Onboard-Sound gegen Soundkarte: Wo liegen die wesentlichen Unterschiede?

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Links der Realtek-Chip, rechs die Asus Xonar D2X
Quelle: PC Games Hardware

Wo liegen die auffälligsten Unterschiede zwischen Onboard-Sound und einer dedizierten Soundkarte? Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, obwohl der Qualitätsunterschied in praktisch allen Fällen deutlich hörbar ist. Denn moderne Onboard-Chips sind mittlerweile qualitativ auf einem deutlich höheren Niveau als vor einigen Jahren. Dennoch gibt es einige besonders auffällige Details.

Freunde guten Sounds rümpfen bei Onboard-Audio die Nase. Doch warum ist das so, wann lohnt sich der Umstieg und aus welchen Gründen? In diesem Artikel wollen wir versuchen, diese Fragen aufzuschlüsseln und die größten Unterschiede bei Ausstattung, klangspezifischen Hardware-Features sowie der Software aufzuzeigen.

Onboard-Sound gegen Soundkarte - Die Ausstattung

In Sachen Ausstattung gewinnen in den meisten Fällen die dedizierten Soundkarten. Mehr Anschlussmöglichkeiten für Geräte, etwa zusätzliche Toslink-Ein- und Ausgänge für die Übertragung eines optischen Digitalsignals oder 7.1-Anlagen per Klinkenanschluss. Zudem sind die Anschlüsse in vielen Fällen vergoldet. Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale sind aber weniger leicht auszumachen. Sehr wichtig ist etwa die Abschirmung. Diese besteht aus Metallplatten und/oder einem Magnetfeld, das Interferenzen von empfindlichen Teilen fernhält. Denn gerade Audio ist sehr empfindlich. Jeder, der einmal eine SMS in der Nähe eines schlecht abgeschirmten Lautsprechers bekommen hat, kennt das durch Mobiltelefone verursachte, sehr charakteristische Störgeräusch. Auch im PC gibt es starke elektromagnetische Störungen, induziert etwa von Grafikkarte oder der Festplatte. Bei Einflüssen letzterer hört man zum Beispiel während des Ladens eines Spiels und hoher Lautstärke sehr irritierende Quietsch- und Brummgeräusche. Eine gute Abschirmung eliminiert diese Störeinflüsse.

Onboard-Sound gegen Soundkarte - Die Hardware- und Software

Doch auch die Hardware an sich unterscheidet sich sehr deutlich: Zum einen sind die verbauten Chips bei Onboard-Audio in den allermeisten Fällen winzig. Deutlich größere und auch wesentlich leistungsfähigere Chips sind auf dem Board von dedizierten Soundkarten verbaut. Gleiches gilt auch für Relais und Kondensatoren. All diese Teile beeinflussen die Audioqualität. Eine ganz besondere Rolle spielen hierbei die DACs, also die Digitalen Audio Wandler. Diese wandeln ein vom PC stammendes, digitales Audiosignal in ein für Verstärker, Lautsprecher oder Headset verständliches Analogsignal um. Sparmaßnahmen bei diesen Chips haben dramatische Auswirkungen auf den Klang. Diese Chips sind auch verhältnismäßig teuer. Weitere Hardware-Vorteile der Soundkarte sind außerdem zusätzliche Soundprozessoren und Verstärker für verschiedene Eingänge sowie - für qualitativ hochwertige Kopfhörer mit hohen Widerständen - ein Kopfhörerverstärker. Gute Soundkarten sind mit all diesen Features ausgestattet. Auch bei einigen Mainboards sind qualitativ höherwertige Bauteile, eine Abschirmung und eventuell ein Kopfhörerverstärker verbaut, doch diese Boards gehören praktisch immer in die gehobene Preisklasse. Eine Mittelklasse-Soundkarte hat dennoch klanglich die Nase vorn.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Software. Bei den meisten Onboard-Lösungen ist zwar eine relativ umfangreiche Oberfläche für klangliche Anpassungen enthalten, teurere Boards mit ordentlichen Audio-Chips lizenzieren dafür auch gerne eine Software von Creative oder Dolby. In vielen Fällen ist eine dedizierte Soundkarte aber auch hier überlegen. Wir haben für Sie ein Video aufgezeichnet, in dem ein besserer Onboard-Chip (Realtek ALC898) gegen die Creative Omni, eine günstige dedizierte Soundkarte antritt. Wir haben beide Lösungen per Software für den Spielebetrieb optimiert. Die klanglichen Unterschiede von Hard- und Software sind im Video auch mit günstiger Sound-Hardware deutlich zu hören. Achten Sie besonders auf die feiner herausgearbeiteten Details und den volleren Klang der dedizierten Soundkarte.

Unser Video zum Thema Onboard-Sound gegen Soundkarte sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen.

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    • Kommentare (458)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Berky Freizeitschrauber(in)
        Ein Vergleichsvideo sollte erstmal in gleicher Lautstärke sein und alle Spielereien, wie man übrigens im Video sehen kann , Surround, Crystalizer und Dialog Plus deaktiviert sein. Wenn Scoutmodus auch noch aktiveiert ist, klingt es ohnehin anders, weil dabei die Höhen hervorgehoben und tiefe Töne gedämpft werden. Das Vergleichsvideo ist so unfair.
      • Von Berky Freizeitschrauber(in)
        Ein Vergleichsvideo sollte erstmal in gleicher Lautstärke sein und alle Spielereien, wie man übrigens im Video sehen kann , Surround, Crystalizer und Dialog Plus deaktiviert sein. Wenn Scoutmodus auch noch aktiveiert ist, klingt es ohnehin anders, weil dabei die Höhen hervorgehoben und tiefe Töne gedämpft werden. Das Vergleichsvideo ist so unfair.
      • Von Memphys Software-Overclocker(in)
        Zitat von goomStar
        Kann tatsächlich über meinen aktuellen Realtek nicht meckern. Kann natürlich auch an dem "noch nie ne Brille getragen"-Effekt liegen.

        Aber vielleicht kann mir jemand was über den ALC 1150 auf meinem unten erwähnten Board erzählen und darüber, ob mir ne zusätzliche 30€ Xonar eventuell "die Ohren öffnet". Oder ab welcher Preisklasse ich tatsächlich von internen oder externen Soundkarten profitieren würde, gegenüber dem verbauten Chip auf dem Gigabyte Z97X-UD3H Brett.
        Bin bisher zufrieden, mit welchen Argumenten könnte man mir das ausreden?
        Meine Reaktion wenn ich aus alter Gewohnheit den Kopfhörer an meinen OnBoard-Sound anschließe ist immer die Frage ob jetzt die Kopfhörer den Geist aufgeben... kein Vergleich zur Soundkarte (guck bei der Xonar DGX am besten mal nach ob die mit deinem Board funktioniert, mit meinem Gigabyte funktioniert die DGX (PCIe) aus unerfindlichen Gründen nicht, musste dann auf die DG (PCI) ausweichen).

        Was für eine Soundkarte Sinn macht hängt immer davon ab was man an Soundhardware da hat... mit den DT770 Pro war es doch ein ziemlicher aha!-Effekt.
      • Von goomStar Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Kann tatsächlich über meinen aktuellen Realtek nicht meckern. Kann natürlich auch an dem "noch nie ne Brille getragen"-Effekt liegen.

        Aber vielleicht kann mir jemand was über den ALC 1150 auf meinem unten erwähnten Board erzählen und darüber, ob mir ne zusätzliche 30€ Xonar eventuell "die Ohren öffnet". Oder ab welcher Preisklasse ich tatsächlich von internen oder externen Soundkarten profitieren würde, gegenüber dem verbauten Chip auf dem Gigabyte Z97X-UD3H Brett.
        Bin bisher zufrieden, mit welchen Argumenten könnte man mir das ausreden?
      • Von Haxti Software-Overclocker(in)
        Zitat von KrustY76
        Ebenfalls ein wichtiges Kriterium: Dedizierte Soundkarten bekommen einen besseren Treibersupport spendiert, als lizenzierte (onboard) Modelle...
        Naja das Problem hat man mit den Realtek Chips afaik nicht Erstens sind nur eine begrenzte Anzahl an Chips im Umlauf und zweitens haben die Originaltreiber noch immer Funktioniert.
      • Von KrustY76 Schraubenverwechsler(in)
        Ebenfalls ein wichtiges Kriterium: Dedizierte Soundkarten bekommen einen besseren Treibersupport spendiert, als lizenzierte (onboard) Modelle... Beispiel: Versuch mal einen aktuelleren Treiber für das Gigabyte G1.Sniper Z87 und seinem Creative Sound Core 3D Chip zu bekommen. Creatives hauseigener (für die dedizierte Recon 3D) wird nicht funktionieren und der Treiber für den lizenzierten Onboard-Chip stagniert auf dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des Boards. Und dabei gelten gerade die Recon 3D/Creative-Treiber nicht als die Stabilsten...
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