Sim City: Endlich der komplette Test - Nicht nur Serverfehler machen Probleme [Test der Woche]

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Test Oliver Halbig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Der neueste Teil von Sim City soll die Serie zurück in die Erfolgsspur bringen. Was ist daraus geworden? Der Release ging schon mal kräftig schief, da das neue Online-Konzept den Spielerzahlen nicht gewachsen war. Wer dann erfolgreich spielen darf, entdeckt eine Städtesimulation, die zu Beginn durchaus zu gefallen weiß, im Spielverlauf allerdings immer mehr Schwächen enthüllt.

Anmerkung: In der abgelaufenen Woche war dieser Test der mit den größten Interesse von Seiten der Leser. Aus diesem Grunde veröffentlichen wir ihn heute erneut.

Es sind die Momente, in denen man sich Gedanken über die Berufswahl macht: Ein Test für ein neues Spiel steht an, der Kaffee ist gekocht und pünktlich 00:01 wird der Download angeworfen. Auch im Fall von Sim City sah zunächst alles nach einer üblichen Gamer-Nacht aus, bevor am nächsten Tag dann dieser Artikel entstehen sollte. Doch um ca. 01:15 Uhr war es damit vorbei. Amerikanische Verhältnisse zogen ein und die Server waren platt. Flexibel, wie man als Spiele-Redakteur ist, wartet man eine Stunde und beschließt dann ins Bett zu gehen, um in den frühen Morgenstunden wieder sein Glück zu versuchen - dann sind die Spieler vom Start ja im Bett.

Aber auch am nächsten Morgen, dem Freitag, tat sich nichts und den Rest des Tages verbrachten wir damit, uns die kreativen Fehlermeldungen der Maxis-Entwickler anzuschauen - denn davon gab es mehr als genug. Gegen Nachmittag haben wir es dann für zwei Stunden auf die Server geschafft, um dann wieder herunterzufliegen und nach weiteren 2 Stunden Nichtstun festzustellen, dass unsere Stadt in den Weiten der EA-Server-Farmen verschwunden ist. Eine weitere Nachtschicht später haben wir dann endlich den Test beenden können. Doch lassen wir das alles an dieser Stelle mal hinter uns. Stellen wir wieder das Spiel in den Vordergrund. Ist Sim City ein gutes PC-Spiel? Wir sind dieser Frage so neutral wie möglich nachgegangen.

Sim City: Das Gameplay - Wo ist das Problem?

Der gemeine Städtebauer braucht einen gewissen Hang zu Zahlen und Statistiken: Jede Art von Information wie Stromverbrauch, Einwohnerzahl, Verbrechensrate und so weiter beeinflussen die nächsten Schritte und sollten möglichst immer verfügbar sein. Sim City bleibt hier leider sehr oberflächlich und auch nur wenig anschaulich. Boden- oder Luftverschmutzung wird mit wenig aufschlussreichen Farbgrafiken dargestellt, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Es kann auch passieren, dass Sie laut Anzeige freie Arbeitsplätze für alle Bildungungsschichten haben, trotz vorhandenem Bauplatz aber keiner in Ihre Stadt zieht. Oder ohne ersichtlichen Grund schwankt Ihre Einwohnerzahl in kurzer Zeit um 10.000 Einwohner. Das Spiel bedient Sie einfach mit zu wenig Informationen, um immer zu wissen, was in Ihrer Stadt los ist. Möglicherweise wollte man Einsteiger vor einer Informationsflut bewahren, eine Anzeigeoption für Experten vermisst man aber schmerzlich.

Ein anderer Grund dafür könnte sein, dass dem Spiel die Komplexität fehlt, die wir mit den Statistiken gerne entdecken würden. Im Bildungssystem springen unsere Einwohner direkt von der Grundschule auf die Universität. Zwischenstufen wie Gymnasien oder Hochschulen existieren zwar, werden im Prinzip aber nicht benötigt, da die Grundschule alle Bildungsvoraussetzungen erfüllt. Dieses Prinzip zieht sich durch das gesamte Spiel. Ob Wasserversorgung, Tourismus oder Wirtschaft: Der Effekt vieler Gebäude wird einfach nicht deutlich.

Im öffentlichen Verkehr fahren unsere zwölf Busse auch nicht wie gewünscht in regelmäßigen Abständen durch die Stadt. Sie bilden eine brave Kette und fahren zu Beginn des Tages gemeinsam die Stadt ab. Auf den ohnehin verstopfen Straßen zur Rushhour geht dann nichts mehr und ihr Effekt verpufft - davon abgesehen, dass nachmittags deshalb gar keine Busse fahren, weil die Karawane noch auf der Frühstückstour ist. Dasselbe sehen wir bei Straßenbahnen.

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Cloud-Speichern - Nicht nur wegen der Server nervig

Das automatische Cloud-Speichern wird auch im Gameplay zu einem konkreten Problem: Ein Stück weit bekam die Serie ihren legendären Charakter dadurch, dass Sie die mühsam gebauten Städte durch kreative Katastrophen wieder einäschern konnten. Wer sah nicht gerne zu, wenn Godzilla, Vulkane oder Aliens die eigene Stadt zerlegen? Anschließend einfach neuladen und weiter geht es. Zerstören können Sie Ihre Städte nach wie vor - nur das Neuladen funktioniert dank Cloud-Gaming nicht mehr. So macht Zerstörung irgendwie keinen Spaß.

Aber wie groß wird die eigene Stadt eigentlich? Wer Superstädte wie London, Tokio oder Paris nachbauen möchte, bekommt außer den großen Sehenswürdigkeiten nur wenig Möglichkeiten an die Hand. Die Karten sind für echte Großstädte einfach zu klein. Maxis wollte offensichtlich den Schritt gehen, dass eine Region als Gesamtheit die Superstadt bildet. Eine Stadt lockt Touristen an, eine andere scheffelt am Weltmarkt Geld mit Kohle und Öl oder versorgt die Kraftwerke der anderen Städte. Die Idee ist nett, die Umsetzung aber mehr als traurig. Die Regionskarten sind extrem statisch und außer voller Stadtautobahnen und gelegentlichen Textmeldungen bekommen wir von den Verbindungen der Städte nicht wirklich viel mit. Aufgrund der Probleme, dass man schlicht nicht weiß, wo die Bedürfnisse einer Stadt im Detail liegen, kann man auch in Absprache mit Freunden nur schwer eine Region gezielt so aufbauen, dass man anderen Städten helfen kann. Bleiben die ambitionierten Großprojekte: Alle Städte einer Region können an Großprojekten wie Flughafen, Solarpark oder Raumfahrtzentrum arbeiten. Diese Projekte kosten viel Geld, Arbeitskräfte und noch mehr Rohstoffe. Als Belohnung winkt ein liebloses Objekt auf der Regionskarte und ein kleiner Bonus auf Strom oder Tourismus. Wieder eine nett gemeinte Idee, die an der Umsetzung scheitert.

Wir möchten aber auch nicht alles madig reden. Auch ohne immer zu wissen, was in Ihrer Stadt grade passiert, können Sie an Sim City durchaus Freude entwickeln. Die selbst geplante Stadt wächst schließlich stetig vor sich hin und wie ein stolzer Ziehvater blickt man nach Stunden auf das eigene Werk. Dieser Motivationsfaktor ist dem Spiel erhalten geblieben und durch regelmäßige Meldungen der Einwohner und deren Wünsche sogar verstärkt worden.

SimCity: Die Technik - Es sind nur Kleinigkeiten

Optisch werden von Sim City keine Wunder erwartet und eine Simulation dieser Art in der Qualität der Cryengine würde die aktuellen technischen Möglichkeiten auch mit Sicherheit überschreiten. Die Optik im Sims-Look gibt dem Gesamtkonzept aber Charme und die Gebäude sind im Design durchaus kreativ. Hier lässt das Spiel kaum Wünsche offen. Die Probleme liegen im Detail: Beim Straßenbau in hügligem Gelände entstehen regelmäßig Clipping-Bugs in der Landschaft, die wieder verschwinden, wenn man näher heranzoomt. In der Vogelperspektive verdecken dagegen Dreckberge die Straßen.

Ähnliches erleben wir häufiger bei großen Gebäuden, die halbtransparent in der Landschaft flimmern. Beim Sound werden Sirenen offensichtlich bevorzugt wiedergegeben, sodass große Städte dauerhaft so viel Sirenengeheule produzieren, als sei gerade die Zombieapokalypse ausgelöst worden - das geht zwar, haben wir aber in diesem Fall nicht getan. Allesamt Dinge, die ein Patch beheben kann. Sie sammeln sich allerdings und fallen in der Gesamtheit irgendwann einfach enorm negativ auf. Zusammen mit der Server-Performance kann man der Technik kein gutes Zeugnis ausstellen.

Zum Einstieg ein kleiner Auszug aus den Fehlermeldungen vom Release und ein paar Bilder unserer Stadt

Bildergalerie

Im Sandbox-Modus ist übrigens Cheaten für unbeschwerten Städtebau erlaubt. Die entsprechenden Codes finden Sie hier:

[Cheats zeigen]

Sim City: Fazit - Auch ohne Serverprobleme bleiben großen Schwächen

Über den für EA peinlichen und für die User extrem frustrierenden Release des Spiels wurden mittlerweile alles gesagt und für jemanden, der das Spiel erst in 1-2 Wochen kaufen möchte, sind diese ohnehin vermutlich nicht mehr von Bedeutung. Reden wir also lieber über das Spiel an sich: Die Optik im Sims-Design ist dem Spiel angemessen und auch das Design der Gebäude bietet reichlich Abwechslung. Darüber hinaus leistet sich die Technik aber nervende Schwächen. Speziell die größeren Gebäude im Spiel neigen zu Grafikfehlern, Straßen in Gebirgen kämpfen mit Clipping-Problemen und bei größeren Städten hören Sie praktisch nur noch Alarmsirenen, egal wo Sie sich auf der Karte bewegen. Allesamt Punkte, die in jedem Q&A-Test auffallen sollten und offensichtlich bewusst ignoriert wurden.

Ein weiterer Punkt ist der Spielumfang: Sim City bewegt sich mit 50-60 Euro am oberen Ende der Preisskala für PC-Spiele und sollte dementsprechend etwas bieten. Im Sandkasten-Baumodus haben Sie theoretisch natürlich unendliche Spielstunden vor sich. Der generelle Ablauf wiederholt sich allerdings recht schnell und darüber hinaus bietet das Spiel auch keine weiteren Anreize. Es gibt keine Szenarien oder eine Kampagne. Lediglich ein Tutorial im Oldschool-Text-Klick-Design, soll Sie mit der grundsätzlichen Steuerung vertraut machen - insgesamt einfach zu wenig. Und dass zum Release bereits relativ teure Städtesets zum Nachkaufen bereitstehen, hinterlässt nicht gerade einen guten Beigeschmack.

Was bleibt? Sim City ist eine gute, aber nicht überragende Städtesimulation, der es überraschend an Spieltiefe und Detailverliebtheit fehlt. Die Kartengröße für eine Stadt schränkt die Baulust ziemlich ein und so sind Sie gezwungen, mehrere Städte in einer Region zu bauen, um die Großprojekte umzusetzen - die große und ultimative Stadt gibt es nicht. Der Kleinstadtcharme bleibt jeder Stadt auch mit Wolkenkratzern erhalten. Insgesamt viele gute Ansätze und Ideen, die bei der Umsetzung aber zu häufig auf der Strecke geblieben sind. Wir sind gespannt, welche Themen EA bei Sim City noch anpackt.

Hintergrund zu Sim City

Maxis behält das bewährte Open-World-Spielprinzip bei und verbessert darüber hinaus alles, was sich nur irgendwie verbessern lässt. Verwirklichen die Entwickler aus dem kalifornischen Emeryville ihre Pläne, dürfte Sim City nicht nur eingefleischte Städtebauveteranen, sondern auch Nachwuchsbürgermeister anlocken. Allerdings trübt der permanente Mehrspielermodus und Onlinezwang die Freude. Mehr zu Sim City gibt es auf unserer Themenseite.

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    • Kommentare (85)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von VVeisserRabe Software-Overclocker(in)
        Zitat
        Hintergrund zu Sim City

        Maxis behält das bewährte Open-World-Spielprinzip bei und verbessert darüber hinaus alles, was sich nur irgendwie verbessern lässt. Verwirklichen die Entwickler aus dem kalifornischen Emeryville ihre Pläne, dürfte Sim City nicht nur eingefleischte Städtebauveteranen, sondern auch Nachwuchsbürgermeister anlocken. Allerdings trübt der permanente Mehrspielermodus und Onlinezwang die Freude. Mehr zu Sim City gibt es auf unserer Themenseite.
        könntet ihr den Text bitte endlich mal an die Realität anpassen?

        Übernehmt doch einfach den Schluss vom Testfazit

        Zitat
        Was bleibt? Sim City ist eine gute, aber nicht überragende Städtesimulation, der es überraschend an Spieltiefe und Detailverliebtheit fehlt. Die Kartengröße für eine Stadt schränkt die Baulust ziemlich ein und so sind Sie gezwungen, mehrere Städte in einer Region zu bauen, um die Großprojekte umzusetzen - die große und ultimative Stadt gibt es nicht. Der Kleinstadtcharme bleibt jeder Stadt auch mit Wolkenkratzern erhalten. Insgesamt viele gute Ansätze und Ideen, die bei der Umsetzung aber zu häufig auf der Strecke geblieben sind.
      • Von VVeisserRabe Software-Overclocker(in)
        Zitat
        Hintergrund zu Sim City

        Maxis behält das bewährte Open-World-Spielprinzip bei und verbessert darüber hinaus alles, was sich nur irgendwie verbessern lässt. Verwirklichen die Entwickler aus dem kalifornischen Emeryville ihre Pläne, dürfte Sim City nicht nur eingefleischte Städtebauveteranen, sondern auch Nachwuchsbürgermeister anlocken. Allerdings trübt der permanente Mehrspielermodus und Onlinezwang die Freude. Mehr zu Sim City gibt es auf unserer Themenseite.
        könntet ihr den Text bitte endlich mal an die Realität anpassen?

        Übernehmt doch einfach den Schluss vom Testfazit

        Zitat
        Was bleibt? Sim City ist eine gute, aber nicht überragende Städtesimulation, der es überraschend an Spieltiefe und Detailverliebtheit fehlt. Die Kartengröße für eine Stadt schränkt die Baulust ziemlich ein und so sind Sie gezwungen, mehrere Städte in einer Region zu bauen, um die Großprojekte umzusetzen - die große und ultimative Stadt gibt es nicht. Der Kleinstadtcharme bleibt jeder Stadt auch mit Wolkenkratzern erhalten. Insgesamt viele gute Ansätze und Ideen, die bei der Umsetzung aber zu häufig auf der Strecke geblieben sind.
      • Von Rail Freizeitschrauber(in)
        Zitat von DarkMo
        hab gestern im laden mal die packung betrachtet - da prangte doch wahrhaft ein aufkleberchen drauf, dass es 26 spiele-bewertungs trophäen (oder so) eingeheimst hätte? also sind nicht nur die kunden rückgratlos sondern auch die presse? oder vorallem die presse? der geringste teil wird sich ja ned wie hier in nem forum erkundigen. die werden maximal nen test lesen und meistens einfach den aufkleber da sehn und sich denken "na wenn das so viele für geil befinden...".

        ich find das etwas schwach. kA, aber hier im forum häufen sich selbst von redaktioneller seite (main news) die schlechten kritiken, wieso kommt da von den anderen scheinbar nix?
        Auf die meisten Bewertungen von iwelchen pseudospielezeitschriften kann man pfeifen...nur leider sind auch die Redakteure von bekannteren Zeitschriften geblendet besonders wenn's ums Geld geht ist leider der Trend!
      • Von Infernal-jason PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von DarkMo
        hab gestern im laden mal die packung betrachtet - da prangte doch wahrhaft ein aufkleberchen drauf, dass es 26 spiele-bewertungs trophäen (oder so) eingeheimst hätte? also sind nicht nur die kunden rückgratlos sondern auch die presse? oder vorallem die presse? der geringste teil wird sich ja ned wie hier in nem forum erkundigen. die werden maximal nen test lesen und meistens einfach den aufkleber da sehn und sich denken "na wenn das so viele für geil befinden...".

        ich find das etwas schwach. kA, aber hier im forum häufen sich selbst von redaktioneller seite (main news) die schlechten kritiken, wieso kommt da von den anderen scheinbar nix?

        Damals bei (Sielder aufstieg eines königreichs) gabs auch massig spitzen bewertungen auf der Verpackung und ich hab mir damals gekauft. Um am ende ein lw Spiel bekommen. Daraus hab ich gelernt und kaufe nimmer blind, selbst wenn das spiel 100 preise bekommen hat, man kann den Herstellern oder Gameszeitschriften nicht trauen.
      • Von DarkMo Lötkolbengott/-göttin
        hab gestern im laden mal die packung betrachtet - da prangte doch wahrhaft ein aufkleberchen drauf, dass es 26 spiele-bewertungs trophäen (oder so) eingeheimst hätte? also sind nicht nur die kunden rückgratlos sondern auch die presse? oder vorallem die presse? der geringste teil wird sich ja ned wie hier in nem forum erkundigen. die werden maximal nen test lesen und meistens einfach den aufkleber da sehn und sich denken "na wenn das so viele für geil befinden...".

        ich find das etwas schwach. kA, aber hier im forum häufen sich selbst von redaktioneller seite (main news) die schlechten kritiken, wieso kommt da von den anderen scheinbar nix?
      • Von turbosnake Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von max70
        Einen Satz, der mit einem Augenzwinkern abgeschlossen wurde, nimmst du für ernst gemeint. Naja.
        Vieleicht hast du ihn ja auch einfach nicht verstanden, oder dir ist langweilig.
        Ja das tue ich, da es imho heißt :Hey, das was du da gesagt hast ist falsch und ich sage dir wie es richtig ist'.
        Der kommt immer dann wenn einer irgendwas etwas nicht kapieren will oder es immer wieder falsch behauptet wird.
      Direkt zum Diskussionsende
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