Hands-on-Test: Apple Ipod Nano - Touchscreen-Bedienung im Kleinformat

Panorama

Hands-on-Test: Apple Ipod Nano - Touchscreen-Bedienung im Kleinformat

Lars Craemer Google+
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13.09.2010 16:34 Uhr
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Neu
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Mit der sechsten Generation des Ipod Nano hat Apple einen sehr kompakten MP3-Player samt Touchscreen im 1,54-Zoll-Format zwischen 150 und 180 Euro im Angebot. PC Games Hardware macht den Test.

Hands-on-Test: Apple Ipod Nano Hands-on-Test: Apple Ipod Nano [Quelle: Siehe Bildergalerie] Der Ipod hat von den Apple-MP3-Playern im Laufe der Zeit mit die meisten Änderungen in Sachen Design und Funktionsumfang mitgemacht. Die erste und zweite Generation des Players war eher länglich gehalten und mit einem kleinen Bildschirm versehen. Die dritte Generation war etwas kompakter, fast schon quadratisch. Hinzugekommen war eine Video-Funktion und das Interface wurde überarbeitet. Mit der vierten Generation hatte Apple wieder ein längliches Gerät im Angebot, hinzu gekommen war eine Voice Recording-Funktion. Die fünfte Generation stellte hinsichtlich des neuen Ipod Nano die umfangreichste Ausbaustufe dar, hier erhielt der Kunde einen 2,22-Zoll-Bildschirm, eine Kamera, ein Aufnahmegerät, ein Pedometer und 8 oder 16 GiByte Speicherplatz.

Apple Ipod Nano 6G - die Funktionen
Das Hauptelement des Ipod Nano 6G ist ein 1,54-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 240 x 240 Bildpunkten und einer Punktdichte von 220 ppi. Als Anschluss kommt beim Nano der 30-Pin-Stecker zum Einsatz, der auch beim Iphone oder Ipad verwendet wird. Der Akku des neuen Nano hat eine Kapazität von 105 mAh, im Vergleich zu aktuellen Smartphones also eher gering; dennoch reicht die Wiedergabezeit für ungefähr 24 Stunden. Der Ipod Nano besitzt weiterhin ein FM-Radio, die Kopfhörer des Geräts dienen als Antenne und es gibt eine Nike+iPod Fitness-Funktion. Von Haus aus bietet der Ipod auch ein Pedometer, so sieht man, wie viele Schritte man zurück gelegt und wie viele Kalorien man verbraucht hat.

Zu Gunsten des Touchscreens sind aber einige Funktionen dem Rotstift zum Opfer gefallen. So besitzt der Ipod Nano 6G keine Kamera mehr, auch die Aufnahmefunktion (nur nutzbar mit einem Kopfhörer samt Mikrofon), der eingebaute Lautsprecher und eine Video-Wiedergabefunktion sucht man vergeblich. Musikvideos und Video-Podcasts (Vodcasts) können allerdings angehört werden - der Player zeigt dann aber nur ein Frame des Videos auf dem kleinen Bildschirm an. Der interne Speicher von 64 MiByte bietet beispielsweise im Radio-Modus die Funktion "Live Pause", mit dieser cached der Player das Radioprogramm rund 15 Minuten lang - Vorspulen innerhalb der aufgenommenen Sendung ist anschließend auch möglich.

Apple Ipod Nano 6G - Design, Gehäuse und Verarbeitung
Aus technischer Sicht nur maßvoll verändert bietet der neue Ipod Nano beim Design eine echte Neuerung. Der Player ist mit 37,5 x 41 Millimeter jetzt fast quadratisch und mit 8,78 Millimeter ist er ausgesprochen flach. Das Gewicht von rund 21 Gramm ist darüber hinaus kaum der Rede wert. Die Frontplatte wird von einem 1,54-Zoll-Touchscreen dominiert, dieser wird von Gorilla Glas geschützt. Anders als beim Iphone 4 sind die Ränder der Glasfläche deutlich feiner abgerundet, alle Metallkanten sind zwar deutlich herausgearbeitet, fühlen sich aber nicht unangenehm an. Auf der unteren Seitenleiste des Players befindet sich der 30-Pol-Anschluss, direkt daneben sitzt der Kopfhöreranschluss.

Im Lieferumfang ist ein Standard-Kopfhörer von Apple enthalten, natürlich sind auch die Modelle mit Kabelfernbedienung kompatibel zum neuen Ipod Nano 6G. Auf der gegenüberliegenden Seitenleiste sind drei eingelassene Knöpfe aus Metall, zwei auf der linken Seite regeln die Lautstärke, der eine auf der rechten Seite ist der Powerschalter. Auf der Rückseite des Ipod sitzt eine große Klammer samt starker Feder, mit der man das Gerät sehr sicher an der Kleidung befestigen kann. Über das Design kann man sich streiten, bei der Verarbeitung gibt es beim Ipod Nano allerdings keine Kompromisse - sehr gut.

Ipod Nano 6G - Funktionen und Musikgenuss
Je nach angeschlossenem Kopfhörer variiert der Musikeindruck etwas - wir haben die Standard-Kopfhörer und Modelle mit einer Kabelfernsteuerung ausprobiert. Gutes Ausgangsmaterial vorausgesetzt ist der Sound immer ausgewogen, kann auf Wunsch aber mit dem Equalizer verändert werden. Je nach Musikgeschmack sind die Mitten etwas zu ausgeprägt, allerdings sind die Höhen bei unseren Tests im Gegenzug immer recht angenehm gewesen. Musikgeschmack ist subjektiv, Hörgewohnheiten auch, zumindest hatte keiner der PC Games Hardware-Kollegen etwas am Klang des Players auszusetzen.

Abgerundet wird die Player-Funktionalität von kleineren Gimmicks wie einem Fotobetrachter, der allerdings nur "Thumbnail"-Eindrücke bietet, damit hat sich die Funktionsvielfalt dann aber auch fast erschöpft. Sinnvoll: Per Passwort kann man die maximale Lautstärke limitieren, dann schonen die lieben Racker ihre Ohren. Eine Werks-Sperre samt einem Sperr-Soduku wäre ebenfalls nett, dann wäre im Bus erst mal wieder Ruhe. ;)

Fazit: Apple Ipod Nano 6G - Stilbruch oder Design-Ikone?
Den Ipod Nano 6G gibt es in den Größen 8 und 16 GiByte, der Anwender kann aus insgesamt 7 Farben auswählen. Die 8-GiByte-Variante des Ipod Nano kostet bei Amazon beispielsweise rund 150 Euro, die 16-GiByte-Variante des Ipod Nano liegt bei 180 Euro. Der Preis für den Ipod Nano dürfte den meisten Anwendern am ehesten übel aufstoßen - kostet doch der Ipod Touch der letzten Generation mit 8 GiByte rund 176 Euro, samt WLAN-Funktion und Webbrowser. Doppelt schwer wiegen die Kosten, wenn man sich den zusammengestrichenen Funktionsumfang genauer anschaut. Letztendlich kauft man salopp gesagt einen Ipod Shuffle mit Touchscreen, ein Design-Statement, ein Trend-Gerät. Keine Frage, die Funktionen und das Design sind fast ohne Tadel und die Investition lässt sich durch die Ausstattung alleine nicht rechtfertigen.

 
PCGH-Community-Veteran(in)
19.09.2010 19:12 Uhr
Zitat: (Original von ruyven_macaran;2225072)

In einem hast du aber recht: Was der Classic noch im Programm sucht, frage ich mich schon seit längerm. Er ist zwar seit dem Nano2G das einzige, was noch nach originalem iPod aussieht - aber irgendwie sehe ich kein Anwendungsgebiet mehr.


Kumpel von mir ist seit nem Monat für 1 Jahr in Afrika als Entwicklungshelfer, der hat sich n Ipod Classic mit 120gb mitgenommen weil er nie weiß ob und wann er Zeit hat seinen Laptop zu nutzen ^^ Und er ist n Musik-Freak, der haut die 120gb locker voll....es gibt immer Anwendungsgebiete
Moderator
19.09.2010 17:46 Uhr
Wie man vielleicht sieht:
Der Shuffle (sei es 1G, 2G oder 4G - nur 3G fanden afaik alle ******* ) hat durchaus seine Fangemeinde, den sollte man also nur schwerlich streichen. Der Nano 6G ist zwar in seinem Funktionsumfang gegenüber dem 5G, aber wenn man sich anguckt, welche Anforderungen Mini, Nano1G, Nano2G, Nano3G und Nano4G erfüllen sollten (eine normalgroße Sammlung von Lieblingsmusik zum bezahlbaren Preis mit mehreren Tagen Nutzungsdauer und bequemer Bedienmöglichkeit), dann ist der 6G mehr "Nano", als es der 5G jemals war. Ein weiteres Touch-gerät zwischen dem Nano6 und dem aktuellem touch wird imho aber schwer. Alles unter dem Touch wäre zu klein, für echte Touch-Anwendungen und mehr als den Nano braucht es für die reine MP3-Wiedergabe nicht.
In einem hast du aber recht: Was der Classic noch im Programm sucht, frage ich mich schon seit längerm. Er ist zwar seit dem Nano2G das einzige, was noch nach originalem iPod aussieht - aber irgendwie sehe ich kein Anwendungsgebiet mehr.
c7k
Schraubenverwechsler(in)
19.09.2010 16:46 Uhr
Den neuen iPod nano "6G" zu nennen war ein großer Fehlschritt. Der unterscheidet sich ja kaum noch vom Shuffle! Hässliches Teil...
Der nano 5G eine endgeile Überarbeitung vom 4G, mit dem 6G hatte ich mir mehr erhofft - unter anderem den eventuellen Kauf meinerseits.

Natürlich ist der neue nano mit touch ne coole Alternative zum Shuffle - aber kein nano. Ich hatte eher auf einen kleineren iPod touch gehofft, mit dem erfolgreichen Design des nano 4G bzw. 5G. Naja, dann halt nicht.

Wie wärs, wenn Apple den iPod-Bereich nochmal aufräumt? Die Aluminium-Unibody MacBooks wurden ja schließlich auch letztendlich in Pros umbenannt. Auch der iPod hieß mit Einführung des touch plötzlich "iPod classic". Warum denn dann nicht etwas in Richtung:

iPod classic <-> iPod touch
iPod nano classic <-> iPod nano touch
iPod shuffle classic <-> iPod shuffle touch (ehem. nano 6G)

Da haben glaub ich alle mehr von. Der nano 4/5G war ne optische Abwechslung zu diesem nervigen Klobig-schwarz. Ich kann diese dicken, schwarzen Balken nicht länger sehen - wenigstens hat man beim aktuellen iMac auf die Proportionen geachtet!
Sysprofile-User(in)
14.09.2010 20:00 Uhr
Hmm...
Also der Nano 6G spricht mich irgendwie gar nicht an.
Ich besitze den Nano 3G und den 5G und bin ebenfalls Fan des Click-Wheels, einfach genial.
Aber einen Touchscreen brauche ich nicht am Nano...
Wenn man nen Touchscreen will, kann man doch den iPod touch kaufen, da sind die Proportionen auch gleich viel besser.

Schade Apple, ich hatte gehofft, der Nano 6G wird noch eine Überarbeitung des 5G mit besserer Soundqualität der internen Lautsprecher und Fotoaufnahme-Funktion...

Ich werde mit den 6G auf jeden Fall nicht zulegen...

Kepi007
Software-Overclocker(in)
14.09.2010 19:10 Uhr
Zitat: (Original von ruyven_macaran;2207285)
Nunja - bis zur Gen4 (beim richtigen Ipod) gabs auch kein Clickwheel und eine ringförmige Lautstärkeregelung sollte sich auch via Touchdisplay realisieren lassen.
Aber eine Möglichkeit, um blind Titel zu überspringen ist imho Pflicht für einen MP3-Player.

Hast schon recht, aber beim Nano war es ja schon immer - bis jetzt - Standart und Erkennungsmerkmal!

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