AMD Ryzen Threadripper angekündigt: 1900X bekommt 3,8 GHz Basistakt [Update 2]
30 Prozent mehr Leistung pro Watt: AMDs will Intel mit drei Versionen der Threadripper-Mehrkern-CPU zeigen, wo der Hammer hängt. PC Games Hardware berichtet vom AMD Tech Day aus Los Angeles, auf dem AMD unter anderem zum ersten Mal den Achtkerner Ryzen Threadripper 1900X mit einem Basistakt von 3,8 GHz angekündigt hat.
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Update 2: Mittlerweile listen sowohl Mindfactory, als auch Caseking den 1950X und den 1920X zum Vorbestellen. Während Caseking 829 Euro für den 1920X und 1.029 Euro für den 1950X aufruft, lagen die Preise bei Mindfactory mit 921,59 bzw. 1.154,30 Euro zwischenzeitlich deutlich höher. Mindfactory hat nun nachgezogen.
Update 1: Weil es im Artikel vielleicht nicht deutlich genug hervorgeht: Die beiden ersten Ryzen Threadripper, der 1950X und 1920X, sind ab dem 10. August vorbestellbar. Der 1900X folgt dann entsprechend wie vermerkt am 31. August.
Viele Kerne sind gut, noch mehr Kerne sind besser: AMDs Threadripper-CPUs richten sich mit ihren bis zu 16 Kernen und 32 Threads nicht an typische Wald-und-Wiesen-Gamer. Zudem dominierte Intel bislang das Geschäft für Prozessoren mit acht und mehr Kernen. Doch wenn es nach Jim Anderson von AMD geht, ist diese Dominanz bald Geschichte. Auf dem Tech Day kündigte AMD die HEDT-CPU-Familie offiziell an und nannte zum ersten Mal ein drittes Modell neben den zwei bekannten.
Preisrutsch im CPU-Markt
Der Senior Vice President & General Manager von AMDs Computing and Graphics Business Group berichtete uns auf dem Threadripper Tech Day in Los Angeles, wie Intel auf den Start von AMDs Ryzen-CPU in diesem März reagierte: Intels 8-Kerner i7-7820X rangiert seit Juni 2017 mit 599 US-Dollar weit unter dem, was die Firma in den Jahren zuvor für die Vorgänger i7-5960X und i7-6900K angefragt hatte - 999 und 1.089 Dollar.
Auch im Geschäft mit Zehnkern-Chips konnte Intel bislang stolze Preise aufrufen: Ein i7-6950X vom Mai 2016 kostete stolze 1.723 Dollar. Doch nachdem AMD im Mai dieses Jahres Ryzen Threadripper angekündigt hatte, purzelte der Preis für Intels im Juni veröffentlichten Zehnkerner i9-7900X auf 999 Dollar. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Die Nutznießer: die Kunden, die Geld sparen und obendrein eine höhere Innovationsschlagzahl erwarten dürfen.
Wer braucht 16 Kerne?
AMDs Mehrkernmonster sollen laut Jim Anderson hauptsächlich bei Forschern, Entwicklern, Prosumern und Content-Schöpfern zum Einsatz kommen. Die beispielsweise nicht immer warten wollen, bis ihr Computer eine Animationssequenz fertig gerendert hat, sondern währenddessen schon die nächste inszenieren wollen - denn Zeit ist Geld, gerade bei rechenintensiven Berufen.
Okay, auch als Gamer kann der Griff zum Threadripper sinnvoll sein. Etwa, wenn man währenddessen einen Stream des gespielten Geschehens herunterrechnen und live ins Netz ausstrahlen möchte. Oder während einer Renderpause eine Spielrunde einlegen möchte. Oder mit mehreren Grafikkarten in 1440p unterwegs ist.
Ryzen Threadripper 1950X: Das Flaggschiff
In Los Angeles stellte Jim Anderson drei Varianten des Threadrippers vor. Der 1950X mit seinen 16 Kernen ist der direkte preisliche Konkurrent zu Intels Noch-Topmodell i9-7900X. Beide kosten 999 US-Dollar, doch das AMD-Geschoss legt bis zu 38 Prozent mehr Leistung aufs Parkett - gemessen im Cinebench-Benchmark. Der lief erst mit der gleichen Geschwindigkeit wie auf dem Intel-Pendant, doch dann zeigte uns James Prior aus AMDs Client Enthusiast Team, dass auf dem AMD-Chip noch Deus Ex: Mankind Divided aktiv war.
POVRay, Premiere Pro, Handbrake, 7-Zip und Veracrypt - AMDs 16-Kerner schlägt den Intel-Chip jedes Mal. Der Geschwindigkeitsvorteil beträgt laut AMD mal 14, mal sogar 55 Prozent. Parallelisieren haben die Texaner offensichtlich bestens im Griff - der Ryzen-Architektur nebst Infinity Fabric sei es gedankt. In Sachen Leistung pro Watt zieht der 1950X der Konkurrenz weit davon: 29 Prozent sparsamer sei die CPU nach Tests in den AMD-Labors.
Ab August wird AMDs HEDT-Familie gegen Intels 12-Kerner Core i9-7920X konkurrieren, ab Oktober mit den 14- bis 18-Kernern i9-7940X, i9-7960X und i9-7980XE. Dank dem vergleichsweise hohen Basistakt von 3,4 GHz sollte der Ryzen Threadripper 1950X auch gegen Intels Topmodelle wacker stehen.
| Modell | Kerne/Threads | Basistakt | Boost | L3-Cache | TDP | Preis | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen Threadripper 1950X | 16/32 | 3,4 GHz | 4,0 GHz | Vmtl. 32 MiByte | 180 Watt | 999 USD (UVP) | 10. August |
| Ryzen Threadripper 1920X | 12/24 | 3,5 GHz | 4,0 GHz | Vmtl. 24 - 32 MiByte | 180 Watt | 799 USD (UVP) | 10. August |
| Ryzen Threadripper 1900X | 8/16 | 3,8 GHz | 4,0 GHz | Vmtl. 16 - 32 MiByte | unbekannt | 549 USD (UVP) | 31. August |
| Ryzen 7 1800X | 8/16 | 3,6 GHz | 4,0 GHz | 16 MiB | 95 Watt | 450 € | gegeben |
| Ryzen 7 1700X | 8/16 | 3,4 GHz | 3,8 GHz | 16 MiB | 95 Watt | 350 € | gegeben |
| Ryzen 7 1700 | 8/16 | 3,0 GHz | 3,7 GHz | 16 MiB | 65 Watt | 300 € | gegeben |
| Ryzen 5 1600X | 6/12 | 3,6 GHz | 4,0 GHz | 16 MiB | 95 Watt | 245 € | gegeben |
| Ryzen 5 1600 | 6/12 | 3,2 GHz | 3,6 GHz | 16 MiB | 65 Watt | 210 € | gegeben |
| Ryzen 5 1500X | 4/8 | 3,5 GHz | 3,7 GHz | 16 MiB | 65 Watt | 180 € | gegeben |
| Ryzen 5 1400 | 4/8 | 3,2 GHz | 3,4 GHz | 8 MiB | 65 Watt | 160 € | gegeben |
| Ryzen 3 1300X | 4/4 | 3,5 GHz | 3,7 GHz | 8 MiB | 65 Watt | 135 € | gegeben |
| Ryzen 3 1200 | 4/4 | 3,1 GHz | 3,4 GHz | 8 MiB | 65 Watt | 115 € | gegeben |
Ryzen Threadripper 1920X
AMD stellte noch zwei weitere Threadripper vor: 12 Kerne besitzt der 1920X für 799 Dollar, der mit 3,5 GHz 100 MHz schneller taktet als sein großer Bruder. Der Boost-Takt beträgt bei beiden 4,0 GHz. Und selbst dieser Threadripper ist in den im letzten Absatz genannten Programmen noch bis zu 19 Prozent schneller als der nun 200 Dollar teurere i9-7900X. Nur bei Premiere Pro hinkt er dem i9-7900X um fünf Prozent hinterher.
Ryzen Threadripper 1900X
Dritter im Bunde: Das Einsteigermodell 1900X mit acht Kernen. Nun könnte man berechtigterweise fragen, warum man hier nicht gleich zum Ryzen 7 1800X, 1700X oder 1700 greifen sollte. Die Antwort: Weil der keine 64 PCI-Express-3.0-Lanes beziehungsweise keinen Support für Quad-Channel-DDR4-RAM mit bis zu 2 TByte bietet. Selbst der direkte 1900X-Konkurrent i7-7820X besitzt zwar vier Speicherkanäle, doch mit 28 PCI-Express-3.0-Lanes nicht einmal halb so viele wie AMDs Chip. Um den Aufbau zu realisieren, setzt AMD beim Ryzen Threadripper 1900X auf zwei teildeaktivierte Zeppelin-Dies statt einen vollaktivierten.
Darüber hinaus nutzt AMD die stärkere Stromversorgung der TR4-Plattform aus, um das Taktpotenzial nahezu auszureizen. 3,8 GHz Basistakt werden versprochen, während der Boost bei 4,0 GHz verweilt. 3,8 bis 4,0 GHz gelten in der OC-Szene als realistisches Maximum, teilweise geht es knapp darüber hinaus. Welche TDP der Ryzen Threadripper 1900X hat, verrät AMD noch nicht. Sie reale Leistungsaufnahme dürfte jedoch weit über den 90 Watt TDP der AM4-Achtkerner gehen, da der Chip weit oberhalb seines Sweet-Spots betrieben wird. Preislich wird er mit einer UVP von 549 US-Dollar parallel zum Ryzen 7 1800X positioniert, womit Käufer nur die teurere Plattform als Aufpreis haben.
Hersteller-Support und Rekorde
Quelle: PC Games Hardware
AMD Ryzen Threadripper angekündigt (38)
Asrock, Asus, Gigabyte und MSI unterstützen Threadripper zum Start am 10. (1950X/1920X) beziehungsweise 31. August (1900X) mit X399-Mainboards. Mit einer von AMD in der CPU-Packung mitgelieferten Klemme sollen zwei Drittel aller Luft- und Wasserkühler problemlos mit der CPU harmonieren - und das selbst trotz ihrer deutlich größeren Grundfläche. Dells Label Alienware feilt derzeit schon an einem Threadripper-Komplett-PC.
Doch auch, wenn in einem ersten Benchmark-Rekord ein stickstoffgekühlter Threadripper die 5-GHz-Marke durchbrach, noch einmal der Hinweis: Normale Spieler sollten sich den Kauf des Boliden gut überlegen. "Wenn ihr nur in 1080p unterwegs seid, dann seid ihr mit einem Ryzen besser beraten", sagte uns selbst Technical Marketing Manager Robert Hallock, der uns in Los Angeles über den Weg lief. Doch wer unter die Youtuber- oder Twitch-Streamer gehen möchte, kann sich mit einem Threadripper-PC einen zweiten Rechner sparen.

Dann ist aber die große Frage, darf der Promontary endlich GEN3? So wie du es jetzt schreibst klingt das ja nicht so?!
@Treshold: Mir ist diese Woche das erste Mainboard mit USB-3.1-Hub untergekommen. Zwar für Sockel 2066, aber sowas macht schnell Schule und dann kannst du dich auf Platinen "freuen", auf denen fünf USB-3.1-Ports über einen Controller und zwei Lanes an den I/O-Hub angebunden werden.
Bzgl den geschwindigkeiten der SSDs das hängt gewaltig von den größen der dateitypen ab, wenn man alle dateien vorher in ein zip format packt (muss nicht mal komprimiert sein) geht das deutlich schneller als viele kleine dateien.
Aber wenn ich größere mengen kopiere (zweistelligen gb bereich) von einer Trion 960gb sata ssd auf eine 512gb 960 evo m.2 erreiche ich im schnitt eine lese/schreibrate von 618 mb/s.
Die Sata SSD ist dabei zu 100% ausgelastet, die m.2 bei ca 45% last.
Meine WD Red 2x3tb Raid0 schaffen ca 150-210 mb/s im schnitt. Den burst nicht mit eingerechnet.
Werkeln die Mainboard Hersteller wieder am Markt vorbei und wollen was verkaufen, was eher sinnfrei ist?
Da X299 und Z270 mehr oder weniger identisch ist, ist es bei X299 also genauso? Eine M.2 geht immer und alles andere ist shared?
Meine Fresse -- wieso kann ich mir mein Brett nicht selbst schnitzen.
Jedenfalls bin ich sehr neugierig auf Tests.
Darüber hinaus gehe ich sowieso davon aus, dass ihr das Asus Zenith schon in der Redaktion habt.
Wäre also super, wenn ich das bis ins Mark testen könnt.
Dann ist aber die große Frage, darf der Promontary endlich GEN3? So wie du es jetzt schreibst klingt das ja nicht so?!
Für TR4 bahnt sich übrigens ähnliches an, auch wenn hier die Lanes natürlich zwangsläufig von der CPU kommen. Aber die ersten 48 scheinen ausnahmslos für zwei ×16 und zwei ×8 genutzt zu werden (3× ×16 gibt es nicht, über die Gründe kann ich ohne offizielle Plattformdetails nicht spekulieren) und nur 12 3.0-Lanes für Onboard- und M.2-Geräte.