Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

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Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

Zum Schutz von Daten geht das englische Unternehmen Securedrives einen besonders radikalen Weg. Per Befehl aus der Ferne lässt sich die SSD physikalisch zerstören. Scheinbar sorgt ein Mechanismus innerhalb der SSD für das Zerbrechen der Nand-Speicherchips.

Datenschutz steht hoch im Kurs von Konsumenten und Unternehmen. Während Unternehmen sich zunehmend der Gefahr gegenüber Opfer einer Hacker-Attacke zu werden, gehen die allermeisten Konsumenten vergleichsweise sorglos mit ihren sensiblen Daten und Dateien um. Einen besonders radikalen Weg zum Schutz der Daten hat nun das englische Unternehmen Securedrives beschritten. Anstatt eine quasi Selbstzerstörung auf Softwareebene zu etablieren, werden die SSDs augenscheinlich so gefertigt, dass ein interner Mechanismus für das Zerbrechen der Nand-Speicherchips sorgt. Verschlüsselt sind die Daten trotzdem. Zum Einsatz kommt ein 256 Bit CBC Hardware-Schlüssel.

Die SSDs enthalten ein GSM-Modul, mit dessen Hilfe der Besitzer aus der Ferne einen Befehl an die SSD übersenden kann. Wie genau die Zerstörung geschieht, ist offensichtlich Betriebsgeheimnis. Veröffentlichte Fotos der Speicherchips zeugen jedoch davon, dass das System funktioniert. Der Nutzer kann die SSD frei konfigurieren und selbst bestimmen, wann die SSD sich selbst zerstören soll. Mit dem GSM-Modul lässt sich beispielsweise eine Textnachricht empfangen, die den Befehl zur Selbstzerstörung übermittelt. Die SSDs lassen sich wahlweise per USB oder SATA (3GB/s) anschließen. Die Chips stammen von Micron und sind im 20-Nanometer-Verfahren gefertigt. Bis zu 20.000 IOPS werden im Schreib- bzw- Lesemodus erreicht.

Die SSD kann sich aber auch ganz automatisch ohne Zutun des Eigentümers zerstören. Beispielsweise wird der Selbstzerstörungsmechanismus ausgelöst, wenn die SSD vom Controller getrennt wird oder schlicht die Energieversorgung per Stromkabel oder Akku gekappt wird. Ferner kann die Selbstzerstörung gestartet werden, wenn der GSM-Empfang längere Zeit unterbrochen war oder ein Bewegungssensor feststellt, dass die SSD sich von ihrem angestammten Heim fortbewegt. Ganz billig ist diese Hochsicherheits-SSD aber nicht, denn der GSM-Dienst wird weltweit angeboten. Der Preis für eine SSD mit 128 GByte Speicherplatz beträgt rund 1.000 britische Pfund, umgerechnet rund 1.250 Euro. Im Preis mit inbegriffen ist ein Jahr GSM-Dienst. Danach kostet dieser 29 britische Pfund pro Jahr.

Quelle: Securedrives

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    • Kommentare (24)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Sawe Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

        Zitat von Incredible Alk
        Oder ein kleiner Metallbehälter in dem eine chemische Reaktion ausgelöst wird die ihn so anschwellen lässt dass er die NANDs zerbricht?), denn danach sehen die Bilder aus. Vielleicht war auch ein McGyver unter den Ingenieuren und es gibt ne kleine Sprengladung unter den NANDS die per Elektroschock (Batterie?) gezündet werden kann.
        Falls die SSD eine Sprengladung eingebaut hat, kannst du mit dem Notebook dann nicht mehr reisen (Fliegen). Die Sicherheitskontrolle wuerde dir sehr viele Probleme bereiten (es kann passieren dass du fuer einen begrentzten Zeitraum im Gefaengnis landest).
      • Von Sawe Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

        Zitat von Incredible Alk
        Oder ein kleiner Metallbehälter in dem eine chemische Reaktion ausgelöst wird die ihn so anschwellen lässt dass er die NANDs zerbricht?), denn danach sehen die Bilder aus. Vielleicht war auch ein McGyver unter den Ingenieuren und es gibt ne kleine Sprengladung unter den NANDS die per Elektroschock (Batterie?) gezündet werden kann.
        Falls die SSD eine Sprengladung eingebaut hat, kannst du mit dem Notebook dann nicht mehr reisen (Fliegen). Die Sicherheitskontrolle wuerde dir sehr viele Probleme bereiten (es kann passieren dass du fuer einen begrentzten Zeitraum im Gefaengnis landest).
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

        Zitat von JimSim3
        (abgesehen davon... sobald der Inhalt der Festplatte so sensibel ist, dass sich ein Diebstahl lohnt, sind Profis am Werk. Da wandert das Ding aber sofort in ne abgeschirmte Box und sieht erst wieder ne Funkwelle wenn es komplett seziert wurde. GSM-Chip oder nich...)

        Und genau aus diesem Grund kann sich das Ding auch automatisch zerstören, wenn es längere Zeit kein GSM-Signal erhält...
        Verschlüsselung des letzteren ist übrigens nur bedingt notwendig. Im Normalbetrieb muss die SSD nur prüfen, ob ein Signal vorhanden ist - sie muss weder senden noch empfangen. Also gibts da auch nichts zu entschlüsseln. Den Zerstörungs- oder alternativ den Zerstörungs-Verhinderungscode gibts erst zu sehen, wenn man keine Zeit mehr zum entschlüsseln hat.
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        AW: Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

        Was ist daran neu? SSDs mit Selbstzerstörungsmodus hatte OCZ doch schon vor Jahren. Na gut, der war da noch nicht so ausgereift, weil man nie genau wusste, wann sich die SSD selbst zerstört.
      • Von bofferbrauer Volt-Modder(in)
        AW: Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

        Zitat von Healrox
        Das klingt schon sehr nach Mission Impossible.
        Krass, das es sowas wirklich gibt. Kann mir aber gut vorstellen, das sowas in Diplomatenkreisen (von Agenten nicht zu reden ) gern genommen wird - da zahlt es dann auch der Steuerzahler.

        War auch mein erster Gedanke: Die Nachricht auf dieser Festplatte vernichtet sich in 5 Sekunden selbst.

        Naja, dann können diese wenigstens endlich ihre alten Tonträger einmotten
      • Von JimSim3 Freizeitschrauber(in)
        AW: Securedrives: SSD mit Selbstzerstörungsmodus

        Beklopptes Konzept:

        Angenommen das GSM-Signal ist nicht sicher verschlüsselt, dann brauch ich nen großen Vorrat dieser Festplatten neben meinem PC, denn vermutlich wird nen Angreifer Spaß haben die nach und nach in den Hardware-Himmel zu schicken.
        Angenommen das GSM-Signal ist sicher verschlüsselt, dann guckt der Angreifer zwar in die Röhre... Aber dann ist doch offensichtlich eine Verschlüsselung ausreichend um potentielle Angreifer abzuwähren, warum dann also der Aufwand mit der Selbstzerstörung?

        (abgesehen davon... sobald der Inhalt der Festplatte so sensibel ist, dass sich ein Diebstahl lohnt, sind Profis am Werk. Da wandert das Ding aber sofort in ne abgeschirmte Box und sieht erst wieder ne Funkwelle wenn es komplett seziert wurde. GSM-Chip oder nich...)

        Zitat von informatrixx
        Zum Glück hat der GSM-Standard nur eine maximale Datenrate von ungefähr 9,6 Kilobyte pro Sekunde (9.6 kbps).

        Eine effektive Spionage dürfte da eigentlich nicht möglich sein,
        (Standard 8 Slots pro 200 kHz Kanal = 9.6 kbps) .
        9,6 KB pro Sekunde, ~0,5 MB pro Minute, ~30MB pro Stunde, ~0,7GB pro Tag... Das sind ne Menge Textdateien.
      Direkt zum Diskussionsende
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