Asus ROG Raidr - die PCI-Express-SSD im ASAP-Test

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Der Raidr hat es im Namen, das RAID. Und zwar arbeiten im Prinzip zwei SSDs auf LSI Sandforce-2281-Basis in Asus' ROG Raidr PCIe-SSD zusammen. Der zum Test eingetroffenen Version lötet Asus 256 Gigabyte MLC-Flash aus Toshibas 19-nm-Produktion auf, von denen 240 Gigabyte nutzbar sind - daneben existiert noch eine Version mit halb so viel Speicher. Lesen Sie im Schnelltest, wie sich das ROG-Raidr-Paket im PCGH-Parcours schlägt.

Asus bringt mit der ROG Raidr PCIe-SSD eine UEFI-Boot-taugliche PCI-Express-Karte mit SSD-RAID auf den Markt - wir haben uns das gute, preislich aber leider noch unbestimmte Stück in der 240-GB-Version näher angesehen.

Schnelle SSDs gibt es wie Sand am Meer, doch die als wichtiges Kriterium gehandelte maximale Datenübertragungsrate geht nur selten über rund 560 Megabyte hinaus - hier limitiert die SATA-Schnittstelle trotz ihrer inzwischen 6 Gigabit pro Sekunde Nominalgeschwindigkeit. Da liegt es nahe, SSDs über das wesentlich schnellere da parallel schaltbare PCI-Express-Protokoll anzubinden. Hersteller wie OCZ und nun auch Asus verlöten dazu die nötigen Bauteile für zwei SSDs auf einer PCIe-Platine mit mehreren Lanes genannten Datenautobahnen à 5,0 GBit pro Sekunde im PCIe-2.0-Standard. Während OCZs Revodrive 3 hier auf eine x4-Karte setzt, begnügt sich Asus' ROG Raidr mit einer x2-Karte - theoretisch sind so noch 10 GBit/s oder 1.250 MB/s möglich. Der DuoMode erlaubt schnelle Bootzeiten und unter Windows 8 auch Secure-Boot ohne CSM-Altlasten.

Die Treiber unterstützen Native Command Queuing und TRIM sowie den AHCI-Modus mit den Standard-Treibern von Windows. 128-Bit-AES-Verschlüsselung wird ebenso geboten wie eine dreijährige Garantie - die MTBF, die mittlere Zeit zwischen zwei Fehlern, liegt allerdings bei nur 620.000 Stunden. Diesen eher theoretischen Werte überbieten Single-SSDs zum Teil deutlich, Plextor etwa wirbt mit 2,4 Mio. Stunden MTBF.

Asus ROG Raidr PX2-240GB Technik

Die Raidr aus Asus' Republic-of-Gamers-Reihe setzt wie OCZs Modell auf den Verbund zweier Sandforce-2281-Controller. Diese arbeiten typischerweise ohne Cache-Unterstützung, komprimieren die zu schreibenden Daten dafür aber transparent und verlustfrei, sodass die Schreibrate bei Pressdaten hoch ausfällt, bei bereits vorkomprimierten Files wie Fotos oder Videofilmen jedoch nicht das Maximum erreicht. Asus nutzt einen Marvell-Controller, um die die beiden SF-2281-Controller miteinander zu verbinden - hier sind wir bisher nur PLX-Brückenchips gewohnt.

Umhüllt wird die SSD-Karte von einem schützenden Schild aus schwarz eloxiertem Aluminium. Der soll laut Asus die Datentransfers vor elektromagnetischen Störungen aus dem PC schützen, dient unserer Meinung aber eher dazu, die ROG-Optik samt der LED-Belechtung zu transportieren.
Asus ROG Raidr PCIe SSD 240GB 11 Quelle: PC Games Hardware Asus ROG Raidr PCIe SSD 240GB 11
Wie schon angedeutet, setzt Asus auf zwei LSI Sandforce-Controller des Typs SF-2281-VB2, welche von einem Marvell 88SE9230 PCIe-SATA-Controller ab Werk zu einem RAID0 zusammengeschaltet werden. Diesem Controller ist auch der x2-Modus des PCIe geschuldet - er unterstützt schlicht nicht mehr Lanes, kann aber dank ARM-Kern die Host-CPU von RAID-Berechnungen entlasten. Per Controller-Option-ROM sind auch die Modi RAID1 (Redundanz) und RAID10 (Kombination aus RAID0 und 1) möglich.

Pro Controller befinden sich je vier Flash-Speicherchips des Typs Toshiba TH58TEG7DDJBA4C auf Vorder- und Rückseite der Platine. Asus gibt an, dass es sich dabei um synchronen 19-nm-MLC-Flash mit 16k-Page-Size handelt, typischerweise setzt Toshiba auf den Toggle-DDR-Standard, welcher in vergangenen SSD-Tests im Zusammenspiel mit dem Sandforce-Controller immer noch geringfügig mehr Performance herauskitzeln konnte als der sonst genutzt ONFI-DDF-Speicher aus Intel/Micron-Produktion. Die Firmware-Revision unseres Musters ist MV.R00-0. Doch genug der Vorrede - auf zum Test! Asus ROG Raidr PCIe SSD 240GB 1 Quelle: PC Games Hardware Asus ROG Raidr PCIe SSD 240GB 1

Asus ROG Raidr PX2-240GB im Test

Asus packt der Raidr eine CD mit Software bei. Neben den obligatorischen Treibern gibt es dabei ein Programm zur Erstellung einer RAM-Disk, welche natürlich nochmals flotter als eine SSD ist. HybriDisk ist eine Caching-Software mittels derer die Raidr dazu genutz werden kann, Zugriffe auf Festplatten zu beschleuinigen. Spannend ist dabei, dass sowohl die Einstellung des Caching-Modus (Write Through für sichere Daten und Write Back für unkritische Daten) als auch die Menge des für Caching reservierten Speichers möglich ist. Der Asus Tweakit-Werkzeugkoffer beinhaltet nützliche Tuning-Optionen wie beispielsweise das Verlagern von Browsercaches in die RAM-Disk, die Optimierung von Temp-Verzeichnissen, Auslagerungsdatei und dem Ruhezustand. Firmware Update und Secure Erase werden ebenfalls geboten.

In Sachen Performance wird das geboten, was man von einem RAID0 zweier Sandforce-SSDs mit schnellem Flash-Speicher erwarten kann. Die maximalen Transferraten liegen mit 788 MB/s lesend und 771 MB/s schreibend zwar nicht beim doppelten zweier Einzel-SSDs, wird aber vermutlich vom schmalen PCIe-Interface begrenzt - OCZs Revodrive 3 knackt hier zumindest lesend die Gigabyte-Marke. Auch schreibend und in Sachen IOPS im 4k-aligned Write-Test mit trotzdem hervorragenden 97.000 IOPS liegt Asus' Raidr hinter dem auf maximale Performance getrimmten Revodrive 3.

Die mittleren Zugriffszeiten liegen mit 0,19 ms lesend und 0,20 ms schreibend auf dem üblichen Niveau, welches auch einzelne, mit einem LSI-Sandforce-Controller ausgestattete SSDs erreichen. Marvell-, Indilinx- oder Samsung-SSDs sind hier teils deutlich flotter, ohne dass das in der Praxis noch spürbar wäre.

Asus ROG Raidr PX2-240GB in der Praxis

Die Installation der Raidr gestaltet sich dank PCI-Express-Formats denkbar einfach: Einstecken, Schraube festziehen, fertig. Eine Verkabelung wie bei normalen SSDs ist nicht nötig. Unter Windows läuft die Treiberinstallation sauber und problemlos ab - zuvor wird nur eine Einzelne SSD mit 120 Gigabyte erkannt. Die nutzbare Kapazität liegt dank Gigabyte/GiBiByte-Umrechnung und Overprovisionings bei 223,42 GiByte (von Windows als GByte angezeigt).

In der Praxisleistung kann sich die Raidr-PCIe-SSD allerdings gut behaupten und schlägt im Kopiertest jede derzeit erhältliche Single-SSD und in den anspruchsvolleren Tests 2 und 3 aus dem PCGH, welche das Duplizieren von 10 GiByte in 50,000 Einzeldateien sowie in wenigen vorkomprimierten Dateien simulieren, das Revodrive 3. Im Stresstest nehmen sich die beiden Kontrahenten auf höchstem Niveau nichts.

Der Stromverbrauch ist hoch - zumindest am SSD-Standard gemessen. Mit 5,7 Watt im Leerlauf und bis zu 9,6 Watt unter Volllast bleibt unsere Raidr-Testmuster zwar sowohl unter den von Asus angegebenen Werten von 7 und 16 Watt, als auch unterhalb des Verbrauchs des Revodrives, ist aber besonders im Leerlauf kein Stromsparer. Unter Last brauchen zwei einzelne SSDs teils dieselbe Energie.

Asus ROG Raidr PCIe SSD 240GB 10 Quelle: PC Games Hardware Asus ROG Raidr PCIe SSD 240GB 10 Asus ROG Raidr PX2-240GB Fazit

Die Asus ROG Raidr ist eine hochperformante SSD-Lösung in einem schicken, die Wertigkeit erhöhenden Rundum-Kleid aus gelochtem, eloxierem Aluminium, begleitet von einer sinnvollen Software-Ausstattung. Diese erlaubt zusammen mit den BIOS-Optionen des Marvell-88SE9230-Controllers eine flexible Nutzung des Produktes inklusive verschiedener RAID-Modi und umfassender Windows-8-Unterstützung.

Solange noch kein Preis vorliegt, ist eine weitere Spekulation über die Sinnhaftigkeit einer solchen Lösung müßig, denn schon eine einzelne, sicherlich günstigere SSD beschleunigt den PC gegenüber einer herkömmlichen Festplatte subjektiv enorm. Allerdings dürften zumindest Asus ROG-Fans sicherlich Gefallen sowohl am Erscheinungsbild als auch an der umfangreichen Ausstattung der SSD mit praktischen Beigaben finden.

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    • Kommentare (26)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wolflux Lötkolbengott/-göttin
        Tipp: Erinnert mich stark an eine von InLine PCI Express bei eBay für 2 SSDs im RAID 0 u 1 .Denke mal viel interessanter da die weniger als 30,00€ kostet.Bis 6 Gb./S SATA3.
        Edit:
        Weiß aber nicht ob die Boten kann.?
      • Von wolflux Lötkolbengott/-göttin
        Tipp: Erinnert mich stark an eine von InLine PCI Express bei eBay für 2 SSDs im RAID 0 u 1 .Denke mal viel interessanter da die weniger als 30,00€ kostet.Bis 6 Gb./S SATA3.
        Edit:
        Weiß aber nicht ob die Boten kann.?
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        RAID1 hast du doppelte Geschwindigkeit, doppelte Datensicherheit und doppelte Kapazität gegenüber einem Einzellaufwerk.
        Du brauchst aber vier Laufwerke dafür
      • Von FeuerToifel Volt-Modder(in)
        wie war das noch mit den raid-modi?
        bei raid 0 hab ich höheren datendurchsatz, und trotzdem volle speicherkapazität, bei raid 1 hab ich normale geschwindigkeit und nur noch halbe kapazität, dafür aber n backup. wie ist das dann bei raid 10? hab ich da dann beides zusammen? ich bin da noch nicht so ganz durchgestiegen ^^
      • Von Icedaft Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Euda
        Wenngleich ich mich bereits gedanklich beim 'kämpfen' nach dem Kauf eines solchen On-PCB-RAID-Setups erwische, werde ich, aufgrund des Wertverlustes selbiger, wohl weiterhin bei meiner Revodrive 3 bleiben, mit welcher ich bereits äußerst zufrieden bin.

        Für Benchmarkfetischisten und Kollegen mit enthusiastisch bedingten Veranlagungen zu sinnlos gesparten Sekunden (bspw. diesen "Euda" :>) sicher etwas sehr feines
        Du hast einfunktionierendes Revodrive? Das würde ich mir im goldenen Rahmen an die Wand hängen !
      • Von Euda Software-Overclocker(in)
        Wenngleich ich mich bereits gedanklich beim 'kämpfen' nach dem Kauf eines solchen On-PCB-RAID-Setups erwische, werde ich, aufgrund des Wertverlustes selbiger, wohl weiterhin bei meiner Revodrive 3 bleiben, mit welcher ich bereits äußerst zufrieden bin.

        Für Benchmarkfetischisten und Kollegen mit enthusiastisch bedingten Veranlagungen zu sinnlos gesparten Sekunden (bspw. diesen "Euda" :>) sicher etwas sehr feines
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