzugefügt.

    Wie viel Rollenspiel-Tiefe steckt in The Division?

          

    Sehr viel, das macht das Spiel so komplex und erschwert zu Beginn etwas den Einstieg. Massive macht es sich nicht so einfach, feste Klassen wie Scharfschütze, Support oder Special Forces anzubieten, vielmehr mixen Sie ähnlich wie in Fallout 4 beliebig Punkte aus unterschiedlichen Skill-Trees: Medical, Tech und Security. Investieren Sie zwei Medical-Punkte, schalten Sie damit Heilgranaten frei, womit sich Teamkameraden auch aus gewisser Entfernung zusammenflicken lassen. Allerdings nicht so schnell, als würden Sie selbst die Spritze geben. Investieren Sie Ihre Erfahrung in Tech, schalten Sie schneller bessere Visiere frei und erhöhen so die Chance auf einen kritischen Treffer. Spannend: Jeder Visier-Typ hat nochmal ein eigenes Level, ergo eine eigene "Krit"-Chance. Sie leveln also nicht nur bis Level 30, es lassen sich auch viele Equipment-Teile aufwerten. Oder Sie investieren in ein Stand-MG, das sich alternativ mit elektrisch Es steckt sehr, sehr viel Rollenspiel in The Division. geladenen Darts bestücken lässt. Damit können sie kleinere Gegnergruppierungen lautlos kampfunfähig machen, Ihr Team muss dann nur noch rechtzeitig Kugeln verteilen. Oder Sie upgraden auf eine Selbstschuss-Gatling, die zwar mehr Schaden macht, wenn sie trifft, aber einen höheren Streuverlust hat. Der Automatikflammenwerfer setzt Gegner in Flammen und tötet effizient, hat aber nur eine begrenzte Reichweite. Das macht das Spiel sehr vielseitig, weil Sie prinzipiell für jede Rolle vorbereitet sind: Wer sich eher im Hintergrund halten will, der schickt eine rollende Bomben-Drohne los, die automatisch Ihr Ziel findet. Wer den Feind flankieren will, zwingt ihn per Geschütz in Deckung. Im Security-Baum hingegen können Sie mit einem mobilen Schild Ihr Team schützen. Oder mit einem persönlichen Schutzschild vorrücken und dabei mit einer der unterschiedlichen Handfeuerwaffen wie der Desert Eagle feuern. Die Entscheidung für oder gegen ein Gadget ist wichtig, weil damit jeweils Boni einhergehen. Platzieren sich zwei Spieler hinter dem Standschild, erhalten beide einen Schadensbonus, dafür verlieren Sie an Mobilität. Je nach Façon können Sie sich also selbst eine spezialisierte Klasse basteln oder einen Allrounder. Leveln Sie jedoch fokussiert, schalten Sie schneller spezielle Perks pro Skill-Tree frei. Der Techy kann dann mehr Granaten mitnehmen, der Medical mehr Heilgranaten oder in einem größeren Radius seine Kameraden verarzten.

    Die Physikengine sollten Sie zu Ihrem Vorteil nutzen: ans Auto schleichen, auf den Gegner warten, durch die Scheiben schon mal ordentlich Lebenspunkte abziehen. Die Jungs vertragen nämlich fast alle absurd viele Treffer. Die Physikengine sollten Sie zu Ihrem Vorteil nutzen: ans Auto schleichen, auf den Gegner warten, durch die Scheiben schon mal ordentlich Lebenspunkte abziehen. Die Jungs vertragen nämlich fast alle absurd viele Treffer. Quelle: Ubisoft

    The Division: Atmosphäre, Story, Charakterentwicklung

          

    Zwei Fragen (und Antworten) zur Atmosphäre, zur Story und zur Charakterentwicklung von The Division.

    Wie gut ist die Atmosphäre?

          

    Exzellent, wenn Sie sich auf die kreativen Freiheiten des Studios einlassen. In der Realität würde sich die Nation mit der größten Armee der Welt wohl kaum von ein paar Gangs in die Schranken verweisen lassen, für das Spiel funktioniert das aber gut. Als wir in Manhattan landen, haben wir bereits Level 4. Es ist also schon etwas Zeit vergangen seit dem Seuchenausbruch und die Nationalgarde befindet sich in ihrer schlimmsten Phase; die Einheiten sind kaum in der Lage, noch ihre Operationsbasen vor den marodierenden Horden schwer bewaffneter Gangs zu schützen. Black Hawks gibt's scheinbar auch keine mehr, Sie fliegen mit einem TV-Hubschrauber ein, der auch nur notdürftig zusammengeflickt wurde. Manhattan ist hier nicht mehr das strahlende Ebenbild Amerikas, was Sie aus zahlreichen Filmen kennen, sondern eine Kriegszone. Fast jedes Auto hat zerschossene Scheiben, Barrikaden und Sandsäcke beherrschen das Bild. Immer wieder treffen sie auf Szenen, in denen an der Wand gleich zehn erschossene Polizisten oder Spezialeinheiten lehnen, die in einen Hinterhalt geraten sind. In den U-Bahnen türmen sich zudem die Leichensäcke, durch den cleveren Einsatz von flackerndem Licht wirkt das wie in einem Horrorfilm. Massive achtet auch auf viele liebevolle Details: Zielen Sie auf einen Hund, macht der aus Angst ein Häufchen. Wir haben das natürlich nur aus Recherchegründen ausprobiert.

    Die Story erinnert an 24, dort funktioniert bei CTU, FBI und CIA ja auch nichts ohne Jack Bauer. Wie die Charakterzeichnung ist, lässt sich noch schwer sagen. Vom zynischen Cop, der seine Frau durch Plünderer verloren hat, bis zur 'Hooray-for-the-USA'-Patriotin ist aber alles dabei. Die Story erinnert an 24, dort funktioniert bei CTU, FBI und CIA ja auch nichts ohne Jack Bauer. Wie die Charakterzeichnung ist, lässt sich noch schwer sagen. Vom zynischen Cop, der seine Frau durch Plünderer verloren hat, bis zur "Hooray-for-the-USA"-Patriotin ist aber alles dabei. Quelle: Ubisoft

    Wie emotional ist die Story? Wie ist die Identifizierung mit Charakteren?

          

    Die Geschichte erinnert uns ein bisschen an 24 und Jack Bauer: Die Nationalgarde fühlt sich nach heftigen Straßenschlachten mit Gangs völlig unfähig, noch irgendetwas für Manhattan zu tun und verschanzt sich in ihren verbliebenen Basen, bis eine Handvoll an Elite-Agenten zu ihnen stößt und das Blatt wendet. Commander Faye Lau, unsere Vorgesetzte, könnte dann auch gleich Bauers Frau sein, die trotz Augenbinde und blutüberströmten Hals sogleich den Befehl zum Aufbruch gibt - "Let's take back New York". Beurteilen können wir die Alle Systeme sind auf eine Heldenstory ausgelegt. Geschichte nach ein paar Stunden zwar noch nicht, aber alle Systeme sind auf eine Heldenstory ausgelegt. Zu Beginn retten Sie eine Virologin aus dem Madison Field Hospital, einen Militäringenieur und den Kommandanten der verbliebenen Truppen. Anschließend können Sie aus den drei Questgebern wählen und so den medizinischen Trakt aufwerten und die Ausbreitung der Pandemie eindämmen, Elektrizitätswerke zurückerobern, damit die Stadt wieder Strom bekommt oder sich um die Befreiung von Special Forces kümmern, die dann wiederum aus dem demoralisierten Haufen eine schlagkräftige Truppe formt. Gedankt wird Ihnen und Ihrem Team das nicht nur mit mehr Lebenspunkten, besserer Rüstung und Waffenprototypen, sondern laut Massive Entertainment auch mit einer Stadt, die sich massiv verändert. Je mehr Parameter Sie erfüllen, desto mehr Menschen kehren in ihre Häuser zurück, bewaffnen sich, verteidigen selbst ihre Viertel und räumen vor allem mal auf.

    In wenigen Tagen erfahren Sie, wie das Crafting funktioniert, ob die Physik-Engine hält, was die Trailer versprochen haben und wie sich generell die PC-Version in der Beta schlägt.

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The Division
The Division 5 Stunden lang gespielt: Rainbow Six Siege trifft auf Fallout 4
The Division ist sicherlich das spannendste Spiel des Frühjahrs 2016, aber auch das ungewöhnlichste. Es mixt die taktische Raffinesse von Rainbow Six Siege mit den Gadgets aus Ghost Recon: Future Soldier und der tiefgehenden Rollenspiel-Mechanik eines Fallout 4. Inklusive Zahlen-Mathematik, kruder WoW-Elemente und nicht-tödlicher Kopfschüsse, an die sich Shooter-Spieler erstmal gewöhnen müssen. Von Benjamin Kratsch, Ryan Southardt und John Gaudiosi
http://www.pcgameshardware.de/The-Division-Spiel-37399/Specials/Angespielt-Vorschau-1183598/
19.01.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/01/TheDivision_Aufmacher_01-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials