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    Quelle: PC Games Hardware

    Western Digital WD Blue SSD im Test: Eine alte Bekannte

    Western Digital ist ein alter Bekannter, was Festplatten angeht. Auf dem Markt der SSDs war WD so gut wie nicht zu finden - bis letzten Monat: Unter alten Bezeichnungen "Blue" und "Green" sind nun WD-SSDs im 2,5-Zoll-Format sowie im M.2-Formfaktor verfügbar. Genauer hingeschaut, sind aber auch diese SSDs bereits unter anderer Bezeichnung auf dem Markt. PCGH macht den Test.

    Es sind nicht die ersten SSDs von Western Digital. Bereits 2010 wagte sich die kalifornische Speicherfirma mit einem Modell auf dem Markt - der WD Silicon Edge Blue. Danach wurde es, was SSDs angeht, still um Western Digital - bis jetzt. Im Sommer dieses Jahres kaufte Western Digital mal eben Sandisk und schmiss nun im Herbst die WD Blue und die WD Green als SSD auf den Markt. Entsprechend der Nomenklatur bei den Festplatten sollen auch die SSDs sich als Allrounder bzw. Stromsparer präsentieren.

    06:21
    Video: Western Digital WD Blue SSD im Test

    Ausstattung der Western Digital WD Blue SSD: Ein Sandisk-Klon

          

    Es bedarf keines investigativen Journalismus, um zu erkennen, dass es sich bei der WD Blue um die bereits länger erhältliche Sandisk X400 handelt. Gleicher NAND-Flash und gleicher Controller sprechen dafür. Es ist vielmehr naheliegend, dass sich Western Digital nach der Übernahme von Sandisk an dessen Repertoire bedient. Spätestens nach dem Aufschrauben beider 2,5-Zoll-Gehäuse ist klar: In beiden Modellen befindet sich haargenau die gleiche Platine.

    So ist auch die WD Blue mit 15-nm-TLC-Flash-Chips bestückt, die 3 Bit pro Zelle speichern. Auch beim Controller handelt es sich um einen Marvell 88SS1074, der am NAND-Speicher mit vier Kanälen angebunden ist, eine LDPC-Fehlerkorrektur sowie eine Stromsparfunktion (Dev Sleep) bietet. Die Verschlüsselung nach AES-256 wird jedoch von der WD Blue nicht genutzt - wohl aber von der Sandisk X400.

    Die M.2-Version der SATA-SSD ist nicht mit einer PCIe-SSDs zu verwechseln, die es im gleichen Format gibt. Letztere SSDs sind merklich schneller und deutlich teurer. Der SATA-6-Gbps-Standard bietet theoretisch maximal 6 GBit/s, was praktisch bei etwa 550 MB/s limitiert ist. Die sind schnell erreicht, weswegen im High-End-Bereich das deutlich schnellere PCIe mit NVME-Schnittstelle (statt AHCI) zum Einsatz kommt.
    Western Digital WD Blue SSD im Test: Eine alte Bekannte (1) Western Digital WD Blue SSD im Test: Eine alte Bekannte (1) Quelle: Western Digital Auch bei Mainboards gibt es diesen Unterschied: Manche Boards haben M.2-Kombi-Ports, die beide Protokolle - also SATA und PCIe - unterstützen. Andere mit M.2 bieten nur eines der beiden Protokolle pro Port, wobei die SATA-M.2-Buchse sich in der Regel den Port mit einer regulären Buchse teilt. Diese können also nicht gleichzeitig verwendet werden.

    Die WD Blue ist in Kapazitäten über 250 GB, 500 GB und 1.000 GB sowie im 2,5-Zoll-Format und im M.2-Formfaktor erhältlich - jedoch ausschließlich im SATA-6-Gbps--Standard. Der Vorteil einer M.2-Version der WD Blue ist lediglich das kompaktere Format gegenüber 2,5 Zoll sowie das eingesparte SATA-Kabel. Denn ansonsten sind Hardware, Performance und Stromverbrauch gleich.
    Auch Western Digital spendiert seinen SSDs ein Tool zur Diagnose, Wartung und Aktualisierung. Wenig verwunderlich ist auch hier, dass das "WD SSD Dashboard" im Prinzip dem "Sandisk SSD Dashboard" gleicht.

    Die WD Green SSDs sind übrigens Klone der Sandisk Plus. In Kapazitäten von 120 GB und 240 GB bedienen sie das Einsteigersegment. Da wir kein Green-Modell selbst getestet haben, gehen wir nicht näher darauf ein.

    Slider

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    after

    Unterschiede zwischen WD Blue SSD und Sandisk X400

          

    Einige Unterschiede gibt es dennoch zwischen der WD Blue und der Sandisk X400. Sandisk bietet bei einer Kapazität von 256 GB eine garantierte Schreibleistung von 80 TBW (Terabytes written) bzw. fünf Jahre ab Kauf, bis die Garantie erlischt - je nachdem, was eher eintritt. Western Digital garantiert bei gleicher Kapazität 100 TBW, aber nur drei Jahre Garantie. Entsprechend direkt proportional steigt die garantierte Schreibmenge bei den Modellen mit 500 GB und 1.000 GB an Kapazität.

    Trotz unterschiedlicher Garantie ist die mittlere Betriebsdauer bis zum Ausfall (MTTF) mit 1,75 Mio. Stunden bei beiden Herstellern gleich angegeben. Wie schon erwähnt, verfügt die WD Blue nicht über eine AES-256-Verschlüsselung, wie sie die Sandisk X400 hat. Sandisk führt die "X400 SED", die zusätzlich noch TCG Opal 2.0 zum Aufpreis von zehn Euro unterstützt - und noch immer billiger als die WD Blue SSD ist.

    Eine Evolution von Sandisk zu WD gibt es dennoch: Die Firmware ist laut WD eine komplett neue und es wird etwas mehr Speicher für das sogenannte Over-Provisioning reserviert. Dabei handelt es sich um Reservespeicher, der einspringt, wenn andere Zellen ihren Geist aufgeben. Das verlängert etwas die Lebensdauer der SSD.

    Leistungsaufnahme der WD Blue SSD

          

    Laut Western Digital soll die SSD bis zu 70 mW im inaktiven aber angeschlossenen Zustand verbrauchen. Derart geringe Ströme können wir mit unserem Multimeter und erst recht mit der Stromzange nicht zuverlässig messen. Unsere Anzeige schwankt hier zwischen 0,00 und 0,01 Ampere, was einer Leistung von etwa 50 mW entspricht. Es kann also im Leerlauf von einem mittleren Stromverbrauch ausgegangen werden, der etwas unter der Herstellerangabe liegt.

    Gleiches Bild bei den Lese- und Schreibströmen: WD nennt 2,85 Watt beim Lesen und 4,4 Watt beim Schreiben. In unserer Messung schwankt der Verbrauch leicht um etwa 2,5 Watt bzw. 3 Watt, wenn wir einige nicht gravierende Lastspitzen ignorieren. Eine derart geringe Leistungsaufnahme ist bei allen bisher von uns getesteten SSDs zu finden. Stromhungrige Ausreißer sind erst unter PCIe-SSDs zu finden. Wie etwa bei der Intel 750, die mit 4 W im Leerlauf so viel schluckt wie SATA-SSDs im Lese- oder Schreibbetrieb. Damit die WD Green SSD ihrem Namen gerecht wird, soll sie den Stromverbrauch im Lesen um wenige Watt unterbieten: Ihr Datenblatt nennt eine Leseaufnahme von 2 W - also nur halb so viel wie die WD Blue SSD. Das muss jedoch nicht unbedingt für den mittleren Verbrauch gelten.

    Lese- und Schreibleistung der Western Digital WD Blue SSD

          

    Um keine unnötige Spannung zu erzeugen, sei verraten, dass bei gleicher Ausstattung logischerweise auch die Performance der beiden Klon-Modelle recht gleich ist. Mit einer sequenziellen Leseleistung von 540 bis 545 MB/s und einer ebensolchen Schreibleistung von 500 bis 525 MB/s nennt Western Digital Werte im Datenblatt, die recht nah am bereits erwähnten SATA-6-Gbps-Limit kratzen. Die Angaben konnten wir nur im Atto-Disk-Benchmark mit komprimierten Daten erzielen. Der Benchmark von AS SSD misst mit unkomprimierten Daten, mit dem wir im Lesen bestenfalls um die 520 MB/s und im Schreiben stets knapp unter 500 MB/s erreichten. Solche Differenzen zum Nennwert sind jedoch gering und erfahrungsgemäß auch üblich.

    Western Digital wirbt zwar nicht mit dem sogenannten Pseudo-SLC-Cache, wie es Sandisk bei der X400 mit dem "nCache 2.0" tat. Es dürfte sich aber um dieselbe Technik handeln.

    Die WD Blue befindet sich also auf einem Leistungsniveau, das schon lange nicht mehr von einer SATA-SSD nennenswert über- oder unterschritten wurde. Unter aktuellen SATA-Modellen gibt es so gut wie keine Ausreißer, was die Leistung betrifft. Das bestätigen auch unsere eigenen Praxis-Benchmarks, in denen wir messen, wie lange die SSD für das Kopieren, Installieren und eine Bildbearbeitung benötigt. Auch hier sind es nur wenige Sekunden, in denen sich aktuelle SATA-SSDs voneinander unterscheiden, was der Anwender praktisch nicht mehr spürt.

    Leistungsvergleich SSD

    • AS-SSD-Benchmark
    • Atto Disk-Benchmark
    • IOPS
    • Real world performance
    Info Icon
    Type Sequential Read/Write-Performance
    Benchmark version 1.7
    • Benchmarks (2 von 2)

    • Produkte ein-/ausblenden

    535.0
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    350
    400
    450
    500
    550
    Name
    Read (MByte/s)
    Write (MByte/s)

    Hardware

    Core i5-3470, MSI Z77-GD80, 4 GiB RAM (DDR3-1333)

    Software

    Windows 7 x64; Intel INF 9.4.0.1017, Intel RST 12.6.0.1033, Intel USB 3.0 XHCI1.0.8.25

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews

    Fazit: Entscheidung fällt im Preisvergleich

          

    Dementsprechend definiert sich die SSD-Mittelklasse - so auch die WD Blue - ausschließlich über den Preis. Natürlich variieren Garantie, Verschlüsselungstechniken und Betriebsstunden etwas. Für den Privatanwender sind diese Details aber kaum relevant. Auch die Erkenntnis, dass die Sandisk-Klone bei gleicher Leistung etwas günstiger sind, ist nicht so spektakulär, wie sie wirken mag. Denn das kann sich schnell ändern. Außerdem beginnen schon die ersten PCIe-SSDs in der Preisklasse der SATA-SSDs zu wildern. So bietet beispielsweise die Intel 600p etwas mehr Leseleistung bei gleichem Preis. Aktuell zumindest ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei anderen SATA-SSD besser.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    SSD-"Festplatten": Funktionsweise, Fachbegriffe und Eigenschaften erklärt
      • Von BxBender Freizeitschrauber(in)
        Schöner Test, Manu.
      • Von DaXXes Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von wurstkuchen
        Ich rate dringenst von Sandisk SSDs ab. Einfach nur Müll. In meinem Asus UX31A war erst ne Sandisk SSD verbaut und war absoluter scheiss. Es wurden zwei SSDs verbaut, Sandisk oder ADATA. Leider hatte ich Pech. Hab das Notebook dann eingeschickt und behauptet die SSD sei defekt und hab dann ne ADATA eingebaut bekomm. Beide 128GB, nur dass die ADATA mal eben in allen Benchmarks bis zu 200% schneller war. Es war einfach nur ein Debakel, kann man kurz zu googlen mit "sandisk ssd ux31a slower". Oder zb hier nachzulesen:

        ASUS Zenbook Prime SSD performance comparison: Sandisk vs ADATA | WiredRevolution.com


        Nicht nur von SSD. Auch wenn es nur tangentiär was mit dem Thema zu tun hat: Bei Speicherkarten für Smartphones und Fotoapparaten habe ich mit Sandisk auch keine so tollen Erfahrungen gemacht - vor allem, wenn die Speicherkarten ziemlich voll waren, sind sie plötzlich von jetzt auf nachher nicht mehr lesbar gewesen ...
      • Von iGameKudan BIOS-Overclocker(in)
        Die Performance ist gerade bei den kleinen (vorallem günstigen) SSDs erheblich schlechter, wenn es um sequenzielle Datentransfers geht. Denen geht dann nämlich nach wenigen GB die Puste beim Schreiben aus. Bei meiner alten SP550 240GB schon nach lächerlichen 2GB. So in Hinblick auf den "Datenblattleser": Die Hersteller geben bei der Schreibrate generell die Schreibrate inklusive SLC-Cache an, nicht die Schreibrate, die ohne ihn erreicht wird... Nach diesen ~2GB hat die SP550 nicht wie laut Datenblatt mit 510MB/s, sondern nur noch mit ca. 50MB/s(!) geschrieben.

        Gleiches mit den IOPS, bei anhaltender Last ist es wichtig, wie lange eine SSD ihre IOPS hochhalten kann. Die SP550 wurde dann nämlich so extrem langsam, dass sogar eine Festplatte im Vergleich ein Segen gewesen wäre. Spätestens bei Datentransfers wo große Datenmengen auftreten, wird dann auch die reelle Geschwindigkeit wichtig. Ist bei mir sogar öfters wie erwartet vorgekommen - beispielsweise, weil ich wegen Speichermangels auf der SSD öfters mal solche Brocken wie GTA5, Payday 2 und BF4 zwischen der SSD und der HDD verschoben habe.

        Daher ist das nicht ganz so egal. Gerade bei der X400 (was anderes ist die WD Blue nicht...), welche bei SanDisk nicht gerade das schnellste Modell war.
      • Von PCGH_Manu Redakteur
        Schaut doch mal ins Datenblatt im Artikel. Dort ist zwischen den Kapazitäten in der seq. Leserate nicht mal 1 % Differenz angegeben. Geht man jetzt davon aus, dass die Mess-Schwankungen viel größer sind und die Unterschiede in praxisnahen Benchmarks ebenfalls vernachlässigbar sind, kann davon ausgegangen werden, dass die Performance in etwa gleich ist.

        Habe von der WD Blue alle drei Kapazitäten gebencht. Kann sein, dass andere Modelle hier mehr schwanken - in dem Fall aber nicht. Das müsst ihr mir halt einfach glauben...

        @Datenblattleser: Die IOPS-Angaben sind im Datenblatt recht trügerisch, da sich die Hersteller meist einfach den höchsten rauspicken. Warum sind in deinem Beispiel dann Lese- und Schreibwerte nahezu gleich?

        @Grafikkartenvergleicher: Ich vergleiche im Test 500 GB und 1 TB. Und wie schon gesagt, 250 GB hab ich auch gemessen. Kaum Unterschied. Wirklich... Da alle gleichen Flash und gleichen Controller haben. Dein Vergleich mit zwei verschiedenen Chips hinkt daher...
      • Von Do Berek Freizeitschrauber(in)
        Eben ,wieso vergleicht man eine 128 GB mit einer 1000GB SSD?
        Das ist wie GTX 1050 vs 1080.
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Western Digital WD Blue SSD im Test: Eine alte Bekannte
Western Digital ist ein alter Bekannter, was Festplatten angeht. Auf dem Markt der SSDs war WD so gut wie nicht zu finden - bis letzten Monat: Unter alten Bezeichnungen "Blue" und "Green" sind nun WD-SSDs im 2,5-Zoll-Format sowie im M.2-Formfaktor verfügbar. Genauer hingeschaut, sind aber auch diese SSDs bereits unter anderer Bezeichnung auf dem Markt. PCGH macht den Test.
http://www.pcgameshardware.de/SSD-Hardware-255552/Tests/Western-Digital-WD-Blue-1211951/
10.11.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/10/Western-Digital-WD-Blue-SSD-2-pcgh_b2teaser_169.jpg
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