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  • Asus Hyper Express im Test: Eine Raid-0-SSD im 2,5-Zoll-Pelz

    Zeitgleich mit M.2 und dem Z97 schlägt auch der geistige SATA-Nachfolger SATA Express auf. Nur leider gibt es dafür noch keine Laufwerke. Eine Ausnahme ist das Hyper Express, an dem Asus zurzeit arbeitet. PC Games Hardware macht den Test.

    Asus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzAsus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzQuelle: PC Games HardwareSATA 6 GBit/s ist überholt und beide Nachfolgestandards sind inzwischen auf dem Markt. Doch während es für M.2 durch die Erfordernisse in Ultrabooks bereits einige Laufwerke gibt, glänzt das Angebot von SATA-Express-Laufwerken vor allem durch seine Übersichtlichkeit: Kein Laufwerk ist aktuell gelistet, selbst Ankündigungen der SSD-Hersteller vermissen wir noch.

    Einzige Ausnahme ist dabei Asus. Das Hardware-Unternehmen stellte uns ein Exemplar des Hyper Express zu Verfügung, das mit der neuen Schnittstelle arbeitet. Bei dem Gerät handelt es sich um einen Prototypen, dessen Technik-Spezifikationen und Leistungsdaten sich noch ändern können, weshalb wir auf eine Bewertung verzichten.

    Asus Hyper Express im Test: SATA Express zusammengefasst

          

    Von den beiden SATA-Nachfolgestandards, die aktuell um die Gunst des Kunden buhlen, ist SATA Express wohl als der "wahre" Erbe anzusehen. Das SATA-Konsortium hatte sich nämlich stets auf die Flagge geschrieben, abwärtskompatibel zu den Vorgängern zu bleiben. M.2 erfüllt dieses Kriterium in keiner Weise, SATA Express immerhin teilweise. SATA Express ist mechanisch so aufgebaut, dass zwei der drei Datenleitungen die Form eines normalen-SATA-Steckers aufweisen. Aber nicht nur die physische Form ist abwärtskompatibel, auch intern ist immer noch SATA am Werk: An jedem SATA-Express-Anschluss lassen sich zwei SATA-6-GBit/s-Geräte betreiben. Umgekehrtes, also der Betrieb eine SATA-Express-SSD an einem SATA-6-GBit/s-Anschluss, ist nicht möglich.

    Asus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzAsus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzQuelle: PC Games HardwareAsus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzAsus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzQuelle: PC Games HardwareDer SATA-3.2-Standard, unter dem SATA Express offiziell firmiert, sieht vor, dass Host-seitig an jedem Stecker sowohl SATA- wie auch PCI-Express-Signale anliegen. Diese werden zusammen über die beiden SATA-geformten Anschlüsse in einem gemuxten Zustand übertragen. Was Verwendung findet, entscheidet sich am angeschlossenen Gerät. Im kleinen rechteckigen Stecker befinden sich einige Steuerleitungen.

    Reinrassige SATA-Express-SSDs selbst nutzen nur PCI-Express für die Kommunikation. Der Grund dafür ist, dass es laut dem SATA-Konsortium zwei Jahre gedauert hätte, einen Nachfolgestandard "SATA-12-GBit/s" zu entwickeln. SSDs wären bis dahin schon deutlich schneller gewesen. Einige Flash-Speicher kratzen schon jetzt an dieser Marke. Stattdessen griff man auf den bereits existenten und vielseitigen PCI-Express-Standard zurück. Die aktuelle Ausbaustufe bietet zwei PCI-Express-Lanes. Die maximale, zurzeit mögliche Ausbaustufe stellt also 2 x PCI Express 3.0 dar (16 GBit/s), was unter Berücksichtigung des Overheads 1.969 MByte/s entspricht. Üblich ist aktuell 2 x PCI-Express 2.0, was einen maximalen Nutzdatendurchsatz von 800 MByte/s bedeutet. Da im SATA-3.2-Standard nur ein einziger Pin für den zukünftigen Gebrauch reserviert wurde, jede PCI-E-Lane in der Spezifikation aber mit mindestens zwei Pins zu Buche schlägt, dürften spätere Performance-Upgrades wohl nur durch Generationswechsel bei PCI-Express möglich sein, anders als bei M.2, bei dem bis zu vier PCI-Express-Lanes vorgesehen sind.

    Der SATA-Express-Stecker am Laufwerk sieht seinem Vorgänger dagegen kein bisschen ähnlich. Das SATA-Konsortium holte sich die Inspiration vor allem beim SAS-Stecker ("Serial Attached SCSI"). Mechanisch sind die beiden Ausführungen komplett identisch. Bei SATA Express wurde allerdings eine kleine Schlüsselkerbe hinzugefügt, sodass sich SATA-Express-Kabel nur an entsprechenden Laufwerken verwenden lassen. Die Stromversorgung erfolgt über ein einen üblichen SATA-Stromanschluss, welcher am laufwerkseitigen Ende des Verbindungskabels herausführt. Die Kabel für SATA Express sollen übrigens den Laufwerken beiliegen. Im Mainboard-Karton werden Sie weiterhin nur SATA-Kabel finden.

    06:22
    Asus Hyper Express und SATA Express im Video

    Asus Hyper Express im Test: Ein RAID 0 im 2,5-Zoll-Pelz

          

    Das Asus Hyper Express sieht aus wie ein normales 2,5-Zoll-Laufwerk. Es weist die inzwischen für 2,5-Zoll-Laufwerke recht unübliche Höhe von 9,5 mm auf, auf der Rückseite prangt ein Sticker mit der Aufschrift "Storage provided by Kingston". Auf dem ersten Blick seltsam, ist Kingston ja nicht gerade als Hersteller von Speicherchips bekannt. Eine weitere äußerliche Auffälligkeit ist der SATA-Express-Stecker, den man bisher noch auf keinem Laufwerk finden konnte.

    Asus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzAsus Hyper Express im Test: Ein Raid 0 im 2,5-Zoll-PelzQuelle: PC Games HardwareSobald wir die mit vier Schrauben befestigte Rückenplatte entfernen, offenbart sich auch der Grund für die etwas massigere Erscheinung und den Sticker. Das Hyper Express ist kein Laufwerk im eigentlichen Sinne, sondern ein in einem 2,5-Zoll-Gehäuse untergebrachtes RAID 0. Im Inneren arbeiten zwei mSATA-SSDs von Kingston (SMS200S3/120G), die Testversionen von Kollegen anderer Publikationen waren oft auch mit Sandisk-Laufwerken ausgestattet. Die SSDs sind über den SATA-zu-PCI-Express-Brückenchip ASM1062R von der Asus-Tochter ASMedia angebunden. Dieser unterstützt eingangsseitig 2 x SATA 6 GBit/s, ausgangsseitig 2 x PCI-E 2.0.

    Aus den beiden verbauten SSDs leiten sich viele Eigenschaften des Hyper Express ab. Der Sandforce-2241-Controller der Kingston-SSDs sorgt dafür, dass auch der Raid-0-Verbund erhebliche Probleme damit hat, unkomprimierte Daten zu schreiben. Die Lesegeschwindigkeit ist im AS-SSD-Benchmark ebenfalls nicht besonders hoch und liegt auf dem Niveau einer Mittelklasse-SATA-6-GBit/s. Die Zugriffszeiten liegen auf für RAID-0-Arrays typisch hohen 0,2 ms. Schnellere mSATA-Laufwerke, die wir für eine Gegenprüfung angefordert haben, erreichten uns nicht rechtzeitig, die Ergebnisse reichen wir bei Gelegenheit nach.

    Um die Vorteile des RAID 0 und SATA Express zu erkennen, ist eine Messung mit Atto Disk Benchmark notwendig. Dieser arbeitet bei der Messung mit gut komprimierbaren Daten, was dem Sandforce in die Hände spielt, und dem Hyper Express in diesem Fall Übertragungsraten von rund 750 bis 800 MByte/s beschert - nahe am aktuellen Maximum. Wir haben die Messwerte in folgenden Benchmarkdiagrammen aufbereitet.

    Asus Hyper Express im Test: Benchmarks

          
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    copy 20140529135259-pcgh
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    Atto Read-pcgh
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    asssd 4k-64-pcgh
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    asssd read-pcgh

    Asus Hyper Express im Test: Fazit zur Hyper Express

          

    Als reine mSATA-Version ist das Hyper Express nur mäßig interessant, vor allem, da die ersten "echten" SATA-Express-Laufwerke wohl ähnliche Leistungen, aber ohne die Raid-0-Nachteile bieten werden. Spannender dürfte da schon eine zukünftig erscheinende Version mit M.2-Anschlüssen sein. Mit dem Hyper Express ließe sich so sehr einfach ein M.2-Raid erstellen, was auch auf aktuellen Z97-Mainboards nur mit einer oder mehreren Adaptern möglich wäre. Damit der Nutzer aber wirklich etwas davon hat, muss bei SATA Express erst noch PCI Express 3.0 Einzug halten. Sollte aber dennoch auch die mSATA-Version erscheinen, raten wir Asus hier, von Sandforce-SSDs Abstand zu nehmen. Zudem muss ASMedia noch am verwendeten Controller feilen: Der verwendete ASM1061R unterstützt unseren Prüfungen zufolge noch kein TRIM, was der langfristigen Performance der eingebauten SSDs sehr abträglich ist.

    Asus Hyper Express im Test: Testtabelle

          
    Produktinfo/-nameAsus Hyper Express
    Modellbezeichnung-
    Hersteller/WebseiteAsus (asus.com/de)
    PCGH-PreisvergleichNoch nicht gelistet
    Preis/Preis-Leistungs-VerhältnisKeine Angabe/-
    Preis pro Gbyte-
    MTBF*/Haltbarkeit1.000.000 Stunden (interne Laufwerke)/-
    Firmware TestmusterDXM05B0Q
    SSD-Controller2 x SF2241VB2
    Flash-Chips2 x 4 x TH58TEG8DDJTA20
    DRAM-Cache-
    Ausstattung (20 %)-,--
    Formatierte Kapazität (GiByte)238,47 (2 x 120 GB SMS200S3/120G)
    HerstellergarantieKeine Angabe/-
    Zubehör/BesonderheitenSATA-Express-Kabel
    Eigenschaften (20 %)-,--
    SchnittstelleSata Express
    NAND-TypMLC
    Trim-Unterstützung (Garbage Collection)Ja
    Bauhöhe9,5 mm
    Leistungsaufnahme Leerlauf/Schreiben3,35/6,6 Watt
    Leistung (60 %)-,--
    Endnote-,--

    Asus Hyper Express im Test: Bildergalerie

          
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    SSD-"Festplatten": Funktionsweise, Fachbegriffe und Eigenschaften erklärt
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    Es gibt 16 Kommentare zum Artikel
    Von ruyven_macaran
    Mehr Lanes = aufwendige PCIe-Controller. Warum die soo selten/teuer sind, erschließt sich mir zwar auch nicht. Selbst So2011 CPUs mit ihren 40 Lanes verwenden für PCIe nicht mehr, als vielleicht die halbe Fläche eines DIEs+Cache. Bei Lanes von der CPU ergibt sich zwar zusätzlich das Problem, dass der Sockel…
    Von GreenFreak
    Danke für diese sehr ausführliche und gut verständliche Antwort!
    Ist es denn so schwer für die Hardwareschiede mehr Lanes bereitzustellen? Oder wird dies einfach nicht als nötig angesehen?

    Edit:
    1. Gäbe es (natürlich kaum spürbare) Performance Verbesserungen, wenn man nicht benötigte Geräte im UEFI abschalten würde, oder wäre das egal, wenn diese nicht aktiv genutzt werden (z.B. onboard Sound)?
    2. Wie sieht das grob angeschnitten bei AMD aus?
    Von ruyven_macaran
    Bei Intels PCH-Plattformen (Sockel 115x, 1356, 2011 - nicht aber 775 und 1366) sitzt in der CPU der Mem-Controller und ein PCIe-Controller mit 16 nutzbaren Lanes (115x . die anderen lasse ich mal außen vor, die haben eh genug). Die werden auf Desktopboards immer mit dem primären x16 Slot verbunden…
    Von GreenFreak
    Oh, klassisch meinerseits: "Sicheres Auftreten trotz totaler Ahnungslosigkeit"

    Heißt das, dass GPUs über PCI-Lanes direkt mit der CPU verbunden werden und der Chipsatz komplett eigene PCI-Lanes hat zu der Peripherie?! Ich weiß nur, dass früher aller Kram an der Southbrigde per PCI hing und GPU, RAM an…
    Von ruyven_macaran
    Nö, nicht genau gleich. 2 SATA-SDDs dürften höheren Durchsatz haben (2x 600 MB/s statt 2x 500 MB/s), schnellere Reaktionszeiten (PCIe-Zwischenstufe entfällt), wären ausfallsicherer (zusätzlicher RAID-Controller entfällt) und würden bessere Anbindungen an anderer Stelle bieten (zwei PCIe Lanes würden frei…
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Mehr Lanes = aufwendige PCIe-Controller. Warum die soo selten/teuer sind, erschließt sich mir zwar auch nicht. Selbst So2011 CPUs mit ihren 40 Lanes verwenden für PCIe nicht mehr, als vielleicht die halbe Fläche eines DIEs+Cache. Bei Lanes von der CPU ergibt sich zwar zusätzlich das Problem, dass der Sockel aufwendiger wird - aber Lanes vom Chipsatz sollten eigentlich mit vertretbarem Aufwand machbar sein und die Verbindung CPU-Chipsatz könnte auch mal auf PCIe3-Geschwindigkeit aufgebohrt werden, so dass kein extremer Flaschenhals droht.

        Bei AMD sieht es übrigens nur bedingt besser aus.
        Die FX-Chipsätze für AMD3 haben zwar deutlich mehr Lanes (iirc 42 insgesamt), müssen aber auch die Grafikkarte anbinden und sind ihrerseits nur mit der Geschwindigkeit von ~10 PCIe3 Lanes an die CPU angebunden. Da kann man Genausogut Sockel1150 nehmen und der Grafikkarte 8 der CPU-Lanes klauen - mit PCIe3 x8 läuft die GPU genauso schnell, wie mit PCIe2 x16 auf AM3. Wenn es um die Anbindung von wirklich vielen Endgeräten geht, spart man sich ggf. einen PCIe-Switch, sonst gibt es keine Vorteile. (und z.B. für USB3 braucht man auf der veralteten Plattform sowieso extra Controller, für SATAe/M.2 auch,....)
        FM2(+) wiederum hat iirc genauso insgesamt 24 Lanes, wie Sockel 1150. Theoretisch könnte AMD einen leichten Geschwindigkeits-Vorteil realisieren, weil hier 20 von der CPU kommen und 4 vom Chipsatz -> eigentlich könnte die Plattform mit 20x PCIe3 + 4x PCIe2 gegen Intels 16x PCIe3 und 8x PCIe2 antreten. Aber merkwürdigerweise unterstützten nur die ersten 16 Lanes von Kaveri 3.0 Geschwindigkeit, so dass doch Gleichstand herrscht.
        Was ein echter Pluspunkt bei AMD ist: Der A88X ist der derzeit vielseitigste Chipsatz im Consumersegment. Im Vergleich zum Z87/97 hat er zwar zwei USB3 Ports weniger (aber vier sollten eigentlich reichen) und unterstützt nativ kein M.2/SATAe (was mit 2x PCIe2.0 aber ohnehin langsamer ist, als die 2x SATA3, die bei Intel dafür deaktiviert werden). Aber im Gegenzug hat er 8 SATA3 Ports und einen integrierten PCIe Controller. Bei Mittelklasse-Boards werden dafür meist zusätzliche Controller/Bridges verbaut, die je eine Lane verbrauchen - bei AMD bleiben diese für andere Zwecke frei.

        Blöd nur, dass es keine Core i7 für FM2 gibt
      • Von GreenFreak PC-Selbstbauer(in)
        Danke für diese sehr ausführliche und gut verständliche Antwort!
        Ist es denn so schwer für die Hardwareschiede mehr Lanes bereitzustellen? Oder wird dies einfach nicht als nötig angesehen?

        Edit:
        1. Gäbe es (natürlich kaum spürbare) Performance Verbesserungen, wenn man nicht benötigte Geräte im UEFI abschalten würde, oder wäre das egal, wenn diese nicht aktiv genutzt werden (z.B. onboard Sound)?
        2. Wie sieht das grob angeschnitten bei AMD aus?
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Bei Intels PCH-Plattformen (Sockel 115x, 1356, 2011 - nicht aber 775 und 1366) sitzt in der CPU der Mem-Controller und ein PCIe-Controller mit 16 nutzbaren Lanes (115x . die anderen lasse ich mal außen vor, die haben eh genug). Die werden auf Desktopboards immer mit dem primären x16 Slot verbunden und da dann auch komplett für Single-GPU genutzt. Für Dual-GPU werden sie x8/x8 auf zwei Slots verteilt, seltener kommen Switches zum Einsatz, die x16/x16 draus machen, wobei die gemeinsame Bandbreite zur CPU natürich bei 1x16 bleibt. (wer so beknackt ist, Triple-Crossfire in der Mittelklasse zu praktizieren, bekommt auch Boards mit x8/x4/x4 von der CPU : )
        Der Chip"satz" P(latform)C(ontroller)H(ub) (als Nachfolger der M(emory)CH Northbridges und I(nput/Output)CH Southbridges) ist über eine eigene Anbindung mit der CPU verbunden (die de facto PCIe2 x4 entspricht, weswegen frühe Leaks manchmal mehr Lanes für die CPU-internen Controller aufführen) und verfügt seinerseits über 8 Lanes. Da die Lanes von der CPU normalerweise für Grafik draufgehen, müssen alle anderen Geräte und sämtliche weiteren Erweiterungsslots über diese 8 Lanes versorgt werden.
        Standard ist dabei LAN, sehr viele Boards verbauen eine PCIe->PCI-Bridge, um noch konventionelle PCI-Slots anbieten zu können. Damit bleiben 6 Lanes für
        - alle x1 Slots auf dem Board
        - einen etwaigen PCIe2.0 x4 Slot (mechanisch meist x16) auf dem Board (der sehr praktisch/zwingend nötig ist, wenn man schnelle Festplattencontroller, 10 GB LAN, schnelle PCIe-SSDs, dedizierte PhysX-Grafikkarten oder zukünftige Schnittstellen -z.B. TB, USB 3.1- nachrüsten möchte. Oder auch einfach nur, um mal eine Grafikkarte auf Funktion zu testen, ohne die primäre auszubauen)
        - zusätzliche USB3 Anschlüsse (4 kommen direkt vom Chipsatz. Weitere 2 vom Chipsatz sind möglich, wenn dafür PCIe-Lanes oder SATA-Ports deaktiviert werden, alternativ verbaut man direkt Controller. Viele 9Xer Boards nutzen die SATA-oder-PCIe-Option für M.2 Slots, die ja SATA-oder-PCIe-brauchen)
        - zusätzliche SATA-Anschlüsse (6 kommen direkt vom Chipsatz, wovon zwei jetzt aber oft für M.2/SATAe benötigt werden - alles andere erfordert zusätzliche Controller)
        - hochwertigen Sound (egal ob extra Karte oder Chips von Karten auf dem Board: Sie brauchen eine Lane)
        - zusätzliche LAN-Controller

        Wie man sich unschwer vorstellen kann, wird das knapp. Einige (zu wenige) Platinen (meist ganz oben in der Preisskala) verbauen zwar einen PCIe-Switch, der 4 Lanes auf 2*4 aufteilt, aber das ist im High-End-Segment dann auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Extreme Beispielrechnung:
        Wollte man
        2 LAN
        2 x1 Slots
        1 x4 Slot
        PCI
        6 jederzeit nutzbare SATA-Ports
        2 eSATA-Ports
        1 SATAexpress Port
        und
        1 M.2 Port mit voller Geschwindigkeit (4 Lanes)
        auf einer Platine anbieten (und das ist noch kein absoluter Overkill, es gibt schließlich schon 1150-Boards mit 2x M.2 oder 10+ internen SATA-Ports), dann bräuchte man 16 bis 17 PCIe Lanes (zusätzlich zu den 16 der Grafikkarte, die direkt von der CPU kommen)
        Haben tut man 8, mit Switch ganz selten mal 12. Alles andere wird über Splitter realisiert, die einzelne Komponenten abschalten, damit andere laufen können. In der Praxis sind es vor allem die Slots, die dran glauben müssen. Da hat man dann 2-3 x1 und einen x16 mit "bis zu" 4 Lanes physisch auf der Platine. Aber wenn man die restlichen Onboardfunktionen wirklich nutzt, werden die x1 abgeschaltet und beim "x4" kann man froh sein, wenn er noch zwei Lanes behält - oftmals ist er nur eine. Bei einigen Boards vermutlich gar keine. Dann kann man noch genau eine Erweiterungskarte einbauen -die Grafikkarte- und sich fragen, warum der ATX-Standard 7 Slots vorsieht. (und beten, dass wenigstens die Grafikkarte ihre 16 Lanes behalten durfte)

        Edit: Wie man sieht: Mich stört das Thema ein Bisschen
      • Von GreenFreak PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von ruyven_macaran
        Multi-GPU spielt da kaum eine Rolle. Mit einer Ausnahme nutzt afaik bislang kein Hersteller CPU-Lanes für die Anbindung, quasi alles geht über den Chipsatz. Eingeschränkte Nutzung ergibt sich somit für sämtliche sonstige Peripherie. Will man M.2 für höhere Geschwindigkeiten gegenüber SATA nutzen, wären schließlich schon 4 von 8 Lanes weg. Eine weitere geht ans LAN. Da du nur 4 SATA-Ports bleiben, sollte eine sechste für einen zusätzliche SATA-Controller einplanen. Soundkarte, etwaige zusätzliche USB3 Ports, PCI, zweite LAN und etwaige sonstige Erweiterungskarten dürfen sich dann um die verbliebenen zwei Lanes streiten.
        Für kompakte Systeme sicherlich interessant, aber mehr als µATX-Format brauch man für die Boards imho gar nicht mehr zu benutzen.


        Oh, klassisch meinerseits: "Sicheres Auftreten trotz totaler Ahnungslosigkeit"

        Heißt das, dass GPUs über PCI-Lanes direkt mit der CPU verbunden werden und der Chipsatz komplett eigene PCI-Lanes hat zu der Peripherie?! Ich weiß nur, dass früher aller Kram an der Southbrigde per PCI hing und GPU, RAM an der Northbridge. Aber heute gibts ja nur noch einen Chip, weil der Mem-Controler inner CPU sitzt. Oder wie ist das nun? Könnte mich bitte jemand auf den neusten Stand bringen? ;D
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von Oberst Klink
        Also im Prinzip sind das einfach zwei mSATA SSDs, die in einem Gehäuse untergebracht und als Raid 0 verschaltet wurden. Und beide sind über zwei SATA 6GBit/s-Anschlüsse mit dem System verbunden. Da könnte man genau so gut zwei normale SATA-SSDs nehmen und hätte den gleichen Effekt.


        Nö, nicht genau gleich. 2 SATA-SDDs dürften höheren Durchsatz haben (2x 600 MB/s statt 2x 500 MB/s), schnellere Reaktionszeiten (PCIe-Zwischenstufe entfällt), wären ausfallsicherer (zusätzlicher RAID-Controller entfällt) und würden bessere Anbindungen an anderer Stelle bieten (zwei PCIe Lanes würden frei bleiben).


        Zitat von GreenFreak
        Da ist M.2 deutlich interessanter, außer für die Abermillionen SLI/CF Nutzer, die auf ihre PCIe Bandbreite angewiesen sind


        Multi-GPU spielt da kaum eine Rolle. Mit einer Ausnahme nutzt afaik bislang kein Hersteller CPU-Lanes für die Anbindung, quasi alles geht über den Chipsatz. Eingeschränkte Nutzung ergibt sich somit für sämtliche sonstige Peripherie. Will man M.2 für höhere Geschwindigkeiten gegenüber SATA nutzen, wären schließlich schon 4 von 8 Lanes weg. Eine weitere geht ans LAN. Da du nur 4 SATA-Ports bleiben, sollte eine sechste für einen zusätzliche SATA-Controller einplanen. Soundkarte, etwaige zusätzliche USB3 Ports, PCI, zweite LAN und etwaige sonstige Erweiterungskarten dürfen sich dann um die verbliebenen zwei Lanes streiten.
        Für kompakte Systeme sicherlich interessant, aber mehr als µATX-Format brauch man für die Boards imho gar nicht mehr zu benutzen.
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Zeitgleich mit M.2 und dem Z97 schlägt auch der geistige SATA-Nachfolger SATA Express auf. Nur leider gibt es dafür noch keine Laufwerke. Eine Ausnahme ist das Hyper Express, an dem Asus zurzeit arbeitet. PC Games Hardware macht den Test.
http://www.pcgameshardware.de/SSD-Hardware-255552/Tests/Asus-Hyper-Express-Test-SATA-Express-1122900/
31.05.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/05/SATA-E-SSD-pcgh_b2teaser_169.jpg
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