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  • Prey gespielt: Vier Erkenntnisse aus der Demo inklusive AMD-Vega-Kooperation
    Quelle: Bethesda

    Prey gespielt: Vier Erkenntnisse aus der Demo inklusive AMD-Vega-Kooperation

    Das 2017er-Prey hat eine bewegte Entwicklungsgeschichte hinter sich, aber wie gut wird's denn nun? PCGH hat die ersten drei Stunden gespielt und ist ziemlich begeistert: Hier trifft die Storytiefe eines Bioshock auf die kreativen Möglichkeiten von Dishonored und das in einer Weltraumstation, die aussieht wie eine russische Oligarchen-Villa im All. Schmankerl für AMD-Fans: Arkanes Psychothriller-Rollenspiel im Art-Deco-Stil wird für Vega optimiert.

    Gut drei Stunden haben wir Prey in Frankfurt spielen können und sind ziemlich happy mit dem Resultat. Prey hat diese wundervollen WTF-Momente, die Bioshock groß gemacht haben. Das fängt gleich in den ersten Minuten an, in denen sie von digitalem, aber sanftem Vogelgesang geweckt werden und in einem edlen Loft mit Blick auf die Skyline einer futuristischen Stadt aufwachen. Und dann.... Moment, das können wir jetzt nicht verraten, aber die Dinge laufen ganz anders, als sie zunächst denken. Ihr Vater scheint besorgt zu sein und macht Ihnen Mut für den großen Test, der bevorsteht. Wissenschaftler tun so, als würden sie Ihnen schwierige Aufgaben stellen, dabei müssen Sie sich nur hinter einem Stuhl verstecken, der auch noch direkt im Raum steht. Der vierstufige Intelligenz- und Eignungstest zur Astronautin ist in etwa so schwierig wie das Seepferdchen. Als dann Aliens angreifen, Diese vier Erkenntnisse konnten wir aus der Demo mitnehmen. wandern sie durch die Kulisse und erleben einen WTF-Moment nach dem nächsten. Die Welt, Ansätze der Geschichte, Lügen und Intrigen deuten sich an, breiten sich vor Ihnen aus, ein toller, gut geschriebener Moment. Diese vier Erkenntnisse konnten wir aus der Demo mitnehmen.

    Erkenntnis 1: Prey erzählt eine clevere, nuancierte Geschichte mit der Qualität von Bioshock

    Prey gefällt hier auch deshalb, weil sich das Spiel Zeit lässt. Zu viele Spiele in den letzten Jahren haben diese Story-Momente viel zu rasant abgespult, etwa indem sie unnötig Druck aufgebaut haben. Diese hektischen Phasen und Fluchtsegmente gibt es zwar auch, müssen aber erst durch das Öffnen einer Schleuse getriggert werden. Die Arkane Studios lassen ihnen ganz bewusst zu Beginn genug Zeit, um diese außergewöhnliche Welt zu erkunden. Spiegelndes Glas lässt sich wortwörtlich mit dem Schraubenschlüssel zerstören, um hinter die Fassade zu blicken. Prey bleibt dabei authentisch, die eigentliche Geschichte entschlüsselt sich wie ein Puzzle erst nach und nach. Es gibt dutzende E-Mails zu lesen, Info-Logs und Videos zu schauen, die langsam erzählen, was John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow ausbaldowert haben. Als weibliche oder männliche Morgan fühlen Sie sich lange Zeit wie ein Versuchskaninchen, das aus seinem Knast ausbrechen und erfahren möchte, was zur Hölle hier los ist. Die Geschichte hat auch deshalb einen hübschen Drive, weil die Arkane Studios sehr viel mehr in Graubereiche vorstoßen als in Dishonored 2. Dishonored war ja immer sehr Schwarz und Weiß, ohne Abstufungen. Die einen sind gut, die anderen sind böse. In Prey hingegen haben die Antagonisten einen Grund für ihr Tun, welches durchaus nachvollziehbar ist - so wie wir das bereits aus den ersten drei Stunden schlussfolgern können. Wer auf clever geschriebene Geschichten steht, kommt dieses Jahr an Prey nicht vorbei.

    28:36
    Prey: Die ersten 30 Minuten im Video - Spoilergefahr!
    Spielecover zu Prey (2017)
    Prey (2017)

    Erkenntnis 2: Ein kreatives Spiel für die Generation Youtube

    Prey ist kein Shooter oder zumindest verliert es sehr viel an Reiz, wenn Sie den Titel so anfassen. Es gibt Schrotflinten und Pistolen, Deckungssysteme und sogar einen aufstellbaren Roboter, der ein portables Mini-Geschütz mit sich bringt und sich upgraden lässt. Aber klassische Waffen dienen nur zur Unterstützung für ein Leveldesign und Gameplay-Mechaniken, die Ihre Kreativität förmlich herausfordern. Die Typhon getauften Aliens sind stark, nur wenige Treffer erledigen Morgan im Anfangsstadium, also wenn Sie Ihren Raumanzug noch nicht upgegradet und Panzerung sowie Lebensenergie auf Maximum gefahren haben. Der direkte Konflikt ist daher zu vermeiden, weshalb die Arkane Studios die Gloo-Gun ins Spiel bringen. Die verschießt eine Art Kaubonbons-ähnliche Masse, die beim Auftreffen sogleich versteinert. Damit lassen sich wunderbar Eingänge zumauern, damit der Feind für gewisse Zeit nicht angreifen kann. Merke: Sie müssen die Typhons nur in seltenen Fällen wirklich töten, sie zu umgehen, macht deutlich mehr Spaß.

    Gerne denken wir zum Beispiel an zwei Situationen zurück, in denen uns die größeren Typhons im höchsten Schwierigkeitsgrad in den Wahnsinn getrieben haben. Der Security-Raum ist eng, und es gibt die Möglichkeit, auf Gasrohre zu feuern, wodurch die Gegner Feuer fangen und so recht flott Schaden nehmen. Ist aber trickreich, weil Sie in die Kabine des Raums müssen, um eine Code-Karte aufzunehmen. Nun lassen sich geplatzte Gasrohre per Gloo-Gun einfach zumauern, aber es gibt viel clevere Möglichkeiten. Wenn Sie sich auf der Raumstation ein bisschen umschauen, entdecken Sie Möglichkeiten zum Munitions-Crafting, damit immer genug Gloo zur Verfügung steht. Rollenspiel-typisch müssen Sie dafür einfach nur alles aufklauben, was nicht bei Drei auf dem Prey ist kein klassischer Shooter. Baum ist und an einer der vielen Crafting-Maschinen in Munition verwandeln. Ist das geschafft, suchen Sie sich vor dem Sicherheitsraum eine hübsche Wand, sprayen per Gloo-Gun eine Treppe ans Mauerwerk, laufen hoch und nutzen eine Leiter, um zu jener Kabine zu gelangen, in der die Sicherheitskarte liegt. Wer sich hier leise verhält, kann wie Sam Fisher ungesehen einbrechen und den Raum auch wieder verlassen. Freuen Sie sich jetzt schon mal auf Walkthroughs, die zig kreative Möglichkeiten zeigen, um dem klassischen Kampf aus dem Weg zu gehen.

    Erkenntnis 3: Ästhetik und Leveldesign zahlen stark auf die Atmosphäre ein

    Prey meets Vega: Eine Koop scheint hier mehr als wahrscheinlich Prey meets Vega: Eine Koop scheint hier mehr als wahrscheinlich Quelle: PC Games Hardware Schon mit Dishonored und Dishonored 2 haben die Arkane Studios bewiesen, dass sie das neue Irrational Games sind. 2K hat das Traditionsstudio ja leider platt gemacht, Ken Levine bastelt jetzt an einem kleinen Indie-Titel. Das französisch-amerikanische Team (ein Studio ist in Lyon, das andere in Austin) hat ein feines Gespür dafür, mit Leveldesign Geschichten zu erzählen. Das Clockwork-Mansion aus dem letzten Teil dürfte wohl als eines der kreativsten Level der letzten fünf Jahre gelten und hat auch diese Liebe zum Detail, die BioShock und BioShock Infinite ausgemacht haben. So ähnlich fühlt sich auch Prey an: Auf der Weltraumstation Talos-1 zeigen sich immer wieder Löwen als Statussymbol seiner Erschaffer, das Design liegt irgendwo zwischen Retro-Chic und Futurismus. Die Talos-1 dürfte in etwa so aussehen, wie man sich in den 1980ern die Zukunft vorgestellt hat. Sie ist weit davon entfernt, eine ISS zu sein, die streng-militärisch und rein auf Nutzen designt wurde. Die Talos ist mehr eine russische High-Security-Oligarchen-Villa, nur eben im Weltall. Mit riesigen, goldenen, künstlerisch verzierten Treppen, roten Teppichen, Mahagoni-Möbeln, viel Leder und absurd viel Marmor-Vertäfelung. Unterbrochen wird der Prunk eigentlich nur durch Sicherheitstüren, die im Jahr 2032 natürlich Touchpads brauchen und hackbar sind. Das Hacken ist übrigens nicht so nervig wie damals im ersten Bioshock, stattdessen müssen Sie einen Kreisel durch eine Art Labyrinth steuern und dürfen dabei nicht anecken. Summa summarum: Toll, weil ziemlich einzigartig. Weltraumtitel haben ja oft das Problem von langweiligem, immer gleichem Leveldesign. Da die Talos-1 aber von Amis und Russen designt wurde, haben die Arkane Studios einfach russische Dekadenz über amerikanische "Form-follows-Function"-Mentalität gestellt.

    01:47
    Prey: Aliens und Selbstgespräche - Gameplay-Trailer mit Release-Termin
    Spielecover zu Prey (2017)
    Prey (2017)

    4.) Aus der Grafikengine muss Arkane noch deutlich mehr rausholen

    Die Arkane Studios gehören zu jener Sorte Entwickler, die jedes kleine Detail beachten: So können Sie beispielsweise regelrecht zusehen, wie die schleimige Gloo-Masse aus dem Munitionsbehälter über einen Schlauch in die eigentliche Waffe gepumpt wird. Zudem gibt es angenehmerweise kein HUD, was die Atmosphäre stören würde, stattdessen werden die Anzahl der Schüsse und verbliebene Patronen auf einem Display direkt an der jeweiligen Waffe angezeigt. Die einzige Einblendung befindet sich links unten am Bildschirm und zeigt mit Balken Ihre Anzug- und Lebensenergie an. Prey 2 wird zwar für AMDs neue VEGA-Architektur optimiert, worauf auch ein Schild am Eingang des Hands-On-Raumes hinweist, anders als auf der CES und bei Doom waren aber nur eine R9 Fury X verbaut, keine Vega-10-Karte.

    Grafisch lässt sich aus Prey sicherlich noch mehr herausholen, bis zum 05. Mai sollten die Arkane-Studios nochmal ordentlich Zeit ins technische Polishing stecken. Technisch bewegen wir uns aktuell auf Niveau von Dishonored 2 und die Texturen von Waffen, Objekten und Oberflächen dürfen gerne deutlich höher aufgelöst sein. Wir haben wohlgemerkt aber auch nur in 1080p gespielt. Feuer macht zwar einen plastischen Eindruck, es fehlt aber an echter Rauchentwicklung, hier müssen die Engine-Programmierer noch viel optimieren und feinschleifen, um etwa die Qualität eines Call of Duty: Infinite Warfare oder gar Metro: Last Light Redux auf PC zu erreichen. Nicht falsch verstehen: Die Szenarien sind alle sehr stimmig, Arkane holt hier viel durch seine Detailverliebtheit raus. Aber technisch geht da im Jahr 2017 viel mehr durch Subsurface-Scattering auf Gesichtern und Physically Based Rendering, welches zwar teilweise, aber nicht breit gefächert, zum Einsatz kommt.

    Fazit: Prey

    Drei Stunden sind für Prey viel zu wenig, denn ständig klickten wir nur ins Nanomods-Menü, weil wir endlich die Psi-Kräfte freischalten wollten. Sich in einen Kugelschreiber verwandeln, so durch eine Sicherheitstür rollen und den Kampf vermeiden? Da sind wir dabei. Auch die mittlerweile berühmt-berüchtigte Kaffeetassen-Taktik hätten wir gerne ausprobiert, Psi-Kräfte gibt's aber erst später. Warum hatten wir trotzdem jede Menge Spaß? Weil Prey ein Spiel für kreative Tüftler wird, die gerne alternative Wege suchen. Unvergessen bleiben Momente, in denen wir über einen Serverturm versuchen, eine höhere Ebene erreichen, es aber per Sprung nicht schaffen. Die Lösung: Jede Menge Gloo unter die Füße spritzen, so ein Podest bauen und anschließend eine Art Wandhalterung zimmern, an der wir uns entlang hangeln können. Okay, wir hätten auch einfach einen Raum hacken, drei Typhon-Riesen ableben lassen und eine Sicherheitskarte für den Fahrstuhl mopsen können, aber wo bleibt da der Spaß?
    Das einzige Sorgenkind aktuell ist die Technik.
    Das einzige Sorgenkind aktuell ist die Technik, denn die Arkane Studios haben es nicht so mit Engines und sollten sich dringend mal ein paar Experten von id Software ausleihen, denn Prey sieht auf PC nicht viel besser aus als Dishonored 2. Zwar detailverliebt und stimmig, aber nicht so scharf wie wir uns das 2017 wünschen. Richtig angetan hat es uns dagegen die Geschichte in einer alternativen Welt, in der Kennedy nie erschossen wurde und Amis sowie Russen anfangen, Alien-Gene auf Menschen zu übertragen. Das ufert in WTF-Story-Momenten aus, wie sie uns sonst nur Bioshock und Infinite in den letzten zehn Jahren haben entfahren lassen.

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      • Von RavionHD Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Laggy.NET
        Da kommt endlich mal ein Spiel raus, das sich vom Setting her stark an Bioshock + Dishonored bedient und auf eine "Mindfuck" Story setzt und das einzige was ihr zu meckern habt, sind die Texturen.

        Das ist einfach abartig, wie man wegen so nem Scheiß hier ständig extrem gute Spiele in Grund und Boden hatet. Was seid ihr für Gamer, die den Inhalt der Games in keinster Weise zu schätzen wissen, ja nichtmal ein Wort darüber verlieren.

        Traurig, einfach nur traurig
        Ich empfehle ganz eindeutig SOMA falls Du dieses Setting auch so magst!

        Und ja, die Grafik ist für mich ausreichend, ich freue mich auf den Inhalt und besonders auf eine interessante Mindfuck Story.
      • Von Laggy.NET BIOS-Overclocker(in)
        Da kommt endlich mal ein Spiel raus, das sich vom Setting her stark an Bioshock + Dishonored bedient und auf eine "Mindfuck" Story setzt und das einzige was ihr zu meckern habt, sind die Texturen.

        Das ist einfach abartig, wie man wegen so nem Scheiß hier ständig extrem gute Spiele in Grund und Boden hatet. Was seid ihr für Gamer, die den Inhalt der Games in keinster Weise zu schätzen wissen, ja nichtmal ein Wort darüber verlieren.

        Traurig, einfach nur traurig
      • Von MiezeMatze Freizeitschrauber(in)
        Wie sagte das Kleine Mädchen auf dem Öltanker in Waterworld....

        *sieht ******* aus!!!*
      • Von majinvegeta20 Lötkolbengott/-göttin
        @Bluebird

        Schauen wir mal wie es zum Release dann ausschaut.
      • Von Bluebird PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von majinvegeta20

        Das es sich z.B. um eine ältere gehandelt hat, sah man sehr gut am HUD, wenn man einfach nur mal aktuelles Gameplay Material mit der closed Beta vergleicht. Daher erst einmal abwarten, wie es bei der kommenden Open beta ausschaut.
        hmm ich hab nicht nur die optisch tollen Bereiche erkundet, sondern bin wie es sich fuer das Open World Genre gehoert, viel durch das unterholz gerobbt und da hat mir garnicht gefallen was ich gesehen habe , wie ich schon mal sagte was denn "Bush" angeht hinkten sie weit hinter Dunia/FC her, auch wenn die Texturen Super waren keine Frage und ueber das Fahrzeughandling das ich gerne mal mit FC2 vergelichen wuerde und die Performance will ich garnichts sagen von der Ki und Wettereffekten schon garnicht denn dan muss ich wieder beinahe ein FC2 auspacken
        Aber bei UBI arbeiten sicher zig Teams die haben Man Power mal sehen was da dann bei rauskommt .
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Prey (2017)
Prey gespielt: Vier Erkenntnisse aus der Demo inklusive AMD-Vega-Kooperation
Das 2017er-Prey hat eine bewegte Entwicklungsgeschichte hinter sich, aber wie gut wird's denn nun? PCGH hat die ersten drei Stunden gespielt und ist ziemlich begeistert: Hier trifft die Storytiefe eines Bioshock auf die kreativen Möglichkeiten von Dishonored und das in einer Weltraumstation, die aussieht wie eine russische Oligarchen-Villa im All. Schmankerl für AMD-Fans: Arkanes Psychothriller-Rollenspiel im Art-Deco-Stil wird für Vega optimiert.
http://www.pcgameshardware.de/Prey-2017-Spiel-57339/Specials/Angespielt-Vorschau-1220957/
15.02.2017
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2017/02/Prey_04-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials