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  • Die vermutlich bittersten Momente für PC-Spieler 2014

    War 2014 ein gutes Jahr für PC-Spieler? Das zu beantworten, bleibt wohl im Endeffekt jedem selbst überlassen. Doch es gab definitiv einige bittere Momente im vergehenden Jahr, darunter findet sich auch vieles, was von den Konsolen zum PC herüberschwappte. Dazu zählen grafische Downgrades, endlose Diskussionen um Begrenzungen der Bildraten auf 30 Fps, schlecht auf den PC portierte Menüs in Spielen oder eine verkorkste Steuerung. Auch auf Hardware-Seite gab es ein paar bittere Pillen zu schlucken. Da lassen High-End-Grafikkarten nerviges Spulenfiepen ertönen, 4K-Auflösungen funktionieren immer noch nicht richtig und Intel bringt zwar den interessanten Haswell-E, doch sind diese CPUs mangels Konkurrenz durch schnelle AMD-Prozessoren aus Preis-Leistungssicht sicher nicht das Optimum. Wir geben einen kurzen Überblick der bittersten Momente 2014.

    Das Jahr versprach ein gutes Jahr für PC-Spieler zu werden. Nun endlich schienen sowohl PS4 als auch Xbox One eine für Publisher ausreichende Verbreitung erzielt zu haben und Spieleschmieden werkelten an den ersten wirklichen "Next-Gen"-Spielen. Fette Trailer von der E3 oder Gamescom ließen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen und vorsorglich die Grafikkarten vorglühen. Doch die erste Ernüchterung kam schnell: Mit Watch Dogs hatte Ubisoft ein hochinteressantes Spiel in der Mache, das zudem im gezeigten Messe-Material umwerfend gut aussah. Was davon im Endeffekt aber übrigblieb, enttäuschte viele PC-Spieler - wenn auch auf hohem Niveau: Das Watch Dogs auf dem heimischen Monitor sah lange nicht so gut aus wie das Watch Dogs in den Trailern und offiziellen Gameplay-Videos. Offensichtlich hatte Ubisoft bei dem Videomaterial getrickst: So wurde beispielsweise die schicke Bokeh-Tiefenschärfe aus dem Spiel in die Zwischensequenzen verbannt, die Beleuchtung im Spiel fiel augenscheinlich deutlich weniger aufwendig aus, zudem fehlten vielen Effekten die optische Durchschlagskraft, die durch die Trailer impliziert wurde.

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    Die vermutlich bittersten Momente für PC-Spieler 2014 im Video

    Bittere Momente 2014 - Grafik-Downgrades, Scheuklappen-Optik, Bugs und verknotete Finger

    Der Begriff "Downgrade" machte die Runde, viele waren der Meinung, dass Ubisoft aus Rücksicht auf die Konsolen auch bei der PC-Version an der Qualitätsschraube gedreht hatte. Seitdem ist immer wieder von grafischen Downgrades die Rede und auch PC-Spieler fanden sich plötzlich inmitten der hitzigen Diskussionen und Debatten der Konsolenspieler wieder: Überall im Internet entbrannten Diskussionen über "cinematische" Bildraten von nur 30 Fps oder gar weniger. Dicke schwarze Balken, die wohl Leistung einsparen sollen, verdeckten auch in PC-Umsetzungen wie zum Beispiel The Evil Within große Teile des Bildschirms. Und selbst das bei PC-Spielern außerordentlich beliebte Studio CD Project RED bekam zuletzt wegen eines befürchteten Grafik-Downgrades des mit Sehnsucht erwarteten Rollenspiels The Witcher 3 Feuer von den Fans. Die Community ist argwöhnisch geworden und wenn wir ehrlich sind, dann aus gutem Grund.

    Die Community ist argwöhnisch geworden. Denn 2014 wurden viele Versprechen gebrochen, viele Spieler bitter enttäuscht. Nicht nur durch grafische Downgrades, wie im Falle von Watch Dogs, sondern auch durch spielerische Mängel oder Entscheidungen seitens der Publisher. Hier zu nennen wäre etwa EAs The Sims 4, das zum Release einige bereits etablierte und liebgewonnene Spielelemente der Vorgänger vermissen lässt. Zwar haben und sollen diese teilweise wieder Einzug in den jüngsten Spross der außerordentlich erfolgreichen Serie finden, so richtig überzeugend ist das bisher aber nicht. Andere Titel wie beispielsweise Assassin's Creed: Unity oder auch Dragon Age: Inquisition nervten hingegen mit Microtransactions, die zwar nur wenig Auswirkungen auf die eigentlichen Spielinhalte hatten, viele Aspekte allerdings mit einem unschönen Preisschild verunzierten. Diese rigorose Kapitalisierung des eigenen Hobbys nimmt Spielen viel von ihrem Charme und hinterlässt sicher bei so manchem Spieler einen bitteren Nachgeschmack.

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    Worst of 2014: Das hat Spieler (und uns) enttäuscht


    Aggressive Vermarktungstechniken bringen uns gleich zu unserem nächsten Punkt: Weil einigen großen Publishern Quartalszahlen und das Seelenheil der Anleger offenbar wichtiger geworden sind als die Zufriedenheit der eigentlichen Kundschaft, gelangten einige Spiele zwar zum rechten Zeitpunkt, nicht jedoch in einem ordentlichen Zustand auf den Markt. Besonders tat sich hier Ubisoft hervor, die gleich drei ihrer großen Triple-A-Titel kurz vor dem lukrativen Weihnachtsgeschäft veröffentlichten. Offensichtlich witterte die Geschäftsetage hier satte Absatzzahlen und eine positive Jahresabschlussbillianz.
    Auffällig viele PC-Spiele kamen 2014 in keinem ordentlichen Zustand auf den Markt.
    Sehr zum Leidwesen der Spieler und der Entwicklungsstudios, denn erstere bekamen mit Assassin's Creed: Unity und Far Cry 4 gleich zwei Spiele vorgesetzt, die so eigentlich noch nicht hätten erscheinen dürfen. Besonders an AC: Unity erhitzten sich die Gemüter, unzählige Bugs und Abstürze verhagelten wohl den meisten Käufern den Genuss. Auch Far Cry 4 hatte so seine Macken, darunter ein ausgesprochen lästiges Dauerruckeln bei schneller Fortbewegung und auch der Open-World-Shooter beförderte Spieler nicht selten mit einer Fehlermeldung zurück auf den Desktop. Und selbst nach einer ganzen Reihe Patches laufen beide Spiele noch immer nicht so, wie es bei derart wichtigen Titeln eigentlich der Fall sein sollte. Noch immer sind eine Vielzahl lästiger Bugs zu sehen, die Performance lässt zu wünschen übrig und versprochene Inhalte wie die Tessellation in Unity fehlen bis heute. Einzig The Crew machte zum Release-Zeitpunkt einen halbwegs ausgereiften Eindruck, obwohl auch bei der spaßigen Arcade-Raserei einige Grafikfehler, Abstürze und Verbindungsabbrüche für Verdruss sorgten.

    Das sind nicht die Reaper aus Mass Effect, die Versailles angreifen, sondern ein lästiger Bug in Assassin's Creed: Unity, der auch mit dem aktuellen Patch auftritt Das sind nicht die Reaper aus Mass Effect, die Versailles angreifen, sondern ein lästiger Bug in Assassin's Creed: Unity, der auch mit dem aktuellen Patch auftritt Quelle: PC Games Hardware
    Als würden technische Macken nicht schon für genug Missfallen sorgen, Framelocks und andere "cineastische" Kniffe sowie nervige Microtransactions den PC als Spieleplattform nicht schon ausreichend fremd wirken lassen, müssen sich PC-Spieler auch noch mit "konsoligen" Nutzeroberflächen, Menüs und/oder einer verkorksten Maus-und-Tastatur-Steuerung herumschlagen. Besonders bitter stößt uns beispielsweise die Bedienung in Dragon Age: Inquisition auf: Die Nutzung von Inventar- und Charakterbildschirm mit der Wir wünschen uns mehr Ehrlichkeit von Seiten der Entwickler Maus ist eine Qual, die Steuerung der Spielfigur ist sehr gewöhnungsbedürftig und die sogenannte "Taktik-Ansicht" ist eine Farce. Letztere ist für eine Eingabe per Maus und Tastatur gänzlich ungeeignet, was besonders ärgerlich ist, weil die Entwickler PC-Spielern versprachen, diese für ihre Bedürftnisse zuzuschneiden. Für das kommende Jahr wünschen wir uns daher vor allem eins: Mehr Ehrlichkeit von Seiten der Entwickler, auch wenn das dann unter Umständen einen Mehraufwand bedeuten würde, falls die Produkte weiterhin so schmackhaft angepriesen werden sollen.

    Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist in Dragon Age: Inquisition alles andere als angenehm und intuitiv. Besonders im 'Taktik-Modus' sorgt das für Ärger. Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist in Dragon Age: Inquisition alles andere als angenehm und intuitiv. Besonders im "Taktik-Modus" sorgt das für Ärger. Quelle: PC Games Hardware

    Bittere Momente 2014 - Viele Pixel, wenig Durchblick, zirpende Grafikkarten und Intel ganz entspannt

    Doch nicht nur Software sorgte anno 2014 für Ärger, auch die eine oder andere Hardware ließ die Gesichter der Käufer lang werden. Wer sich beispielsweise einen 4K-Monitor auf den Schreibtisch stellte, bemerkte eventuell, dass die Technik einfach noch nicht ausgereift ist. Zwar lassen sich weniger anspruchslose Titel bereits gut spielen und auch fordernde Titel funktionieren mit einer potenten Grafikkarte und dem Verzicht auf einige Details recht gut, doch für Verdruss sorgen schlecht skalierende Nutzeroberflächen oder Overlays wie Steam.

    Skaliert ein HUD im Spiel nicht richtig, sind viele der Elemente in Ultra-HD unleserlich, lassen sich nur schwer anklicken oder kaum aufspüren. In manchen Spielen skalieren die Bildschirmelemente auch nicht korrekt nach unten: Nutzen Sie also beispielsweise 1080p in einem besonders anspruchsvollen Spiel, sehen Sie sich eventuell mit einem riesigen, verpixelten Mauscoursor konfrontiert. Noch ärgerlicher wird die ganze Chose auf dem Desktop: Zwar lassen sich einige Elemente wie die Schriftgröße oder die Icons an die 4K-Auflösung anpassen, viele andere erscheinen aber winzig klein und lassen sich nur mit größerer Anstrengung lesen oder anklicken. Dies gilt auch für viele Programme, sei es Steam, Origin, die bevorzugte Software zum Abspielen von Medien und so weiter. All dies lässt Ultra-HD für den alltäglichen Desktop- und Spielebetrieb noch sehr unfertig und unausgegoren wirken.

    Hilfe, ich habe zu viel Übersicht. In vielen Spielen skaliert die Bedienungsoberfläche nicht ordnungsgemäß, wenn eine Ultra-HD-Auflösung zum Einsatz kommt - unverständlich. Hilfe, ich habe zu viel Übersicht. In vielen Spielen skaliert die Bedienungsoberfläche nicht ordnungsgemäß, wenn eine Ultra-HD-Auflösung zum Einsatz kommt - unverständlich. Quelle: PC Games Hardware Und wer sich zusammen mit dem schönen neuen 4K-Display eine neue Grafikkarte gekauft hat, erlebt vielleicht nach dem Einbau die nächste bittere Überraschung: Unter Last fängt die Karte an zu quietschen, zirpen oder rattern. Spulenfiepen ist offenbar zu einem größeren Problem geworden, besonders häufig liest man von Problemen mit Nvidias aktuellen Maxwell-GPUs GTX 970 und GTX 980 beziehungsweise deren Partner-Designs. Spulenfiepen ist natürlich nichts Neues und auch nichts Außergewöhnliches, doch mit Pech treten diese unangenehmen Lebensäußerungen nun bereits bei niedrigen Frameraten auf und stören daher auch im Spielbetrieb beträchtlich. Nun werden sogar schon einige GPUs mit Custom-Designs angeboten, deren verbesserte Bauteile Spulenfiepen spezifisch unterbinden sollen - gegen Aufpreis, versteht sich. Müssen wir von nun an wirklich für ein ausgereiftes Produkt freiwillig tiefer in die Tasche greifen? Das wäre wirklich eine bittere Entwicklung.

    Natürlich gibt es noch viele weitere Hardware-Macken, über die wir hier trefflich berichten könnten, doch zuguter Letzt wollen wir noch auf einen für uns besonders ärgerlichen Missstand hinweisen: Intel hat zwar mit der Haswell-E-Reihe 2014 einige neue, interessante Produkte auf den Markt gebracht, doch steht diesen nichts Vergleichbares gegenüber: AMD hat keine hier Auf Dauer ist ein Quasi-Intel-Monopol nicht wünschenswert. konkurrenzfähigen Prozessoren im Angebot. Das ist ärgerlich, weil sich damit auch die Entwicklung im High-End-Bereich verlangsamt, zudem kann Intel ihre neuen Prozessoren preislich mehr oder weniger platzieren, wo sie wollen - die einzig ernstzunehmende Konkurrenz bildet die letzte Haswell-Reihe aus eigenem Hause. AMD kündigte bereits an, in Zukunft auch das High-End-Segment wieder bedienen zu wollen und wir hoffen für 2015 und 2016, dass wir zumindest ein Lebenszeichen vernehmen. Auf Dauer ist ein Quasi-Intel-Monopol kein Zustand, den man sich als Spieler wünschen mag.

    Ärgernisse gab es also reichlich und wir haben noch längst nicht alle angesprochen. Doch wollen wir mit diesen Zeilen langsam zum Ende kommen und auch das Nörgeln einstellen, denn im Grunde war 2014 kein schlechtes Jahr: Es ist ein deutlicher Fortschritt in Spielen zu erkennen, viele sind optisch deutlich ansprechender als noch vor einem Jahr, zudem werden die Spielewelten zusehens größer, lebendiger und detailreicher. In Sachen Effizienz zeigt Nvidia mit den Maxwell-Grafikkarten, wie viel Potenzial selbst in dem schon alten 28-nm-Prozess noch steckt und Intel bietet mit dem i7-5820K den ersten Sechskern-Prozessor an, der sich ohne körperliche Schmerzen finanzieren lässt. Und auch Ultra-HD-Displays wurden zum Jahresende immer ausgefeilter und erschwinglicher. Für das kommende Jahr gibt es noch ein paar Baustellen zu beseitigen, doch im Grunde können wir freudig in die Zukunft schauen. In diesem Sinne wünscht Ihnen PCGH ein schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr.

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    Worst of 2014: Die PC-Flops- und Enttäuschungen im Video-Special
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    PC-Spiele 2016: Games-Liste mit Release-Terminen
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Die vermutlich bittersten Momente für PC-Spieler 2014
War 2014 ein gutes Jahr für PC-Spieler? Das zu beantworten, bleibt wohl im Endeffekt jedem selbst überlassen. Doch es gab definitiv einige bittere Momente im vergehenden Jahr, darunter findet sich auch vieles, was von den Konsolen zum PC herüberschwappte. Dazu zählen grafische Downgrades, endlose Diskussionen um Begrenzungen der Bildraten auf 30 Fps, schlecht auf den PC portierte Menüs in Spielen oder eine verkorkste Steuerung. Auch auf Hardware-Seite gab es ein paar bittere Pillen zu schlucken. Da lassen High-End-Grafikkarten nerviges Spulenfiepen ertönen, 4K-Auflösungen funktionieren immer noch nicht richtig und Intel bringt zwar den interessanten Haswell-E, doch sind diese CPUs mangels Konkurrenz durch schnelle AMD-Prozessoren aus Preis-Leistungssicht sicher nicht das Optimum. Wir geben einen kurzen Überblick der bittersten Momente 2014.
http://www.pcgameshardware.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Die-bittersten-Momente-fuer-PC-Spieler-2014-1146647/
25.12.2014
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