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  • SSD 950 Pro im Test: High-End-SSD im M.2-Daumenformat von Samsung

    Jetzt im Test: Die SSD 950 Pro ist für Samsung in mehrerlei Hinsicht eine Premiere: Denn das Laufwerk läuft als erste SSD für Endverbraucher über PCI Express und arbeitet mit dem NVME-Protokoll. Die Serie besteht derzeit aus zwei Laufwerken, wir konnten sie beide testen. Wir zeigen, was der offizielle M.2- und NVME-Einstieg von Samsung auf dem Privatkundenmarkt leistet.

    Als letztes Jahr die Industrie den Aufbruch zu neuen SSD-Schnittstellen antrat, war auch Samsung unter den ersten Herstellern, die den neuen Formfaktor M.2 mit PCI-E-Geschwindigkeit paarten. Konsequent war der Auftritt aber nur technisch, nicht jedoch beim Marketing: Denn anders als die damals einzige andere technisch vergleichbare, aber deutlich langsamere Alternative - die Plextor M6E - blieb die Samsung XP941 nur ein Geheimtipp für gut informierte Hardware-Enthusiasten. Einige Kanten und Ecken bei der Handhabung des Laufwerkes taten ihr Übriges. Gleiches gilt auch für den Nachfolger SM951, der seit einigen Wochen verfügbar ist. Als Novum arbeitet diese SSD auf Wunsch sogar mit der neuen, speziell für SSD entworfenen Schnittstelle NVMHCI (Non Volatile Memory Host Controller Interface), die das alte AHCI (Advanced Host Control Interface) ablösen soll. Wie das Protokoll genau arbeitet, haben wir im Test der Intel SSD 750 erläutert. Auf dem SSD Summit in Seoul hat Samsung - neben deutlich größeren SATA-Laufwerken - nun aber eine SSD vorgestellt, die zum einen wirklich auf Endverbraucher als Kunden abzielt und zudem NVME unterstützt: die Samsung SSD 950 Pro. Denn laut Samsung ist erst jetzt die richtige Zeit für NVME und M.2 auf den Endkundenmarkt, da mit Skylake und Windows 8 beziehungsweise 10 nun alle Hindernisse, die den Kunden vor Probleme stellen könnten, ausgeräumt sind.

    04:18
    Samsung SSD 950 Pro im Video vorgestellt

    SSD 950 Pro: Mini-Platine im Detail

          

    SSD 950 Pro: High-End-SSD im Daumenformat (3)SSD 950 Pro: High-End-SSD im Daumenformat (3)Quelle: PCGHDie Samsung SSD 950 Pro hält sich an viele Gegebenheiten, die man von anderen M.2-Laufwerken kennt: Die Platine gibt es nur im 2280-Format (22 × 80 mm), da das die gängigen Abmessung der meisten, verbreiteten Slots ist. Die maximal mögliche Kapazität liegt hierbei bei derzeit 512 GB unter Verwendung von 32-lagigem V-NAND. Samsung geht hier allerdings einen Kompromiss ein und bestückt die Platinen der SSD 950 Pro nur einseitig, um die Standardvorgabe von M.2 einzuhalten, die bei doppelseitig bestückten Platinen eine Maximalhöhe von 1,26 mm der Chips auf der Unterseite erlaubt. Mit der von uns ermittelten Chip-Dicke von 1,3 mm ist eine standardkonforme, doppelseitige Bestückung also nur ganz knapp nicht möglich. In der Praxis bietet aber fast jedes Mainboard deutlich mehr Platz für Chips auf der Unterseite der M.2-Platine, sodass nicht vollständig M.2-konforme Varianten mit mehr Speicherplatz möglich wären. Samsung hat jedoch bereits angekündigt, dass ab nächstem Jahr mit der Umstellung der Produktion auf V-NAND mit 48 Lagen auch 1-TB-Modelle der SSD 950 Pro erscheinen sollen.


    Derzeit setzt sich die Platinenbestückung bei beiden Serienvertretern aus dem UBX-Controller, einem DRAM-Package sowie zwei NAND-Packages zusammen. Der UBX-Controller nutzt fast schon Samsung-traditionell drei ARM-Kerne, wobei sich zwei um die Verwaltung des NAND-Speichers kümmern und einer die Host-seitigen Anfragen abarbeitet. Die Taktung des Chips liegt bei 500 MHz, zudem hat er eine zu V-NAND passend überarbeitete Firmware erhalten, da er bislang nur mit MLC-NAND zusammenarbeiten musste. Der DRAM-Cache ist auf beiden angebotenen SSD-950-Pro-Varianten 512 MiB groß und bedient sich der LPDDR3-Bauweise. Obwohl der UBX-Controller - wie die SM951 beweist - auch AHCI zu sprechen in der Lage ist, wird es laut derzeitigem Kenntnisstand nur eine NVME-Version der SSD 950 Pro geben. Weiter tragisch ist das nicht, da auch Windows 7 bereits fit für das neue Protokoll ist und Samsung einen eigenen Treiber anbietet. Eine Bootfähigkeit der SSD ist gegeben, sofern das UEFI des Mainboards mindestens auf dem Stand 2.3.1 des UEFI-Standards ist und das Mainboard ein eigenes Option-ROM mitbringt.

    Die Idealanbindung einer solchen SSD besteht natürlich aus vier PCI-Express-Lanes, die das theoretische Maximum von 3.938 MB/s übertragen kann. Das ist auch bei der SSD 950 Pro der Fall. Zwar arbeitet der Flash-Flitzer auch mit dem Schmalspur-M.2-Slot nach Intels Referenzimplementierung des Z97 zusammen, jedoch erreicht die SSD dort in der Praxis nur etwa 800 MByte/s in beide Richtungen, da bei zwei PCI-Express-2.0-Lanes bestenfalls nur 1.000 MByte/s möglich sind.

    SSD 950 Pro: Magere Ausstattung für eine Edel-SSD

          

    Während es auf Seiten der Technik wenig bis nichts zu bemäkeln gibt, sieht es auf Seiten der Ausstattung nicht so gut aus: Unser Produkt-Karton, der laut Samsung der finalen Verkaufsfassung entspricht, enthält nichts weiter als die SSD. Als Download gibt es jedoch den SSD Magician, der uns in einer Vorabversion zur Verfügung stand und ab der Version 4.8 auch die SSD 950 Pro unterstützt. Das ist ein absolutes Novum für eine Samsung-PCI-E-SSD, da die bisherigen Modelle XP941 und SM951 nicht mit der Magician-Software zusammenarbeiten und kein Secure Erase der Laufwerke möglich war - Löschversuche über Dritthersteller-Tools wie Parted Magic sorgten hier für eine beachtliche Anzahl nicht reparabler Laufwerke. Der SSD Magician scheint derzeit auch nötig zu sein, wenn man die SMART-Werte der SSD auslesen will. Mit besagtem Tool lassen sich die Statusinformationen des Laufwerks zwar überprüfen, SSD-Z und Crystal Disk Info konnten diese Werte bei unseren Testmustern aber nicht auslesen. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass auch Windows dieses Problem hat und deshalb bei Problemen eventuell nicht warnen kann.

    Ein weiterer Ausstattungsmangel bezieht sich auf das zuvor genannte Anbindungsproblem vieler Z97-Boards, beziehungsweise die Verwendung der SSD 950 Pro auf Mainboard ganz ohne M.2-Slot. Der SSD 950 Pro liegt kein sogenannter HHHL-Adapter bei. Diese muss bei Bedarf getrennt erstanden werden und schlägt mit weiteren 20 Euro zu Buche.

    Im Vergleich zum bisherigen Top-Modell SSD 850 Pro hat Samsung die Garantiezeit halbiert. Statt satten zehn Jahren gibt es "nur" noch derer fünf, allerdings mit dem Hinweis von Samsung, dass es sich bei der SSD 950 Pro um das erste NVME-Produkt des Unternehmens für Konsumenten handelt und die Garantie bei künftigen NVME-Modellen wieder auf zehn Jahre ansteigen könnte. Die Schreibleistung hat Samsung jedoch auf 400 (512 GB) beziehungsweise 200 Terabytes written (256 GB) angehoben, was rund 220 beziehungsweise 110 GB für jeden Tag der fünfjährigen Garantielaufzeit entspricht. Das sollte selbst anspruchsvollste Privatnutzer zufriedenstellen.

    SSD 950 Pro: Leistungstest

          

    Man kommt nicht umhin, die Intel SSD 750 als heimliche Konkurrentin der SSD 950 Pro zu sehen - die beiden Laufwerke arbeiten mit NVME und sind ähnlich schnell. Größere Unterschiede gibt es jedoch bei den IOPS: Hier kann die Intel-SSD ihren Kanal-Vorteil ausspielen: Der Controller von Intel arbeitet mit 18 Kanälen, während der UBX mit acht auskommen muss. Deshalb ist die IOPS-Leistung (Aligned 4K Random Writes) der SSD 950 Pro merklich niedriger. Die Daten in unserem Benchmark bilden aber nur die Werte nach 5 und nach 30 Minuten Laufzeit ab. Zu Beginn erreicht die 512-GB-Version der SSD 950 Pro durchaus Werte von über 150.000 Aligned 4K Random Writes pro Sekunde, bei der 256-GB-Variante sind es etwa 125.000 IOPS auf unserem Testsystem mit Intel i7-4790K (4 GHz). Bei beiden SSDs hat das NVME-Protokoll zusammen mit PCI-Express einen großen Einfluss auf die Zugriffszeiten und den IOPS, die deutlich besser als SATA-SSDs sind. In den folgenden Benchmarks haben wir die Leistungsdaten der SSD 950 Pro anderen PCI-Express-SSDs gegenübergestellt.

    PCI-Express-SSDs

    -

    • AS-SSD Lesen Schreiben
    • Atto Disk Benchmark
    • IOPS (Enterprise Performance)
    • Zugriffszeiten AS-SSD
    • Real World Performance
    Info Icon
    Type AS-SSD, sequenzielles Lesen und Schreiben
    Benchmark version AS-SSD Benchmark 1.7.47
    • Benchmarks (1 von 2)

    • Produkte ein-/ausblenden

    Windows-Treiber
    2516.0
    Samsung NVME-Treiber
    2467.0
    Intel NVME-Treiber
    2353.0
    Samsung NVME-Treiber
    2212.0
    Windows-Treiber
    2131.0
    Samsung NVME-Treiber
    2098.0
    Toshiba NVME-Treiber
    1996.0
    AHCI
    1960.0
    AHCI
    1340.0
    Windows-Treiber
    1192.0
    0
    500
    1000
    1500
    2000
    2500
    Name
    Lesen (MByte/s)

    Hardware

    Core i7-4790K @ 4,00 GHz (Stromsparfunkionen aus), Asrock Z97 Extreme 6, 8 GiByte DDR3-2133

    Software

    Window 8.1, MSAHCI 6.3.96000, IaNVMe 1.1.0.1004

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews


    Wie man aus den Benchmarks erkennen kann, leidet die SSD-Performance ebenso schon wie die SSD 750 von Intel stark unter dem Windows-Standard-Treiber "nvmestor" von Microsoft. Bei ersten Schreibtests erreichte die 512-GB-Variante nur etwa 35 MB/s schreibend. Die 256-GB-Version arbeitete etwas schneller. Erst die Installation eines Beta-Treibers von Samsung löst die Geschwindigkeitsfesseln und lässt die SSD ihren Dienst mit der Nennleistung verrichten. Bereits auf Seiten der Samsung SM951 NVME und der Intel SSD 750 bremste der Windows-Treiber mit dem Erzwingen der FUA-Funktion ("Force Unit Access"). Dabei handelt es sich um eine Arbeitsweise des Treibers, bei der der Schreibcache des Laufwerkes umgangen wird. Dies dient zur Feststellung, ob die Daten bei einem Laufwerk ohne Schutzmechanismen (beziehungsweise auch solche, die dem Betriebssystem nicht bekannt sind) nichtflüchtig auf die SSD geschrieben wurden.

    Der finale, für die volle Leistung notwendige Samsung-Treiber soll mit dem offiziellen Marktstart der SSD 950 Pro veröffentlicht werden. Zukünftig geplant ist auch eine Unterstützung von Windows Server und Linux. OSX soll aber vorerst nicht berücksichtigt werden. Aber auch trotz der guten Leistung mit dem Samsung-Treiber wäre eine problemfreie Zusammenarbeit mit dem Microsoft-Treiber wünschenswert. Denn bei diesem dürfte es sich bei der Mehrzahl der Kunden um die Standardlösung handeln.

    Da bereits die SM951 eine temperaturabhängige Leistung aufweist, haben wir auch die SSD 950 Pro dahingehend untersucht. Aber in der Tat scheint auch die SSD 950 Pro eine mit der Laufwerkstemperatur schwankende Leistung aufzuweisen. Die von Samsung auf dem SSD-Summit erwähnten Firmware-Anpassungen scheinen aus einer weniger drastischen, aber länger wirksamen Drosselung zu bestehen. Samsung vertritt dabei die Meinung, dass die Geschwindigkeitsprobleme kein großes Problem darstellen. Dies Ansicht teilen wir, da es auf einem Gaming-System kaum Situationen gibt, wo eine solche Drosselung nötig wird, sofern der Nutzer es nicht absichtlich provoziert - bis zum Greifen der Drosselung nach ca. 75 Sekunden sind in unserem Fall nämlich bereits mehr als 110 GB Daten (sequenziell) kopiert worden.

    Fazit: SSD 950 Pro

          

    Mit der SSD 950 Pro bringt Samsung das in einigen Aspekten schnellste Laufwerk mit Endverbraucher-Ausrichtung auf den Markt. So ist die SSD zumindest als 512-GB-Version beim Lesen und Schreiben nominell schneller als die Konkurrenz von Intel, bei den IOPS aber deutlich langsamer. Subjektiv fühlbar sind die Unterschiede zwischen den Laufwerken jedoch nicht, bestenfalls treten die Unterschiede bei für einigen Workstations üblichen Belastungen zutage. Definitiv bemerkbar sind jedoch die Unterschiede beim Preis: Sowohl für die kleinste Intel SSD 750 mit 400 GB als auch der Samsung SSD 950 Pro mit 512 GB werden etwa 400 Euro abgerufen. Für dieses Geld gibt es bei beim Samsung-Laufwerk 112 GB mehr Speicherplatz, jedoch fehlen der SSD 950 Pro im Vergleich zur Intel-SSD die weitreichenden Schutzmechanismen für Ausfallsicherheit und Datenintegrität, wo die SSD 750 von Ihren Datacenter-Wurzeln profitiert. Zudem könnten bei der SSD 950 Pro die Kosten für einen HHHL-Adapter dazukommen. Für den ambitionierten Gamer dürfte die die SSD 950 Pro in den allermeisten Fälle jedoch die günstigere und damit vernünftigere Wahl sein.

    Testtabelle: SSD 950 Pro

          
    Produktinfo/-nameSamsung SSD 950 Pro (512 GB)Samsung SSD 950 Pro (256 GB)
    ModellbezeichnungMZ-V5P512BWMZ-V5P256BW
    Hersteller/WebseiteSamsung (samsung.com/de)Samsung (samsung.com/de)
    PCGH-Preisvergleichwww.pcgh.de/preis/1327973www.pcgh.de/preis/1327975
    Preis/Preis-Leistungs-VerhältnisCa. € 380,-/befriedigendCa. € 200,-/befriedrigend
    Preis pro Gbyte€ 0,8/GiByte€ 0,84/GiByte
    MTBF*/Haltbarkeit1.500.000 Stunden/400 TBW1.500.000 Stunden/200 TBW
    Firmware Testmuster1B0Q1B0Q
    SSD-ControllerSamsung UBX (3 Cores, 500 MHz)Samsung UBX (3 Cores, 500 MHz)
    Flash-ChipsSamsung VNAND (32 Lagen)Samsung VNAND (32 Lagen)
    DRAM-Cache512 MiB LPDDR3512 MiB LPDDR3
    FormatM.2 (2280)M.2 (2280)
    Ausstattung (20 %)  
    Formatierte Kapazität (GiByte)476,94 GiByte238,47 GiByte
    Herstellergarantie5 Jahre5 Jahre
    Zubehör/BesonderheitenSSD Magician (Download)SSD Magician (Download)
    Eigenschaften (20 %)  
    NAND-TypMLC-VNAND (32 Lagen)MLC-VNAND (32 Lagen)
    Trim-Unterstützung (Garbage Collection)JaJa
    SchnittstelleM.2 ( 4x PCI -Express 3.0)M.2 ( 4x PCI -Express 3.0)

    Bildergalerie

          
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    SSD-"Festplatten": Funktionsweise, Fachbegriffe und Eigenschaften erklärt
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Jetzt im Test: Die SSD 950 Pro ist für Samsung in mehrerlei Hinsicht eine Premiere: Denn das Laufwerk läuft als erste SSD für Endverbraucher über PCI Express und arbeitet mit dem NVME-Protokoll. Die Serie besteht derzeit aus zwei Laufwerken, wir konnten sie beide testen. Wir zeigen, was der offizielle M.2- und NVME-Einstieg von Samsung auf dem Privatkundenmarkt leistet.
http://www.pcgameshardware.de/SSD-Hardware-255552/Tests/Samsung-SSD-950-Pro-Test-Review-1173649/
22.10.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/10/IMG_1219-pcgh_b2teaser_169.JPG
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