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Games World
  • Games for Windows Live, geliebt und gehasst - Diese Spiele verwenden den Microsoft-Dienst

    Während Steam trotz des allgemeinen Unmuts über DRM-Clients in den Augen der Spieler meist noch relativ glimpflich davon kommt, liest man über Microsofts Onlinediesnst "Games for Windows Live" großteils nur ablehnende Meinungen. Woher kommt diese Abneigung der Spieler?

    Wenn man als PC-Spieler nicht bewusst auf Spiele mit Microsofts Extra-Dreingabe namens "Games vor Windows Live" verzichtet, wird fast jeder Spieler schon mal mit der weiß-blauen Blase konfrontiert worden sein, die ständig in einer Ecke des Bildschirms aufpoppt. Doch was ist "Games for Windows Live" eigentlich und warum ist der Dienst so wenig beliebt?

    Was ist Games for Windows (Live)?
    Games for Windows Live wurde 2007 gestartet, 2005 ging schon Games for Windows ohne Live an den Start. Eine Hauptintention für GFW war, dass Microsoft das Spielen auf Windows-Rechnern vereinfachen wollte. Dazu werden Entwickler, die ein Spiel mit GFW-Anbindung veröffentlichen wollen, in vielerlei Bereichen in die Pflicht genommen, um eine gewisse Regulierung bei PC-Spielen, ähnlich wie bei Konsolen, zu erreichen. Zu den Voraussetzungen gehören:

    - Eine Möglichkeit zur einfachen Installation in möglichst wenigen Schritten
    - Kompatibilität mit dem Windows Vista/7-Gameexplorer (z.B. Icons in passender Auflösung, ein Windows-Performance-Rating)
    - Das Spiel muss auf x64-Systemen lauffähig sein (wenn auch als 32 Bit-Programm)
    - Das Spiel muss Minimum ein festgelegtes Set an 4:3- und 16:10-Auflösungen unterstützen
    - Die seit Windows Vista integrierte System zum Jugendschutz muss unterstützt werden
    - Das Spiel muss aus dem Windows Media Center gestartet werden können

    An sich erst mal eine tolle Sache, da so zumindest die Lauffähigkeit von Spielen einer gewissen Qualitätsprüfung unterliegt. Zu den ersten Spielen, die Games for Windows Live unterstützten, waren Shadowrun und Halo 2, welche beide Ende Mai 2007 erschienen.

    Aber bereits zu dieser Zeit sorgte Microsoft dafür, dass die Meinung der PC-Spieler zu GFWL nicht zum Guten tendierten: Damals war GFWL nämlich noch kostenpflichtig, eine Goldmitgliedschaft war Pflicht, um die Online-Features zu benutzen, ein Monat kostete 6,99 Euro. Dafür bot Microsoft unter anderem ein Spielerrating für ein verbessertes Matchmarking, Freundeslisten, Chats (Sprache und Text) und Gamerscores (Aufsummierung der Achievement-Punktwerte aller GFWL-Spiele). Also Funktionen, die man im Prinzip nicht brauchte bzw. leicht durch etablierte Drittanbietersoftware ersetzen konnte. Oder man beim Konkurrenten Steam gratis nutzen durfte.

    Bevor es nun weitergeht: In der Galerie finden Sie ein Auswahl an Games-for-Windows-Live-Spielen.

    Der Unmut der Spieler über Games for Windows Live
    Ab Release war Games for Windows Live also kostenpflichtig, erst ab Mitte 2008 stellte Microsoft den Dienst auf ein kostenloses System um. Bis dahin musste man für den Multiplayer von Spielen wie Shadowrun und Halo 2 bezahlen (Xbox-Spieler bezahlen heute noch für die Gold-Mitgliedschaft). Bis zur Abschaffung des Mitgliedsbeitrags hatte sich aber die negative Meinung der PC-Spieler über den Dienst schon gefestigt.

    Neben den Kosten trug auch das ungeliebte Kind Shadowrun zur negativen Resonanz bei. Mit diesem Spiel war es erstmals möglich, als PC-Spieler gegen Xbox-Spieler im selben Spiel anzutreten. Microsoft stellte das Projekt unvermittelt und kommentarlos ein. Offiziell bestätigt wurde es zwar nie, aber laut einem leitenden Angestellten von HP war u.a. der Fakt schuld, dass selbst mittelmäßige PC-Spieler dank Maus und Tastatur die besten Konsolenspieler schlugen. Das war zwar nicht die direkte Schuld von GFWL, da Shadowrun vorher immer als ein Steckenpferd von GFWL gehandelt wurde, aber der Unmut färbte auf den Dienst ab. Zumal PC-Spieler in Shadowrun durch einen Eingabelag benachteiligt wurden, um annähernd Gleichheit zu schaffen.

    Daneben wird GFWL von Spielern schlicht als "Bloatware", also ein - gemessen an seiner Funktion - aufgeblähtes Stück Software, empfunden. Dass man nach der Installation von Spiel und GFWL nicht sofort losspielen, sondern erst mal einen Account einrichten musste, war schon vielen zu lästig. Wirklich störend wurde es allerdings, wenn Spiele nicht nur mit GFWL, sondern mit einem anderen Dienst kombiniert ausgeliefert wurden. Vielen Lesern gut in Erinnerung sein dürfte der Fall GTA IV, der nicht nur den GFWL-Dienst mitbrachte, sondern auch noch die Rockstar-eigene Software "Rockstar Social Club". Obendrein lief das Spiel zum Release eher schlecht als recht.

    Games for Windows Live: Multiplayer…
    Ein weiteres solches Spiel war Warhammer 40.000: Dawn of War 2. Dieses verlangte zu Beginn die Installation sowohl den GFWL-Client als auch Steam: Während GFWL die Multiplayer-Plattform stellte, war Steam für den Kopierschutz zuständig. Dawn of War 2 nutzte für den Multiplayer ein P2P-Stystem, das in Kombination mit GFWL für Pings sorgte, die in anderen Spielen als unspielbar gelten. Verzögerungen ab 300 ms wurden als normal angesehen. GFWL wurde mit dem Release des zweiten Add-On "Retribution" aus dem Spiel gepatcht, das Spiel nutzt seitdem für alle Dienste den Steam-Client.

    Ein weiterer Punkt, der bei diesem vorwiegend auf Multiplayer ausgelegten Spiel negativ auffiel: Microsoft will jeden Patch für ein GFWL-Spiel kontrollieren, bevor er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Dies verzögert den Patch-Vorgang teilweise um mehrere Wochen. Das ist bei einem Multiplayer-Spiel, bei dem die Balance bei Abweichungen möglichst zeitnah angepasst werden soll, extrem störend. Zudem wurde von vielen Spielern das von GFWL bereitgestellte, an sich schon mehr schlecht als recht funktionierende Matchmarking-System ("True-Skill") dadurch ausgehebelt, dass ein Spiel nicht an einen Account gebunden war. So erstellten sich viele Spieler einfach einen neuen GFWL-Account, um als "neuer" Spieler die niederen Skillbereiche aufzumischen (sogenanntes "Smurfing").

    … und andere Probleme
    Zwar nicht Games-for-Windows-Live-exklusiv (siehe die Steam-Probleme der letzten Tage), aber dennoch auffallend gehäuft sind Verbindungs- und sonstige Probleme bei GFWL. So liest man im Multiplayer öfter einmal, dass gerade die Verbindung zu GFWL verloren wurde. Nicht besonders tragisch, wenn man gerade verliert, sehr störend, wenn es womöglich wenige Minuten vor einem Sieg passiert. Einige Spieler nutzten dies aus und kappen bei einer drohenden Niederlage manuell die Verbindung zu GFWL, um von einer möglichen Senkung des True-Skill-Systems zu verhindern.

    Manchmal kann man sich bei Games For Windows Live auch stundenlang einfach nicht anmelden. Durch die auf Casual-User zugeschnittene Funktionsweise gestaltet sich hierbei die Fehlersuche schwierig, das Internet ist voll mit entsprechenden Threads und Meldungen. Meist funktioniert es einige Stunden später wieder einwandfrei, ohne dass man etwas ändern müsste.

    Games for Windows Live: Woran liegts?
    Der Unmut der Community basiert insgesamt wohl auf verschiedenen Dingen: Zum einem der schlichte Fakt, dass viele Spieler eigentlich unnötige Zusatzsoftware zum Spiel generell als störend empfinden. Ein weiterer, ein aus eigener Erfahrung wichtiger Punkt: GFWL macht es Spielern, die im Multiplayer betrügen wollen, zu einfach. Besonders ärgerlich ist es, wenn das Spielen aufgrund von Problemen mit solchen Klienten nicht möglich ist. Das durfte Ubisoft bereits mehrere Male erfahren durfte, als die Spieler Sturm gegen Uplay liefen. Der Start als kostenpflichte Plattform hat sicher ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen. Viele Punkte dieser Aufzählung sind zwar nicht exklusive Mängel des Microsoft'schen Online-Diensts, allerdings trafen sie bisher häufig oft bei GFWL zusammen.

    Bildergalerie: Spiele
    Bild 1-3
    Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (44 Bilder)
  • Es gibt 49 Kommentare zum Artikel
    Von crackajack
    ah jaWas kann man beim Klick auf die setup.exe von der Einweg-Spiel-DVD falsch machen?Erklär mal.Wenn jemand mit einem…
    Von Squatrat
    Das musst du mir jetzt mal erklären.Wenn ich bei mir am PC das Kabel ziehe oder den Router ausschalte, und…
    Von DeathProof1992
    Das ist mir neu... und danke ^^Muss ich mal testen wenn Steam spinnt ^^
    Von turbosnake
    Nö muss man nicht. Einfach Steam ohne Inet starten und man ist im Client.
    Von ULKi22
    Solange ich keinen Multiplayer spiele cracke ich die ganze shice weg, ich hab echt keinen Bock mehr auf diese…
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Während Steam trotz des allgemeinen Unmuts über DRM-Clients in den Augen der Spieler meist noch relativ glimpflich davon kommt, liest man über Microsofts Onlinediesnst "Games for Windows Live" großteils nur ablehnende Meinungen. Woher kommt diese Abneigung der Spieler?
http://www.pcgameshardware.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Games-for-Windows-Live-Spiele-879552/
30.04.2012
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