DDR4-RAM: Lohnt sich ein hoher Takt für Anwendungen? Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
PCGH-Leser Jürgen M. ist sich bewusst, dass in Spielen meistens die Grafikkarte die Framerate begrenzt und ein hoher RAM-Takt daran nichts ändern kann. Wie sieht es allerdings in Anwendungen aus, bei denen vor allem der Prozessor gefordert ist?
Der Leserbrief:
"Mich quält seit einiger Zeit folgende Frage: Wie sinnvoll sind hohe RAM-Geschwindigkeiten? Mir ist bewusst, dass die meisten Spiele ins GPU-Limit rennen, und somit die CPU bzw. dementsprechend auch der RAM keinen Einfluss mehr auf die Framerate haben. Aber wie verhält sich das mit Anwendungen wie z. B. beim Rendern und Video-Transcoding? Ist es sinnvoll, in schnellere RAM-Frequenzen zu investieren oder ist es aus P/L-Sicht besser einfach den vom Hersteller garantierten RAM-Takt wie aktuell DDR4-2133 zu nehmen?
Könntet ihr deshalb in den kommenden PCGH Ausgaben einen Artikel über dieses Thema bringen? In diesem Artikel würde mich interessieren wie Anwendungen wie z.B Blender auf unterschiedliche RAM Frequenzen reagieren, und ob es messbare oder noch besser fühlbare Leistungssteigerungen gibt."
Die Antwort von Stephan Wilke (Fachbereich Arbeitsspeicher):
"Blender habe ich bisher nicht für Leistungstests verwendet, daher kann ich Ihnen dazu keine konkreten Angaben machen. Aber: Mit dem auf Luxrender basierenden Luxmark, also ein ähnliches Programm, habe ich mittelmäßig ausgeprägte Leistungsvorteile bei Nutzung eines Core i7-5820K und Core i5-6600K bemerkt. Der Leistungsunterschied zwischen DDR4-2133 und DDR4-3200 entspricht in etwa der Übertaktung um 300 MHz Kerntakt (bei unverändertem RAM-Takt). Bei x264 (UHD-Transcodierung) bringt ein hoher RAM-Takt kaum Vorteile, stark ausgeprägt war der Effekt bei 7-Zip (Komprimierung und Verschlüsselung) - Testergebnisse in Ausgabe 07/2015 und 12/2015. Es hängt also von der Anwendung ab. Am wichtigsten für die Systemleistung ist natürlich, dass die RAM-Menge ausreichend dimensioniert ist.
Mein Tipp: Greifen Sie bei gleichem Preis nach Möglichkeit zu RAM mit Dual-Rank-Aufbau, der in der Praxis Single-Rank-RAM überlegen ist (DDR4-2133 Dual Rank üblicherweise schneller als DDR4-2400 Single Rank). Was sich dann "lohnt" ist wie so oft eine Frage der persönlichen Vorlieben und Finanzen. Angenommen es geht um 2 x 8 GiByte, dann sind Sie aktuell bei DDR4-2133 mit rund 60 Euro dabei, DDR4-3000 kostet rund 75 Euro. Das sind jetzt je nach Sichtweise immerhin ein Aufpreis von über 20 Prozent (für die Sie in der Praxis durchschnittlich nicht über 20 Prozent mehr Leistung bekommen) oder lediglich 15 Euro.
Der Vollständigkeit zuliebe sei erwähnt: Intel spezifiziert abhängig vom verwendeten Haswell-E-/Broadwell-E-/Skylake-Prozessor nur DDR4-2133 oder DDR4-2400 als offiziell unterstützten RAM-Takt. Höhere Taktraten (DDR4-3000+) sind in der Praxis selten ein Problem, wo das Limit für einen stabilen Betrieb liegt, variiert aber von Prozessor zu Prozessor."
Leserbriefe können Sie an redaktion@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche wird jeden Samstag um 15:30 Uhr vorgestellt. Der Leserbrief gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

Thema ist zwar alt, aber hab mir die Trident Z RGB 3200er , 2x8 GB CL14 gekauft...
Irgendwie hab ich bei 4000 Mhz mit hohen Latenzen bei Benchmarks mehr FPS, aber vieeeel weniger Kopier und Schreibdurchsatz bei AIDA64..
Finde auch keine gescheite aussage was mehr bringt. Speicher läuft Stabil auf 4000mhz, aber die Latenzen sind ja dann fürn Hintern.
faysmash probier mal mit nur 2 riegeln und gugn obs dann geht.
oder man nutzt gleich Quad-Chanel...
in schnellen speicher zu investieren lohnt sich nur im zweifelsfall oder wenn man LANGE den pc benutzt >4-6 jahre.
Zumindest für DDR3 hat AnandTech vor ein paar Jahren mit einem Haswell System mal ein paar Tests gemacht:
Memory Scaling on Haswell CPU, IGP and dGPU: DDR3-1333 to DDR3-3000 Tested with G.Skill