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  • Mechanische Tastatur: Cooler Master CM Storm Mech im Test (User-Test von Quantor)

    Mechanische Tastatur: Cooler Master CM Storm Mech im Test (User-Test von Quantor) Quelle: Quantor

    Bereits seit knapp über einem Jahr ist die Mech, eine mechanische Tastatur aus dem Hause Cooler Master, in Deutschland schon erhältlich. Da ich hier im Forum kaum Informationen zu ihr finden konnte, wird es Zeit, sie endlich mal in einem ausführlichen Review vorzustellen.

    Im Rahmen meines aktuellen Casemod/Deskcon-Projektes hat mir die Firma Cooler Master freundlicherweise Produkte aus ihrer Aluminium Gaming Series zur Verfügung gestellt, welche unter der "CM Storm"-Marke vertrieben werden. Unter anderem auch die hier getestete mechanische Tastatur.

    Mechanische Keyboards damals - eine kleine Reise durch die Zeit:

    Seit etwas über einem Jahr erleben mechanische Tastaturen ein riesiges Comeback und bescheren den Herstellern einen regelrechten neuen Boom, dabei wurden sie doch in den letzten 15 bis 20 Jahren immer mehr von den gummigelagerten Vertretern aus dem Markt gedrängt. Ein Trend, der vielen Veteranen das eine oder andere ungläubige Staunen ins Gesicht zaubert. Auch ich habe dieses Comeback erst gar nicht glauben können, gehöre ich doch zu der Generation, die froh darüber war, als es immer weniger davon in den Büros gab.

    Ich erinnere mich noch sehr gut an die Anfänge des Computerzeitalters. Mechanische Tastaturen waren omnipräsent und Cherry das Maß aller Dinge. Kein namhafter Hersteller konnte es sich erlauben, mit Tastaturen ohne Cherry-Technik zu werben. Immer mehr PCs wurden in kleinen und großen Unternehmen angeschafft und nach und nach konnte man auf diese im Arbeitsalltag nicht mehr verzichten. Mit den PCs kamen diese klackernden und lärmenden, rechteckigen "Bretter" ... Und es wurden immer mehr und immer mehr ... und der Geräuschpegel in den Büros nahm immer weiter zu ... Computer automatisierten Arbeitsabläufe und gaben den Unternehmen die Möglichkeit, immer weiter zu expandieren. Durch die Expansionen bedingt mussten immer mehr Mitarbeiter eingestellt werden und nach und nach wurden Büroräume in vielen Unternehmen knapp. Irgendwann ersann man eine Lösung für die akuten Platzprobleme und fasste ganze Abteilungen in riesigen Räumen zusammen. Dies war die Geburtsstunde der Großraumbüros. Was anfangs nach einer guten Idee geklungen hatte, wurde aber in vielen Firmen zum Alptraum: Die Geräuschkulisse in solchen Arbeitsumgebungen wurde mit steigender Zahl der Mitarbeiter immer unerträglicher. Daher begann man, Trennwände aufzustellen und die Arbeitsplätze voneinander abzuschotten: Es konnte nicht mehr so viel "getratscht" werden und auch die Lautstärke von dutzenden gleichzeitig geführten Telefonaten aus allen Ecken des Raums wurde wirkungsvoll eingedämmt.

    Nur eins konnten diese Trennwände nicht eindämmen: Mechanische Tastaturen.

    Die Älteren unter Euch, die diese Zeiten schon mitgemacht haben, werden mir bestimmt zustimmen, dass man dieses "Klackern" nicht abstellen konnte. Aus allen Ecken drang dieses Geräusch in die Ohren und trieb einen, nicht zuletzt dank der "Trennwandisolationshaft", auf Dauer in den Wahnsinn.

    Erneut musste eine Lösung her und nach und nach setzten sich dann die wesentlich leiseren und auch in der Produktion günstigeren, gummigelagerten Tastaturen durch und verbannten die Mechanischen, insbesondere im Heimanwendermarkt, nach und nach zu einem Schattendasein ...

    Mechanische Keyboards heute - Die Rückkehr des Grauens?!?

    Mitnichten, denn auch bei den verfügbaren mechanischen Schaltern hat sich im laufe der Jahre einiges getan und mittlerweile bietet Cherry ein umfangreiches Sortiment an verschiedenfarbigen Switches für jeden Einsatzbereich und jeden Geschmack an. Neben den sehr häufig verwendeten und beliebten Red-, Brown- oder Blue-Switches gibt es auch noch die Black-, Green-, Grey-, Clear- und White-Modelle. Konzentrieren möchte ich mich allerdings jetzt nur auf die drei Erstgenannten, da diese auch in der Mech zum Einsatz kommen.

    Laut Cooler Masters Homepage soll es zwar auch eine Version mit den Green-Switches geben, in der Praxis habe ich aber noch keine, zumindest in Deutschland, bei einem Händler gelistet gesehen.

    Die Red-Switches benötigen den geringsten Aktivierungsdruck und geben keinerlei akustisches (Klackern) oder spürbares (Einrasten) Feedback zurück. Sie sind daher bei reinen Spielerechnern meistens die erste Wahl. Sie verfügen über einen Anschlagsweg von 4 mm und einem Auslöseweg von 2 mm bei einem Aktivierungsdruck von 45 g. Geht es allerdings um das Schreiben, so hat man aufgrund des fehlenden Feedbacks, insbesondere bei längeren Texten, mit häufigen Fehleingaben zu kämpfen.

    Die Brown-Switches hingegen geben zumindest ein spürbares (taktiles) Feedback auf halbem Druckweg und sind damit die optimale Lösung für alle, die neben dem Zocken auch viele E-Mails oder Texte schreiben und kein akustisches Feedback haben möchten. Auch hier liegt der Anschlagsweg bei 4 mm, der Auslöseweg bei 2 mm und der Aktivierungsdruck bei 45 g.

    Die Blue-Switches sind schließlich die optimalen Schalter für alle Vielschreiber, die sowohl Wert auf ein haptisches, aber auch auf ein deutliches, akustisches Feedback legen. Während auch bei diesem Modell die Anschlags- und Auslösewege bei 4 beziehungsweise 2 mm liegen, muss man im Gegensatz zu den anderen Switches einen etwas höheren Aktivierungsdruck von 50 g aufbieten, um der Tastatur eine Eingabe zu entlocken, was die Switches allerdings auch für Hardcore-Spieler eher uninteressant machen dürfte, da der Freigabepunkt oberhalb des Aktivierungspunktes liegt.

    Viele fragen sich wahrscheinlich, warum man eigentlich überhaupt den Kauf einer mechanischen Tastatur erwägen sollte, zumal diese im Vergleich zu gummigelagerten, sogenannten "Rubber-Domes" deutlich teurer sind.

    Die Frage lässt sich recht einfach beantworten: Die zumeist gebräuchlichen Tastaturen mit den sogenannten "Rubber-Switches" verwenden einen Kunststoff-/Silikonkörper, der die Tasten wieder in die Ausgangsposition zurück drückt. Kunststoff/Silikon ermüdet aber durch häufige Benutzung beziehungsweise im Laufe der Zeit. Dadurch verändert sich, je nachdem wie intensiv eine Tastatur benutzt wird, nach und nach das Schreibverhalten, das Feedback wird ungenauer und die Tasten fühlen sich nach einiger Zeit "schwammig" an. Ein Effekt, der sich bereits nach wenigen Wochen schon bemerkbar machen kann. Mechanische Tastaturen hingegen arbeiten mit Federn in den Schaltern, die ein gleichbleibendes Schreibverhalten über die gesamte Lebensdauer garantieren. Während Rubber-Switches eine Lebensdauer von überwiegend ca. 5 Millionen Anschlägen aufweisen, liegt diese bei mechanischen Tastaturen zehn mal so hoch bei ca. 50 Millionen.

    Nach diesem kleinen Exkurs komme ich nun auf die Mech zu sprechen:

    Unboxing und Ersteindruck:

    Wie bei allen Premiumprodukten von Cooler Master mittlerweile üblich, wird auch die Mech in einer sehr aufwendig gestalteten und mit Metallic-Elementen bedruckten Verpackung ausgeliefert. Dieser Umstand und das überraschend hohe Gewicht des Kartons von knapp 2,5 Kilogramm sorgen dann auch schon für den ersten Überraschungsmoment und machen neugierig auf den Inhalt.

    Hochwertige mit Metallic-Inlays versehene Verpackung Hochwertige mit Metallic-Inlays versehene Verpackung Quelle: Quantor Nach dem öffnen des Kartons folgt dann auch sogleich die nächste Überraschung. Es wird einem sofort klar, dass Cooler Master es mit der "Aluminium Gaming Series" ernst meint , hat man der Tastatur doch ein Top-Cover komplett aus Aluminium verpasst, welches diese sehr stabil und hochwertig erscheinen lässt.
    Mechanische Tastatur: Cooler Master CM Storm Mech im Test (User-Test von Quantor) Quelle: Quantor Doch auch sonst bekommt man sehr viel für sein Geld geboten, da die Ausstattung zu überzeugen weiß. Neben den Cherry MX-Blue-Switches (die Tastatur gibt es, wie bereits erwähnt, auch mit "Red" oder "Brown" und angeblich auch "Green") in meiner Testversion gibt es jeweils einen Klinkenanschluss für ein Mikrofon und einen Kopfhörer, einen Mini-USB-Port und einen eingebauten USB-3.0 Hub mit zwei Anschlüssen. Ein entsprechendes Beleuchtungskonzept darf bei einer Tastatur in dieser Preisklasse natürlich auch nicht fehlen. Zusätzlich ist das Tastaturkabel nicht fest verschraubt, sondern liegt als loses USB-3.0-Kabel der Verpackung bei, was durchaus ein Vorteil ist, da man es durch einen Austausch gegen ein längeres oder kürzeres den eigenen Bedürfnissen anpassen kann.

    Neben der Tastatur selbst befinden sich noch ein technisches Merkblatt samt Garantiebestimmungen, eine Kurzanleitung, erwähntes USB-Kabel und zwei Montagewerkzeuge für die Tasten und das Alu-Cover mit in der Verpackung. Doch dazu später mehr.

    Design:

    Über Design lässt sich ja bekanntlich streiten und so trifft auch die Mech nicht unbedingt den Geschmack von jedem. Die Mech zeichnet sich hierbei insbesondere durch ihre ungewöhnliche und futuristische Form, das massive Alu-Cover, durch ihre großzügigen Abmessungen, einem Tragegriff auf der linken Seite, die fest integrierte Handballenauflage und ihr Beleuchtungskonzept aus.
    Mechanische Tastatur: Cooler Master CM Storm Mech im Test (User-Test von Quantor) Quelle: Quantor Zusätzlich ist das Tribal-ähnliche CM-Storm-Logo zum Teil in das Aluminium auf der linken, unteren Seite gelasert und wird zum anderen Teil auf der Handballenauflage (im ansonsten matten Kunststoffbody) in glänzender Klavierlackoptik fortgeführt.
    Schwer zu fotografieren: Das fein eingelaserte CM Storm Tribal wird in Klavierlackoptik auf der Handballenauflage fortgeführt. Schwer zu fotografieren: Das fein eingelaserte CM Storm Tribal wird in Klavierlackoptik auf der Handballenauflage fortgeführt. Quelle: Quantor Das Alu-Cover ist austauschbar und über das Internet sind verschiedene Designs erhältlich, ein paar sind thematisch verschiedenen, durch Cooler Master gesponserten Profi-Gamern/-Teams zuzuordnen. Wer will, kann das Cover aber auch mit dem entsprechenden Geschick durch ein eigenes Design ersetzen.
    Eine kleine Auswahl der verfügbaren Austauschcover Eine kleine Auswahl der verfügbaren Austauschcover Quelle: Cooler Master Geschmack hin oder her, es lässt sich nicht bestreiten, dass die Mech definitiv alle Blicke auf sich zu ziehen vermag. Auch hebt sie sich wohltuend von dem derzeit üblichen "Chocolate"-Design-Einheitsbrei ab.

    Das futuristische Designkonzept spiegelt sich auch in der gelaserten Beschriftung der Tasten wieder, hat man hierfür doch einen dem Science-Fiction-Thema angepassten Zeichensatz verwendet, was sich z.B. besonders deutlich an der A-Taste zeigt.
    Auch an der Beschriftung der Tasten, insbesondere der A-Taste, spiegelt sich das futuristische Designkonzept wieder. Auch an der Beschriftung der Tasten, insbesondere der A-Taste, spiegelt sich das futuristische Designkonzept wieder. Quelle: Quantor

    Verarbeitung:

    Die Tastatur ist sehr hochwertig und stabil verarbeitet. Das Cover aus massivem Aluminium ist mit sieben Torx-Schrauben fest und passgenau mit dem Kunststoffbody verschraubt. Entfernt man das Cover mit dem im Lieferumfang enthaltenen Werkzeug, setzt sich dieser erste Eindruck nahtlos fort.
    Das Alu Cover lässt sich mit dem mitgelieferten Torx-Schlüssel schnell und einfach entfernen. Das Alu Cover lässt sich mit dem mitgelieferten Torx-Schlüssel schnell und einfach entfernen. Quelle: Quantor Als Aufnahme für die Torxschrauben dienen fest in den Kunststoff eingelassene Messing-Gewindehülsen, die dafür Sorge tragen, dass man das Cover auch häufig entfernen kann, ohne Gefahr zu laufen, irgendwelche sonst üblichen Kunststoffgewinde zu ruinieren. Das abnehmbare Cover bietet auch noch einen praktischen Vorteil, lässt sich die Tastatur dadurch doch sehr einfach reinigen und von allem Staub und eventuellen Krümeln befreien. Darüber hinaus lassen sich die Key-Caps mit einem weiteren, ebenfalls beiliegendem Werkzeug einfach abziehen. Ein weiteres Merkmal rundet den positiven Gesamteindruck bezüglich der Verarbeitung ab: Die MX-Schalter sind nicht, wie oftmals üblich, in Kunststoff, sondern in eine massive Stahlplatte eingebettet, die einen dauerhaften, festen Halt gewährleistet.
    Die Rückseite: Vier Großzügige Naturkautschuk-Flächen machen ein verrutschen fast unmöglich. Die Rückseite: Vier Großzügige Naturkautschuk-Flächen machen ein verrutschen fast unmöglich. Quelle: Quantor Dreht man die Tastatur auf die Rückseite, so offenbart sich ein weiteres, feines Detail: Während die vier großzügig dimensionierten Flächen aus Naturkautschuk heutzutage Standard bei fast allen Herstellern sind, um das Rutschen auf glatten Oberflächen zu verhindern, hat Cooler Master auch die ausklappbaren Standfüße am unteren Ende damit versehen. Dies und das hohe Gewicht von 1.686 Gramm (dank Alu-Cover und Stahlplatte) bescheren der Mech selbst bei ausgeklappten Füßen eine ungewohnte und fast schon einmalige Standfestigkeit. Die Tastatur bewegt sich selbst während hektischen Gefechten nicht von der Stelle. Ein Merkmal, das viele andere Gaming-Keyboards nicht für sich beanspruchen können.
    Kleines, aber feines Detail: Naturkautschuk an den Standfüßen sorgen für festen Grip auf jeder Oberfläche Kleines, aber feines Detail: Naturkautschuk an den Standfüßen sorgen für festen Grip auf jeder Oberfläche Quelle: Quantor

    Ausstattung:

    Heutzutage findet man bei vielen Herstellern im Sortiment Tastaturen, die über einen integrierten USB-Hub verfügen. Jenseits der 100-Euro-Grenze ist dies eigentlich schon Pflicht. Während die meisten Hersteller in ihren Modellen aber noch USB-2.0-Anschlüsse verbauen, ist Cooler Master schon einen Schritt weiter und setzt auf die abwärtskompatible Version 3.0. Dementsprechend eignet sich die Tastatur nicht nur zum unkomplizierten, leicht zugänglichen Anschluss für USB-Sticks oder externe Festplatten, sondern aufgrund der USB 3.0 Spezifikationen auch als Ladeterminal für Smartphones und besonders stromhungrige Tablets. Hinzu kommt bei der Ausstattung noch jeweils ein eigener Mikrofon- und Kopfhörer-Klinkenanschluss. Positiv fällt hierbei auf, dass das Audiosignal nicht durch ein eigenes Audiokabel zum PC "durchgeschleift" wird, sondern die Mech sich als eigenständiges Audio-Gerät im Gerätemanager meldet. Lautstärke und Klang dieser Komponente sind für ein Spielchen zwischendurch in Ordnung und mehr als ausreichend, kann (und soll) aber die (Onboard-)Soundkarte nicht komplett ersetzen. Insbesondere die Ansprüche eines Musikentusiasten werden von dieser Lösung nicht zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Die Firmware der Tastatur wird stetig verbessert und kann per Software aktualisiert werden.
    Die Rückseite mit den Anschlüssen für Tastaturkabel, Mini-USB, USB 3.0, Mikrofon und Kopfhörer Die Rückseite mit den Anschlüssen für Tastaturkabel, Mini-USB, USB 3.0, Mikrofon und Kopfhörer Quelle: Quantor Ein weiteres Merkmal der Mech ist der von Cooler Master in die Tastatur integrierte, hardwareseitige Makrorekorder/-prozessor mit 128 KByte großem Speicher. Auf den Namen "Rapid Fire Engine" getauft versieht dieser 32-Bit-ARM-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 72 MHz zuverlässig und schnell seinen Dienst. In fünf verschiedenen Profilen, die sich mit der zusätzlichen FN-Taste und den Zahlen 1 bis 5 umschalten lassen, werden jeweils 15 Makros (75 insgesamt) im Speicher der Tastatur verwaltet. Der Abruf in einem Spiel oder einer Anwendung erfolgt dann durch Druck auf eine der zusätzlichen Sondertasten. Sämtliche Makros werden in der Tastatur selbst abgespeichert und stehen auch zur Verfügung, wenn man diese an einem anderen Computer anschließt. Das sogenannte Key-Rollover, also die Anzahl der Tasten, die gleichzeitig gedrückt, registriert und nacheinander abgearbeitet werden, ohne dass Eingaben blockiert werden, ist mit 64 fast schon ein wenig überdimensioniert. Freunde von komplexen Makros hingegen werden ihre helle Freude daran haben. Selbstverständlich ist auch eine Anti-Ghosting-Funktion mit von der Partie. Makros werden entweder direkt mit der Tastatur aufgezeichnet, oder aber mit der sehr komfortablen Steuerungssoftware programmiert.

    Dies führt mich allerdings auch direkt zu einem der wenigen wirklichen Kritikpunkte, die ich finden konnte: Die Mech-Software und auch ein ausführliches Handbuch sind nur auf der Homepage verfügbar und müssen von dieser erst heruntergeladen werden. Hinzu kommt, dass die in der Kurzanleitung genannte URL extrem lang ist, sodass man schneller zum Erfolg kommt, wenn man sich auf der Homepage direkt zu den Produktdetails der Tastatur und von dort in den Downloadbereich durchklickt.

    Bei einem Produkt in dieser Preisregion sollte man eigentlich einen entsprechenden, wenige Cent kostenden Datenträger im Lieferumfang erwarten können. Zumal es selbst heute noch in Deutschland Regionen gibt, die internettechnisch unterversorgt sind. Die verfügbaren Downloads, bestehend aus Soundtreiber, Handbuch, Programmiersoftware und Firmwareupdater, sind rund 80 MByte groß. Installiert man die Software komplett, so nimmt diese in etwa 350 MB Platz in Beschlag.

    Beleuchtung

    Auch das Beleuchtungskonzept der Mech hebt sich deutlich von der Masse der aktuell erhältlichen "Bretter" ab. Cooler Master setzt hierbei auf eine einfarbige Beleuchtung in Weiß, die sich in fünf Helligkeitsstufen regeln lässt. Zusätzlich stehen drei verschiedene Beleuchtungsmodi zur Verfügung. Zur Auswahl stehen hierbei die durchgängige Beleuchtung der gesammten Tastatur, die man im zweiten Modus pulsieren lassen kann. Im dritten Modus werden nur die W-, A-, S-, D-, die Cursor- und die Makrotasten von hinten angestrahlt, was eindeutig auf die Zielgruppe der Ego-Shooter Spieler ausgerichtet ist.
    Die MECH im Game-Modus: Nur die Makro-Tasten, WASD und die Cursortasten sind beleuchtet. Die MECH im Game-Modus: Nur die Makro-Tasten, WASD und die Cursortasten sind beleuchtet. Quelle: Quantor Zusätzlich verfügt die MECH auch noch über indirekt beleuchtete Zonen. Hierbei wird die Unterseite des Aluminiumcovers von zusätzlichen LEDs angestrahlt. Deren Licht wird dadurch von dem Metall reflektiert und taucht somit den Spalt zwischen Abdeckung und Handballenauflage ebenfalls in ein warmes, weißes Licht. Zudem reflektiert die unter den Tastenschaltern verbaute Stahlplatte das Licht der einzeln beleuchteten Tasten so, dass eine weiche Umrandung derselbigen entsteht.
    Durch die reflektierende Stahlplatte werden die Tasten vom Licht umflutet. Durch die reflektierende Stahlplatte werden die Tasten vom Licht umflutet. Quelle: Quantor Ungewöhnlich ist die Positionierung der Status-LEDs für Num- und Caps-Lock sowie den Bildlauf. Während man diese LEDs normalerweise immer irgendwo oben rechts auf einer Tastatur findet, hat Cooler Master diese kurzerhand unten rechts, zusammen mit der indirekten Spaltbeleuchtung integriert. Trotz dieses Umstands sind diese auch bei höchster Helligkeitseinstellung deutlich zu erkennen.
    Unten rechts gut zu erkennen: Die Kontroll-Leuchte für den NUMLK. Unten rechts gut zu erkennen: Die Kontroll-Leuchte für den NUMLK. Quelle: Quantor Wo viel Licht ist, ist leider aber auch ein wenig Schatten. Nach dem anschließen der Tastatur und der Aktivierung der Beleuchtung herrscht erst einmal Irritation, da eine Taste dunkel bleibt, was zunächst die fälschliche Vermutung nahelegte, dass eine LED defekt wäre. Bei dieser "unbeleuchteten" Taste handelt es sich um die F12-Taste, die allerding im Zusammenspiel mit der FN-Taste als Umschalter zwischen normalem Modus und Gaming Modus dient. In diesem Spielemodus wird, wie auch bei vielen anderen Tastaturen üblich, die versehentliche Benutzung bestimmter Tasten, wie zum Beispiel der Windows-Taste, unterbunden. Sobald man diesen Gaming-Modus aktiviert, schaltet sich auch die Beleuchtung der F12-Taste in voller Helligkeit ein, im normalen Modus bleibt sie dunkel. Darüber hinaus leuchtet die Taste dann immer konstant auf höchster Stufe, was den einen oder anderen Anwender ein wenig stören kann, besonders wenn der Rest der Tasten auf Stufe 1 oder 2 gedimmt wird.

    Dieser Umstand wirkt sich anfangs recht störend auf das ansonsten stimmige und durchdachte Beleuchtungskonzept. Auch wenn man sich recht schnell daran gewöhnt, wäre dies ein Kritikpunkt, den Cooler Master noch einmal überdenken und eventuell per Firmware-Update verändern sollte.

    Die Mech in der Praxis

    In der Praxis funktioniert die Mech sehr gut. Sie ist zwar als USB-3.0-Tastatur ausgelegt, funktioniert aber auch an 2.0er-Ports zuverlässig, wobei sich dann natürlich keine externe Peripherie mit 3.0er-Spezifikation am Hub betreiben lässt. Die Tastatur wird direkt von Windows erkannt und eingerichtet und selbst die Sonderfunktionen für Beleuchtungs- und Mediasteuerung funktionieren ohne zusätzliche Treiberinstallation. Wer die Tastatur programmieren beziehungsweise die eingebaute Sound-Hardware nutzen will, muss sich erst die entsprechende Software von der Cooler-Master-Homepage herunterladen.

    Alle Sonderfunktionen (Media, Beleuchtung, Lautstärke) wurden mit auf die F-Tasten gelegt und werden in Verbindung mit einer zusätzlichen FN-Taste ausgelöst. Hierbei offenbart sich allerdings ein weiterer kleiner Fehler im System: Die Tastatur verfügt über zwei mit FN beschriftete Tasten, welche sich jeweils links und rechts von der Leer-Taste, neben den Alt-Tasten befinden und die "Windows"-Tasten herkömmlicher Tastaturen ersetzen. Diese Beschriftung ist allerdings ein wenig unglücklich gewählt, da nur zusammen mit der rechten FN-Taste die Sonderfunktionen im Auslieferungszustand aufgerufen werden können. Die linke verhält sich hingegen ganz normal wie die traditionelle Windows-Taste. Dies kann am Anfang zu leichten Irritationen führen.

    Über das Schreib- oder Spielverhalten möchte ich keine allgemeine Aussage treffen, da dies abhängig von der Version der verwendeten Cherry MX-Switches ist. Außerdem dürfte das Schreibverhalten bei den Tastaturen aller anderen Hersteller, die die gleichen Switches verwenden, identisch sein. Daher kann ich mich jetzt nur kurz über die MX-Blue-Switches äußern: Es schreibt sich nach einer kurzen Eingwöhnungsphase fantastisch mit diesen. Die Anschläge sind präzise und direkt und die Fehlerquote beim "Blindschreiben" ist, zumindest bei mir, deutlich gesunken. Ein kurzzeitiger Wechsel zurück an die "Rubberdome"-Tastatur meines Zweitrechners fühlt sich an wie der Umstieg von einer Luxus-Limousine in einen schrottreifen Kleinwagen.

    Die Handballenauflage ist fest in die Tastatur integriert. Dies kann ein Vorteil sein, da es keine dünnen Clips gibt, die leicht abbrechen können. Ein Nachteil hingegen könnte sein, dass die Auflage zur linken Seite hin schmaler wird und dadurch jede Hand eine unterschiedliche Auflagefläche zur Verfügung hat. Nutzer mit mittelgroßen Händen könnten sich dadurch eventuell ein wenig gestört fühlen. Bei großen oder kleinen Händen dürfte dies allerdings keinen Unterschied machen.

    Die Software

    Die Steuerungssoftware der Mech muss man sich, wie bereits erwähnt, erst einmal von der Homepage des Herstellers herunterladen. Nach der Installation päsentiert sich eine aufgeräumte und leicht durchschaubare Oberfläche, die sich in drei Tabs unterteilt. Da wäre zum einen die generelle Konfiguration der Mech. Hier lassen sich die Tasten der fünf Hardware-Profile programmieren und auch umbelegen. Programmierbar sind hierbei alle Tasten der Tastatur, mit Ausnahme derjenigen, die für Hardwarefunktionen wie zum Besipiel die Beleuchtung oder die Mediensteuerung benötigt werden. Auch die Verwirrung verursachenden FN-Tasten lassen sich hier "richten" und nach eigenen Vorlieben umbelegen. Den fünf fest integrierten Profilen lassen sich Grafiken zuordnen, um sie später einfach identifizieren zu können.
    Der allgemeine Konfigurations-Screen Der allgemeine Konfigurations-Screen Quelle: Quantor Im zweiten Tab befindet sich die Profilverwaltung. Hier kann man den fünf Profilen einen Namen geben, diese abspeichern und fest einer Anwendung oder einem Spiel zuweisen. Wird dann eines dieser Programme gestartet und im Editor die Funktion "Auto-Switch" aktiviert, schaltet die Mech automatisch auf das entsprechende Profil um. Während immer nur fünf verschiedene Profile gleichzeitig hardwareseitig in der Tastatur selbst vorhanden sind, lassen sich hier auch noch unzählige weitere erstellen, abspeichern und in den PC-Speicher legen.
    Die Profilverwaltung Die Profilverwaltung Quelle: Quantor Im dritten und letzten Tab findet man das Macro-Studio vor. Zuvor mit der Tastatur aufgezeichnete Makros lassen sich hier editieren, oder aber wesentlich komplexere neu erstellen, die dann in der Konfiguration wieder einzelnen Tasten in den entsprechenden Profilen zugeordnet werden können.

    Der Makroeditor Der Makroeditor Quelle: Quantor

    Fazit:

    Mit der Mech hat Cooler Master eine mechanische Premium-Tastatur im Angebot, die sehr viele Stärken und nur wenige Schwächen aufweist. Insbesondere die technische Ausstattung ist wesentlich umfangreicher als bei den meisten Konkurenzprodukten im gleichen Preissegment und weiß zu überzeugen.

    Auch was das Schreib- oder Spielverhalten angeht, gibt es für jeden Anwender-Typ die optimale Version, mit den für den jeweiligen Verwendungszweck richtigen Schaltern. Die Anzahl der mit Makros belegbaren Sondertasten ist für die meisten Anwender mehr als ausreichend, lediglich für Hardcore-MMORPG-Spieler könnten das ein paar zu wenig sein.

    Keinen Patzer erlaubt sich Cooler Master bei der durchgängig soliden und hochwertigen Verarbeitung und auch das zugegebenermaßen etwas ungewöhnliche Design sticht wohltuend aus der breiten Masse hervor. Lediglich über den Sinn und Zweck des auf der linken Seite integrierten Tragegriffs lässt sich streiten. Wer sich allerdings wirklich daran stört, kann mit einer Bügelsäge, Schleifpapier und ein wenig Lack schnell für Abhilfe sorgen.

    Kleine, aber verschmerzbare Patzer erlaubt sich die Mech in meinen Augen nur bei der unglücklich gewählten Beleuchtung der F12-Taste und die anfänglich für Verwirrung sorgenden FN-Tasten. Hier wäre es schön, wenn Cooler Master die Beleuchtung per Firmware überarbeiten würde. Auch sollte die dazugehörige Software nebst Handbuch direkt der Verpackung beiliegen und nicht nur über die firmeneigene Website zur Verfügung gestellt werden. Alles in allem ist dies aber schon Jammern auf hohem Niveau.

    Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich eine mechanische Premium-Tastatur zuzulegen, die aus der breiten Masse hervorsticht, ist mit der Mech definitiv gut beraten und wird seine Freude daran haben. Ich jedenfalls kann die Tastatur wärmstens empfehlen.

    Positiv: hochwertige Verarbeitung, umfangreiche Ausstattung, Rutschfestigkeit auch bei ausgeklappten Füßen, ausgezeichnetes Schreibverhalten der (in der getesteten Version) MX-Blue-Switches, gutes Bedienkonzept, zugängliche und umfangreiche Programmierbarkeit, außergewöhnliches Design.

    Negativ: Anfangs Verwirrung stiftende FN-Taste, unglückliche Beleuchtung der F12-Taste, Kabellänge des Tastaturkabels mit 1,50 m Länge etwas zu knapp bemessen (allerdings ist dieses ja austauschbar), ausführliches Handbuch und Software müssen von der Website heruntergeladen werden

    Technische Details:


    Switches: Cherry MX Blue, Brown oder Red
    Betätigungskraft:
    Je nach Ausführung 45g oder 50g
    Lebensdauer: 50 Millionen Anschläge
    N-Key Rollover: 64
    Abtastrate: 1000 Hz / 1ms
    Beleuchtung: Weiße LEDs
    Beleuchungsfeatures: Zonen- und Tastenbeleuchtung in 5 Helligkeitsstufen und 3 verschiedenen Modi
    Programmierbarkeit: 32-Bit, 72MHz ARM "Rapid Fire Engine" mit 128 KB Onboard-Memory für 5 Profile mit jeweils 15 Hardware-Makros (75 insgesamt)
    Zusätzliche Tasten: 5 Markro-Tasten (M1-M5) und FN-Tasten (zur Nutzung von Media- und Zusatzfunktionen)
    Anschlüsse: Zwei USB 3.0, Mic, Headset, Mini USB, USB für Tastaturkabel
    Besonderheiten: Tastatur meldet sich zusätzlich als selbstständiges Audio-Device im System an, Aluminium Cover kann gegen andere, im Internet erhältlich Designs ausgetauscht werden oder selbst "Customized" werden.
    Kabel: 1,5m langes, abnehmbares Kabel
    Abmessungen: 553 x 267 x 43mm
    Gewicht: 1686 Gramm
    Preis: ca. 150 Euro

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    Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
    Von Jeanboy
    Aufgrund des zweiten Teiles mindestens ein neutraler Punkt, wenn nicht sogar ein Negativpunkt.
    Von SaftSpalte
    super , danke für´s review !
    Von Rincewind37
    Sehr sehr schöne User-Review! Sowohl vom textlichen Umfang als auch vom reichhaltigen Bildervorrat mehr als gelungen…
      • Von Jeanboy Volt-Modder(in)
        Zitat
        Positiv fällt hierbei auf, dass das Audiosignal nicht durch ein eigenes Audiokabel zum PC "durchgeschleift" wird, sondern die Mech sich als eigenständiges Audio-Gerät im Gerätemanager meldet. Lautstärke und Klang dieser Komponente sind für ein Spielchen zwischendurch in Ordnung und mehr als ausreichend, kann (und soll) aber die (Onboard-)Soundkarte nicht komplett ersetzen. Insbesondere die Ansprüche eines Musikentusiasten werden von dieser Lösung nicht zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.
        Aufgrund des zweiten Teiles mindestens ein neutraler Punkt, wenn nicht sogar ein Negativpunkt.
      • Von SaftSpalte Software-Overclocker(in)
        super , danke für´s review !
      • Von Rincewind37 Komplett-PC-Käufer(in)
        Sehr sehr schöne User-Review!

        Sowohl vom textlichen Umfang als auch vom reichhaltigen Bildervorrat mehr als gelungen,
        schön zu wissen, dass auch die Community-Mitglieder redaktionelles Talent haben!

        Hatte in letzter Zeit auch mit dem Gedanken einer mechanischen Tastatur gespielt, aber zu
        Weihnachten wird's wohl doch eine neue Grafikkarte

        Ich fand besonders gut, dass du nochmal einen so detaillierten Überblick über die modernen
        mechanischen Switches gegeben hast, bei den ganzen Farbkennungen habe ich echt den
        Überblick verloren


        Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist, dass du keine Kauf-Alternativen zur CM Storm Mech
        gibst. Für den Preis bietet das Brett ja schon einiges, die Fotos lügen ja nicht, allerdings hätte
        ich gerne ein paar Optionen von anderen Herstellern im gleichen Preisbereich gehabt!

        Als User ist das mit der Test-Sample-Besorgung aber meistens ein finanziell kostspieliges Unterfangen,
        von daher relativiere ich mal meine Kritik
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1142012
Tastaturen
Mechanische Tastatur: Cooler Master CM Storm Mech im Test (User-Test von Quantor)
Bereits seit knapp über einem Jahr ist die Mech, eine mechanische Tastatur aus dem Hause Cooler Master, in Deutschland schon erhältlich. Da ich hier im Forum kaum Informationen zu ihr finden konnte, wird es Zeit, sie endlich mal in einem ausführlichen Review vorzustellen.
http://www.pcgameshardware.de/Tastaturen-Hardware-255538/Lesertests/Cooler-Master-CM-Storm-Mech-Test-1142012/
17.11.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/11/Review_b2teaser_169.png
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