Adata XPG V3 DDR3-2933-RAM: Farblich anpassbares High-End-Kit mit 8 GiByte im Test
Die neue XPG-V3-Serie von Adata umfasst Dual-Channel-Kits mit 8 und 16 GiByte und erstreckt sich von Taktraten von DDR3-1600 bis DDR3-3100. Eine Besonderheit der Module stellen die Kühlkörper dar, die sich an die optischen Vorlieben anpassen lassen. PC Games Hardware ist auf Megahertz-Jagd gegangen und hat das Kit AX3U2933W4G12-DBV-RG einem Test unterzogen.
Alle Kits der XPG-V3-Serie von Adata zeichnen sich durch einen Kühlkörper aus, der modifiziert werden kann. Das mittlere Metallstück lässt sich nämlich entfernen und bei Bedarf gegen ein andersfarbiges Element austauschen. Sämtliche Kits der Modellreihe sind Dual-Channel-Kits mit zwei Modulen. Die Standardspannung beträgt stets 1,65 Volt, die Kapazität schwankt zwischen 8 und 16 GiByte. Aushängeschild der Serie ist das Kit AX3U3100W8G12-DBV-RG, das für DDR3-3100 spezifiziert ist - ein exzellenter Wert für zwei 8-GiByte-Module. Lieferbar ist das Produkt noch nicht, das Prestigeobjekt ist aber für satte 1699 Euro bei Alternate gelistet.
Das Testmuster: Adata XPG V3 AX3U2933W4G12-DBV-RG
Deutlich erschwinglicher und erfreulicherweise auch im Handel erhältlich ist das uns zur Verfügung gestellte Modell AX3U2933W4G12-DBV-RG. Es besteht aus zwei 4-GiByte-Modulen, die Gesamtkapazität beträgt folglich 8 GiByte. Der Standardtakt beträgt 1.467 MHz (DDR3-2933) bei 1,65 Volt. Für die Hauptlatenzen CAS, RCD, RP und RAS gibt Adata die Werte 12-14-14-36 vor. Der Kühlkörper, welcher für eine Modulhöhe von 5,1 Zentimetern und eine Breite von 0,9 Zentimetern sorgt, ist standardmäßig mit roten Einsätzen ausgestattet. Im Lieferumfang befinden sich allerdings auch zwei goldene Metallelemente. Der Wechsel zwischen beiden Varianten erfordert lediglich das Lösen von zwei Schrauben und ist daher - passender Schraubendreher vorausgesetzt - in wenigen Sekunden erledigt.
Das Kit wird mit einem korrekt programmierten XM-Profil ausgeliefert, die selten anzutreffende AMD-Variante AMP wird allerdings nicht unterstützt. Auf den Riegeln sind einseitig Speicherchips des Typs SK Hynix MFR verbaut. Diese Bausteine ermöglichen im Normfall sehr hohe Taktraten bei relativ niedrigen Spannungen und sind daher bei Übertaktern sehr populär, die möglichst hohe RAM-Taktfrequenzen erreichen möchten. Aber: Da die 4-GiByte-Sticks single-ranked organisiert sind, ist die Leistungsfähigkeit bei gleicher Taktfrequenz etwas geringer als bei (praktisch immer) doppelseitig bestückten Dual-Rank-Modulen, die dank Interleaving im Vorteil sind. Wie groß die Leistungsdifferenz ausfällt beziehungsweise ob sie überhaupt messbar ist, ist abhängig von der Nutzungsweise. Relevant ist der Unterschied primär für Nutzer von Prozessoren mit integrierten Grafikchips, die ausgiebig vom Arbeitsspeicher Gebrauch machen - etwa AMDs Kaveri-APUs. Diese Eigenschaft ist nicht auf dieses XPG-V3-Kit beschränkt, sondern auch bei Modulen gleicher Kapazität anderer Hersteller anzutreffen, die für vergleichbar hohe Taktfrequenzen spezifiziert sind. (Einen ausführlichen Artikel zum Thema Ranks mit zahlreichen Benchmarks beinhaltet die noch im Abo-Shop erhältliche PCGH-Ausgabe 04/2014.)
Testmethodik
Um zu ermitteln, was die RAM-Module abseits der vom Hersteller spezifizierten Werte leisten können, prüfen wir sie bei vier Taktraten, nämlich DDR3-1600/1866/2133 und DDR3-2400. Bei einer anliegenden Spannung von 1,50 Volt testen wir, mit welchen geringstmöglichen Latenzen noch ein stabiler Betrieb möglich ist. Dabei gehen wir schrittweise vor und justieren entweder die CAS-Latenz oder die Timings RCD, RP und RAS, da aktuelle Speicherchips oft höhere RP- und RCD-Timings erfordern. Läuft beispielsweise die Einstellung 8-8-8-24 nicht stabil, testen wir, ob der Betrieb mit 8-9-9-27 oder 8-10-10-30 möglich ist. Die meisten aktuellen DDR3-Chips vertragen eine niedrigere CAS-Latenz besser als aggressive RCD-/RP-Werte.
Wie es um das Undervolting-Potenzial bestellt ist, prüfen wir bei Standardtakt und -latenzen. Die im UEFI-Menü des Asus Maximus VI Extreme einstellbare Untergrenze beträgt 1,20 Volt, was immerhin 0,30 Volt unterhalb des DDR3-Standardwerts liegt. Als Stabilitätstest kommt die Software HCI Memtest Pro 4.0 zum Einsatz, die sich in der Analyse von Stresstests als besonders gut zum Aufdecken von RAM-Instabilität erwiesen hat. Die Software konfigurieren wir stets so, dass mindestens 95 Prozent des verfügbaren Arbeitsspeichers ausgelastet sind. Eine Vollauslastung ist nicht sinnvoll, weil dadurch entstehende Auslagerungsvorgänge auf die Festplatte das Durchtesten des flüchtigen Speichers bremsen.
Darüber hinaus ermitteln wir die Hitzeentwicklung bei 1,65 Volt unterhalb der Kühlbleche und werten aus, ob das SPD-EEPROM sinnvoll programmiert ist, und wie es um Intel Extreme Memory Profile (XMP) und AMD Memory Profile (AMP) bestellt ist. Hinter beiden Begriffen steckt der gleiche Ansatz: Im SPD-EEPROM sind Takt- und Latenzinformationen hinterlegt, die einen stabilen Betrieb gewährleisten sollen. Da es sich hierbei üblicherweise um zurückhaltendeJEDEC-kompatible Einstellungen handelt, wird bei High-End-RAM Leistung verschenkt. Unterstützt ein System XMP oder AMP, ist es aber möglich, die schnelleren einprogrammierten Werte zu nutzen, ohne Takt und Timings im Detail konfigurieren zu müssen.
Das Testsystem
Die Kombination aus Core i7-4770K und Asus Maximus VI Extreme stellt für RAM-Tuning zahlreiche Funktionen zur Verfügung und liefert auch in der Praxis gute Ergebnisse. Obwohl sie offiziell nur maximal für DDR3-1600-Takt freigegeben sind, handelt es sich bei Intels Haswell-CPUs derzeit um die beste Wahl, wenn ein hoher Speichertakt erreicht werden soll. Als CPU-Kühler dient ein Be quiet Shadow Rock Pro SR1, dessen 120-mm-Lüfter an der Rückseite montiert ist. So besteht keine Gefahr, dass RAM-Riegel mit hohen Kühlkörpern blockiert werden. Die Grafikkarte ist eine Geforce GT 640 von Zotac.
Die Kühlleistung ermitteln wir bei einheitlichen Bedingungen, nämlich DDR3-1333-Takt, den Hauptlatenzen 9-9-9-27 und 1,65 Volt - so wird etwas mehr Hitze als bei der DDR3-Standardspannung von 1,50 Volt erzeugt. Das Mess-Equipment in Form der Lüftersteuerung Lamptron FC-6 und Messfühlern des Typs Bitspower Thin Temperature Sensor stammen von Caseking, wo die Komponenten für 34,90 Euro beziehungsweise 3,50 Euro erhältlich sind. Die vier Messfühler pro Modul schieben wir unter die Hitzeleitbleche, sodass sie zwischen zwei Chips liegen.
Quelle: valid.canardpc.com
Taktgewaltig: Bei einer RAM-Spannung von 1,70 Volt können wir eine Taktfrequenz von 1.649,6 MHz (DDR3-3299) validieren. Damit sind die Module aber noch nicht ausgereizt - der Referenztakt limitiert.
Die Testergebnisse:
Im Latenz-Test bei 1,5 Volt und den Taktraten DDR3-1600/1866/2133/2400 erreicht das Kit gute, aber keine herausragenden Werte. Bei 800 Mhz (DDR3-1600) und 933 MHz (DDR3-1866) reicht es für die Latenzen 7-8-8-24 und 8-9-9-27. Bei DDR3-2133 reicht es noch für 10-11-11-33, 1.200 MHz (DDR3-2400) verkraften die Sticks bei den Timings 11-12-12-36. Diese Werte lassen sich auch mit einigen deutlich günstigeren Kits erreichen, wobei ein stabiler DDR3-2400-Betrieb bei 1,50 Volt nur mit wenigen RAM-Kits gelingt. Trotzdem ist es offensichtlich, dass die Adata-Module für Niedrig-Latenz-Fans oder Besitzer älterer CPUs/Plattformen, die keine hohen DDR3-Taktfrequenzen ermöglichen (z. B. Core 2, Phenom II, Clarkdale, Bloomfield) nicht die erste Wahl darstellen. Bereits die Standardtaktfrequenz lässt sich nur mit wenigen Prozessoren zuverlässig erreichen. Idealerweise verfügt der Käufer des AX3U2933W4G12-DBV-RG über ein Haswell-System. Wer den Speicher bei den Standardwerten DDR3-2933 (12-14-14-36) mit weniger Spannung betreiben möchte, kann dies tun: Unser Kit ließ sich erst bei einer Absenkung auf weniger als 1,595 Volt in Memtest Pro Fehler entlocken. Das Undervolting-Potenzial ist mit 3 Prozent zwar gering, aufgrund der sehr hohen Standardtaktfrequenz aber nicht überraschend.
Der Kühlkörper sorgt für sehr niedrige Temperaturen. Wir messen bei 1,65 Volt (DDR3-1333) lediglich 37,2 °C. Einseitig bestückte RAM-Module bleiben zwar allgemein etwas kühler, der Messwert fällt aber auch im Vergleich zu anderen Singlesided-Sticks recht niedrig aus. Der Arbeitsspeicher lässt sich übrigens auch ohne rotes oder goldenes Mittelstück nutzen. Dabei sollten die Schrauben aber nicht möglichst weit eingedreht werden, da sonst ein ungleichmäßiger Anpressdruck entsteht. Da das wechselbare Metallelement allerdings Abwärme von der Oberseite der Platine und seitlich vom nicht entfernbaren Teil des Kühlers aufnimmt, werden die Chips ohne das Bauteil etwas wärmer: Wir messen 38,5 °C. (Mehr zum Thema RAM-Kühlung hier: Arbeitsspeicher: Ist ein RAM-Kühler Pflicht?)
Mit dem Core i7-4770K gehen wir abschließend auf Megahertz-Jagd und lockern die Latenzen. Mit den Timings 14-16-16-48 und etwas angehobenen Spannungen (RAM: 1,70 Volt, System Agent: 0,95 Volt, I/O Analog & Digital: 1,10 Volt) gelingt uns eine CPU-Z-Validierung bei 1.649,6 MHz (DDR3-3299). Das System ist dabei zwar zugegebenermaßen nicht mehr stabil, ursächlich dafür ist aber der hohe Referenztakt von 112,5 MHz. Mit einem höheren Zeitaufwand und der Nutzung anderer BCLK-Straps wäre sicherlich noch ein besseres Ergebnis möglich - wir belassen es aber vorerst dabei, da dieser OC-Versuch nicht unter den Standardablauf unserer RAM-Tests fällt. Zur besseren Einstufung dieses Ergebnisses: Im PCGH-Preisvergleich gibt es kein RAM-Kit, das für einen so hohen Takt spezifiziert ist. Gelistet ist lediglich ein einziges 8-GiByte-Kit mit DDR3-3200-Freigabe, tatsächlich lieferbar sind aber maximal DDR3-3000-Module. Das XPG-V3-Kit AX3U2933W4G12-DBV-RG zählt also zu den besten Overclocking-Kits am Markt.
| Produkt | XPG V3 |
|---|---|
| Hersteller (Website) | Adata (adata-group.com) |
| Produktnummer | AX3U2933W4G12-DBV-RG |
| PCGH-Preisvergleich | http://www.pcgh.de/preisvergleich/1150319 |
| Preis/Preis-Leistungsverhältnis | Ca. € 260,-/mangelhaft |
| Preis pro GiByte | Ca. € 32,50 |
| Ausstattung (20 %) | 1,96 |
| Kühlkörper | Schlaufen, Einsatz mit groben Rippen |
| Besondere Ausstattung | Goldene Fins zum Wechseln |
| Infos auf Aufkleber | Takt, Latenzen (CAS, RCD, RP, RAS), Spannung |
| Eigenschaften (20 %) | 2,73 |
| Kapazität | 2 x 4.096 MiByte |
| Vom Hersteller garantierter Takt | DDR3-2933 |
| Vom Hersteller garantierte Latenzen | 12-14-14-36 |
| Vom Hersteller vorgesehene Spannung | 1,65 Volt |
| XMP-Werte (in BIOS/UEFI auswählbar) | DDR3-2933, 12-14-14-36, 1,65 Volt (XMP 1.3) |
| AMP-Werte (in BIOS/UEFI auswählbar) | Nicht vorhanden |
| Temperatur (Prime 95, DDR3-1333, 9-9-9-27, 1,65 Volt) | 37,2 °C |
| Höhe mit Kühler | 5,1 cm |
| Breite mit Kühler | 0,9 cm |
| Leistung (60 %) | 2,41 |
| Undervolting bei Std.-Takt/-Latenzen | -3 % (1,595 Volt) |
| Stabile Latenzen (DDR3-1600, 2T, 1,50 Volt) | 7-8-8-24 |
| Stabile Latenzen (DDR3-1866, 2T, 1,50 Volt) | 8-9-9-27 |
| Stabile Latenzen (DDR3-2133, 2T, 1,50 Volt) | 10-11-11-33 |
| Stabile Latenzen (DDR3-2400, 2T, 1,50 Volt) | 11-12-12-36 |
| Endnote | 2,38 |
| Fazit | + Sehr hoher Standardtakt, viel OC-Reserven |
| + Kühl, Heatspreader mit Wechselfunktion | |
| - Single-ranked (langsamer pro MHz), sehr teuer |
Fazit:
Adata liefert mit dem Kit AX3U2933W4G12-DBV-RG ein 8-GiByte-Pärchen ab, das in vielen Punkten überzeugt: Der Standardtakt ist sehr hoch, die Tuning-Eigenschaften überzeugend. Die Speicherriegel bleiben sehr kühl und sind mit einem Heatspreader ausgestattet, der eine gewisse optische Anpassung an das Mainboard erlaubt. Kurzum: Die zwei 4-GiByte-Riegel gehören zu den besten Modulen, die wir seit geraumer Zeit im Testlabor hatten. Der Preis von derzeit knapp 260 Euro ist allerdings unverhältnismäßig hoch: Der Pro-GiByte-Preis beträgt rund das Vierfache dessen, was in der Brot-und-Butter-Klasse derzeit fällig wird. Preisbewusste Anwender und durchschnittliche PC-Spieler erhalten keinen Gegenwert, der diesen Aufpreis rechtfertigt. Dass es deutlich günstiger geht, beweisen die Kits im Taktbereich von DDR3-1600 bis DDR3-2400 aus Adatas XPG-V3-Serie. Das DDR3-2933-Kit mit 8 GiByte ist primär für Übertakter mit einem Haswell-System interessant, die bereit sind, für einen clever designten Kühlkörper und enorm viel Taktpotenzial Mehrkosten für ihr Hobby in Kauf zu nehmen, um in neue Megahertz-Sphären vorzustoßen.

Optisch auch nicht wirklich nennenswert.
Was den 125er Strap angeht, ohja...da habe ich die letzten Tage auch so meine Erfahrungen machen "dürfen"...
Für das Ausreizen der Module habe ich die Werte vorbeugend um jeweils 0,1 Volt angehoben und bin dann wie im Test beschrieben bei 1.650 Mhz RAM-Takt/112,5 MHz Referenztakt ins BCLK-Limit gerannt. (Teiler oberhalb von DDR3-2933 sind in der Praxis nicht funktionstüchtig.) Da sich der Windows-Startvorgang und der 125-MHz-Strap nicht als beste Freunde herausstellten (
Weil bei derartig hohe Taktraten, da ist es wohl mit Dram Voltage nicht getan, oder ? Oder ging das "zu Fuß" ?