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  • VR-Brille Re Vive ausprobiert - Extrem gut darin, das menschliche Gehirn auszutricksen

    Widersehen macht Freude: in der Robo-Demo des Re Vive trifft PC Games Hardware auf Portal-Freunde wieder und lässt sich von GlaDOS herumscheuchen. Quelle: PC Games Hardware

    Valve enthüllt zwar kein Half-Life 3, doch startet zusammen mit Smartphone-Gigant HTC eine spannende VR-Offensive. PC Games Hardware hat das Alien-Headup-Display aufgesetzt und dabei Portal für SteamVR wieder entdeckt. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch.

    Sollten uns irgendwann Aliens auf der Erde besuchen, werden sie uns als ihre eigene Spezies akzeptieren. Zumindest wenn Hardwarehersteller weiterhin so abgespacte VR-Designs abliefern. Das HTC Vive könnte so direkt aus einem H.R. Giger-Film stammen. Die Materialien des Prototypen fühlen sich zwar nicht so edel an wie bei Sonys Morpheus, aber darüber müssen Sie sich vorerst keine Gedanken machen – HTC hat schon bei seinen Smartphones ein gutes Auge für das richtige Finish bewiesen. Aktuell ist das Look & Feel noch sehr Plastik-lastig, also nicht so richtig sexy und nichts für den Wohnzimmertisch.

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    HTC Vive: Das SteamVR-Headset im Vorstellungsvideo


    Interessant sind allerdings die zwölf kleinen Kristallplatten, die überall auf dem Chassis verbaut sind. Vive arbeitet nämlich mit einer anderen Technologie als Oculus oder Sony. Ähnlich wie beim Motion Capturing verwendet Valve Kameras und Steam VR-Basisstationen, die Sie an die Wand hängen oder auf den Boden stellen müssen. Das ist wichtig, denn es sorgt für das wohl derzeit immersivste und beeindruckendste VR-Gefühl seit Crescent Bay. Die Basisstation scannt mit ihrem Laser quasi Ihre reale Umgebung und erkennt so die Beschaffenheit Ihrer Wohnung. Entsprechend wird das Ganze dann auch im Spiel umgesetzt. Wandeln Sie durch einen Raum, dann liegen die virtuellen Wände dort, wo Ihre realen Wände auch sind. Das bringt seine Probleme mit sich, weil Sie im Grunde einen leeren Raum brauchen, um zu spielen. Aber es steigert die Immersion enorm, weil Sie plötzlich in der virtuellen Welt an eine Mauer fassen und das auch in der echten tun. Das haptische Feedback fehlte Oculus Rift: Crescent Bay noch. Zudem funktioniert das Lasertracking aktuell auf einem Raum von ungefähr 20 Quadratmetern, also der Größe eines mittleren Wohnzimmers.

    Obst schneiden und Erkundung mit den SteamVR-Joysticks

    Interessante Idee: weil die Menschen in der Zukunft nicht mehr arbeiten, spielen Sie 2015 Job-Simulatoren wie beispielsweise den Kitchen Simulator - natürlich mit VR. Interessante Idee: weil die Menschen in der Zukunft nicht mehr arbeiten, spielen Sie 2015 Job-Simulatoren wie beispielsweise den Kitchen Simulator - natürlich mit VR. Quelle: PC Games Hardware Anders als bei Oculus Rift: Crescent Bay können Sie sich nicht nur ducken und umdrehen, sondern durchaus etliche Schritte in der Virtual Reality tätigen. Das fühlt sich spannend an, gerade bei Spielen, die auf Erkundung setzen. Es gibt beispielsweise ein Minigame, bei dem Sie verschiedene Zutaten zusammen mixen müssen. Dafür nehmen Sie jeweils in die rechte und linke Hand einen der Steam-VR-Controller. Die haben jeweils ein Trackpad wie die erste Version des Steam Controllers, erinnern von Form und Design aber eher an die Nunchuks von der Wii. Der Clou: Sie greifen quasi um den Controller, wobei jeweils Ihr Daumen, Zeigefinger und kleine Finger auf einer Taste liegt. So simuliert Valve auf recht smarte Art eine echte menschliche Hand, behält sich aber die Möglichkeiten verspielter klassischer Controller-Designs mit Triggern und Feuertasten vor.

    Mit den Controllern in der Hand machen Sie Schnittbewegungen, um Möhren, Kohlrabi und anderes Gemüse zu zerteilen, doch plötzlich bricht das Messer. Ergo gehen Sie in die Hocke, öffnen diverse Schränke und suchen nach einem neuen Messer. Sie erspähen eines hinter einer täuschend echt wirkenden Mikrowelle, greifen hin und schmeißen dabei eine Packung Cornflakes um. Klar, diese Demo ist jetzt spielerisch nicht sonderlich gehaltvoll, zeigt aber, wo die Reise für Valve und HTC hingehen soll. Die Präzision der Eingabegeräte ist erstaunlich gut. So gut, dass das System erkennt, ob Sie eine Flasche Wein in der richtigen Position halten. Halten Sie die Flasche in einem zu extremen Winkel, schießt die rote Flüssigkeit ins Weinglas und schwappt mit ein bisschen Pech über. Vive ist generell nicht mehr so extrem weit von einem Holodeck entfernt, weil Sie sich in der virtuellen Realität viel intensiver bewegen dürfen.
    Dieses VR ist extrem gut darin, menschliche Hirne auszutricksen.
    Das größte Problem sind aktuell noch – genau wie bei Crescent Bay – die zahlreichen Kabel, die auf der GDC an den Journalisten befestigt werden, damit sich diese nicht verheddern oder stolpern. Während Sie allerdings bei Crescent Bay in der Unreal Engine 4 Demo lediglich in die Hocke gehen oder ein paar Schritte nach rechts oder links unternehmen können, bietet das Laser-Tracking-Verfahren Spieleentwicklern die Möglichkeit, große Räume entdeckbar zu machen. Es gibt beispielsweise eine Demo, in der Sie ein komplettes Piratenschiff unter Wasser erkunden können. Sie laufen also vom Bug zum Heck, öffnen Türen durch einen haptischen Druck mit dem rechten Controller in der Hand, verlustieren sich in der Kapitänskajüte, durchstöbern Regale und Truhen oder verjagen mit Wedelbewegungen der Hand all zu neugierige Fische. Auch hier sind die Gameplay-Elemente eher rudimentär, doch überlegen Sie mal, welche Möglichkeiten sich mit einer VR-Variante von Black Flag oder Assassin's Creed: Victory ergeben. Wie großartig wäre es bitte, auf dem Big Ben zu balancieren und wirklich die Tiefe nach unten zu verspüren? Denn so wie auch Oculus Rift: Crescent Bay vermittelt Vive ein erstaunlich echtes Höhengefühl. In einer Demo gibt es eine Planke, auf der Sie balancieren müssen. Und das tun Sie vom Kopf her automatisch, auch wenn Sie in der realen Welt ganz normalen Fußboden unter den Pantoffeln haben. Dieses VR ist extrem gut darin, menschliche Hirne auszutricksen.

    Niedrigere Bildwiederholrate als Morpheus, aber leichter modifizierbar

    Anschlussfreudig: 1x HDMI, je 1x USB 2.0/3.0. So können Sie problemlos Handscan-Technologien wie Leap Motion anschließen - ähnlich wie bei Razers VR-Brille. Anschlussfreudig: 1x HDMI, je 1x USB 2.0/3.0. So können Sie problemlos Handscan-Technologien wie Leap Motion anschließen - ähnlich wie bei Razers VR-Brille. Quelle: PC Games Hardware Die Vive liegt von ihren Spezifikationen in etwa en par mit Oculus Rift: Crescent Bay: 90 Hz, 1.200 x 1080 Pixel pro Auge. Damit positionieren sich Valve und HTC hinter Sony. Der Playstation-Konzern verbaut in seinem 2016 startenden Morpheus ein beeindruckend scharfes OLED-Display mit 18 Millisekunden Reaktionszeit und steigert die Bildwiederholrate von 90 auf 120 Bilder. Während Oculus und Morpheus allerdings geschlossene Systeme sind, haben sich Valve und HTC dafür entschieden, ein leicht modifizierbares VR-Headup-Display zu entwickeln. Ähnlich wie bei Razers OSVR-Initiative ist das System an sich leicht über je einen USB 2.0/3.0-Port sowie HDMI erweiterbar. Sie können ergo bereits vorhandene und recht günstige Technologien wie den Gesten-Scanner Leap Motion damit kombinieren.

    Ungewöhnlich, aber erfreulich: Das Vive kommt zwar von Smartphone-Gigant HTC, wird aber ganz normal an einen PC oder Laptop angeschlossen. Ob es auch eine Variante mit dem gerade enthüllten HTC One M9 als Gear-VR-Konkurrenz geben wird, bleibt unklar. Für PC-Spieler ist der Gaming-PC aber ohnehin die optimale Abspielwahl, denn wie John Carmack erst kürzlich in einem Interview in der Printausgabe von PC Games Hardware verlauten ließ, sind aktuelle Smartphones nicht in der Lage, 90 Fps zu liefern. Zumindest nicht ohne sie massiv zu übertakten, was bei den sehr schmalen Alumiumbodys wiederum zu mehr Hitzeentwicklung führen würde. Ebenfalls vorteilhaft: Das Vive kommt mit einem 3,5-Zoll-Klinke-Anschluss für herkömmliche Kopfhörer. Da PC-Spieler in der Regel ein entsprechend hochwertiges Paar von Bose, Sony, Razer, Sennheiser o.Ä. haben, dürfte das die Audioqualität gegenüber integrierten Treibern erhöhen. Unklar ist hingegen, ob auch Valve und HTC 3D-Audio verwenden, das in der VR-Technologie von Sony und Oculus eine entscheidende Rolle spielt.

    Hui, kommt Portal 3 exklusiv für Vive und SteamVR?

    Gestern ging ein enttäuschtes Raunen durch die Facebook-Welt: Valve hat sich wieder um die Enthüllung von Half-Life 3 gedrückt. Aber immerhin gibt's neue Lebenszeichen von Portal, denn PC Games Hardware konnte GlaDOS in einem Minispiel besuchen und einen Portal-Roboter reparieren. Einige eifrige Journalisten meinten gar, sie würden Portal 3 spielen, doch Valve stellte mittlerweile klar, dass es sich hier lediglich um eine Portal-Techdemo handle. Die Szenerie funktioniert im Grunde ähnlich wie mit dem lustigen kleinen E.T.-Alien aus der Oculus-Demo auf der CES. Denn Sie sind ein großer Mensch und schreiten auf ein paar putzige kleine Roboter zu, die an noch kleineren Computern in einer Schublade arbeiten. GlaDOS setzt dabei ihren üblichen Befehlston an und Sie folgen.

    Strecken Sie haptisch – also in der Realität – ihr Arme aus, bekommen die Zwergen-Robos Angst und ziehen ihre Köpfe ein, als wären sie Schildkröten. Ziehen Sie Ihre Arme wieder zurück, fahren Sie ihre Köpfe wieder aus und gucken interessiert, welch merkwürdige Gestalt sie denn gerade in ihrem Schubladen-Labor besucht. GlaDOS merkt spöttisch an, dass die kleinen Roboter uns jetzt als Gott verehren und wir die Schublade schließen sollen. Im nächsten Raum wartet Atlas, der dickliche Robo aus Portal 2 auf seine Reparatur. GlaDOS gibt Kommandos, was zu tun ist und redet dabei so schnell, dass der Spieler unmöglich hinterherkommt. Atlas erleidet einen Kurzschluss, GlaDOS ergießt ein bisschen Häme über Sie und während im Vordergrund der Companion Cube durchs Bild schwebt, endet die kleine Reise mit Valves VR-Initiative. Ein paar Kinderkrankheiten gibt es noch, vor allem die Verkabelung nervt und ein bisschen Colorbleeding hat das Display noch. Ansonsten hat Oculus hier endlich einen würdigen Konkurrenten gefunden, der möglicherweise sogar vor ihnen launcht. Bereits Weihnachten 2015 soll es so weit sein, der Preis steht noch nicht fest.

  • SteamVR
    SteamVR
    Hersteller
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    Es gibt 5 Kommentare zum Artikel
    Von Terracresta
    Bin ja gespannt, ob wir am Ende ne handvoll verschiedener 3D Brillen haben werden, die alle nicht miteinander…
    Von XD-User
    Nach dem Artikel will ich die alle nur viel lieber mal ausprobieren Alle VR-Brillen und von jedem
    Von Dakota
    Ich finde es auch ganz geil, wird aber den PC oder die Konsole im klassichen Stil nicht ersetzen sondern eher…
    Von ramme223
    schöner Artikel, bitte mehr davon!
    Von e4syyy
    Danke füs ausprobieren! Ich will endlich so VR-Brillen hier daheim liegen haben. Morpheus für die PS4 und Vive +…
      • Von Terracresta Freizeitschrauber(in)
        Bin ja gespannt, ob wir am Ende ne handvoll verschiedener 3D Brillen haben werden, die alle nicht miteinander kompatibel sind. Ich würd lachen, wenn die dann aus so nem Grund wieder schnell in der Versenkung verschwinden. Falls Spiele wirklich "exklusiv" nur eine der Brillen unterstützen oder gar zwingen vorraussetzen, wäre das echt schwachsinnig. Zuzutrauen ist denen leider alles...

        Half Life ist das beste Beispiel, wieso Episodenspiele Rotz sind. Übrigens; kommt es mir nur so vor oder gibt es weniger, storytechnisch in sich abgeschlossene Spiele? Falls 3 je erscheint, sollte im Test ein großes Fenster darauf hinweisen, ob die Story abgeschlossen wird oder mit einem Cliffhänger endet, damit man vorgewarnt ist und gegebenenfalls einen Bogen draum machen kann, wenn man nicht 10 Jahre warten will, bis die Story fortgesetzt wird.
        Muss man sich mal vorstellen, wenn bei der Herr der Ringe Trilogie der letzte Teil hätte 10 Jahre auf sich warten lassen...
      • Von XD-User Software-Overclocker(in)
        Nach dem Artikel will ich die alle nur viel lieber mal ausprobieren
        Alle VR-Brillen und von jedem
      • Von Dakota Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich finde es auch ganz geil, wird aber den PC oder die Konsole im klassichen Stil nicht ersetzen sondern eher erweitern, wenn überhaupt.

        Ich hatte noch nie eine VR, bin deshalb vielleicht etwas zu skeptisch.
      • Von ramme223 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        schöner Artikel, bitte mehr davon!
      • Von e4syyy Software-Overclocker(in)
        Danke füs ausprobieren!

        Ich will endlich so VR-Brillen hier daheim liegen haben. Morpheus für die PS4 und Vive + Oculus für den PC. Alle drei Pflichtkauf.
        Microsofts Holo Lens wird ja noch länger auf sich warten lassen.....
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SteamVR
VR-Brille Re Vive ausprobiert - Extrem gut darin, das menschliche Gehirn auszutricksen
Valve enthüllt zwar kein Half-Life 3, doch startet zusammen mit Smartphone-Gigant HTC eine spannende VR-Offensive. PC Games Hardware hat das Alien-Headup-Display aufgesetzt und dabei Portal für SteamVR wieder entdeckt. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch.
http://www.pcgameshardware.de/SteamVR-Hardware-260109/Specials/HTC-Vive-ausprobiert-Oculus-Rift-1152631/
05.03.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/03/Vive_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
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