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  • Angespielt: The Climb - Das VR-Freihandklettern ist derzeit beste VR-Spiel

    Angespielt: The Climb (2) Quelle: Crytek

    Schweißnasse Hände auf der Game Developers Conference: Wir klettern mit einer Oculus Rift vor den Augen in schwindelerregende Höhen - ohne Netz und doppelten Boden. Crytek rühmt sich, mit "The Climb" das erste VR-Rock-Climbing-Spiel der Welt zu entwickeln.

    Fuhren wir in Cryteks VR-Demo "Back to Dinosaur Island 2" noch mit relativ sicheren Seilwinden eine Felswand entlang, um auf einem Bergplateau die Umgebung nach Dinosauriern zu scannen, geht es in im Free-Climbing-Titel "The Climb" bodenständiger zu. Wobei ... eigentlich nicht, denn auf den Boden der Tatsachen sollte man nicht hinabstürzen - egal, ob in den Alpen um Schloss Neuschwanstein oder in der vietnamesischen Bucht von Halong. Letztere ist von einigen steilen Felsen umgeben, und einen davon galt es, auf der Game Developers Conference in San Francisco zu erklimmen.

    Immer gut festhalten

    Die Steuerung des Spiels für das Oculus-Rift-Headset ist eingängig: Mit den Augen suchen wir die Felswände nach Griffen für unsere Klettertour ab, dann lassen wir eine Taste los und drücken sie erneut, um mit der Hand von einem Griff zum nächsten zu wechseln. Teilweise müssen wir uns dazu auch nach oben recken beziehungsweise nach links oder rechts lehnen, denn es geht in "The Climb" dreidimensional zu - und gelegentlich auch um die Ecke.

    Nachdem wir das Klettermanöver mit einer Hand gemacht haben, müssen wir mit der anderen Hand nachfassen. Das ist wichtig, denn hängen wir zu lange an nur einer einzigen, erlahmt unsere Kraft beziehungsweise unsere Ausdauer: Wir rutschen ab und stürzen gnadenlos nach unten. Freundlicherweise blendet das Spiel vor dem Aufschlag aus und platziert uns am letzten passierten Speicherpunkt, als wäre nichts gewesen. Vor kräftezehrende Aktionen wie weiten Griffen oder Sprüngen, empfiehlt es sich dennoch, einen Moment innezuhalten, um so die Ausdauervorräte etwas aufzufüllen.

    01:00
    The Climb: Neuer Trailer zeigt fantastische Landschaften aus Cryteks VR-Kletterspiel

    Schweißnasse Hände

    Gelegentlich setzt sich der Klettersteig jenseits unserer Armreichweite fort. Was nun? Ganz einfach: Wir drehen den Kopf beziehungsweise Oberkörper vorsichtig zur Seite oder gar nach hinten, schauen mutig auf unser Ziel, lassen beide Hände los und drücken im Moment des Fallens augenblicklich auf die Sprungtaste, um danach wieder die Grifftasten zu drücken. Gelingt der Sprung, fangen wir uns mit einem Ächzen am ausgewählten Griff und würden uns gerne den Schweiß von der Stirn wischen - doch wir brauchen beide Hände, um uns am Sims festzuhalten.

    Selbst bei geübten Kletterern tropft mit der Zeit nicht nur der Schweiß von der Stirn. Auch die Hände werden feucht, was eine sichere Landung nach einem Sprung beziehungsweise kühne Greifaktionen erschwert. Im Spiel benetzen wir sie deshalb regelmäßig mit etwas Magnesiumkarbonat, bei Kletterexperten auch englisch Chalk genannt. Im richtigen Leben hilft uns das leider nicht weiter - wir greifen hier noch etwas stärker um das Gamepad.

    Nicht ganz schwindelfrei

    Haben wir uns einmal verklettert oder sind die Griffe durch Pflanzen oder einen ungünstigen Blickwinkel verdeckt, lassen sich per Tastendruck empfohlene Routen anzeigen. Die müssen nicht immer die kürzesten sein - doch Klettereinsteiger freuen sich über diese Tipps. Alte Hasen, die den Berg im Wettlauf gegen die Zeit erklimmen, sind vermutlich schon etwas geübter und kennen ihn wie seine Westentasche.

    Angespielt: The Climb (6) Angespielt: The Climb (6) Quelle: Crytek Unterwegs passieren wir immer wieder Felshaken, die physikalisch korrekt von der Wand herabbaumeln. Sie speichern unseren Fortschritt, damit wir bei einem Absturz nicht wieder ganz von vorne beginnen müssen. Nach etwa zehn Minuten haben wir etwa zwei Drittel der Strecke geschafft und sind auf einer Holzplattform angekommen, auf der wir etwas verschnaufen und von der aus wir die Bucht bestaunen können. Leider misst sie gerade einmal zwei, drei Quadratmeter - für den nicht ganz schwindelfreien Autoren dieser Zeilen geht es deshalb weiter hinauf.

    Das Ziel vor Augen verjüngt sich der Felsen ein wenig. Immer häufiger müssen wir halsbrecherische 90-Grad-Wendungen meistern und uns gegen Ende gleich zwei Mal beidhändig emporschnellen. Dann haben wir es endlich geschafft! Zur Belohnung lockt die Aussicht über die ganze Bucht, doch die Plattform ganz oben ist nur minimal größer als die vorherige ... und besitzt ebenfalls kein Geländer.

    Feine Grafik rund um die Uhr

    Auch, wenn wir uns beim Aufstieg selten nach hinten gedreht haben: Sowohl in der Ferne als auch direkt vor unseren Augen wird die Umgebung feinst aufgelöst dargestellt - der Cryengine 5 sei's gedankt. Werden in herkömmlichen Spielen bei kurzen Distanzen zu Gebäudewänden oder Mauern oft grobpixelige Texturen sichtbar, gibt sich "The Climb" hier keine Blöße. Obendrein dürfen die abenteuerlichen Touren am frühen Morgen, tagsüber und bei Nacht stattfinden - je später die Stunde, desto geübter sollte man sein, damit man die Griffe noch erkennen kann.

    Steilere Abkürzungen, Überhänge und mehr Sprünge erwarten Experten, die nach einer neuen Bestzeit gelüstet, mit der sie vor ihren Freunden prahlen können. Wie die sich auf den Bergen geschlagen haben, sieht man mit Hilfe von Ghost-Kletterern: Während man selbst den Gipfel erklimmt, wird die "aufgezeichnete" Kraxelei eines Freundes dargestellt. Nach Angaben der Entwickler sollen Top-Kletterer neben Erfolgen auch neue

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    The Climb: Zweites Entwicklervideo zur technischen Umsetzung

    Ausrüstungsgegenstände bekommen.

    Das derzeit beste VR-Spiel

    "The Climb" ist das derzeit beste VR-Spiel: Es nutzt die Fähigkeiten der neuen Technologie, eine dreidimensionale Umgebung mit Höhen und Tiefen darzustellen, sieht fantastisch aus und macht auch noch länger als eine Viertelstunde Spaß. Und wenn einmal die Oculus-Touch-Controller auf dem Markt sind, wird das Spiel mit Sicherheit noch eine Spur realistischer.

    Apropos Realismus: Der Naturtrip ist nichts für schwache Nerven. Wer im richtigen Leben nicht ganz schwindelfrei ist, dem wird auch in der virtuellen Welt eher mulmig als jemandem, der in seiner Freizeit gerne Antennenmasten auf Hochhäusern besteigt. Und das, obwohl man ja eigentlich nur die Hände bewegt, mit den Füßen aber die ganze Zeit auf dem heimischen Boden der Tatsachen steht.

    Preis und Erscheinungstermin des Oculus-Rift-Titels sind noch nicht bekannt, wohl aber die Hardware-Anforderungen. Schon ab einer moderaten i5-4590-CPU, einer GPU der GTX-970-Klasse sowie 8 GByte RAM darf man die Kletterhandschuhe anziehen. Und vielleicht hat "The Climb" ja auch therapeutische Wirkungen: Wer sich häufiger den schwindelerregenden Situationen des Spiels aussetzt, verliert womöglich mit der Zeit seine Höhenangst.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Oculus Rift: Release, Preis, Spezifikationen, Systemanforderungen [April-Update]
  • The Climb
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    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von Captain-S
    Ein interessanter Aspekt was PCGH hier anspricht -Kann man Höhenangst mit VR therapieren?Wäre durchaus vorstellbar,…
    Von Dr Bakterius
    Und nach dem Spiel wundert man sich das überall im Raum Sicherungshaken eingeschlagen wurden und überall…
      • Von Captain-S Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ein interessanter Aspekt was PCGH hier anspricht -
        Kann man Höhenangst mit VR therapieren?
        Wäre durchaus vorstellbar, wir werden sehen.

        Jedenfalls wünsche ich Crytek dass sie wieder mal Erfolg
        haben, nach der langen Durststrecke.
      • Von Dr Bakterius Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Und nach dem Spiel wundert man sich das überall im Raum Sicherungshaken eingeschlagen wurden und überall Sicherungsleinen hängen. Ich persönlich habe mit Kraxelhuber nix im Sinn und kann es mir als Spiel absolut nicht vorstellen
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The Climb
Angespielt: The Climb - Das VR-Freihandklettern ist derzeit beste VR-Spiel
Schweißnasse Hände auf der Game Developers Conference: Wir klettern mit einer Oculus Rift vor den Augen in schwindelerregende Höhen - ohne Netz und doppelten Boden. Crytek rühmt sich, mit "The Climb" das erste VR-Rock-Climbing-Spiel der Welt zu entwickeln.
http://www.pcgameshardware.de/The-Climb-Spiel-56445/Specials/angespielt-1190327/
24.03.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/03/Crytek_The_Climb_Environment_Screenshot_Alps-pcgh_b2teaser_169.jpg
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