Online-Abo
  • Login
  • Registrieren
Games World
  • Spellforce 3 im Hands-on-Test: Ein moderneres Age of Empires mit Herr-der-Ringe-Festungen [Artikel der Woche]
    Quelle: Grimlore Games

    Spellforce 3 im Hands-on-Test: Ein moderneres Age of Empires mit Herr-der-Ringe-Festungen [Artikel der Woche]

    Spellforce 3 im Hands-On-Test: Auf der Gamescom haben wir Hand angelegt, dem Narrative Designer ein paar Fragen gestellt und wurden überrascht von Burgen, die in die Vertikale wachsen und sich mitunter wie Helms Klamm anfühlen. Auch über die Story gibt's etliche Neuigkeiten, die sich ja bereits im letzten Spellforce-2-Addon angekündigt haben. Von Benjamin Kratsch

    Spellforce 3 wird eine neue Ära der Strategiespiele einläuten, die sich modern und zeitgemäß anfühlen. Weniger rein von den Partikeleffekten her, mehr vom Gelände- und Burgendesign. Sie alle erinnern sich sicherlich noch an die weitestgehend flachen Lande von Age of Empires, die nur selten von Bergen durchstoßen wurden. Dawn of War 3 bricht das mit Eisschollen und Plattformen auf, Spellforce 3 fühlt sich aber noch eine Nuance echter an. Als wir auf der Gamescom Hand an Maus und Tastatur legen, ziehen wir unsere Basis eben nicht auf weiter Wiese hoch, weil man das auch im Mittelalter in der Regel eher nicht getan hätte. Sondern im Schutz eines Berges, wo wir zusätzlich dichten Wald als natürliche Begrenzung nutzen können und sich ein kleiner Weg zu unserem Dorf hochschlängelt, der leicht zu verteidigen ist. Truppen haben wir noch keine, also schnell mal die Ressourcen-Produktion vorantreiben, denn so ein paar Bogenschützen und Pikeniere wirken Wunder gegen Wegelagerer, Banditen oder auch Wölfe und mutierte Spinnen. Da der Titel im Kern ein waschechtes Rollenspiel mit Partysystem ist, in dem wir die Spezial-fähigkeiten von bis zu vier Helden kombinieren und stets überlegen müssen, welche Waffe für welchen Feind geeignet ist, hat sich Grimlore Games entschieden, den Basenbau etwas zu entschlacken. Statt Arbeiter Wälder, Tiere oder Stein zu zuweisen, bauen Sie etwa eine Försterei und können dort zu Beginn entscheiden, ob Sie diesem Betrieb einen oder gleich vier Dorfbewohner zuteilen, die sogleich als Jäger losziehen. "Wir wollen Spellforce 3 etwas smarter auslegen, weil Sie sonst mehr als genug zu tun haben", erklärt Narrative Designer Jan van Lamoen. "Bei uns können Sie nicht einfach mit einem Helden auf eine Monsterspinne oder mit einer Armee auf eine andere feindliche Truppe zurennen, sondern müssen genau austüfteln, gegen welche Waffe die Rüstung des Feindes anfällig ist."

    13:13
    Spellforce 3: Die komplette Gamescom-Präsentation im Video - mit Helden-Gameplay
    Spielecover zu Spellforce 3
    Spellforce 3

    Forderndes Rollenspiel, Aquariumseffekt beim Basenbau

    Klicken Sie auf einen Gegner, sehen Sie ob er anfällig für Schlag- oder Stichwaffen ist und müssen dann zwischen Langschwert, Keule oder Hellebarde wählen. "Wir setzen generell eher auf Klasse statt Masse", erörtert der Narrative Designer, der besonders stolz ist auf die vielen The-Witcher-ähnlichen Sidequests, die mitunter erst den Zugang zu geheimen Kartenabschnitten gewähren. "Wir haben eher weniger Einheiten, die sich stärker spezialisieren lassen. Es bietet sich beispielsweise an, Bogenschützen mit anderen Pfeilen auszustatten, wenn sie gegen gepanzerte Reiterei kämpfen, als wenn sie auf leichte Infanterie feuern." Weil der militärische Part dadurch mehr Aufmerksamkeit fordert und von der Komplexität in etwa Richtung Dawn of War 3 geht, lassen sich beim Aufbauen diverse Komfortfunktionen zuschalten. So können Sie via Tab die Gebäude durchschalten und dann einfach aufs Plus-Symbol klicken, um einem Betrieb mehr Arbeiter zu zuweisen. Das oft fummelige Suchen der Dorfbewohner fällt damit weg, was notwendig ist, weil das Level-Design sehr viel stärker in die Vertikale wächst und ihre Bewohner öfter mal von Felsen verdeckt sein können.
    Trotz eines Mini-Teams von nur 25 Mann fühlt sich die Welt von Spellforce 3 bereits jetzt sehr harmonisch an. Mit schönen Wasserspiegelungen, organisch gewachsenen Wäldern und sehr wilder Natur. Trotz eines Mini-Teams von nur 25 Mann fühlt sich die Welt von Spellforce 3 bereits jetzt sehr harmonisch an. Mit schönen Wasserspiegelungen, organisch gewachsenen Wäldern und sehr wilder Natur. Quelle: Grimlore Games

    Generell legt Grimlore Games Wert auf eine gewisse Authentizität der Welt: "Wir sind zwar ein Fantasy-Rollenspiel, aber der RTS-Part soll sich schon glaubhaft anfühlen. Ich finde es immer etwas merkwürdig, wenn du ein Dorf hochziehst und zufällig ist drei Meter nebenan ein Steinbruch. Und direkt neben der Jagdhütte tollen dann auch die ersten Hirsche rum". Die Münchner machen das Ganze ein bisschen anders und arbeiten mit einem Sektorensystem. Wir sind also gezwungen mit unseren Helden die Karte zu erkunden und Monster sowie Banditen zu bekämpfen, damit wir Außenposten errichten können. Ist das getan, können wir in der Nähe neue Betriebe hochziehen, die sehr liebevoll gebaut werden. Während in den meisten Spielen wie beispielsweise auch Stronghold der Stein mit Äxten aus der Wand geschlagen wird und dann magischerweise in den Satteltaschen des Ochsen landet, können sie Zulieferwege in Spellforce 3 hübsch beobachten. Die Jungs bauen Rampen aus Holz, über die Gesteinsbrocken gerollt oder getragen werden. Unten werden sie dann auf Pferde-Wägen gepackt, die dann erst wieder zur Hauptbasis trotten müssen und währenddessen natürlich angegriffen werden können. "Es ergibt wenig Sinn, sich einzuigeln, man sollte seine Verteidigungsstrategie eher breit aufstellen", rät Jan van Lamoen. Denn natürlich greift die KI des Gegners besonders gerne diese weichen Ziele an, die Ihre Wirtschaft ins Stottern bringen.
    Generell arbeitet der Titel stark mit vertikalen Strategien. Sie können den angrenzenden Berg nutzen, um selbst Bogenschützen zu platzieren, es ist aber auch ein Risiko, weil der Feind sich mit einem Angriff aus dem Süden den gleichen Höhenvorteil erkämpfen kann. Generell arbeitet der Titel stark mit vertikalen Strategien. Sie können den angrenzenden Berg nutzen, um selbst Bogenschützen zu platzieren, es ist aber auch ein Risiko, weil der Feind sich mit einem Angriff aus dem Süden den gleichen Höhenvorteil erkämpfen kann. Quelle: Grimlore Games

    Festungen wie Helms Klamm, aber weniger Magieschulen

    Atmosphäre trifft auf Taktik durch das Sektorensystem, weil wir wahre Festungen erobern können. Die haben oft mehrere Mauerringe und Türme, um dort Bogenschützen zu platzieren. Es ist schon schade, dass wir diese Bollwerke nicht selbst hochziehen können, aber Spellforce 3 ist eben kein Stronghold. Es geht mehr darum, Pforten mit Türmen zu sichern oder auch auf Bergen zu platzieren, damit Bogenschützen sehr weit spähen können. Dafür gehören die Festungen aber sicherlich zu denen am schönsten designten, die wir in den letzten Jahren gesehen haben. Also wirklich mit Mauern, die sich am Berg entlangschlängeln. Das wirkt alles sehr viel mittelalterlicher und authentischer als bei der Konkurrenz, denn auch in der Historie hat man eher genommen, was Schutz bot und seine Befestigung nicht auf weiter Flur aufgebaut. Es sei denn natürlich, es handelte sich um eine wirklich große Burg, die oft über Jahre und Generationen hinweg hochgezogen wurden.
    Grimlore Games setzt auf Nebenquests, die häufig magische Portale in fremde Welten öffnen. 'Sidequests sind oft aufwendig, bringen aber auch sehr starke Waffen und Items', erklärt Narrative Designer Jan van Lamoen. Grimlore Games setzt auf Nebenquests, die häufig magische Portale in fremde Welten öffnen. "Sidequests sind oft aufwendig, bringen aber auch sehr starke Waffen und Items", erklärt Narrative Designer Jan van Lamoen. Quelle: Grimlore Games

    Aus taktischer Sicht ist das spannend, weil wir mitunter Feinde angreifen, uns zurückziehen, sie in Reichweite unserer Schützen auf den sehr hoch gelegenen Türmen locken und im Pfeilhagel ersticken - also ungefähr so wie die Trojaner im Film mit Brad Pitt bei der ersten Angriffswelle. Wird spannend, wie sich das auf den Multiplayer auswirkt, der bereits angedeutet, aber noch nicht enthüllt wurde. Zudem lassen sich mit Hilfe der Helden Ablenkungs- und Entlastungsmanöver fahren, was Würze in die Taktik bringt. Ist Ihre Armee eingekesselt, beschwören Sie im Umkreis ein paar Mutanten, die dem Feind in den Rücken fallen. Die Qualität der Geschichte lässt sich aufgrund einer Präsentation kaum beurteilen, die Ideen dahinter klingen aber interessant. Sie handelt um die Auswirkungen der großen Rebellion der vier Fürstenhäuser gegen die Krone von Nortander, die zwar niedergeschlagen wurde, aber zu einem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung geführt haben. "Die Königin wurde in der letzten Schlacht schwer verwundet, liegt im Koma und die Regierungsgeschäfte werden vom Oberkommandant der königlichen Armee geleitet, der eher ein Hardliner ist und den Einsatz von Magie in Nortander größtenteils verboten hat", erzählt der Chefautor. Grimlore Games teasert zudem die Rückkehr von Göttervater Aonir an, von dem sich die Menschen eine neue goldene Ära erhoffen. Klingt spannend, gerade auch weil unser Protagonist in einem Gewissenskonflikt steckt: Sein Vater war einer der rebellierenden Magier, er selbst hat aber als Ritter seiner Königin die Treue geschworen.

    Gamescom-Fazit:

    Spellforce 3 entwickelt sich prächtig, weil die Landschaften so herrlich organisch gewachsen wirken und das dem Gameplay sehr zu Gute kommt. Sie müssen eben wirklich Sektoren erobern und Anno-ähnlich Rohstoffe auch mal von weiter her in die Hauptstadt karren. Zudem gibt es richtige Bergfestungen, die sich kaum mit größeren Armeen im Sturm nehmen lassen, sondern gewisse Finten erfordern. Durch das realistische Richtliniensystem können wir mit kleinen Kommandoeinheiten in Kombination mit Helden am Berg entlangschleichen. Die Wachen sehen uns dabei nicht, weil wir direkt unter ihnen stehen und ihre Sichtlinie eher gerade ausgeht. Gleichzeitig gibt es sinnvolle Komfortverbesserungen, die das Arbeitermanagement vereinfachen, aber ein fast schon schon absurd komplexes Rollenspielsystem dahinter. Das könnte eventuell sogar etwas zu viel des Guten sein, weil Sie wirklich analysieren müssen, welche Rüstung der Feind trägt respektive gegen welche Waffen der Panzer eines Monsters empfindlich ist. Für das Erkunden der Magieschulen blieb nicht genug Zeit, aber wir werden Grimlore Games sicherlich bald mal für ein mehrstündiges Hands-On in München besuchen.

    Es gibt zahlreiche militärische Formationen und die KI berücksichtigt automatisch die Stärken und Schwächen von Truppenteilen. Fassen Sie also Bogenschützen und Pikeniere zusammen, werden sich die Einheiten mit Kettenhemd immer nach nach vorne hin ausrichten. Es gibt zahlreiche militärische Formationen und die KI berücksichtigt automatisch die Stärken und Schwächen von Truppenteilen. Fassen Sie also Bogenschützen und Pikeniere zusammen, werden sich die Einheiten mit Kettenhemd immer nach nach vorne hin ausrichten. Quelle: Grimlore Games

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016
    PCGH Magazin 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1205816
Spellforce 3
Spellforce 3 im Hands-on-Test: Ein moderneres Age of Empires mit Herr-der-Ringe-Festungen [Artikel der Woche]
Spellforce 3 im Hands-On-Test: Auf der Gamescom haben wir Hand angelegt, dem Narrative Designer ein paar Fragen gestellt und wurden überrascht von Burgen, die in die Vertikale wachsen und sich mitunter wie Helms Klamm anfühlen. Auch über die Story gibt's etliche Neuigkeiten, die sich ja bereits im letzten Spellforce-2-Addon angekündigt haben. Von Benjamin Kratsch
http://www.pcgameshardware.de/Spellforce-3-Spiel-34253/Specials/Hands-on-Test-Gamescom-1205816/
04.09.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/08/Spellforce_02-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials