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  • Star Wars: Battlefront im Test, Teil 2: Wie gut sind Singleplayer/Koop-Elemente?

    Da guckt Ellors Madak blöd aus der Wäsche: Darth Vader öffnet per Machtschub das Tor zur Rebellenbasis und droht sein gesamtes Piloten- sowie Sicherheitsteam auszulöschen. Quelle: Benjamin Kratsch

    Was der Multiplayer von Star Wars: Battlefront kann, haben wir bereits geklärt. Doch punktet auch der Singleplayer/Koop mit Star-Wars-Flair? Fühlt sich das an wie ein virtuelles Set von George Lucas und spüren Sie die Macht? Wir haben die Koop-Kampagne durchgespielt.

    Verschreckt und verstört starrt Ellors Madak auf das mächtige Titantor vor ihm. Er hält eine Bowmaster im Anschlag, patrouilliert direkt im Hangar der Rebellen auf Hoth. Gerade erst hatten sie in einer verlustreichen Schlacht die Sturmtruppen zurückgeschlagen, doch die Rache des Imperiums sollte auf dem Fuß folgen: Die Tore öffnen sich wie von Geisterhand und ehe Madak auch nur reagieren kann, zerschneidet ihn das Lichtschwert von Darth Vader. Zwei andere Rebellen eilen herbei, doch enden mit zerquetschter Kehle an der nächsten Wand. Wohlgemerkt durch Ihre Hand, denn in einer der Missions genannten Kampagnen-Operationen können Sie entweder als Vader oder Imperator Palpatine ihre Wut an dem Rebellen-Pack auslassen.

    Nicht verpassen: Star Wars Battlefront im Multiplayer-Test

    Die Inszenierung ist dabei wuchtiger und brutaler als es je in den Filmen der Fall war: Holen Sie als Vader für maximalen Schwung aus, katapultieren Sie einen nahestehenden Soldaten in die Luft und schleudern ihn in hohem Bogen in den Tod. Sie sollten natürlich direkt auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielen, ansonsten macht's keinen Spaß, weil die Rebellen nicht den Hauch einer Chance haben. Im Schwierigkeitsgrad "Master" schützen sich die Rutianischen Spezialeinheiten mit persönlichen Schutzschilden, das ist dann wenigstens eine kleine Herausforderung. Gegen Scharfschützen können Sie das Lichtschwert auch werfen. Generell sind diese Missionen bestens geeignet, um sich für Modi wie "Heroes vs. Villains" respektive "Helden vs. Schurken" zu rüsten, denn einige Helden sind schwer zu spielen. Imperator Palpatine zum Beispiel, der in dieser Mission entweder als Koop-Partner oder spielbare Figur zur Verfügung steht. Er verfügt über keinerlei Fernkampfangriffe, Sie müssen ergo lernen, sich per Machtwirbel direkt in den Kampf zu stürzen und die Stromstöße gezielt einzusetzen. Gegen die Rebellen ist das natürlich ein Klacks, gegen andere Helden wie Luke Skywalker weniger.

    Lieblose Geschichten, liebevolle Inszenierung

    Was Story-Elemente angeht, war DICE ziemlich faul: Geschichten mit Potenzial wie die Infiltration und Sabotage des Schildbunkers auf Endor werden lediglich mit Textpassagen erzählt, es wirkt ein bisschen so, als hätte man entweder keine Lust oder Zeit gehabt für viele Zwischensequenzen. Das ist schade, denn eigentlich können die Schweden das: Battlefield 4 hatte zwar Defizite im Storytelling, aber cineastisch inszenieren kann DICE. Allerdings arbeitet Visceral Games unter Führung von Uncharted-Chefautorin Amy Hennig an einem reinen Singleplayer-Titel im Star-Wars-Universum, worauf Sie sich freuen dürfen: Hennig hat mit Uncharted einer der wenigen modernen Spieleserien geschaffen, die auch Emotionen während der Action transportiert. Sollten Sie eine Playstation 4 besitzen, sei Ihnen die Nathan Drake Collection ans Herz gelegt, die zeigt herrlich diese "Sie wollen sich, aber trauen sich nicht"-Liebesgeschichte zwischen Held Nathan und der Journalistin Elena, die nicht aufgesetzt wirkt und in Uncharted 4 in einer Hochzeit und gewissen Eheproblemen gipfelt.

    DICE hingegen hat ein gutes Händchen dafür, mit wenigen Handgriffen Atmosphäre zu schaffen. Es wirkt fast so, als wollte man die Zwischensequenzen nicht zu lange gestalten, sondern vielmehr die Szenerie für nachfolgendes Gameplay zu setzen. Es sind oft nur wenige Sekunden, die aber funktionieren: Etwa, wenn Sie gerade mit Prinzessin Leia einem Commander der Rebellen Anordnung geben, der von hinten mit Flammen gegrillt wird, Sie zur Seite rollen und Ihren Schutzschildgenerator aktivieren. Skurrilerweise zählen übrigens die Trainings-Missionen zu den inszenatorisch stärksten Momenten des Spiels, wovon übrigens DICE ziemlich überrascht war. Alle Journalisten auf dem Testevent in Stockholm lobten die Speederbike-Action auf Hoth, die die richtige Mischung aus Anspruch, Adrenalinkicks und Spielspaß mitbringt. Was wohl auch am schönsten Wald der Videospielgeschichte liegen könnte: Die Schweden haben per Photogrammetrie-Verfahren die Original-Location von Endor, den Redwood National Park, mit seinen Mammutbäumen digitalisiert. Dadurch fühlen Sie sich, als würden Sie gerade auf dem Speederbike durch ein Set von George Lucas rasen.

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    Star Wars Battlefront: Das erwartet euch im Spiel - Video über Spielmodi
    Spielecover zu Star Wars: Battlefront
    Star Wars: Battlefront

    Shock- und Jetpack Trooper im Survival-Modus

    Das Gefühl aus den Missions zieht sich in den Survival-Modus. Sie werden sich an die Filme erinnert fühlen, wenn auf Sullust eine Rebellin die digitalen Pläne für die AT-ATs mopst, die Einheit sich gerade davonschleichen will und ihr tölpelhafter Kollege versehentlich gegen einen metallischen Gegenstand auf dem Boden tritt. Ein Klirren geht durch die Basis, links und rechts bauen sich jeweils zehn Stormtrooper auf und die Laser zischen. Na, mussten Sie auch gerade an Leia und Han denken? Spielerisch geht das recht stark Richtung Call of Duty, weil Sie alles benutzen, was so im Level rumsteht, um die riesigen Feindeswellen abzuwehren: Geschütztürme gegen tief fliegende TIE-Fighter, MG-Stellungen gegen Sturmtruppen und Raketenwerfer in der martialischen Endschlacht, der Welle 15, bei der Ihnen im Schwierigkeitsgrad Master ganze Armeen entgegen strömen, flankiert von AT-STs und AT-ATs.

    Interessant an den Karten ist, dass DICE sich sehr bemüht, die einzelnen Locations für variables Gameplay einzusetzen: Während die Sullust-Basis zwar weitläufig ist, werden die einzelnen Wege durch Bunker abgetrennt in schmalere Gassen kanalisiert, wo Ihnen im Sekundentakt die Partikeleffekte um die Ohren fliegen und mehr Explosionen das Schlachtfeld durchpflügen als in allen Star-Wars-Filmen zusammen. Tatooine hingegen ist sehr Jetpack-lastig, Sie müssen stark in der Vertikalen agieren, um mit Ionen-Torpedos aus sicherer Distanz AT-STs zu knacken. Im Koop macht das richtig Laune, weil es durchaus anspruchsvoll ist, gerade die letzten Wellen werden Ihnen zu schaffen machen. Endor wiederum fühlt sich heimeliger an, weil die dichten Bäume und der Wald viel Schutz bieten. Es ist keine offene Schlacht, sondern geht mehr Richtung Infiltration: Wählen Sie als StarCard beispielsweise die Bowmaster oder T21B Target Rifle, können Sie das massive Aufgebot von Shock Troopern, die deutlich besser gepanzert sind als reguläre Einheiten, über die Baumhäuser der Ewoks umgehen (Sie treffen hier auf eine geskriptete Ewok-Mama, die ein Baby im Arm trägt, aber sogleich wieder in ihrer Hütte verschwindet) und ihnen so in den Rücken fallen.

    Fazit: Battlefront Singleplayer / Koop

    Die Koop-Missionen, die sich auch alle im Singleplayer bestreiten lassen, machen Spaß, fordern auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad und bieten genug Individualität in ihrem Leveldesign, um auf Hoth, Tatooine, Sullust und Endor jeweils mit anderen Taktiken zu experimentieren. Es ist nur schade, dass DICE unglaublich viel Potenzial einfach liegen lässt: Wie schön wäre eine Zwischensequenz auf Endor gewesen, wo Sie sich mit Ewoks unterhalten, so eine gewisse Verbindung aufbauen und die Familie dann schützen müssen? Die Schweden würden gut daran tun, in Zukunft ihr Team etwas mehr durchzumischen, denn die Modi wurden ganz offensichtlich von Nerds designt, die nur Gameplay im Kopf haben. Warum müssen wir auf jeder Karte einen sinnlosen Versorgungspod verteidigen, statt Charaktere, die uns etwas bedeuten und einen Platz in der Star-Wars-Welt haben? Die Filme leben schließlich auch nicht nur von ihrer Action, sondern einer sehr starken emotionalen Bindung zu seinen Figuren.

  • Star Wars: Battlefront
    Star Wars: Battlefront
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    DICE - Digital Illusions Creative Entertainment
    Release
    19.11.2015

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    Es gibt 10 Kommentare zum Artikel
    Von Rolk
    Koop im Splitscreen ist nach wie vor Konsole only nehme ich an?
    Von borni
    Wenn man alle Missionen auf 3 Sterne bringen will dürften schon ein paar Stunden zusammen kommen. Kommt immer darauf…
    Von Kashura
    weiß man denn auch wie viel Spielzeit dafür ungefähr "draufgeht"? Würde das gerne mit meiner Frau spielen wenn es sich…
    Von Scholdarr
    Battlefront hat keine vollwertige SP-Kampagne mit durchgehender Geschichte. Es hat aber ein paar einzelne Szenarien,…
    Von Nasreddin
    Hä? Sry aber ich stehe gerade auf dem schlauch. SP? Coop? ich dachte das hat Battlefront alles nicht?
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Star Wars: Battlefront
Star Wars: Battlefront im Test, Teil 2: Wie gut sind Singleplayer/Koop-Elemente?
Was der Multiplayer von Star Wars: Battlefront kann, haben wir bereits geklärt. Doch punktet auch der Singleplayer/Koop mit Star-Wars-Flair? Fühlt sich das an wie ein virtuelles Set von George Lucas und spüren Sie die Macht? Wir haben die Koop-Kampagne durchgespielt.
http://www.pcgameshardware.de/Star-Wars-Battlefront-Spiel-34950/Specials/Test-Singleplayer-Koop-1178137/
17.11.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/11/Battlefront_Koop_Aufmacher_01-pcgh_b2teaser_169.JPG
specials