Intel Skylake: Zwei neue Prozessoren im Desktop-Portfolio
Intel hat zwei neue Skylake-Prozessoren ins Desktop-Portfolio aufgenommen. Dabei handelt es sich um den Core i3-6098P und Core i5-6402P. Sie sind Abwandlungen bereits vorhandener Modelle. Der Zusatz P stiftet aber Verwirrung.
Intel hat dem Skylake-Portfolio zwei neue Prozessoren hinzugefügt. Die sind für Spieler zwar nur mäßig spannend, aber die Sache ist trotzdem berichtenswert, weil die Bezeichnungen wieder einmal für Verwirrung sorgen. Im Detail handelt es sich dabei um die Modelle Core i3-6098P und Core i5-6402P. Beide sind Abwandlungen ihrer nahen Verwandten, also dem Core i3-6100 und dem Core i5-6400.
Während P aber früher für Modelle ohne integrierte Grafikeinheit stand, steht es heute für eine abgespeckte integrierte Grafikeinheit. In beiden Modellen steckt eine HD Graphics 510 mit 12 Ausführungseinheiten. Die taktet mit 350 MHz im Minimum und 1.050 im Maximum. Standardmäßig kommen Desktop-Skylakes mit der HD Graphics 530 daher, die 24 Ausführungseinheiten hat.
Der Core i3-6098P ist, wie der Name bereits vermuten lässt, etwas niedriger getaktet als sein Artverwandter. Auf den Core i3-6100 fehlen ihm 100 MHz. Die TDP steigt aber von 51 auf 54 Watt. Wo das mangels Boost herkommen soll, weiß wohl nur Intel. Es könnte mit der Die-Qualität und den benötigten Spannungen zu tun haben. Der Preis für beide Modelle ist mit 117 USD identisch. Der Core i5-6402P wiederum ist ein wenig höher durchnummeriert, was auf 100 MHz mehr beim Takt gegenüber den Core i5-6400 hindeutet. Die TDP mit 65 Watt und der Preis mit 182 USD bleiben gleich.
Beide Modelle wären daher insbesondere dann interessant, wenn ohnehin eine dedizierte Grafikkarte zum Einsatz kommt. Da sie sich aber preislich nicht von den bisher angebotenen Modellen unterscheiden und so gut wie keinen anderen Anreiz bieten, ist ihre Daseinsberechtigung kaum auf eine sinnvolle Portfolioerweiterung zurückzuführen. Das kann dem Kunden aber auch letztlich egal sein. Ärgerlicher ist, dass Intel weiterhin eine klare Linie in der Produktbezeichnung vermissen lässt.
Quelle: via 3D Center
| Modell | Kerne/Threads | Takt/Boost | Cache | Grafik | Speicher | TDP | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i3-6098P | 2/4 | 3,6/- | 3 MiB | 12 EU (350/1.050 MHz) | DDR4-2133, DDR3L-1600 | 54 Watt | 117 USD |
| Core i3-6100 | 2/4 | 3,7/- | 3 MiB | 24 EU (350/1.050 MHz) | DDR4-2133, DDR3L-1600 | 51 Watt | 117 USD |
| Core i5-6400 | 4/4 | 2,7/3,3 | 6 MiB | 24 EU (350/1.050 MHz) | DDR4-2133, DDR3L-1600 | 65 Watt | 182 USD |
| Core i5-6402P | 4/4 | 2,8/3,4 | 6 MiB | 12 EU (350/1.050 MHz) | DDR4-2133, DDR3L-1600 | 65 Watt | 182 USD |
| Core i7-6700K | 4/8 | 4,0/4,2 | 8 MiB | 24 EU (350/1.050 MHz) | DDR4-2133, DDR3L-1600 | 91 Watt | 339 USD |


Dass hier Resteverwertung statt findet ist klar, nur das mit dem Suffix hätte man sich sparen können und die Preise sind auch zu hoch angesetzt.
Ansonsten kann man dies ja aber auch so deuten, dass sich seit den Broadwell-Verzögerungen und den anfänglichen Skylake-Engpässen immer noch keine zufriedenstellende Ausbeute ergibt. Allerdings weisen die P-Modelle ein anderes Stepping auf und Ausschuss hätte ja vermutlich das gleiche Stepping wie die Vollmodelle 6100.
Der neuere i5 wäre für Spieler, die eine dedizierte Grafikkarte nutzen möglicherweise sogar interessanter, als das Modell ohne P-Suffix. Gleicher Preis, dafür aber etwas höherer Takt und keine (eigentlich) unnötige iGPU. Allerdings wissen wir noch nicht, was uns vielleicht DX 12 bringen wird. Wenn dann irgendwelche Berechnungen auf die iGPU ausgelagert werden können (z. B. KI?), wäre die doppelte Anzahl an Ausführungseinheiten vielleicht doch noch interessanter, als die 100 MHz mehr...
Trotzdem, die Frage nach dem Sinn bleibt in jedem Fall bestehen.