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  • Projekt: Wohnzimmer-PC

    Projekt: Wohnzimmer-PC Einen guten Home Theatre PC (HTPC) zu bauen, erscheint auf den ersten Blick viel einfacher, als es tatsächlich ist. Wir zeigen Ihnen, was Sie dabei zu beachten haben. DVD-ROM-Laufwerke sind billig wie nie, fast jede aktuelle Grafikkarte hat einen TV-Ausgang. Da bietet es sich an, den Rechner als multimedialen Alleskönner ins Wohnzimmer zu integrieren. Doch gerade in puncto Design und Lautstärke ist der Rechner eher ein Störelement beim gemütlichen Fernsehabend.
    Vorbereitungen
    Überlegen Sie als Erstes, was genau Sie mit dem PC tun möchten, um die richtigen Komponenten auswählen zu können. Wenn Sie nur die DVD-Wiedergabe über den Fernseher ohne Surround-Klang wünschen, reicht schon eine MPEG2-Dekoderkarte (zum Beispiel die DXR3-Karte von Creative) aus. Die Karte nimmt der CPU die Arbeit beim Dekodieren ab, so dass auch ein älterer Rechner (ab einem Pentium 166) DVDs ruckelfrei abspielen kann. Ein modernes System eröffnet Ihnen jedoch weit mehr Möglichkeiten. So lässt sich ein mit aktueller Nvidia- oder Ati-Grafikkarte ausgestattetes System auch als Playstation-Ersatz nutzen.
    Auch das beste Bild ist ohne guten Sound nur die Hälfte wert. Von der Verwendung des Onboard-Soundchips vom Mainboard ist in den meisten Fällen abzuraten. Dieser bietet keine digitalen Schnittstellen, die für den Anschluss einer digitalen Surround-Anlage nötig wären und auch die Klangqualität ist im Vergleich zu einer vollwertigen Soundkarte eher bescheiden. Bei DVD-ROM-Laufwerken ist auf Kompatibilität zum Tool "CD-Bremse" zu achten (die Laufwerksliste finden Sie auf www.cd-bremse.de), um einen angenehmen Geräuschpegel zu bewahren. Schnell drehende Festplatten erzeugen mehr Lärm und Wärme. Wenn Sie das Plus an Leistung nicht benötigen, greifen Sie zu einer Platte mit 5.400 Umdrehungen pro Minute.
    Das Gehäuse
    Midi-Tower: Der ZH910 ist sehr gut für einen HTPC geeignet. Midi-Tower: Der ZH910 ist sehr gut für einen HTPC geeignet. Um die Optik des Wohnzimmers nicht zu zerstören, ist ein passendes PC-Gehäuse sehr wichtig. Meist hat man die Auswahl zwischen Desktopgehäusen mit 43 cm Breite und normalen Midi-Towern. Die Desktopvarianten haben den Vorteil, dass sie auch in ein Hi-Fi-Rack gebaut werden können, dafür muss man aber aus Platzmangel auf ordentliche Kühlsysteme verzichten. Farblich bieten sich Silber (Aluminium) oder Schwarz an. Unsere Wahl fiel auf den schwarzen Intertech ZH910 Midi-Tower von Frozen Silicon, da dieser sehr massiv gebaut ist und ausgezeichnete Kühlmaßnahmen für unseren Pentium 4 mit 1,9 GHz bietet.
    Der Pentium 4 benötigt ein starkes Netzteil: Die nötigen Leistungsreserven bietet ein von Noiseblocker umgebautes Channel-Well-420-Watt-Netzteil, das praktisch lautlos arbeitet. Schwarze Floppy-Laufwerke und Blenden für Toshiba-DVD-ROMs erhalten Sie bei PC-Gehaeuse.com. Wollen Sie kein Toshiba-DVD-ROM verwenden, bietet sich der Lackierservice von Blacknoise an. Eine weitere Möglichkeit ist, die Lackierung der Blende mit einer Dose Acryllack aus dem Baumarkt selbst durchzuführen. Eine ausführliche Anleitung, wie Sie den PC leise bekommen, finden Sie in den PC-Games- Hardware-Ausgaben 01/2002 und 02/2002. Im nächsten Tipp folgt eine kurze Zusammenfassung. Beide Artikel finden Sie auch auf der Heft-CD als PDF-Dateien.
    Kühlung & Schalldämmung
    Fan-Adapter: Mit einem Adapter können Sie die Drehzahl des CPU-Lüfters verringern. Fan-Adapter: Mit einem Adapter können Sie die Drehzahl des CPU-Lüfters verringern. Ein massives Gehäuse alleine reicht noch nicht für einen leisen PC. Unser ZH910-Gehäuse verfügte bereits über einen 92- und einen 120-mm-Lüfter, diese waren leider sogar an 5 V noch zu laut für unseren Geschmack, somit mussten sie ausgewechselt werden. Wir entschieden uns für Papst-Lüfter von Low-Noise. Das 80-mm-Modell 8412NGL ist mit seinen 12 dB (A) sogar an 12 V unhörbar, das 92-mm-Modell 3412NGL und das 120-mm-Modell 4412FGL betreiben wir an 7 V. Für unsere Seagate-Barracuda-IV-Festplatte ist keine Dämmung erforderlich, dank Flüssigkeitslagerung ist diese 7.200-rpm- Festplatte leiser als viele 5400-rpm-Festplatten der letzten Generation.
    Für das Pioneer-DVD-106S-16x-DVD-ROM-Laufwerk gibt es in der CD-Bremse eine Quiet-Option, die den Geräuschpegel stark herabsetzt. Bei den Dämm-Matten entschieden wir uns für das Noiseguard-Set von Low-Noise.de. Die drei enthaltenen Mattentypen passen in jeden Winkel des Gehäuses. Doch auch mit den Dämm-Matten war der Rechner noch hörbar. Schuld hieran war der Intel-Boxed-CPU-Kühler unseres Pentium 4 1,9 GHz. Ein Zalman-Adapter mit einem Widerstand beseitigte dieses Problem, ohne die Kühlleistung stark zu beeinträchtigen.
    Die Grafikkarte
    Anschlusskabel: Je nach Ausstattung der Grafikkarte und des Fernsehers benötigen Sie unterschiedliche Kabel. Anschlusskabel: Je nach Ausstattung der Grafikkarte und des Fernsehers benötigen Sie unterschiedliche Kabel. Aktuelle Grafikkarten verfügen meist über einen S-Video-TV-Ausgang, viele Fernseher haben jedoch keine S-Video-Eingangsbuchse. Hierfür gibt es Adapter auf Composite (die oft der Grafikkarte beiliegen) oder Scart-Adapter. S-Video unterscheidet sich durch die getrennten Chrominanz- und Luminanzleitungen von Composite und bietet ein besseres Bild. Die beste Bildqualität erzielen Sie mit einem RGB-Kabel, jedoch bekommen Sie das getrennte RGB-Signal nur aus Matrox-Grafikkarten mit DualHead (G400, G450, G550). Fertig gibt es diese Kabel außerdem nicht zu kaufen, Sie müssen es selbst nach dem Schaltplan auf der Matrox-Webseite anfertigen.
    Je nach Fernseher ist der Scart-Anschluss auch in der Lage, S-Video oder RGB-Signale zu übertragen, sehen Sie am besten vorher im Handbuch des Gerätes nach. Wenn Sie trotz richtiger Verkabelung nur ein schwarz-weißes Bild erhalten, ist vermutlich der falsche Videomodus eingestellt. Stellen Sie vor dem Anschluss an den Fernseher die Farbnorm des TV-Ausgangs auf PAL um, viele Karten sind standardmäßig per Jumper oder Treiber auf NTSC eingestellt. Dieser Standard wird in Nordamerika oder Japan verwendet.
    Die Soundkarte
    Sound Blaster Live: Mit einem Adapter können SB-Karten um digitale Schnittstellen erweitert werden. Sound Blaster Live: Mit einem Adapter können SB-Karten um digitale Schnittstellen erweitert werden. Wenn Sie sich mit reinem Stereo-Klang zufrieden geben, benutzen Sie ein normales Kabel von einem 3,5-mm-Stereo-Klinkenstecker auf zwei Cinch-Stecker, auch für analogen Dolby-Surround-(ProLogic)-Klang reicht dieses Kabel noch aus. Besondere Anforderungen an die Soundkarte werden keine gestellt. Wollen Sie in den Genuss von Dolby Digital, DTS oder gar THX kommen, ist jedoch eine bessere Soundkarte mit digitalem SPDIF-Ausgang (optisch oder koaxial) zur Verbindung mit dem Surround-Receiver erforderlich.
    Creatives Platinum-Karten oder Hercules" Game Theatre XP haben dank der Breakout Box eine hohe Anschlussvielfalt - ideal fürs Heimkino. Doch auch einfache Sound-Blaster-Live!-Karten lassen sich mit dem SB-Digital-I/OIII-Modul von SBlive.de mit digitalen Anschlüssen einfach nachrüsten. Integrierte Dolby-Digital-Dekoder der Soundkarten sind für PC-Boxensets gedacht und sollten für den Heimkinobetrieb ausgeschaltet bleiben, da hier der Surround-Receiver die Dekodierung des Surroundklangs übernimmt.
    Die Bedienung
    Fernbedienung: Mit diesen Geräten von Sony und Creative lässt sich der HTPC komfortabel bedienen. Fernbedienung: Mit diesen Geräten von Sony und Creative lässt sich der HTPC komfortabel bedienen. Im Wohnzimmer ist kein Platz für den störenden Kabelsalat von Tastatur und Maus, hier muss auf jeden Fall Funk- oder Infrarot-Peripherie zum Einsatz kommen. Bei einem großen Wohnzimmertisch, wo genug Platz für eine Full-Size-Tastatur und ein Mousepad ist, können Sie ruhig zu einem Logitech Cordless Desktop greifen. Das Cordless Desktop Optical wird in einem wohnzimmertauglichen, schwarz-silbernen Farbschema ausgeliefert. Für geringere Platzverhältnisse hat PC-Gehaeuse.com ein Schmankerl im Angebot: Die Funktastatur von Fujitsu-Siemens kommt aus dem Notebook-Sektor und besitzt ein integriertes Touchpad. Soll der HTPC auch als Playstation-Ersatz fungieren, empfiehlt sich das Wing Man Cordless Gamepad von Logitech. Wie ein vergleichbares Playstation-Gamepad verfügt es über zwei Analogsticks und Force Feedback.
    Einfache Funktionen wie die Bedienung des DVD-Players müssen nicht unbedingt über Tastatur und Maus ausgeführt werden, hierfür reicht auch eine einfache IR-Fernbedienung. Creatives Platinum-Karten sind mit einer solchen Fernbedienung ausgestattet, welche bequem über die mitgelieferte Software programmiert werden kann. Um das Chaos mit mehreren Fernbedienungen zu vermeiden, empfiehlt sich eine Universalfernbedienung. Sie vereinfacht die Steuerung der gesamten Heimkinoanlage. Achten Sie darauf, ein lernfähiges Modell zu kaufen, um alle ihre alten Fernbedienungen ersetzen zu können. Die Sony RM-AV2100T verfügt über einen programmierbaren Touchscreen mit blauer Hintergrundbeleuchtung und kann bis zu zwölf Geräte steuern. Wir verwenden das Vorgängermodell, RM-AV2000T.
    Die Vernetzung
    Zur Vernetzung des HTPC mit dem restlichen Netzwerk bieten sich zwei Möglichkeiten an: Die Verlegung eines CAT5-Kabels für ein Standard-100BaseTX-Netzwerk mit 100 MBit oder ein Wireless-LAN nach IEEE 802.11b mit max. 11 Mbit. Vorteile des 100BaseTX-LAN sind die hohe Übertragungsgeschwindigkeit und -stabilität sowie die niedrigen Kosten, nachteilig ist der hohe Aufwand bei der Installation durch die Kabelverlegung. Ein Wireless-LAN bringt durch den Verzicht auf Kabel eine sehr hohe Flexibilität mit sich, ist aber immer noch recht teuer. Die Übertragungsrate ist auf 11 MBit begrenzt und die Pings sind in der Regel ziemlich hoch. Wenn Sie nicht mehr als zwei Rechner miteinander vernetzen möchten, reichen auch zwei einfache Netzwerkkarten (und ein passendes, ausgekreuztes Patch-Kabel beim 100BaseTX LAN).
    Die Software
    Beim Betriebssystem standen wir vor einer schweren Entscheidung: Windows sollte es unbedingt sein, doch sollten wir Windows Millennium Edition oder Windows 2000 Professional installieren? Windows Me bootet schneller, doch wir entschieden uns Aufgrund der höheren Stabilität für Windows 2000. Ein Absturz während eines Filmes wäre sehr lästig - das wollten wir unbedingt vermeiden. Als DVD-Player-Software kommt Power DVD 4.0 zum Einsatz, als MP3-Player Winamp 2.78. Um alle Divx-Filme abspielen zu können, installierten wir Divx 3.11a und Divx 4.12.
    Tools
    Um unserem HTPC die letzten versteckten Funktionen zu entlocken, installierten wir einige nützliche Zusatztools. Die schon oben erwähnte CD-Bremse von Jörg Fiebelkorn (Heft-CD) dient zum Einstellen des DVD- und CD-Speeds, was den Geräuschpegel erheblich senkt. Die meisten aktuellen DVD-ROM-Laufwerke lassen sich damit steuern. Das TV-Tool (Heft-CD) bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten für den TV-Ausgang von Nvidia-Grafikkarten. Ab Version 6 werden auch die Philips-Prozessoren SAA7108 und SAA7102 unterstützt. DVD Genie (www.inmatrix. com) aktiviert einige verborgene Optionen im Software-DVD-Player. Auch der Region-Code des DVD-ROM-Laufwerks kann mit DVDGenie mehr als fünf Mal geändert werden.
    Fazit
    Ein HTPC macht durchaus Sinn, denn sogar mit einem 21"-Monitor kommt kein wirkliches Kinofeeling auf - und dass die Wohnzimmercouch bequemer als der Bürostuhl ist, versteht sich wohl von selbst. Meine ersten Erfahrungen mit dem HTPC sammelte ich 1998, als ich mir aus einem alten Pentium 200 einen MP3-Player gebaut hatte, dieser war auch eine ganze Weile im Einsatz bis zum DVD-Boom. Da ich von den Fernost-DVD-Standalone-Playern mit MP3-Support nicht überzeugt bin, hochwertige Markengeräte jedoch noch keinen MP3-Support bieten, wurde es Zeit für einen neuen PC im Wohnzimmer.

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