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  • Project Cars - Finale Version im Technik-Test - Geforce top, Radeon flop [Update mit neuer Treiber- und Spielversion]

    Nach langer Entwicklungszeit und mehrfachen Verschiebungen ist das Edel-Rennspiel endlich da. Das auf der Madness Engine basierende Spiel verzückt seit Jahren Autoverrückte, Polygon-Fetischisten und Freunde der feinen Pixelkunst mit ausgesprochen detaillierten, sehr realistisch wirkenden Fahrzeugmodellen nebst hochauflösenden Texturen und schicker Beleuchtung. Wir fühlen Project Cars im Test mit 14 aktuellen Grafikkarten auf den Zahn.

    Project Cars ist eine Augenweide, gar keine Frage. Besonders in Ultra-HD sehen die fein strukturierten, extrem aufwändigen Fahrzeugmodelle zum Niederknien aus. Diese werden mit bis zu 300.000 Polygonen mittels der Madness Engine dargestellt, die man in einer früheren Version aus Need for Speed: Shift kennt, aber von Entwickler Slightly Mad umfangreich angepasst wurde. Nun setzt der Grafikmotor ein 64-Bit OS sowie DirectX 11 voraus, zudem wurde die Spiel- beziehungsweise Fahrphysik deutlich erweitert. Für eine realistische Simulation griff Slightly Mad auf die Erfahrung professioneller Rennfahrer zurück, darunter etwa der aus Top Gear bekannte "Stig", aber auch Touring-Car-Cup-Fahrer Nicolas Hamilton sowie Oli Webb, der in der Le-Mans-Serie startet.

    Project Cars - Update mit neuer Version, Treibern und Benchmarks

          

    Der bereits für letzte Woche angekündigte Catalyst-Treiber, der Performance-Verbesserungen für Project Cars sowie The Witcher 3 enthielt, verpasste uns für den Test im Heft leider. Wir griffen dort schlussendlich auf einen inoffiziell veröffentlichten Catalyst 15.5 Beta zurück. Nun haben wir nochmals mit dem formellen Catalyst 15.5 Beta getestet, zudem haben wir auch die gesamten Geforce-GPUs nochmals gebencht, denn auch diese erhielten mittlerweile zwei Treiberupdates. Außerdem haben wir die WQHD-Auflösung 1440p hinzugefügt. Erfreulich: Die Performance hat sich durch die Bank bessern können, sowohl was AMD als auch Nvidia-GPUs betrifft. Doch die Verbesserungen treten nicht in allen Situationen oder bei allen Karten auf. Besonders auffällig und auch positiv zu werten: Die von einigen Nutzern kritisierte Leistung der High-End-Kepler-GPUs, namentlich GTX 780 und GTX 780 Ti ist deutlich besser als noch mit der Treiberversion 350.12. Die recht stark übertaktete Geforce GTX 780 Ti Phantom kann nun zur MSI GTX 970 Gaming aufschließen. Aber auch die GTX 960 kann profitieren: Die kleine Maxwell-Grafikkarte liefert zumindest in Full HD eine eindrückliche Vorstellung und kann sich vor die GTX 770 schieben, die in 1080p nur wenig von dem Treiber-Update profitieren kann. Bei steigenden Auflösungen muss sie sich allerdings hinter der ehemaligen High-End-GPU einordnen. Ebenfalls im Verhältnis stark: Die R9 285 kann sich gegenüber der R9 280 und R9 280X gut positionieren. Offenbar hilft die moderne Architektur den beiden Mittelklasse-GPUs, diese in aktuellen Spielen zu profilieren.

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    Project Cars Benchmarks mit neuen Treibern - Videovergleich


    Die AMD-GPUs profitieren sowohl in Full HD als auch Ultra HD sehr ordentlich, bleiben aber dennoch deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Probleme bereiten offenbar einige Streckenabschnitte oder Objekte: Bei unserem Benchmark ist gut zu beobachten, dass AMD-GPUs während der ersten Hälfte der Messungen im Bereich der Tribüne viel Performance lassen müssen - dies ist auch dann zu beobachten, wenn sich keine anderen Fahrzeuge auf der Strecke befinden, mit einer zu hohen CPU-Auslastung wegen der KI-Fahrzeuge und deren Physik lässt sich dieses Phänomen also nicht vollständig erklären. Der Physik haben wir noch einmal gesondert auf den Zahn gefühlt, da Vermutungen laut wurden, dass Nvidia mittels Physx einen Teil der Physik-Berechnungen auf die GPU auslagern und so einen Vorteil erzielen könnten. Dies ist nicht der Fall, auch mit einer Nvidia-GPU werden die Physx-Berechnungen zum aktuellen Stand durch die CPU vorgenommen. Unterm Strich ist der Zugewinn mit den neuen Treibern beachtlich und Project Cars läuft nun auch auf AMD-GPUs gut genug, um an dem tollen Rennspiel Spaß zu haben. Doch gegenüber den Nvidia-GPUs sehen die AMD-Grafikkarten noch immer nicht gut aus, selbst in Ultra HD können auch die schnellsten Radeons nicht zu GTX 970 oder GTX 980 aufschließen. Dank Kepler-Boost setzten sich nun außerdem auch GTX 780 und besonders die stark performende GTX 780 Ti deutlich von den Hawaii-GPUs ab. Offenbar benötigt es mehr als nur einige Treiber-Fixes, um Project Cars den Radeons schmackhaft zu machen. Vielleicht gelingt dies schon in näherer Zukunft, gegebenenfalls hilft aber erst das von Entwickler Slightly Mad angekündigte Direct-X-12-Update eine Annäherung.

    Project Cars - Gute Fahrphysik, tolle Optik

          

    Die Fahrphysik weiß dann auch zu gefallen: Die Simulation ist anspruchsvoll, jedoch nicht überfordernd und geht auch mit dem Pad gut von der Hand, selbst mit abgeschalteten Fahrhilfen. Wirklich Laune macht Project Cars natürlich mit dem Lenkrad. Mit etwas Übung lassen sich die rund 80 ausgesprochen schicken Boliden so am besten über die 110 Streckenvariationen scheuchen. Und: Wer ein ganzes Rennen mit den Force-Feedback-Effekten kämpfend am Lenkrad überstanden hat, fühlt sich danach umso heldenhafter. Doch auch Anfänger werden mit dem Fahrmodell von Project Cars glücklich, auf Wunsch greifen zuschaltbare Fahrhilfen mehr oder minder behutsam ins Geschehen ein und verhindern, dass sich die edlen Karossen den schicken Lack in der Botanik zerkratzen. Die Fahrphysik fühlt sich allerdings generell etwas weniger realistisch an als in Assetto Corsa, das auch kleinste Umstände sehr direkt und glaubwürdig an den Spieler weitergibt. Allerdings punktet Project Cars in fast jedem anderen Aspekt. Neben den deutlich umfangreicheren Inhalten ist das vor allem die Optik.

    02:48
    Project Cars: Minimale Details vs. Maximale Details im Video

    Diese macht in Project Cars eine ausgezeichnete Figur. Etwa die extrem feinen Fahrzeugdetails. Deren Texturierung und die schicke Beleuchtung zaubern in einigen Situationen täuschend echt wirkende Bilder auf den Monitor - ganz besonders natürlich in Ultra HD. In schnödem Full HD ist Project Cars zwar immer noch sehr ansehnlich, allerdings hat es ein ähnliches Problem wie die feinen Schiffsmodelle in Star Citizen: 1.920 × 1.080 Pixel sind einfach nicht genug, um die sehr feinen Strukturen und scharfen Texturen ordentlich abzubilden. Erst jenseits der 1080p trumpf Project Cars voll auf. Dann zeigen sich nicht nur die unzähligen Feinheiten des Spiels, auch ist die Grafik weitaus weniger flimmeranfällig. In Full HD stören dagegen unsauber gezogene Polygonkanten, die Vegetation und filigrane Strukturen wie Zäune und Geländer am Streckenrand.

    Um diesen Störenfrieden Herr zu werden, können mehrere Arten der Kantenglättung zugeschaltet werden, darunter die beiden Post-Processing-Verfahren FXAA und SMAA, auf der Hardware-Seite stehen MSAA und mehrere Downsampling-Stufen zur Verfügung. Post-Processing-AA sowie MSAA oder Downsampling können auch kombiniert werden. Damit hat man eine Vielzahl an Möglichkeiten, das störende Pixelflimmern zu unterbinden, falls Sie über genügend Leistung verfügen.

    Project Cars - Die Benchmarks

          

    ... wirklich performant läuft Project Cars mit Radeons aber momentan nicht. Mit einer potenten Nvidia-GPU ist eine zusätzliche Kantenglättung kein Problem, Project Cars läuft trotz schicker Optik außerordentlich performant auf Geforce-GPUs. Kein Wunder, Project Cars gehört schließlich zum The-Way-its-meant-to-be-played-Programm von Nvidia, wurde außerdem gern und häufig von dem Grafikkartenhersteller bei Präsentationen und Presse-Events gezeigt. Die Performance von AMDs Radeons ist dagegen indiskutabel. Besonders in 1080p bleiben diese meilenweit hinter eigentlich ähnlich potenten Nvidia-GPUs zurück, sogar in solchen Maßen, dass selbst eine GTX 960 mit zwei GiByte Speicher AMDs Topmodell R9 290X mit 4 GiByte schlägt. Allerdings revidiert sich dieser Umstand in höheren Auflösungen zumindest teilweise, wirklich performant läuft Project Cars mit Radeons aber momentan nicht.

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    Project Cars: Die PCGH-Benchmarkszene der finalen Version

    In unserem letzten Test hatten wir die Einstellungen für unsere Benchmarks etwas unglücklich gewählt und auf die mittlerweile aus dem Spiel verschwundene Kantenglättung SMAA S2X gesetzt. Das "S" in der Bezeichnung hätte unsere Alarmglocken schrillen lassen sollen, denn offenbar kam hier zusätzliches Supersampling zum Einsatz [Korrektur: Ein Hinweis aus der Community deutet darauf hin, dass es sich um Multisampling handelte]. Daher fielen unsere Messwerte auch verhältnismäßig niedrig aus, besonders natürlich in Ultra HD. Allerdings kam dieses Setting auch etwas den ebenfalls dort sehr abgeschlagenen Radeon-GPUs zugute, sodass die Unterschiede nicht ganz so dramatisch aussahen, wie sie es nun tun. Hier muss dringend nachgebessert werden, solch ein katastrophales Abschneiden ist für viele AMD-Besitzer mit einiger Bestimmtheit nicht akzeptabel. Dass hier noch reichlich Optimierungspotenzial schlummert, zeigen die Messungen in Ultra HD, wo die Radeon-GPUs immerhin einigermaßen zu den Geforce-GPUs aufschließen können. Ob dies eine reine Treiber-Geschichte ist oder ob Slightly Mad einfach nicht ausreichend für AMD-GPUs optimiert hat, können wir allerdings nicht mit Bestimmtheit sagen. Wahrscheinlich liegt ein Teil der Verantwortung sowohl hier als auch dort. Bitte nachbessern.

    Hinweis: Im Dropdown "Benchmarks" können Sie die Auflösung zwischen Full HD und UHD umschalten. Weitere Details erfahren Sie in unserer Video-Anleitung.

    Project Cars

    Hinweis: Im Dropdown "Benchmarks" können Sie die Auflösung zwischen Full HD und UHD umschalten.

    • Project Cars Update /w new Drivers
    • Project Cars Release
    Info Icon
    Game/Version Project Cars, Steam Version 1.0.1.3
    Details PCGH-Benchmark Spa, max. Details/Clear Weather, 15+1 Cars
    Software/Drivers Catalyst 15.5 Beta; Geforce 353.06 WHQL, Win 8.1 Pro x64
    • Benchmarks (1 von 3)

    • Produkte ein-/ausblenden

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    Name
    1.920 × 1.080, SMAA (Average Fps)
    Minimum Fps

    System

    Intel Core i7-4790K @ 4,5 GHz, 16 GiByte DDR3-2133 RAM

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews

    Project Cars - Fazit

          

    Project Cars hat sich seit unseren ersten Tests gemausert, sowohl optisch, technisch wie auch spielerisch ist das Rennspiel nun ein echtes Vergnügen. Auch die Performance stimmt, Letzteres gilt allerdings nur, wenn Sie eine Nvidia-GPU besitzen. Für AMD-Besitzer läuft Project Cars noch deutlich spürbar schlechter, hier muss dringend optimiert werden. Erfreulich dagegen: Project Cars war bei unserem Test absolut stabil, weder Abstürze, Verbindungsprobleme noch Bugs trübten den Rennspiel-Genuss.

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Project CARS
Project Cars - Finale Version im Technik-Test - Geforce top, Radeon flop [Update mit neuer Treiber- und Spielversion]
Nach langer Entwicklungszeit und mehrfachen Verschiebungen ist das Edel-Rennspiel endlich da. Das auf der Madness Engine basierende Spiel verzückt seit Jahren Autoverrückte, Polygon-Fetischisten und Freunde der feinen Pixelkunst mit ausgesprochen detaillierten, sehr realistisch wirkenden Fahrzeugmodellen nebst hochauflösenden Texturen und schicker Beleuchtung. Wir fühlen Project Cars im Test mit 14 aktuellen Grafikkarten auf den Zahn.
http://www.pcgameshardware.de/Project-CARS-Spiel-28603/Specials/Benchmark-Test-1158026/
05.06.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/05/Project_Cars__2_-gamezone_b2teaser_169.jpg
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