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Games World
  • Cebit-Themen anno 1999: Elsa Revelator, Matrox G400, AMD K7 und S3 Savage 4

    Am 2.3.2010 öffnet die Cebit 2010 ihre Pforten - doch welche Themen bestimmten anno 1999 die Messe? PC Games Hardware wirft einen Blick zurück.

    Jedes Jahr bietet die Cebit auch für PC-Spieler spannende Hardware-Produkte und -Themen. Angesichts der bald anstehenden Cebit 2010 haben wir in unseren Archiven gekramt und die wichtigsten Storys der Cebit 1999 für Sie zusammengestellt. Viel Spaß bei der Zeitreise.

    Elsa 3D Revelator (Originaltext!)
    Auf seinem CeBIT-Stand präsentierte Elsa das neue Revelator LCD-Brillensystem. Es verdunkelt abwechselnd bis zu 70 mal pro Sekunde jedes Auge. Der Monitor stellt dazu passend verschiedene Bilder für das linke und das rechte Auge dar, während das Gehirn
    die verschiedenen Bildinformationen in ein realistisches 3D-Bild umwandelt.

    Der Clou der Sache: Ein kleines Utility arbeitet während des Spiels im Hintergrund und wertet dessen Tiefeninformationen aus. Die Revelator-Brille unterstützt nur Direct3D-Spiele, wie z. B. Tomb Raider III, und Elsa-Grafikkarten vom Typ Victory II, Winner II, Erazor II und III. Treiber und Einstellungssoftware werden gleich mitgeliefert.

    Die Kabelvariante kostet lediglich 100 Mark, die kabellose Infrarotversion liegt bei 150 Mark.

    Matrox G400 (Originaltext!)
    Matrox nahm die CeBIT zum Anlaß, erste Einblicke in die Leistungsfähigkeit des G400 zu geben. Nach unseren ersten Eindrücken hat der neue Chip gute Karten, im Konzert der TNT2, Savage4 und Voodoo3 mitspielen zu können. Obwohl Matrox keine Angaben zur Rechengeschwindigkeit machen wollte, verbucht der G400 bei der 3D-Architektur einige Pluspunkte. Unter anderem fallen 32 MB RAM, 8 Bit Stencil Puffer, anisotropes Filtern und maximale Texturgrößen von 2.048x2.048 Pixeln auf. Außerdem kann der G400 im Gegensatz zum Vorgänger G200 nun auch Bump Mapping oder Multi-Texturing in einem Rechenzyklus durchführen. Sehr interessant ist die Dual-Head-Technologie, die den Anschluß eines zusätzlichen Monitors oder Fernsehers erlaubt. Mit einer einzigen G400-Karte kann der Anwender den Multi-Monitorbetrieb aufnehmen, sofern die Karte einen TV-Ausgang besitzt. Problematisch könnte der erst für Juni/Juli geplante Marktauftritt sein, da die Grafikkonkurrenz dadurch einen Zeitvorsprung hat.

    TerraTec XLerate Pro (Originaltext!)
    TerraTecs neueste Spieler-Karte basiert auf dem Vortex2-Chipsatz von Aureal. Die PCI-Karte unterstützt A3D 2.0, DSound, DSound3D sowie General MIDI. Unter DOS zeigt sich die XLerate Pro zur SB Pro kompatibel. Zwei Stereo-Ausgänge erlauben den Anschluß von vier Boxen und sind der Grundstein für realistischen Raumklang. Den digitalen Ausgang können Sie zur Aufnahme auf MiniDisc benutzen. Reicht das 4-MByte-MIDI-Set nicht aus, kann ein Hardware-Wavetable aufgesteckt werden. Die XLerate Pro kostet 179 Mark.

    VideoLogic Neon 250 (Originaltext!)
    VideoLogics erste Grafikkarte aus der "PowerVR Series 2”-Produktfamilie nennt sich Neon 250. Auf der CeBIT konnte die Hardware-Redaktion einen ersten Blick auf Geschwindigkeit und Bildqualität der Kombikarte werfen. In der Crusher-Demo von Q2 zauberte der Chipdebütant auf einem PIII 500 mit 128 MB RAM rund 50 Bilder pro Sekunde auf den Monitor. Offensichtlich gleicht der PowerVR 250 die niedrige Taktfrequenz durch seine besondere Zeichentechnik aus. Laut VideoLogic soll die Neon 250 auch auf langsameren Rechnersystemen gute Leistungen bringen; der Vorgänger PowerVR PCX2 war durch seine 3D-Architektur sehr stark CPU-abhängig. Mit Anschaffungskosten um 390 Mark wird sich die Neon 250 eher in oberen Preisregionen positionieren.

    AMD K7 (Originaltext!)
    AMD führte auf der CeBIT zum ersten Mal den K7 der Öffentlichkeit vor. Die für Juni geplante Markteinführung ist laut AMD nicht gefährdet; mit größeren Stückzahlen ist aber erst in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Die ersten K7-CPUs werden mit 500 MHz getaktet sein und einen L2-Cache von 512 KByte bis 8 MByte haben. Ein Flaschenhals könnten die zum K7 passenden Motherboards werden. Der brandneue Slot A und das ebenfalls taufrische EV6-Busprotokoll mit 200 MHz müssen erst in entsprechenden Boards verarbeitet werden. Für Spieler wird der K7 vorerst weniger interessant sein; AMD will aber nach einer gewissen Zeit der Marktpräsenz auch den Spielesektor angreifen.

    Diamond Stealth III S540 (Originaltext!)
    Nach dem bescheidenen Erfolg des Savage3D geht der einstige Grafikkarten-Marktführer S3 mit dem Savage4 zum Generalangriff über. Ein Previewboard von Diamond servierte der Hardware-Redaktion optische Leckerbissen.

    Ab Ende April werden erste Savage4-Beschleuniger im Fachhandel bereitstehen und auf willige Kunden warten. Damit unsere Leser über einen kleinen Wissensvorsprung verfügen, haben wir uns mit aller Macht um ein Vorserienmodell bemüht. Da sich kaum ein Hersteller in die Karten schauen lassen wollte, waren wir über das unscheinbare Oster-Paket von Diamond hocherfreut.

    Die Stealth III S540 von Diamond ist der Vorbote einer ganzen Heerschar von Savage4-basierenden Beschleunigern. Die wesentlichen Unterschiede liegen dabei im verwendeten Chip und in der Speicherausstattung. Im Endkundenmarkt werden hauptsächlich Savage4-Pro-Chips landen, wobei Diamond seine Stealth voraussichtlich mit 125/143 MHz (Chip/Speicher) takten wird. Preislich gesehen herrscht beinahe Harmonie, da fast alle Anbieter ihre 16-MByte-Versionen zwischen 200 und 230 Mark ansiedeln. Lediglich Creative Labs geht in die Vollen und bietet seine 32-MByte-Variante (3D Blaster Savage4) für unglaubliche 249 Mark an. Ganz interessant ist die Tatsache, daß einige Hersteller den Savage4 auf PCI-Platinen verbauen, obwohl er damit seiner AGP-Texturing-Fähigkeit beraubt wird. Die Highlights Der Savage4 fällt vor allem durch sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, das AGP-4X-Interface und die Texturenkompression aus dem Rahmen. Die S3 Texture Compression (S3TC) wird seit Version 6.0 von DirectX unterstützt und bietet für Spieleentwickler deshalb einen hohen Anreiz. Obwohl theoretisch jeder andere Grafikchip S3TC unterstützen könnte, machen momentan nur der Savage3D und der Savage4 von S3 davon Gebrauch. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum sich S3TC im Spielebereich in der Vergangenheit nur schleppend durchsetzte. Angesichts der angekündigten Top-Titel mit S3TC-Support (siehe Interview) sieht die Zukunft dieser Technologie aber rosiger aus. Die Texturenkompression erlaubt das Zusammenschnüren von Polygontapeten im Verhältnis 6:1, wodurch sich das Datenaufkommen und der Speicherbedarf für das Bereithalten von Texturen verringert. Unsere Stealth-Praxistests mit Unreal und Q2 haben gezeigt, daß die Qualität der Texturen durch die Kompression nur minimal leidet.

    Zum Thema Spielegeschwindigkeit lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen machen, da die Previewplatine von Diamond noch nicht den endgültigen Spezifikationen entsprach. Es besteht aber kein Zweifel, daß die 3D-Performance nicht weit von der einer Einstiegs-TNT2-Karte entfernt liegen wird.

    Interview mit Paul Ayscough, Senior Manager European Marketing S3
    - Paul, eines der wichtigsten Features des Savage4 ist seine Texturenkompression
    (S3TC). Welche Spiele dürfen wir dieses Jahr mit S3TC erwarten?
    - Paul Ayscough: Neben den bereits erhältlichen Titeln Unreal (per Patch) und Wargasm sind Unreal Tournament, Expendable, Quake 3 Arena, MotoCross Madness 2, Anachronox
    und Max Payne die wichtigsten.
    - Welche Texturierungsmöglichkeiten haben Spieleentwickler, die S3TC in ihren Titeln integrieren?
    - Paul Ayscough: Die meisten Spiele des letzten Jahres verwendeten pro Szene zwischen acht und zwölf MByte an Texturen. Spiele wie Unreal Tournament werden in jeder Szene um die 50 MByte an Texturen haben. Das ist sechsmal soviel wie die ursprüngliche Texturauflösung von Unreal. Ich gehe davon aus, daß das die Norm für S3TC-Spiele in diesem Jahr wird.
    - Wieviel System-RAM wird für S3TC benötigt?
    Paul Ayscough: Das hängt von der Spieleauflösung und der Menge an Texturen ab. 64 MByte RAM sollten es schon sein, um keinen Engpaß bei S3TC-Spielen zu verursachen.

  • Es gibt 18 Kommentare zum Artikel
    Von Species0001
    Ich hätte damals beinahe die Matrox G400 gekauft, habe mich dann aber letztendlich doch lieber für die TNT2Ultra…
    Von T-MAXX
    Da fällt mir das Spiel Wheel of Time (anno 1999) ein. Wände waren detailiert, auch beim Rangehen an die Wände.
    Von Standeck
    Hab mir damals als 17 jähriger die 3D Revelator gekauft. War ein Reinfall. Hab kein einziges Spiel damit gespielt weil…
    Von Sularko
    An das Unreal Level mit 200MB Texturen, kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Das war mal auf einer PCGH CD. Man…
    Von Einer von Vielen
    Wenn ich mir die Tabelle so ansehe muss ich schon schmunzeln^^ Ich hab hier noch ne Ati Rage 128 pro rumliegen mit…
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Retrospektive
Cebit vor zehn Jahren
Am 2.3.2010 öffnet die Cebit 2010 ihre Pforten - doch welche Themen bestimmten anno 1999 die Messe? PC Games Hardware wirft einen Blick zurück.
http://www.pcgameshardware.de/Retrospektive-Thema-214694/News/Cebit-vor-zehn-Jahren-676591/
27.02.2010
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2009/02/Matrox-G400.jpg
cebit,matrox,retro
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