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  • Rise of the Tomb Raider in der E3-Vorschau - Viele Verbesserungen, doch wann kommt die PC-Version?

    Mehr Stealth, mehr Crafting, mehr harte Bosskämpfe gegen bissige Bären. Rise of the Tomb Raider dreht nicht nur technisch maximal auf, sondern will auch mit einem neuen Story-Ansatz, endlich richtig großen Grabanlagen und spielerischer Freiheit im Atlantis Russlands überzeugen. Von Ryan Southardt und Benjamin Kratsch.

    Es sind dramatische Minuten, die die ersten Spielszenen von Rise of the Tomb Raider dominieren. Messerscharfe Krallen wetzen durch die Luft, erwischen Lara am Bauch, Sie schreit, durch den Riss in Ihrer roten Skijacke tropft das Blut. Sie macht eine Rolle nach hinten, feuert ihren Bogen ab, der Bär wird am Arm getroffen. Er windet sich vor Schmerz, reißt den Pfeil mit dem Maul ab und die Jagd beginnt. Wir versuchen hinter einen Baumstamm zu springen, das dicke Holz verspricht schließlich Schutz vor den messerscharfen Krallen des Grizzly, hier irgendwo in Sibirien.

    Noch kann man nur die Version für Xbox One spielen. Doch der Sprung misslingt, Lara landet mit einem Bauchklatscher im Schnee. Wir rappeln uns auf, wollen sprinten, doch der Tiefschnee lässt uns nicht. Crystal Dynamics bezeichnet die Umwelt als Laras größten Feind, jetzt wissen wir warum. Das Knurren kommt näher, fast schon ein bisschen panisch arbeiten wir uns durch den Schnee.

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    Rise of the Tomb Raider: Lara Crofts nächstes Abenteuer im E3-Trailer
    Spielecover zu Rise of the Tomb Raider
    Rise of the Tomb Raider

    Die Unterschiede zwischen Lara und einer echten Frau schwinden

    In dieser Situation könnten Sie auch fliehen, könnten sich an Bäumen hochhangeln und wie damals Connor in Assassin's Creed 3 durch das Geäst verschwinden. Doch Lara ist sauer - wer kann es ihr verdenken - und das Fell können wir gut fürs Crafting brauchen. Ergo klettern wir hoch auf einen der höchsten Äste, zielen mit dem Bogen auf den Kopf des Grizzly und hauchen ihm das Lebenslicht aus. Cut, Verschnaufpause, Kamera auf Laras Gesicht drehen: Wow. Crystal Dynamics verwendet ein High-Polygon-Modell, bei dem Sie sich fragen werden, ob das noch die digitale Lara oder schon ihre Schauspielerin Camilla Luddington ist. Die kennen Sie eventuell aus Californication, True Blood oder als royale Kate Middleton aus William & Kate. Oder aus dem ersten Reboot, der ja bereits technisch ziemlich atemberaubend war.

    Die Entwickler tun alles dafür, Lara so menschlich wie möglich aussehen zu lassen. Noch ein bisschen beeindruckender sind jetzt die Hauttexturen, die stark auf die Kälte Sibiriens reagieren. Die Wangen röten sich, Schnitte sowie Verletzungen reagieren realistisch auf die niedrigen Umgebungstemperaturen. Wo im letzten Tomb Raider noch das Blut übers Gesicht gelaufen wäre, gerinnt es hier sehr viel schneller und legt sich wie eine feste Schicht über ihre Stirn. Auch Schneeflocken verhalten sich sehr realistisch, bleiben an Augenbrauen hängen und verdecken den Eyeliner. Als britische Lady trägt Miss Croft natürlich auch im tiefsten Sibirien perfektes Make-Up sowie Lipgloss. Art Director Brenoch Adams und sein Team tun jedoch alles dafür, Lara so menschlich wie möglich aussehen zu lassen. Es ist nicht lange her, da waren glänzende Unreal-Gesichter, glatt wie ein Baby-Popo, der Industriestandard. Mittlerweile hauchen die Designer ihren Figuren vor allem auch durch die Darstellung der Haut Leben ein. Die hat gewisse Unreinheiten, ist nicht völlig gleichförmig und wirkt im Eis richtig ausgetrocknet.

    01:49
    Lara Croft in Tomb Raider: Vom Rendermodell zur Spielfigur im Video
    Spielecover zu Rise of the Tomb Raider
    Rise of the Tomb Raider

    "Ihre Wunden erzählen die Geschichten aus dem Vorgänger"

    Rise of the Tomb Raider spielt sehr stark mit Albträumen, die Lara immer wieder heimsuchen. Sie träumt dann von Menschen auf jener japanischen Insel, die sie vergewaltigen und töten wollten. Und von Stürzen, wobei sie sich ihre Wunden hält. "Es gibt etliche ikonische Szenen aus dem letzten Tomb Raider, die zu fiesen Narben geführt haben. Die haben wir alle auf das neue Lara-Model übernommen", erklärt Game Director Brian Horton im direkten Gespräch. "In Sibirien trägt sie dicke Kleidung, da sieht man das weniger. Aber es gibt Abschnitte, wo wir diese Wunden mehr zum Vorschein kommen lassen, denn sie sind ein wichtiger Baustein in ihrem Weg von der verwöhnten Studentin reicher Eltern zu einer Schatzjägerin. "Selbst ihr engstes Umfeld glaubt nicht an die Geschichten aus Yamatai, deshalb möchte sie ein Artefakt bergen, das Geheimnis von Kitezh und die Machenschaften einer mächtigen Organisation aufdecken, die bereits damals stark involviert war. Es geht darum zu zeigen, dass sie nicht verrückt ist, aber auch darum, ihren Weg zu sich selbst zu finden."

    Technisch beeindruckend: Laras Gesicht reagiert stark auf Temperaturschwankungen. In der Kälte erröten ihre Wangen und trocknen die Lippen aus, in Höhlen entspannt sie sich wieder. Technisch beeindruckend: Laras Gesicht reagiert stark auf Temperaturschwankungen. In der Kälte erröten ihre Wangen und trocknen die Lippen aus, in Höhlen entspannt sie sich wieder. Quelle: Square Enix Kitezh wurde der Geschichte nach im 13. Jahrhundert von Großfürst Juri II tief im sibirischen Nischni Nowgorod errichtet. Es ist eine reiche Stadt des Glaubens, allerdings ohne Mauern, ohne Verteidigungsanlagen. Als der Mongolenführer Batu Khan von den Schätzen erfährt, sattelt er seine Armee. Doch die Bewohner von Kitezh greifen nicht zu den Waffen, sondern beten zu Gott. Der schickt Regen, die ganze Stadt und ihre Schätze versinken, ein russisches Atlantis entsteht. Das will Miss Croft finden, doch zieht sie nicht alleine los, sondern mit ihrem besten Freund Jonah. Der war Koch auf der Endurance, rettete ihr auf Yamatai das Leben und fungiert jetzt als Travel-Buddy, mit dem Lara zwischen Eispickel und Kletterei nicht selten die Geschehnisse der Insel Revue passieren lässt. Eine schöne Idee, Spieler abzuholen, die den letzten Teil verpasst haben.

    06:40
    Rise of the Tomb Raider: Komplettes Gameplay von der Microsoft-E3-Pressekonferenz
    Spielecover zu Rise of the Tomb Raider
    Rise of the Tomb Raider

    Mehr Crafting, mehr Stealth, weniger Schrotflinte

    Die PC-Version folgt wohl erst 2016 - exklusiv für Windows 10? In Sibieren trifft Lara auf Söldner der Trinity-Group, einer Art globaler CIA, die nach dem gleichen Artefakt sucht. Die Soldaten sind gut ausgebildet, verfügen über Nachtsichtgeräte, Rot-Punkt-Visiere, Helikopter. Härtere Gegner als im letzten Teil, ergo muss auch die Grabräuberin via Crafting aufrüsten. Werden Sie getroffen, schnüren Sie aus Stofffetzen und Kräutern einen Heilverband. Toxische Kräuter wandern an Pfeilspitzen, so wird der Bogen zum Giftgeschoss und wenn Sie in einer Höhle am Feuer Unterschlupf suchen, sollten Sie lieber aus Seil und Metall eine Bärenfalle basteln. Ansonsten nutzen Sie jetzt deutlich mehr Guerilla-Methoden, tauchen beispielsweise unter Wasser, warten auf den richtigen Moment und ziehen einen Soldaten ins kühle Nass. Oder platzieren sich in der Dunkelheit auf einem Baum, nutzen den Bogen als verstärkte Schlinge, ziehen damit einen Söldner ins Geäst und erledigen ihn dort.

    Generell wurde im letzten Teil ein bisschen zu viel getötet, dieser Kritik nehmen sich die Entwickler an. So können Sie Wachen am Feuer auch ablenken und um sie herumschleichen. Oder aus einer Wodka-Flasche, einer Binde und einem Streichholz einen Molotowcocktail basteln und die Jungs abfackeln, so Sie doch eher zur tötenden Fraktion gehören. Wird es denn auch mehr Rätsel geben? Die waren schließlich in Tomb Raider ganz fantastisch, aber zu selten. Sie erinnern sich sicherlich an das Wind-Puzzle im Glockenturm. "Wir haben richtige Dungeons, die mit Kombinationsgabe, Geschick und gutem Timing gelöst werden wollen", meint der Game Director. "Rudimentäre Physikkenntnisse können auch nicht schaden."

    Rise of the Tomb Raider erscheint am 10. November auf der Xbox One. Die PC-Version folgt wohl erst 2016, weil Microsoft das Spiel maßgeblich finanziert. Wobei wir uns durchaus vorstellen können, dass die Redmonder auf der Gamescom die "Rise of the Tomb Raider erscheint ausschließlich für Windows 10"-Bombe platzen lassen.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Rise of the Tomb Raider PC - Release, Systemanforderungen, Technik
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Rise of the Tomb Raider
Rise of the Tomb Raider in der E3-Vorschau - Viele Verbesserungen, doch wann kommt die PC-Version?
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http://www.pcgameshardware.de/Rise-of-the-Tomb-Raider-Spiel-54451/Specials/E3-Vorschau-1162547/
19.06.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/06/TombRaider_Aufmacher_01-pcgh_b2teaser_169.jpg
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