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  • Raven's Cry nach Patch 3: Technik-Test des Piraten-Abenteuers mit GPU- & CPU-Benchmarks

    Raven's Cry, das Piraten-Abenteuer der Two-Worlds-Macher, hatte einen holprigen Start. Die Entwickler schleifen jedoch emsig weiter an ihrem Werk, sodass mittlerweile der dritte Patch über Steam veröffentlicht wurde. PC Games Hardware prüft, inwiefern sich Raven's Cry seit dem Release Ende Januar entwickelt hat - Benchmarks von 18 Grafikkarten, eine CPU-Kernskalierung und 222 HQ-Screenshots aus 35 Stunden Spielzeit inklusive.

    Piraten-Fans haben's wahrlich nicht leicht: Obwohl ihre historischen Vorbilder ein sehr aufregendes Leben geführt haben, sind gelungene PC-Spiele mit Piratenthematik ein rares Gut. Mit Raven's Cry schickte Publisher Topware Ende Januar einen Hoffnungsträger ins Rennen um die Spielergunst, zerschellte jedoch an den Klippen vieler Kritiker. Der Tenor: Raven's Cry habe eine vielversprechende Basis, wirke jedoch an vielen Ecken und Enden unfertig - technische Großbaustellen inklusive. Tatsächlich kann man die turbulente Entwicklung des Freibeuter-Simulators nur erahnen: Nach Monaten der Arbeit verwarf Publisher Topware das Ursprungskonzept von Raven's Cry und beauftragte einem Neustart. Die Basis dafür war naheliegend und daher schnell gefunden: Das polnische Entwicklerstudio Reality Pump, welches unter gleicher Führung bereits Two Worlds und Two Worlds 2 verantwortete, sprang in die Bresche und versuchte, aus den Überresten und der hauseigenen Basistechnologie das neue, heutige Raven's Cry zu erschaffen. Am Ende wurde daraus ein komplett neues Spiel.

    Letzteres spaltet die Spielerschaft in zwei Lager, wie die Steam-Bewertungen zu Raven's Cry beweisen: Während ein Großteil, rund 70 Prozent, von diesem Spiel abrät, kann sich beinahe ein Drittel der Käufer mit den Kritikpunkten arrangieren und an den positiven Seiten erfreuen. Nun, gute fünf Wochen nach dem ursprünglichen Release, ist der dritte Patch erschienen und der nächste bereits in der Mache. Die Liste der Verbesserungen umfasst etliche Bugfixes kosmetischer und kritischer Natur, die Integration einer Benchmark-Funktion und mehr. Publisher Topware plant indes die Veröffentlichung einer Boxed-Version mit "Extended"-Charakter: Steht das Spiel im Zeitraum Mai/Juni als physikalische Version im Laden, haben weitere Fixes und neuer Spielinhalt den Weg in den Code gefunden - für vorige Käufer selbstverständlich ohne Aufpreis in Form neuer Patches. Doch warum in die Ferne schweifen - Zeit für eine aktuelle Bestandsaufnahme.

    Risen: Raven's Creed

          

    Die Basis dieser Technikanalyse besteht aus 35 Spielstunden bis in das vierte Kapitel der Raven's-Cry-Kampagne, in der jeder Patch-Stand zum Einsatz kam. Wie von PC Games Hardware gewohnt, erwartet Sie ein technikfokussierter Artikel, aufgrund des polarisierenden Produkts wollen jedoch zunächst das Spiel als solches behandeln. Wenn Sie bis hierhin durchgehalten haben, gehören Sie vermutlich zur Zielgruppe von Raven's Cry. Das Spiel lässt sich am besten als eine Mischung aus Gothic 1/2, Risen 2/3 und Assassin's Creed (4) Black Flag beschreiben. Die weitgehend düstere Grundstimmung und die derbe Sprache der Charaktere ähneln den Piranha-Bytes-Werken, während das Karibik-Setting und die Seegefechte Black Flag am nahesten kommen.

    Düster und schummrig: Das kann Raven's Cry ...Düster und schummrig: Das kann Raven's Cry ...Quelle: PC Games HardwareDie meiste Zeit befinden Sie sich an Land, denn die Geschichte um Christopher Raven, die wir nicht vorwegnehmen möchten, spielt auf verschiedenen karibischen Inseln. Diese sind selbstverständlich nur mit einem wasserdichten Vehikel erreichbar, weshalb Sie zwischen Landgängen Ihren eigenen Kahn besteigen. Anfangs nur mit einer recht kleinen Schaluppe ausgestattet, sparen Sie im Laufe des Spiels genügend Reales (Goldmünzen) zusammen, um sich eines der bessere Modelle nebst Upgrades zu leisten. Am Ende reicht es für ein mächtiges Kriegsschiff und reichlich Kanonen, um damit ganze Feindesflotten zu versenken. Das spült Waren in Ihren Frachtraum, die Sie verkaufen und beispielsweise in neue Waffen investieren können. Rüstungen sucht man in Raven's Cry indessen vergeblich, lediglich Anhänger lassen sich neben Schuss- und Stichwaffen anlegen. Die Seegefechte erweisen sich als schöne Abwechslung, bereiten aber erst mit aufgerüsteten Kähnen wirklich Freude. Sie sind außerdem der einzige Spaß, den Sie aktiv im Wasser haben dürfen, denn freies Segeln ist nicht möglich. Sie erreichen die Inseln durch Aufruf der Weltkarte, gefolgt von einem Klick auf das Ziel. Anschließend wandert Ihre Markierung automatisch Indiana-Jones-like über die Karte. Dabei sind die erwähnten Gefechte nach dem Zufallsprinzip möglich. Außerdem benötigen Sie Proviant und Geld, um Ihre Crew und sich ohne Meuterei ans Ziel zu führen.

    ... mindestens genauso gut wie farbenfroh und schön.... mindestens genauso gut wie farbenfroh und schön.Quelle: PC Games HardwareAn Land erwarten Sie kleine und große Hafenstädte, spärlich beleuchtete Spelunken, ein Bordell, Piratennester, dichter Dschungel, eine Tempelanlage und mehr. Die meiste Zeit über versprüht Raven's Cry eine düstere, "dreckige" Atmosphäre, die von der gelungenen Soundkulisse unterstützt wird. Feinheiten wie gackernde Hühner, Krabben am Strand oder in Ecken pinkelnde Piraten sorgen für Leben in der Welt. Besonders hervorzuheben sind die Gasthäuser der Städte: Hier können Sie nicht nur Schiffspersonal anheuern und beim Würfelspiel Geld setzen, sondern auch neben tanzenden und torkelnden Gästen einer der Live-Bands lauschen. Es sind vor allem diese Momente und Schauplätze, die Raven's Cry auszeichnen und spielenswert machen. Das Wetter, welches entscheidend zur Atmosphäre beiträgt, ist übrigens "halbstatisch": Betreten Sie eine Insel, herrscht dort konstant eine bestimmte Einstellung, die vom Zufall und der von Ihnen zurückgelegten Schifffahrt abhängig ist. So kommt es, dass Sie Bridgetown zunächst bei nächtlicher Sturmflut und leeren Gassen erleben (düster), während der zweite Trip dank knallender Sonne und satter Farben an Far Cry erinnert. Bei gutem Wetter füllen sich Straßen und Plätze mit NPCs, die meisten von ihnen sind jedoch reine Statisten. Somit bleibt einer der Hauptkritikpunkte an Raven's Cry vorerst bestehen: Zwar bietet das Spiel sehr schöne Locations, es fehlt jedoch an mehr "Futter" wie Quests und versteckten Höhlen oder Truhen. Stattdessen rennt der Spieler immer wieder an "Du kannst hier nicht weiter"-Meldungen, die den Entdeckerdrang abrupt ersticken. Unser Tipp an die Entwickler: ein Content-Patch im Stile von Gothic 2: Die Nacht des Raben, der die bestehende Welt um neue Charaktere und Schauplätze erweitert.

    Raven's Cry maxed und downsampled (43)Raven's Cry maxed und downsampled (43)Quelle: PC Games HardwareWas die Ärgernisse der Release-Version angeht, können wir teilweise Entwarnung geben, denn viele Probleme wurden ganz beseitigt oder zumindest abgeschwächt. So ist das Kampfsystem leicht überarbeitet worden und bietet dank der neuen Finishing-Moves und nicht zuletzt dank der erlernbaren Skills (Hakenstich, Tritt) mehr Dynamik als früher. Auch die fehlerhafte Gewichtung der Sound-Samples - in Dialogen brüllten ringsum stehende NPCs in gleicher Lautstärke ins Gespräch hinein - ist passé. Die in den zahlreichen Dialogen teils fehlende oder nicht lippensynchrone Mundbewegung ist weitgehend, aber nicht konsequent gefixt. Des Weiteren sollen viele Questbugs beseitigt worden sein, von denen wir jedoch nicht betroffen waren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, muss ein neues Spiel mit Version 1.03 starten, ältere Savegames können alte Questbugs mitschleppen. Von einem solchen können wir berichten: Eine frühe Quests wird in unserem Log nach wie vor als akut geführt, wurde jedoch längst abgeschlossen. Apropos Log beziehungsweise Inventar: Nach wie vor lassen sich hier Platzhaltertexte und seltene Tippfehler bei Items finden.

    Raven's Cry im Test: Techtelmechtel

          

    Mit der hauseigenen GRACE-Engine hatte das in Krakau ansässige Studio Reality Pump bereits eine moderne und durch die Entwicklung von Two Worlds 2 gereifte Basistechnologie zur Hand. Um kleine Erweiterungen kam das Team jedoch nicht herum, erklärt Programmierer Mariusz Szaflik im Interview mit PC Games Hardware. Einerseits hat man den Wasser-Layer für die Seegefechte neu programmiert und den Schiffen ein hochwertiges Zerstörungssystem spendiert. Zum anderen wurde die Himmelsdarstellung überarbeitet, sodass jetzt auch wunderschöne Sonnenuntergänge und morgendlicher Nebel zu sehen sind. Dazu kommen weitere atmosphärische Effekte, um die von Feuchtigkeit geprägten Dschungel-Szenarien glaubhaft erscheinen zu lassen. All das setzt auf weitgehend hochauflösenden Texturen und feinen Modellen auf, der Entwickler spricht von bis zu 4.096 × 4.096 Pixeln Kantenlänge und rund 48.000 Polygonen pro Charakter.

    Die erste Version der GRACE-Engine (Two Worlds 1/2) unterstützte anfangs lediglich Direct 3D 9, bot aber schon Techniken wie Deferred-Rendering, Ambient Occlusion und Parallax Occlusion Mapping. Raven's Cry meldet sich in gängigen Tools als Direct-3D-10-Applikation mit 32 Bit Adressraum und bietet darüber hinaus jedoch Contact Hardening Shadows sowie Cascaded Light Volumes Propagation (CLVP). Letzteres ermöglicht es den Grafik-Programmierern dynamische Lichtreflexionen zu simulieren, um Schatten weniger kontrastreich (weicher) und mit hinzugefügten Interreflexionen zu rendern. Beim Physik-Part setzen die Entwickler wieder auf Nvidias Physx-Bibliothek, verzichten aber auf die Nutzung von APEX und GPU-Beschleunigung. Für die Stoffsimulation (Schiffs- und Sonnensegel) programmierte man eine eigene Lösung, bei der sowohl die CPU als auch die GPU zum Einsatz kommt.

    Trotz des Deferred-Renderers unterstützt Raven's Cry bis zu vierfaches Multisample-AA (4x MSAA), das kaum eine Kante auslässt. Erwähnenswert ist außerdem die Unterstützung von Creatives Environmental Audio Extensions (EAX), um Hall und weitere Klangeigenschaften zu simulieren. Wie sich die Engine von Raven's Cry in der Praxis schlägt, werden wir mit den nachfolgenden Benchmarks klären. Zunächst ein Tipp: Ohne Kantenglättung flimmert das Spiel deutlich; speziell die Takelage (Seile) der detaillierten Schiffe sind ohne zusätzliche Abtastung nicht artefaktfrei im Pixelraster unterzubringen und profitieren stark sowohl von MSAA als auch von hohen Auflösungen bzw. DSR/VSR:

    Raven's Cry im Test: Benchmethodik

          

    PCGH nutzt seit einiger Zeit eine neue Test-Methodik für Spiele, basierend auf Leser-Feedback: Statt Grafikkarten im Referenzdesign mit Standard-Taktraten greifen wir nun auf Hersteller-Modelle samt Übertaktung zurück, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind - vor allem MSI und Asus tun sich mit zahlreichen Leihstellungen hervor -, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind. So nutzen wir nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern moderate "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Tests meistens empfehlen. Die entsprechenden Taktraten dieser Grafikkarten finden Sie in der Tabelle über den Benchmarks. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle testen können, sondern uns auf eine kleine Auswahl beschränken müssen. Sie können uns im Kommentar-Thread gerne Feedback hinterlassen. PC Games Hardware behält sich indes vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten bei zukünftigen Tests gegebenenfalls auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen. Und bevor Ängste aufkommen: In Grafikkarten-Referenztests, also beim Launch eines neuen Modells, vergleichen wir selbstverständlich zunächst Referenzkarten miteinander, gemessen in unterschiedlichen Szenarien und nach Möglichkeit im Vergleich mit ersten Herstelleradaptionen.

    GrafikkartenmodellTaktraten im BenchmarkReferenzwerte (inkl. Boost)Prozentuales OC
    MSI GTX 670 Power Edition/2G~1.189/3.004 MHz980/3.004 MHz+21/+0 %
    Gainward GTX 780 Ti Phantom/3G~1.110/3.500 MHz928/3.500 MHz+20/+0 %
    KFA2 GTX 960 EXOC/2G~1.380/3.506 MHz1.178/3.506 MHz+17/+0 %
    Palit GTX 780 Jetstream/3G~1.032/3.004 MHz902/3.004 MHz+14/+0 %
    Gigabyte GTX 770 Windforce OC/2G~1.241/3.506 MHz1.084/3.506 MHz+14/+0 %
    MSI GTX 970 Gaming/4G~1.316/3.506 MHz1.178/3.506 MHz+11/+0 %
    Asus GTX 980 Strix/4G~1.316/3.506 MHz1.216/3.506 MHz+8/+0 %
        
    Asus R9 270X DC2 TOP/2G~1.120/2.800 MHz1.050/2.800 MHz+7/+0 %
    Sapphire R9 290 Tri-X OC/4G~1.000/2.600 MHz947/2.500 MHz+6/+4 %
    Sapphire R9 285 Dual-X OC/2G~965/2.800 MHz918/2.750 MHz+5/+2 %
    MSI R9 290X Gaming/8G~1.030/2.750 MHz1.000/2.500 MHz+3/+10 %
    MSI R9 290X Gaming/4G~1.030/2.500 MHz1.000/2.500 MHz+3/+0 %
    Powercolor R9 280 Turbo Duo/3G~965/2.500 MHz933/2.500 MHz+3/+0 %
    MSI R9 280X Gaming/3G~1.020/3.000 MHz1.000/3.000 MHz+2/+0 %

    Raven's Cry im Test: Benchmarks von 18 Grafikkarten und CPU-Kernskalierung

          

    Wie läuft Raven's Cry auf meinem PC? Diese naheliegende Frage überprüfen wir auf dem wohl eindrucksvollsten Landstrich innerhalb von Raven's Cry, Santorios Insel. Der Schauplatz punktet nicht nur mit einem interessanten Aufbau und hoher Weitsicht, sondern im Falle unseres Savegames außerdem mit einer sehr schönen, vom warmen Sonnenuntergang begünstigten Beleuchtung. Die auf dieser Insel erreichten Bildraten sind - positionsabhängig - am unteren Ende des Spektrums anzusiedeln, um einen absoluten Worst Case handelt es sich jedoch nicht. Das Spiel hat sowohl (noch) CPU-lastigere Abschnitte zu bieten (Städte wie Bridgetown) als auch Szenen mit höherem Aufwand für die GPU (Nebelschwaden, Regen). Wir laufen als Benchmark wie im folgenden Video zu sehen 20 Sekunden einen Weg nahe des Wassers entlang.

    00:30
    Raven's Cry: Die PCGH-Benchmarkszene im Video
    Spielecover zu Raven's Cry
    Raven's Cry

    Raven's Cry

    • Raven's Cry
    Info Icon
    Game/Version Raven's Cry, Steam, Version 1.03 (3rd Patch)
    Details PCGH-Benchmark "Santorio's Island"
    Software/Drivers Catalyst 14.12 Omega, Geforce 347.71 Hotfix, Windows 8.1 x64 (HQ-AF)
    • Benchmarks (1 von 3)

    • Produkte ein-/ausblenden

    49.1
    35
    48.8
    35
    48.3
    35
    48.2
    34
    48.1
    34
    46.9
    34
    44.7
    33
    44.5
    33
    43.7
    33
    42.0
    34
    40.9
    33
    40.2
    33
    40.2
    33
    36.1
    32
    34.5
    32
    26.6
    22
    21.5
    19
    17.7
    15
    15.9
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    5
    10
    15
    20
    25
    30
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    40
    45
    50
    Name
    1.920 × 1.080, kein AA/16:1 HQ-AF (Average Fps)
    Minimum Fps

    System

    Core i7-4770K @ 4,5 GHz, 8 GiByte DDR3-2133 (10-11-10-20-1T)

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews


    Auf den ersten Blick sieht alles aus, wie man es erwartet. Auf den zweiten offenbaren sich interessante Feinheiten. Erstens schlägt sich Nvidias alte High-End-Garde, bestehend aus GTX 780 (Ti) und Titan, überdurchschnittlich gut, während die GTX 980 und 970 bei aktiver Kantenglättung sichtlich Federn lassen. Zweitens kann die Radeon R9 285 nicht nur die R9 280 abhängen, sondern kommt einstellungsabhängig auch an der R9 280X vorbei. Der dritte Punkt betrifft das CPU-Limit, genauer gesagt den Unterschied zwischen AMD und Nvidia. Geforce-Karten erzielen mit dem gleichen Prozessor etwa neun Prozent höhere Bildraten. Das lässt sich gut am Min-Fps-Wert in 1.920 × 1.080 ohne AA ablesen, denn dieser Wert ist bei den schnellen Grafikkarten vollständig CPU-limitiert.

    Aufgrund der letztgenannten Tatsache - Raven's Cry ist an vielen Stellen sehr prozessorlastig - prüfen wir abschließend die Multithreading-Eigenschaften der Engine. Als Basis dafür dient ein Core i7-5820K auf einem Asrock X99X Killer nebst 4 × 4 GiByte DDR4-Speicher, den wir zum Erhalt eines absoluten CPU-Limits leicht untertakten und mit einer auf 1.202/3.600 MHz übertakteten Geforce GTX Titan ausstatten. Die folgenden Werte zeigen, dass Raven's Cry in erster Linie auf Takt anspricht, mit einem Zweikerner inklusive SMT (Intel Core i3) beziehungsweise CMT (AMD FX-4xx0), also jeweils vier Threads, ist das Ende der Skalierung beinahe erreicht. Bei mehr als vier Kernen hat SMT einen minimal bremsenden Faktor, darunter ist die Bilanz positiv. Um wirklich in jeder (Worst-Case-)Szene mehr als 30 Fps zu erhalten, ist laut unseren Tests ein Haswell-Prozessor mit 4,5 GHz notwendig.

    CPU Core Scaling

    Raven's Cry im Test: Fazit nach dem dritten Software-Flicken

          

    Raven's Cry hält es wie die durstigen Piraten innerhalb des Spiels: Wein muss reifen, um zu schmecken. Nach dem dritten Patch hat Entwickler Reality Pump viele Ärgernisse beseitigt, die den Spielspaß mindern oder ganz vergällen. Fehlerfrei ist Raven's Cry v1.03 zwar beileibe nicht, es fällt jedoch immer einfacher, die positiven Seiten des Piratenabenteuers um Christopher Raven zu genießen. Grafisch ist Raven's Cry ausgereift, dabei ansehnlich bis sehr hübsch und auch die Grafiklast ist für das Gebotene in Ordnung. Ein starker Prozessor ist jedoch Pflicht, um in dicht besiedelten Hauptstädten nicht unter die 20-Fps-Marke zu fallen. Möglicherweise halten mit kommenden Updates auch Performance-Verbesserungen Einzug in den Code.

    Unser Tipp an Risen-/Gothic-/Piratenfans lautet nach wie vor: Behalten Sie Raven's Cry im Auge. Sobald weitere Patches erschienen sind, spricht nur noch wenig gegen dieses Spiel. Ungeduldige Naturen, die mit der Thematik mindestens im Ansatz etwas anfangen können, warten auf den ersten Steam-Sale, bei dem gewiss weniger als die aktuell veranschlagten 55 Euro fällig werden. Ansonsten bleibt Freunden der Thematik nur wenig Auswahl, am ehesten werden sie mit den eingangs erwähnten Titeln Risen 2/3 und Assassin's Creed: Black Flag glücklich.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Radeon Catalyst Treiber Download: Crimson 16.11.5 Hotfix
      • Von PCGH_Phil Audiophil
        Zitat von hanfi104
        Wäre statt 4x MSAA nicht sinnvoller auf 2x SGSSAA bzw 2,25x DS zu setzen?
        Ich rühre 4x MSAA überhaupt nicht mehr an, entweder 2x SG/OGSSAA oder wen die Leistung nicht reicht wirds halt 2x MSAA bzw SMAA.
        Hat die beruhigendere Wirkung, und glättend ist es ähnlich.

        €dit: Ich rede von UHD, nicht von FHD
        Kann ich nachvollziehen, ich nutze MSAA privat auch praktisch gar nicht mehr, greift einfach nicht mehr anständig genug und kostet zu viel Leistung - dann lieber SSAA oder eben DS (noch besser wäre einfach eine höhere Auflösung) plus ein gutes PPAA. MSAA ist zum Benchen aber ganz interessant, das erhöht nämlich den Bedarf an Bandbreite relativ drastisch. Daher zieht die GTX 780 Ti mit ihrem 384-Bit-Interface ab 1440p mit MSAA vielleicht auch an der GTX 980 mit 256-bittigem Interface vorbei. Ist echt kauzig - ich kann mich aber auch nicht erinnern, dass schon mal so gesehen zu haben...

        Gruß,
        Phil
      • Von PCGH_Raff Bitte nicht vöttern
        Ahoi,

        der Termin für die Boxed-Versionen wurde von einem Topware-Mitarbeiter im Steam-Forum genannt – in Zusammenhang mit dem Wort Timeframe, also Zeitraum. Ich finde das Posting leider nicht mehr, aber theoretisch kann da jeder nachfragen. Derweil arbeitet man an einem großen Patch, der wohl auch neue Inhalte und nicht nur Bugfixes bringen soll. Es bleibt spannend, wie "rund" Raven's Cry am Ende noch wird.

        MfG,
        Raff
      • Von DonEsteban99 Schraubenverwechsler(in)
        Erstmal ein herzliches Dankeschön an Raff das er uns diesen wunderbar sachlichen und informativen Artikel KOSTENLOS zur Verfügung stellt. Seltenheit heutzutage. Eine Frage hätte ich allerdings noch: Ist dieses Boxed-Release Datum Mai/Juni reine Spekulation oder schon eine ernstzunehmende Terminangabe (soweit wie bei der Geschichte dieses Spiel eben möglich ), denn mit diesem Artikel hast du mich als PB-Fan vom Spiel überzeugt. Und da ich den Entwickler und eigentlich auch TopWare mag würde ich mir auch die Treasure Chest Edition gerne holen. Denn Sammlereditionen sind etwas, was TopWare echt richtig drauf hat. Und ach ja: Mit den Bugs sollte man doch fertig werden, wenn man wie ich Gothic 3 auch in den sehr frühen Versionen geliebt hat oder?
      • Von da brew Freizeitschrauber(in)
        Zitat von MiezeMatze
        Wozu ein Benchmark mit einem Game das ******** ist, ******** aussieht, ******** bewertet wurde und ******** läuft??? Warum ...?
        Wozu einen Artikel lesen (oder auch nicht...), sich ärgern und dann auch noch einen VÖLLIG ÜBERFLÜSSIGEN Kommentar schreiben, wenn einen das Spiel (offenbar) sowieso nicht interessiert?

        Zitat von Bevier
        [...] "Schwuchteln" (und andere Ausdrücke aus dem Spiel) kannte man damals auf jeden Fall noch nicht...
        [...]
        ...und das weißt du genau woher?
      • Von Cosmas Software-Overclocker(in)
        also selbst jetzt, ziehe ich das tatsächlich hübsche und von beginn an fast fehlerfrei laufende Risen 3, in jeder hinsicht vor.
        (nen 3ter durchgang mitm magier, fehlt eh noch, nach dämonenjäger und voodoopirat)

        Raven's Cry stand mal auf der Liste der Spiele, die man spielen könnte, bis Knaller wie Witcher 3 kommen, aber spätestens beim PCG testvideo wars damit endgültig vorbei...
        das erinnerte mich einfach zusehr an U-Failbirth (ja U, weil ein U hier für ein X vorgemacht wird)...das man immernoch mit patches versorgen muss, weil es immernoch nicht rund läuft...fast anderthalb jahre nach "release".

        nee nee sowas kommt mir nicht in die tüte, erst recht nicht zu dem preis, den fehler mach ich nicht nochmal.
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1152456
Raven's Cry
Raven's Cry nach Patch 3: Technik-Test des Piraten-Abenteuers mit GPU- & CPU-Benchmarks
Raven's Cry, das Piraten-Abenteuer der Two-Worlds-Macher, hatte einen holprigen Start. Die Entwickler schleifen jedoch emsig weiter an ihrem Werk, sodass mittlerweile der dritte Patch über Steam veröffentlicht wurde. PC Games Hardware prüft, inwiefern sich Raven's Cry seit dem Release Ende Januar entwickelt hat - Benchmarks von 18 Grafikkarten, eine CPU-Kernskalierung und 222 HQ-Screenshots aus 35 Stunden Spielzeit inklusive.
http://www.pcgameshardware.de/Ravens-Cry-Spiel-15989/Specials/Test-Benchmarks-Patch-3-1152456/
06.03.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/03/Raven_s_Cry_maxed_und_downsampled_Raff210-pcgh_b2teaser_169.jpg
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