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  • DDR3-RAM von Klevv im Test: Was bietet die neue Marke?

    Mit Klevv ist seit Kurzem eine neue Marke im Arbeitsspeicher-Segment aktiv. PC Games Hardware klärt darüber auf, was sich hinter Klevv verbirgt und wie gut die ersten Produkte sind. Nicht ein, sondern gleich zwei DDR3-RAM-Kits mit je 16 GiByte Kapazität haben es ins Testlabor geschafft - Bühne frei für Klevv!

    Der Markt für Desktop-Arbeitsspeicher gilt als relativ schwierig, in den vergangenen Jahren konnten sich nur wenige neue Marken etablieren. Daher verwundert es auch nicht, dass hinter Klevv eine etablierte Firmenstruktur steckt: Bei Klevv handelt es sich um ein Produkt der Marke Essencore, ein Tochterunternehmen von SK C&C. SK C&C hält einen großen Anteil an der SK Group, zu der SK Telecom und das dazugehörige Unternehmen SK Hynix zählen. SK Hynix beliefert praktisch alle namhaften RAM-Hersteller mit Speicherchips, darunter Corsair, G.Skill und Kingston. Vor diesem Hintergrund kommen naheliegenderweise auch auf Klevv-Modulen Bausteine von SK Hynix zum Einsatz. Wie wir erfahren haben, handelt es sich dabei allerdings um keinen Automatismus: Es ist möglich, dass zukünftig auf Sticks von Klevv auch Chips anderer Hersteller verbaut werden; idealerweise geschieht dies bei Einführung einer neuen Produktreihe. Idealerweise können Käufer dann gezielt zu Klevv-Modulen mit Chips von diesem oder jenem Hersteller greifen.

    Die Testmuster: Klevv Neo und Genuine

          

    Unsere Testmuster gehören zu den Produktserien Neo und Genuine, die Kits in den Kapazitäten 2 × 4, 4 × 4, 2 × 8 und 4 × 8 GiByte umfassen. Die Taktraten unterscheiden sich allerdings: Sie reichen bei Neo von DDR3-1600 bis DDR3-2400, mit Genuine wird das Limit nach oben mit maximal DDR3-3200 ausgereizt. Unsere Testmuster bieten jeweils 2 × 8 GiByte Speicherkapazität. Das Neo-Kit ist für DDR3-2133 bei den Timings 10-12-12-31 und 1,60 Volt spezifiziert, die Genuine-Sticks hingegen für DDR3-2400 (11-13-13-31) bei 1,65 Volt. Klevv Genuine (IM38GU48Y24-BDDHMC)Klevv Genuine (IM38GU48Y24-BDDHMC)Quelle: PC Games HardwareDiese Werte sind in beiden Fällen als XM-Profil hinterlegt und können auf aktuellen Intel-Mainboards einfach geladen werden. Die selten anzutreffende AMD-Alternative AMP wird nicht unterstützt.

    Die Optik der Riegel unterscheidet sich trotz durchgehend schwarzer PCBs deutlich: Auf den Neo-Sticks befindet sich ein Kühlkörper in Anthrazit, der relativ dick geschnitten ist. Das Gewicht der hochwertig wirkenden Riegel ist dadurch vergleichsweise hoch. Der angenehme haptische Eindruck wird durch die zahlreichen Vertiefungen über fast die gesamte Länge der Riegel verstärkt. Die Höhe beträgt rund 4,5 cm, Turmkühler sollten die RAM-Slots also nicht überragen.

    Noch einen Zentimeter zusätzlich ragen die Genuine-Riegel in die Höhe. Auf dem Metallkörper ist nämlich ein Oberteil mit einer weißen LED-Beleuchtung montiert. Diese erhellt den Bereich um das Mainboard durchgehend und blendet nicht, die Leuchtstärke ist eher zurückhaltend. Die schwarze, glatte Kühlfläche ist von einem silbernen Rahmen eingefasst, auf der Vorderseite ist ein spiegelndes Klevv-Logo platziert. Klevv setzt damit ähnlich wie Corsair mit der Dominator-Platinum-Reihe auf ein edles Design statt auf eine aggressive Optik.

    14:38
    RAM-Debüt von Klevv: 16 GiByte DDR3-2133 und DDR3-2400 im Video-Test

    Testsystem und -methodik für RAM

          

    Wir nutzen einen Core i7-4770K auf einem Asus Maximus VI Extreme. Das Tuning-Potenzial von DDR3-Speicher ermitteln wir bei vier Taktraten, nämlich DDR3-1600, DDR3-1866, DDR3-2133 und DDR3-2400. Bei diesen Taktfrequenzen loten wir die geringstmöglichen Latenzen aus. Dazu gehen wir schrittweise vor und senken entweder die CAS-Latenz oder die Timings RCD, RP und RAS. Falls zum Beispiel der Betrieb bei 10-10-10-30 gelingt, stellen wir danach 9-10-10-30 ein und testen erneut.

    Das Undervolting-Potenzial ermitteln wir bei Standardtakt und ­latenzen. Das Maximus VI Extreme ermöglicht eine Spannungsabsenkung bis auf 1,20 Volt, was 20 Prozent unterhalb des DDR3-Standards liegt. Als Stabilitätstest kommt das Programm HCI Memtest Pro zum Einsatz. Die Software konfigurieren wir so, dass mindestens 95 Prozent des verfügbaren Arbeitsspeichers genutzt wird. Auf eine Vollauslastung verzichten wir bewusst, da ansonsten Daten auf die Festplatte geschrieben werden, was den Testablauf bremst.

    Die Kühlleistung prüfen wir einheitlich bei 1,65 Volt, dem Höchstwert, für den DDR3-Riegel aktuell spezifiziert werden. Die Taktfrequenz dabei beträgt DDR3-1333. Beim Mess-Equipment handelt es sich um die Lüftersteuerung Lamptron FC-6 sowie vier Messfühler des Typs Bitspower Thin Temperature Sensor. Die Fühler schieben wir so unter die Hitzeleitbleche, dass sie zwischen zwei Chips liegen. Das Endergebnis ist der auf 20 °C Raumtemperatur normierte Mittelwert nach 30 Minuten Auslastung mit HCI Memtest Pro. Des Weiteren prüfen wir, ob ein korrekt programmiertes Intel Extreme Memory Profile (XMP) oder AMD Memory Profile (AMP) vorliegt.

    Testergebnisse: Klevv Neo und Genuine

          

    Den Latenztest bei DDR3-1600/1,50 Volt absolvieren beide Kits bei 8-8-8-24. DDR3-1866 (1,50 Volt) bewältigt das Genuine-Kit bei 9-9-9-27er-Timings, für die Neo-Sticks müssen wir einen Gang auf 9-10-10-30 zurückschalten. Gleich gut schneiden die Riegel wiederum bei DDR3-2133 und unveränderter Spannung ab: Mit den Latenzen 10-11-11-33 läuft HCI Memtest Pro fehlerfrei. Erst bei DDR3-2400 zeigt sich, dass Klevv bei den höher spezifizierten Genuine-Riegeln offensichtlich besser selektierte Chips verwendet: Klevv Genuine (IM38GU48Y24-BDDHMC) + Klevv Neo (IM38GU48W21-ACCHMN)Klevv Genuine (IM38GU48Y24-BDDHMC) + Klevv Neo (IM38GU48W21-ACCHMN)Quelle: PC Games HardwareSie verkraften 11-12-12-36 bei 1,50 Volt mühelos, das Neo-Duo erfordert die entspannteren Timings 12-13-13-39. Auch die Undervolting-Reserven des Genuine-Kits sind mit 10 Prozent (1,485 Volt) gegenüber 8 Prozent (1,475 Volt) größer.

    Im Temperaturtest bei 1,65 Volt erwärmen sich die Neo-Sticks auf 45,5 °C. Das ist weder ein besonders guter noch schlechter, also ein durchschnittlicher Wert. Mit 50,7 °C werden die Genuine-Module hingegen ein ganzes Stück wärmer. Das ist angesichts des großen Kühlkörpers aber doch etwas enttäuschend. Offensichtlich senkt die integrierte Beleuchtung die Effizienz der Kühllösung: Die Abwärme kann nicht wie bei den oben offenen Neo-Sticks entweichen, der Aufsatz bleibt außerdem auffällig kühl. Effektiv zur Kühlung tragen somit nur schwarzen Metallflächen an der Seite bei. Eine Überhitzungsgefahr besteht aber natürlich nicht, lediglich der Spielraum für Overvolting-Eskapaden und schlecht belüftete PC-Gehäuse ist reduziert.

    Die Grundgeschwindigkeit ist bei beiden Kits relativ hoch, was am Dual-Rank-Aufbau liegt. Wir messen im RAM-Test von Aida64 eine Kopierrate von 34.721 MiByte/s für das Genuine-Duo und 31.557 MiByte/s für das Neo-Set bei 3,9 GHz Kern-/Cache-Takt. Die Riegel profitieren dank Rank-Interleaving von ihrem Dual-Rank-Aufbau und sind bei gleichem Takt etwas flotter als Single-Rank-Module. Wer auf das Dual-Rank-Plus Wert legt, ist bei DDR3-Sticks mit 8 GiByte auf der sicheren Seite: Alle bisher getestete Module verfügen über zwei Ranks.

    ProduktGenuineNeo
    Hersteller (Website)Klevv (klevv.com)Klevv (klevv.com)
    ProduktnummerIM38GU48Y24-BDDHMCIM38GU48W21-ACCHMN (ver. 1.05)
    PCGH-PreisvergleichNoch nicht gelistetNoch nicht gelistet
    Preis/Preis-Leistungsverhältnis--
    Preis pro GiByte--
    Ausstattung (20 %)1,822,07
    KühlkörperMetallkörper mit LeuchtaufsatzSchlaufen
    Besondere AusstattungBeleuchtung (weiße LEDs)Nicht vorhanden
    Infos auf AufkleberTakt, Latenzen (CAS, RCD, RP), SpannungTakt, Latenzen (CAS, RCD, RP), Spannung
    Eigenschaften (20 %)2,752,63
    Kapazität2 x 8.192 MiByte2 x 8.192 MiByte
    Vom Hersteller garantierter TaktDDR3-2400DDR3-2133
    Vom Hersteller garantierte Latenzen11-13-13-3110-12-12-31
    Vom Hersteller vorgesehene Spannung1,65 Volt1,60 Volt
    XMP-Werte (in BIOS/UEFI auswählbar)DDR3-2400, 11-13-13-31, 1,65 Volt (XMP 1.3)DDR3-2133, 10-12-12-31, 1,60 Volt (XMP 1.3)
    AMP-Werte (in BIOS/UEFI auswählbar)Nicht vorhandenNicht vorhanden
    Temperatur (Prime 95, DDR3-1333, 9-9-9-27, 1,65 Volt)50,7 °C45,5 °C
    Höhe/Breite mit Kühler5,4/1,0 cm4,6/0,8 cm
    Chips/Ranks pro Modul16/2 Stück16/2 Stück
    Leistung (60 %)2,372,56
    Undervolting bei Std.-Takt/-Latenzen-10 % (1,485 Volt)-8 % (1,475 Volt)
    Stabile Latenzen (DDR3-1600, 2T, 1,50 Volt)8-8-8-248-8-8-24
    Stabile Latenzen (DDR3-1866, 2T, 1,50 Volt)9-9-9-279-10-10-30
    Stabile Latenzen (DDR3-2133, 2T, 1,50 Volt)10-11-11-3310-11-11-33
    Stabile Latenzen (DDR3-2400, 2T, 1,50 Volt)11-12-12-3612-13-13-39
    Endnote2,342,48
    Fazit+ DDR3-2400 garantiert und stabil bei <1,5 Volt+ DDR3-2400 stabil
     + Hohe Kapazität, Beleuchtung+ Hohe Kapazität
     - Höhe der Module, recht warm- Höhe der Module

    Test-Fazit: Klevv Neo und Genuine

          

    Der Newcomer Klevv legt einen gelungenen Auftakt hin: Beide Kits bieten eine edle Optik und eine hohe, zeitgemäße Kapazität. Die Grundgeschwindigkeit ist dank hoher Taktfrequenzen und Dual-Rank-Aufbau gut, dazu kommt Spielraum für Undervolting sowie Overclocking und Latenz-Tuning. Wie erwartet verkraften die Genuine-Riegel etwas schnellere Einstellungen, DDR3-2400 bei 1,50 Volt ist aber für beide Kits kein Problem. Der gesteigerte Materialaufwand bei den Kühlkörpern führt allerdings nicht zu besonders niedrigen Temperaturen - schade, zumal sich aufgrund der Modulhöhe keine Turmkühler installieren lassen, die über die RAM-Slots hinausragen.

    Da die Sticks erst in Kürze in den Handel gelangen, lässt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis allerdings aktuell noch nicht einstufen. Klar ist zumindest: Wer für möglichst wenig Geld eine möglichst große Speichermenge erhalten möchte, muss sich woanders umsehen. Bei Klevv treffen gute Leistungswerte auf Optik-Features wie die LED-Beleuchtung, was nicht ohne Aufpreis zu haben ist. Laut Hersteller sollen die Neo-Riegel preislich etwa auf Vengeance-(Pro-)Niveau liegen. Das wären mindestens 130 Euro für 2 × 8 GiByte DDR3-2133-RAM. Gemessen an unserer 16-GiByte-Referenz G.Skill Trident X (F3-2666C12D-16GTXD) läge ein fairer Preis für die Genuine-Sticks aktuell bei rund 150 Euro - wir vermuten allerdings, dass das Kit eine ganze Ecke teurer wird, zumal sich Klevv erst am Markt etablieren muss. Hier sollten Käufer abwägen, welche Mehrkosten ihnen das Heatspreader-Design und die Beleuchtung wert sind.

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DDR3-RAM von Klevv im Test: Was bietet die neue Marke?
Mit Klevv ist seit Kurzem eine neue Marke im Arbeitsspeicher-Segment aktiv. PC Games Hardware klärt darüber auf, was sich hinter Klevv verbirgt und wie gut die ersten Produkte sind. Nicht ein, sondern gleich zwei DDR3-RAM-Kits mit je 16 GiByte Kapazität haben es ins Testlabor geschafft - Bühne frei für Klevv!
http://www.pcgameshardware.de/RAM-Hardware-154108/Tests/Klevv-DDR3-RAM-Test-1163381/
07.07.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/07/Klevv-DDR3-RAM-Neo-Genuine-00009-pcgh_b2teaser_169.jpg
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