Planetside 2 im Test: Epische XXL-Schlachtfelder machen Battlefield 3 ernstzunehmende Konkurrenz

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Gute Multiplayer-Shooter können auf Handlung verzichten und müssen kein Geld kosten: Gleich zwei Punkte, die Planetside 2 von Sony eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der MMO-Shooter im XXL-Maßstab hat aber noch weitere Qualitäten, die wir Ihnen im ausführlichen PCGH-Test erläutern werden.

Mit Planetside 2 hat Sony seit kurzer Zeit einen interessanten Shooter im MMO-Stil am Markt, der im Setting und Artdesign ein wenig an Stormtroopers ohne fiese Käfer erinnert. So ganz hat es das Spiel noch nicht in die Herzen der Shooter-Fans geschafft und das, obwohl die Entwickler fast alles richtig machen und einen Shooter auf hohem Niveau bieten können. Die Probleme stecken hier im Detail und machen gerade den wichtigen Neueinsteigern das Leben viel zu schwer.

Riesige Schlachten, eine moderne Grafik mit geplantem Physx, Free-to-play-Konzept und diverse Klassen oder Fahrzeuge sind für uns aber genug Gründe, um Ihnen Planetside 2 als Shooter einmal näher zu bringen. Bitte wundern Sie sich nicht, dass wir im Text nicht auf die Handlung eingehen. Wir sind uns sicher, dass es eine gibt und die Webseite bietet ein wenig Lesestoff dazu; sie ist für das Spiel allerdings zu keinem Zeitpunkt in Form von Quests oder Ähnlichem relevant und daher nur für echte Fans interessant. Wir zeigen Ihnen lieber das volle Spektrum der Stärken und Schwächen von Gameplay, Technik und dem Free-to-play-Konzept und haben dabei lieber etwas genauer hingeschaut.

Planetside 2 - Gameplay: Größer geht nicht

Als MMO stößt Planetside 2 in puncto Größe in völlig neue Dimensionen vor. Auf einem Kontinent finden bis zu 1.800 Spieler über drei Fraktionen verteilt auf knapp 64 Quadratkilometern Platz. Die Karte ist dabei in viele Abschnitte unterschiedlicher Größe und Wichtigkeit unterteilt. Vom kleinen Vorposten bis zu riesigen Basen ist alles dabei. Das Schlachtfeld ist dabei nicht wie in klassischen Multiplayer-Shooter in Runden unterteilt. Statt dessen spielen Sie in Echtzeit auf einer dynamischen Karte. Wenn Sie einen Punkt erobert haben, können Sie direkt den nächsten angreifen oder Ihre Fraktion bei der Verteidigung eines anderen unterstützen. Und so reiht sich Schlacht an Schlacht in immer verschiedenen Gefechtssituationen. Jeder gehaltene Punkt generiert, so lange Sie ihn halten, eine von drei Ressourcentypen. Mit diesen können Sie Boden- oder Luftfahrzeuge und Infanterieupgrades wie Granaten kaufen. Diese drei Waffengattungen wirken auch in allen Gefechten harmonisch zusammen: Während Bodenfahrzeuge Deckung bieten, sichert die Infanterie den Vorstoß und wird dabei aus der Luft unterstützt. Dieses Szenario liefert durchgehend epische Schlachtfelder, wie man sie in diesem Umfang in keinem anderen MP-Shooter findet. Diese können sich auch ziemlich in die Länge ziehen. Während kleinere Vorposten in kurzer Zeit den Eigentümer wechseln, ziehen sich Gefechte um wichtige Punkt schnell über mehrere Stunden hin. Der Zeitaufwand ist eines MMOs also durchaus würdig und unterscheidet Planetside 2 damit entscheidend von Battlefield oder Call of Duty.

Durch eine Schnellreise können Sie auch alle 10 Minuten zwischen den Schlachtfeldern wechseln. Mittels Drop-Pod werden Sie direkt an die Front gebracht. Zur besseren Organisation können Sie einem Platoon beitreten und gemeinsam mit diesem agieren. Ein Platoon-Commander kann dann Kartenmarkierungen setzen und darf mittels Voice-Kommunikation auch direkte Anweisungen geben. So bekommt die Masse immerhin einen Hauch von Struktur. Wirklich gut sortierte Platoons können durch gutes Zusammenspiel schnell zum entscheidenden Faktor werden.

Das größte Problem ist derzeit, dass Ihnen das alles keiner erklärt: Zum Start des Spiels werden Sie mit einem Drop-Pod an die Front einer aktiven Kampfzone gebracht. Vorher gibt es ein kleines Info-Blatt, das quasi nicht eine brennende Frage beantwortet. Nach zwei Schritten erschießt Sie der erste Gegenspieler und nach dem dritten Mal geben die meisten Spieler frustriert auf. Es gibt zwar Hilfen auf youtube und der Webseite, wer allerdings von einem Free-to-play-Spiel gleich dermaßen enttäuscht ist, wird den Titel wohl eher direkt wieder deinstallieren. Spätestens beim ziemlich frickeligen Menü sind dann die meisten Einsteiger endgültig bedient und haben genug gesehen - hier haben die Entwickler noch eine große Baustelle vor sich, um Planetside 2 so erfolgreich zu machen, wie es das Spiel verdient hätte.

Bildergalerie

Planetside 2 - Die Klassen und Fahrzeuge Fahrzeuge: Viel Abwechslung ohne Überraschungen

Das Klassensystem wird jedem Shooter-Spieler schnell vertraut sein. Es gibt die üblichen Soldaten, Ingenieure oder Sanitäter mit praktisch identischen Aufgaben zu anderen Spielen. Besonders ist nur die schwere Mechrüstung: Diese können Sie von Ihren Infanteriepunkten kaufen und stehen dann mit einem schweren Anzug auf dem Schlachtfeld, mit dem Sie sogar Fahrzeugen gefährlich werden können - Sanitäter können sich aber weiterhin Ihren Wunden annehmen. Andere verbrauchbare Updates wie Granaten bekommen Sie an den gleichen Terminals.

Statt Mechrüstungen können Sie Ihre beiden weiteren Ressourcenarten auch für Fahrzeuge oder Flugzeuge ausgeben. Diese können Sie ebenfalls an Terminals kaufen und müssen sich so nie mit anderen Spielern um die Fahrzeuge streiten. Verschiedene Fahrzeuge lösen allerdings unterschiedliche Cooldowns aus, die weitere Einkäufe für eine begrenzte Zeit sperren.

Upgrades für Ihre Fahrzeuge können Sie genau wie Klassenupgrades für Punkte oder Echtgeld kaufen. Fahrzeuge sind auf dem Schlachtfeld also nie gleich und können den eigenen Vorlieben angepasst werden.

Planetside 2 - Technik: Gut, aber noch nicht fertig

Die Grafik und die Technik allgemein sind erstaunlich gut und lässt einige teuer bezahlte Triple-A-Produkte hinter sich. Das Sounddesign ist so markant, dass Sie jede Waffe und jeden Fahrzeugtyp immer wiedererkennen und präzise orten können. Die Grafik bietet echte Beleuchtungshighlights mit tollen Lichtspielen beim Tag/Nacht-Wechsel und auch die Partikeldichte der Waffeneffekte ist auf hohem Niveau - hier wird sogar noch an Verbesserungen durch Nvidias Physx gearbeitet, was in der aktuellen Live-Version allerdings noch deaktiviert ist. Die genutzte Forgelight-Engine ist eine Hausentwicklung von Sony und wird speziell für MMOs entwickelt. Die aktuelle Fassung setzt noch auf DX9 als Renderer und unterstützt Features wie HDR(High Dynamic Range)-Beleuchtung.

Dem Konzept des MMOs und der damit verbundenen großen Spielerzahl sind allerdings kleinere Einschränkungen geschuldet: Die Fernsicht ist relativ kurz und die Qualität der Grafik nimmt in der Entfernung sehr schnell ab. Das hat zur Folge, dass Sie häufig nur über die Karte erahnen können, was an der Basis in Sichtweite wirklich los ist. Aus der Luft wird das Problem noch deutlicher. Dafür hat Sony das Problem der Latenzen mittlerweile größtenteils im Griff. Durch die hohen Spielerzahlen gab es hier gerade am Anfang ziemliche Probleme.

Planetside 2: Bezahlkonzept - "Free to play" kann funktionieren

Das Thema Free-to-play wird auch mit zukünftigen Shootern wie Battlefield 4 immer wieder in Verbindung gebracht. Sony könnte mit Planetside 2 zeigen, dass dieses Konzept auch mit einem technisch anspruchsvolleren Multiplayer-Shooter funktionieren kann. Jeder kann sich das Spiel über die Webseite oder den Steam-Store runterladen und im vollen Umfang spielen - es gibt keine spielerisch relevanten Einschränkungen und damit auch kein "pay to win". Über spielerische Erfolge generieren Sie dann die nötigen Punkte, um neue Waffen oder Upgrades freizuschalten. Der Zeitaufwand dafür ist allerdings ziemlich hoch, wodurch der Griff zu echtem Geld den Weg zur neuen Waffe enorm verkürzen kann. Die Preise sind nicht ohne: Neue Waffen können schnell mit knapp neun Euro zu Buche schlagen - auch kostenlose Spiele müssen sich halt finanzieren.

Das Balancing zwischen echtem Geld und der Ingame-Währung wirkt allerdings noch nicht hundertprozentig ausgereift. Speziell als Einsteiger wünscht man sich zumindestens kleine Verbesserungen, die einem den Store und das Währungssystem erstmalig näher bringen. Hier müsste Sony in Zukunft noch etwas dran arbeiten.

Planetside 2 - Fazit: In jedem Fall selber anspielen

Planetside 2 hätte es verdient, im Konzert der Großen eine gewichtige Rolle zu spielen - derzeit sind es hauptsächlich Kinderkrankheiten, unter denen das ansonsten gelungene Spiel leidet. Das größte Problem ist immer noch die hohe Einstiegshürde: Ohne zugängliches Tutorial und ein etwas strukturierteres Menü verschreckt der Titel jeden, der kurz mal reinschnuppern möchte. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, um die Karte und das gesamte Gameplay zu durchschauen, der wird mit Planetside 2 einen Titel entdecken, mit dem er unzählige Stunden Spielspaß verbringen kann. Die Inszenierung der Gefechte ist atemberaubend und die Grafik kann durch eine ganze Palette an Partikel- oder Beleuchtungseffekten begeistern. Die Kombination aus Infanterie, Luft- und Bodenfahrzeugen lässt dann zusammen mit der enormen Menge an Spielern Gefechte entstehen, die selbst den Genre-Primus Battlefield 3 ziemlich alt aussehen lassen. Wenn Sie Fan von Multiplayer-Shootern sind, sollten Sie Sonys Free-to-play-Konzept für den Titel nutzen und sich in jedem Fall eine eigene Meinung bilden.

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    • Kommentare (64)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von pang! Kabelverknoter(in)
        jo, GCOA, "German Clan of Auraxis" sucht immer nette Member.. ts daten auf gcoa german clan of auraxis planetside 2 - Website of gcoa!, wir freuen uns auf dich
      • Von Minga_Bua Software-Overclocker(in)
        Wenn jemand ein Deutsches Outfit kennt.. ich wäre auf der suche
      • Von shakethatthing
        Zitat von Minga_Bua
        Nur zum Verständniss, es gibt 3 Fraktionen. Wenn du den BulletDrop nicht siehst.. naja dann willst du ihn nicht sehen
        Naja, er ist vorhanden aber bei keiner der drei Fraktionen so stark ausgeprägt wie zB bei Bad Company 2. PS2 arbeitet mehr über Spread, Damage DropOff und Recoil als über Bullet Drop. Selbst auf große Distanzen reicht es minimal über den Kopf zu zielen.

        Ich spiels schon seit der Beta und muss sagen das ich immer weniger zocke, obwohl ich schon rund 40 Euro reingebuttert habe und in einem Outfit spiele. Es gibt derzeit einfach so viele Baustellen. Sei es die Performance oder das Spieldesign. Basen zu verteidigen macht aus diversen Gründen keinen Sinn, das Ressourcensystem ist völlig für den Hintern, viele Waffen sind unausbalanciert (HE Panzer auch effektiv gegen AP Panzer) und einige Aufgaben sind XP Springbrunnen während andere nichts abwerfen (Anti Air zB). Derzeit ziehen nurnoch die Zergs, bzw Zergfits über die Server und spielen mit dem gegnerischen Zerg Basen-Pingpong. Das einzige was noch einigermaßen Spaß macht sind Biolabs weil Fahrzeuge dort nicht reinkönnen und den Spawn zuspammen. Und das ist auch das einzige was man immer wieder als "Lob" für epische Kämpfe liest. Beiträge über TechPlants, Außenposten oder AmpStations (Abseits von TheCrown, das ist ein einziger Meatgrinder) existieren nicht weil es völlig sinnlos ist diese Basen zu verteidigen.

        Mit Planetside 1 hat das leider wenig bis garnicht mehr am Hut und ich hoffe das sie da bald effektiv gegensteuern. Derzeit ist es mehr ein Cert Grind als irgendeine Form von Metagame. In unserem Outfit haben schon einige das Spiel vorerst wieder zur Seite gelegt und ich weiß das es den anderen Outfits in unserer Allianz auch nicht anders geht.
        Klar, es spielen noch eine Menge aber durch die bisherigen Probleme hat das Spiel auch schon wieder viele Spieler verloren und viel Potential verschenkt. Es hätte einfach noch etwas länger in der Beta bleiben müssen, von dem Releasetermin waren ja viele Beta Spieler doch sehr überrascht.

        Nicht falsch verstehen, ich denke PS2 hat sehr viel Potential, aber mit dem derzeitigen Spieldesign verschenkt es viel davon und verschreckt auf lange Sicht vor allem die Spieler von kleineren Outfits die nicht jeden Abend zwei bis drei Platoons in den Kampf werfen können.

        *edit*
        Des weiteren würde ich noch "gerne" den einen Satz im Test kritisieren:

        "Neue Waffen können schnell mit knapp neun Euro zu Buche schlagen - auch kostenlose Spiele müssen sich halt finanzieren."

        Das ist ein Strohmanargument und hat (imho) in einem Test nichts verloren. Jedes Spiel muss sich irgendwie finanzieren. Und würde das auch noch da stehen wenn die Waffe 20 Euro kosten würde, oder zwei? Der Satz besitzt, vor allem als "Fazit" zum Bezahlmodell, Null Aussagekraft und hilft einem Interessenten in keinester Weise weiter das Bezahlmodel einzuschätzen. Da muss man sich dann eben die Mühe machen und Spielzeit (und dabei gewonnenen Certs) gegen die verlangten Euros aufrechnen. Oder zumindest erklären wie lange man für Waffen etc spielen muss.
        Der ganze Abschnitt ist doch arg dünn.
      • Von Minga_Bua Software-Overclocker(in)
        Nur zum Verständniss, es gibt 3 Fraktionen. Wenn du den BulletDrop nicht siehst.. naja dann willst du ihn nicht sehen
      • Von CiD Software-Overclocker(in)
        Zitat von Atma
        Ich habe beide Fraktionen ausprobiert. Ballistik abseits des Raketenwerfers Fehlanzeige.
        Dann solltest Du vielleicht mal etwas genauer probieren.
        Ich spiele ausschließlich NC und man hat auf jeden Fall Ballistik: beim Tank, Raketenwerfer und Scharfschützengewehr.
        Karabiner werden auf größere Distanz immer ungenauer und streuen immer mehr.

        Bleibt nur noch die Frage: Wo sollte denn sonst noch Ballistik zu sehen sein ? Die Sichtweite ist so oder so eingeschränkt und die Projektile der leichten Waffen haben auch nur eine begrenzte Reichweite.

        Aber vielleicht kommt da ja noch etwas wenn PhysX aktivierbar sein wird.
      Direkt zum Diskussionsende
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