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Games World
  • PCGH auf der Gaming Istanbul: Flirt-Games, Cosplayer und der Bosskampf aus dem 3D-Drucker

    Sobald die Zölle gesenkt werden, dürfte die Türkei ein Paradies für Publisher werden. Selten haben wir derart viele Besucher gesehen, die sich mitunter sehr professionell verkleidet haben.

    PC Games Hardware auf Kulturreise: Am sonnigen Bosporus sind uns nicht nur ganze Armeen an Cosplayerinnen vor die Kameralinse gesprungen, wir haben auch eine türkische Version von Age of Empires: Castle Siege und ein Social Game im echten Leben gespielt. Zudem hat Steam-Konkurrent G2A einen 3D-Druck-Service vorgestellt.

    Woran denken Sie zuerst, wenn Sie an Istanbul denken? Wunderschöne Bauwerke wie die Hagia Sophia vielleicht, sicherlich exotisches Essen und die berühmte türkische Gastfreundlichkeit. In jedem Laden bekommen Sie einen Tee angeboten, egal, ob Sie etwas kaufen oder nicht. Der türkische Entwickler Peak Games hat daraus ein Social-Game entwickelt, wie uns Gründerin Rina Onur bei einer Reise in die türkische Hauptstadt verrät. Die sympathische 24-Jährige hat an der renommierten Harvard University studiert, dann an einen "absurd gut bezahlten, aber weniger kreativen Job" bei der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley in New York angenommen und ist dann wieder in ihre Heimat gezogen, um hier mit Peak Games einen 200 Mann starken Spieleentwickler zu gründen.

    Der konnte sich dank Onurs Kontakten bereits 30 Millionen US-Dollar an Venture Capital sichern, um mehr als zehn Spiele zu entwickeln. Die Grundidee von Peak Games ist ebenso simpel wie interessant: Man nehme ein klassisches Brettspiel wie Okey, die türkische Variante von Rummikub, transferiere sie auf Facebook und kombiniere sie mit digitalen und realen Geschenken. Wo sogenannte Social-Games in Deutschland in der Regel aus langweiligem Warten und dem Nerven Ihrer Freunde bestehen, spielen Sie in der Türkei um Einsätze wie eine Runde Shisha-Wasserpfeife oder einen türkischen Tee.

    Okey Game: Flirten auf Türkisch

    "Es ist eine schöne Gelegenheit, andere Gamer kennenzulernen", meint Onur, deren Firma ihre Spiele mittlerweile auf PC, iOS und Android in 150 Ländern anbietet und rund 30 Millionen Kunden hat. Auf der Gaming Istanbul haben wir auch den ein oder anderen Okey-Plus-Fan getroffen, beispielsweise eine Lady, die sich als attraktive Agentin Nina aus "Tekken" verkleidete: "Als ich mal Okey in einem Café spielte, schickte mir ein netter anderer User einen Kuchen, so kamen wir ins Gespräch und danach haben wir uns auch mal privat getroffen." Flirten auf Türkisch, rund fünf Millionen spielen aktuell Okey Plus monatlich.

    Onurs Team arbeitet jetzt aber auch an ihrem ersten Strategiespiel namens War of Mercenaries, einer Art Ages of Empires: Castle Siege mit schwerer persischer Infanterie und osmanischen Reiterheeren. "Schwierig ist dabei, unterschiedliche Mentalitäten in den Märkten unter einen Hut zu bringen", meint Onur. "Deutsche Spieler bilden leidenschaftlich gerne Allianzen und arbeiten im Team, Türken mögen eher kompetitive Action, in denen sie alleine ihre Strategie bestimmen." Neben Free2Play-Titeln wandern hier aber auch klassische Triple-A-Produktionen wie World of Warcraft, FIFA, Call of Duty und Star Wars Battlefront über die Theke. "Allerdings meist eher für PC, wir sind ein PC-Land", wie uns Meriç Eryürek erzählt, der als Geschäftsführer und Cheforganisator die Gaming Istanbul federführend geplant hat. "Konsolenspiele kosten bei uns in der Regel umgerechnet 90 Euro, auch deshalb sind PC-Spiele für viele interessanter." Generell leidet die Türkei unter einem recht skurrilen Luxusproblem: "Bei uns ist die Nachfrage in der Regel deutlich höher als das Angebot. Wenn Call of Duty oder World of Warcraft launchen, bilden sich Schlangen vor den Läden, es sind aber oft nur 200 Exemplare auf Lager." Schuld sind enorm hohe Zölle, die die Regierung um Recep Tayyip Erdoğan aber nach und nach abbauen will, wohl auch, weil das Kultusministerium erkannt hat, dass sich mit Gaming ein komplett neuer Wirtschaftszweig aufbauen lässt.

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    G2A 3D+: 3D-Druckservice für die Spieleindustrie im Video

    Die Zukunft des 3D-Druck: Get Even-Figuren aus dem 3D-Drucker

    Sammeln Sie eigentlich Actionfiguren? Und hätten Sie vielleicht Interesse, all die fiesen Bosse aus Spielen wie Dark Souls 3 auszudrucken, die Ihnen schon sehr bald das Leben schwer machen werden? Dann hat Steam-Konkurrent G2A eventuell das richtige Angebot für Sie, denn die Polen haben auf der Gaming Istanbul einen neuen 3D-Druck-Service gelauncht, der genau das möglich machen soll. "Unser Ziel ist es, dass Publisher mit uns einen Merchandising-Vertrag schließen und uns so die Möglichkeit geben, direkt die Daten aus der Engine zu ziehen", erklärt Patryk Kadlec, Head of Global Business Development von G2A. "Dafür arbeiten wir auch mit Engine-Partnern wie Unity, Crytek und Epic Games zusammen, damit wir die nötigen Daten für Höhe, Breite, Tiefe und andere digitalen Parameter erhalten. Je mehr Daten wir bekommen, desto detaillierter können wir die Figuren herstellen."

    Das Drucken an sich dauert drei Stunden, eine erste 3D-Drucker-Farm wurde gerade im Hauptsitz in Krakau installiert. Das Ziel sei es, in Zukunft komplette Schlachtengemälde aus Bosskämpfen ausdrücken zu können. Einer der ersten Partner ist MSI, so soll es möglich sein, den ikonischen Drachen des taiwanischen Hardware-Giganten auszudrucken. Man spreche aber auch bereits mit ersten Spielestudios wie Farm51, den Machern von Get Even, die etwas von der Bildfläche verschwunden sind, aber nach wie vor an dem ungewöhnlichen "Butter Fly Effect"-ähnlichen Shooter arbeiten. Sie haben gerade erst ein Publishings-Abkommen mit Bandai Namco angekündigt und optimieren das Spiel aktuell für Oculus Rift. Sie erinnern sich eventuell noch an das ungewöhnliche Gameplay-Konzept: Get Even basiert auf einem willkürlichen Multiplayer, der Sie zum Kameramann macht, zum Opfer, das festgebunden auf seine Hinrichtung wartet. Oder zu einer der Spezialeinheiten, die den Raum stürmen, um jeweils unterschiedliche Erfahrungen zu bieten. Auch will das Team verschleiern, wer von der K.I. gesteuert wird, wer von echten Spielern. In Get Even können Sie ihre eigenen Charaktere individuell gestalten, zwischen verschiedenen Gesichtern wählen, Kampfhelmen, Nachtsichtgeräten, Tattoos etc. Und wer mag, kann dann in Zukunft seinen ganz eigenen Soldaten bei G2A als 3D-Print ordern und neben seinen Monitor stellen. Wäre das eigentlich interessant für Sie?

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    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von Maximoto
    Filamentdrucker... Wenn ich sowas schon sehe wird mir schlecht, zudem müssen die Figuren nachbearbeitet und bemalt…
    Von Caduzzz
    So wie die Entwicklung in der Türkei ist kann man nur hoffen, dass dies zur allgemeinen Toleranz beiträgt(!)...Apropos…
      • Von Maximoto Kabelverknoter(in)
        Filamentdrucker... Wenn ich sowas schon sehe wird mir schlecht, zudem müssen die Figuren nachbearbeitet und bemalt werden.
        Würde mich ja interessieren was man dann dafür bezahlt xD
      • Von Caduzzz BIOS-Overclocker(in)
        So wie die Entwicklung in der Türkei ist kann man nur hoffen, dass dies zur allgemeinen Toleranz beiträgt(!)...

        Apropos Cosplay... Erdoğan empfängt andere Staatsgäste....

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PCGH auf der Gaming Istanbul: Flirt-Games, Cosplayer und der Bosskampf aus dem 3D-Drucker
PC Games Hardware auf Kulturreise: Am sonnigen Bosporus sind uns nicht nur ganze Armeen an Cosplayerinnen vor die Kameralinse gesprungen, wir haben auch eine türkische Version von Age of Empires: Castle Siege und ein Social Game im echten Leben gespielt. Zudem hat Steam-Konkurrent G2A einen 3D-Druck-Service vorgestellt.
http://www.pcgameshardware.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Gaming-Istanbul-1186936/
22.02.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/02/GamingIstanbul_10-pcgh_b2teaser_169.jpg
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