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  • Team-Shooter Overwatch gespielt: Kann Blizzard überhaupt Ego-Shooter?

    Wenn der (laut Hintergrundstory aus Stuttgart stammende) Reinhardt sein portables Schild einsetzt, wechselt die Kamera zur Third-Person-Ansicht. Quelle: Blizzard

    Blizzard schießt scharf: Die Warcraft-Werkstatt überrascht mit der Ankündigung eines brandneuen Team-Shooters. Wir haben Overwatch auf der Fan-Messe Blizzcon schon einmal probegespielt.

    Als Freitagmittag Ortszeit die erste neue Blizzard-Spielwelt seit der Geburt des StarCraft-Universums enthüllt wurde, war der Jubel ebenso groß wie die Verblüffung: Mit Overwatch wagt sich das für Strategie- und Rollenspiele bekannte Studio ins hart umkämpfte Genre der Team-Shooter. Mit der Fan-Messe Blizzcon im kalifornischen Anaheim hatte man für die Bekanntgabe einen Heimspielrahmen gewählt. Die rund 25.000 Besucher vor Ort hatten dann auch gleich Gelegenheit, das neue Baby in der Praxis auszuprobieren. Wir haben uns wiederholt bei den PCs im Pressezentrum angestellt, um erste Eindrücke von dem Online-Ballerspiel zu sammeln.

    2x6 ganz schön zielstrebig

    Bei Overwatch treten zwei Teams mit jeweils sechs Spieler gegeneinander an und kämpfen um die Eroberung bestimmter Kontrollpunkte. Es ist ein Ego-Shooter, bei dem nur bei Anwendung weniger Sonderfähigkeiten zeitweilig auf Third-Person-Ansicht umgeschaltet wird. Die auf Blizzcon spielbaren Maps sind recht kompakt, bis zum nächsten Kontrollpunkt oder Gefecht ist es nie ein weiter Weg. Ein typisches Match dauert etwa ein Viertelstündchen, es geht ausgesprochen flott zur Sache. Die Grafik ist bunt und farbenfroh, sie orientiert sich stilistisch eher an Team Fortress 2 als an düsteren militärischen Shootern.

    Dass die Probepartien mächtig Spaß machen, liegt vor allem an den verschiedenen Helden, die als Spielfiguren zur Wahl stehen. Jeder Charakter verfügt über sein ganz eigenes Waffen- und Sonderfähigkeiten-Repertoire, das unterschiedliche Taktiken und Spielweisen erlaubt. Geschossen wird mit den Maustasten, die meisten Spezialtalente werden durch die Tasten SHIFT und E ausgelöst. Um die ultimative Fähigkeit eines Helden per Taste Q aktivieren zu können, muss erst einmal eine Kreisanzeige aufgeladen werden. Die füllt sich sowohl durch ausgeteilten, als auch eingesteckten Schaden. Während eines Matchs sind Sie nicht auf den anfangs gewählten Charakter festgelegt, an der Respawn-Position lässt sich durch Druck auf H der Held wechseln. Ob eine Figur bereits von einem anderen Spieler gesteuert wird, ist egal, die Charaktere dürfen in mehrfacher Ausfertigung auf dem Schlachtfeld auftauchen. In kürzester Zeit kann sich so die Formation und Strategie eines ganzen Teams gravierend ändern.

    05:52
    Overwatch: Cinematic Trailer zu Blizzards neuem Spiel

    Das abwechslungsreiche Dutzend

    Ein Dutzend Helden war auf BlizzCon bereits spielbar, die sich grob in vier Kategorien unterteilen lassen. Offensiv-Spezialisten halten nicht viel aus, können sich aber besonders flink durch die Spielwelt bewegen. Da es in Overwatch keine Sprint-Taste gibt, ist das ein echter Vorteil. Ninja-Bogenschütze Hanzo vermag zum Beispiel Wände bis zu einer gewissen Höhe hoch zu klettern, Raketenwerferin Pharah schwebt dank Rucksackdüsen und Pistolen-Maid Tracer kann 10 Meter nach vorne teleportieren. Für die Verteidigung von Stellungen sind dagegen Defensive-Experten besonders talentiert. So kann Ingenieur Tobjörn ein automatisch feuerndes Geschütz platzieren oder Roboter Bastion in einen stationären Modus wechseln, der seine Feuerkraft steigert.

    In der Tank-Kategorie finden sich robuste Nahkampf-Spezialisten mit Schildfähigkeiten. Riesengorilla Winston errichtet eine unbewegliche Energieglocke, während Kollege Reinhardt bei gedrückter rechter Maustaste einen Schild vor sich her trägt. Solange die Deckung hält, blockt sie feindliche Schüsse, zugleich können Teammitglieder durch einen Schild auf Gegner ballern. Die Support-Kategorie enthält eine Vielzahl von Heilertypen. Mercy spielt sich ein wenig wie der Sanitäter in Team Fortress 2, ihr Energiestrahl heilt Mitspieler. Dagegen zaubert Zenyatta einen Orb, der einen Kollegen begleitet und bei Bedarf Heilung spendet. Symmetra vermag dagegen der ganzen Truppe Energieschilde zu verpassen, die etwas Schaden abfangen.

    05:44
    Overwatch: Gameplay-Trailer zum Team-Shooter von Blizzard

    Kampftaktik-Eldorado

    Scharfschützen und Fallensteller, Heiler und Helfer: Die Fülle an Sonderfähigkeiten und taktischen Einsatzmöglichkeiten kann spontan begeistern. Blizzard hat dabei auch an Rollen gedacht, die ohne sonderliche Shooter-Zielgenauigkeit gespielt werden können. So ist Symmetras Hauptwaffe ein Energiestrahl, der automatisch an einem Gegner haftet und mit der Zeit immer mehr Schaden anrichtet, solange sich das Ziel in Reichweite befindet. Jedem recht machen wird es Overwatch aber nicht, das Tempo ist wie bei Online-Shootern üblich sportlich bis hektisch - das muss man abkönnen.

    Blizzards langjährige Erfahrung beim Design von Einheiten und Klassen in Strategie- und Rollenspielen hat hier sicher nicht geschadet, die Sonderfähigkeiten sind ebenso zahlreich wie einfallsreich. Sicher hat man manches Element schon in anderen Team-Shootern gesehen, insbesondere Team Fortress 2 wird des Öfteren zitiert. Aber es gibt genug neue Talente und Kombinationsmöglichkeiten, dass sich Overwatch frisch und spritzig anfühlt. Die Synergien zwischen verschiedenen Kämpfertypen innerhalb eines Teams wirken vielversprechend. Angesichts der Stärke manches ultimativen Heldentalents bleibt abzuwarten, wie sich Balancing und Beta-Test auf die einzelnen Charaktere auswirken werden.

    Leidet die Story unter online pur?

    Was es nicht gibt: Charakterentwicklung-Elemente à la Call of Duty, also weder Erfahrungspunkte noch Skill Trees. Etwas erstaunlich ist angesichts von Blizzards Spiele-Vergangenheit der Verzicht auf eine Einzelspieler-Kampagne, dadurch dürften Story-Elemente etwas kurz kommen. Denn beim Multiplayer-Geschehen haben die nichts verloren, sie würden nur dem Spielfluss in den Weg kommen. So erschafft Blizzard zwar eine neue Spielwelt, aber wird die sich nach mehr anfühlen als eine Ansammlung von Schlachtfeld-Maps? Chris Metzen ist sich des Problems bewusst, man arbeite an (nicht näher erläuterten) Wegen, die Geschichte der Welt jenseits des eigentlichen Spielgeschehens zu erzählen. Ob das dann alles Sinn ergibt, ist eine andere Frage: Die völlige Freiheit bei der Helden-Zusammensetzung der Overwatch-Teams erschwert die Glaubwürdigkeit herkömmlicher Gut/Böse-Konstellationen.

    Irgendwann 2015 soll die Beta-Testphase für Overwatch starten. Die Blizzcon-Version wirkte schon so geschniegelt, dass es eigentlich nicht mehr allzu lange dauern sollte. Im neuen Jahr dürfte sich auch klären, in welcher Form das Spiel überhaupt angeboten wird: kostenpflichtig oder "free to play"? Konkurrent Team Fortress 2 ist schließlich als kostenloser Download (mit optionalen Mikrotransaktionen) mächtig erfolgreich.

    Wie vom wilden Affen gebrutzelt: King-Kong-Verschnitt Winston richtet mit seiner Teslakanone auf kurze Distanz Schaden an. Wie vom wilden Affen gebrutzelt: King-Kong-Verschnitt Winston richtet mit seiner Teslakanone auf kurze Distanz Schaden an. Quelle: Blizzard

    Fazit: Overwatch

    Die Ankündigung wollte noch nicht so recht begeistern - haben wir diese Team-Shooter-Masche nicht schon zu oft erlebt? Der erste Spieleindruck versöhnt, Overwatch wirkt sehr kurzweilig und unberechenbar, was vor allem dem Heldenaufgebot zu verdanken ist. Innerhalb einer Partie hoppelten wir immer wieder durch das Personalangebot, um Fähigkeiten zu lernen und neue Taktiken auszuprobieren. Im Rahmen der begrenzten Anspielzeit und Map-Auswahl ist es für ein Fazit noch zu früh, da soll ja noch einiges dazu kommen und die Spielbalance wird für den Langzeitspaß wichtig sein. Potenzial hat Overwatch auf alle Fälle. Die bange Frage "Kann Blizzard überhaupt Ego-Shooter?" ist mit einem vorläufigen "Ja" zu beantworten.

    High-End-Grafiktechnik erwarten wir nicht: Wie bei Blizzard-Spielen üblich soll das fertige Produkt auch auf schwächeren PCs gut laufen. Zudem sind bei Online-Actionspielen Tempo und flüssiger Ablauf wichtiger als enorme Textur-Feinheiten. Stilistisch ist Overwatch ein sehr ansehnliches Spiel, mit kräftigen Farben und prägnanten, gut animierten Spielfiguren. Den Comic-Stil muss man halt mögen - aber Team Fortress 2 hat ja vorgemacht, wie gut sich erbitterte Schießereien und niedliche Grafik vertragen können.

  • Overwatch
    Overwatch
    Publisher
    Blizzard
    Developer
    Blizzard
    Release
    24.05.2016

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    Es gibt 45 Kommentare zum Artikel
    Von evilmane666
    also skilltrees finde ich sehr wichtig wen ich mir die skilltrees von farcry 4 anschaue sind die im vergleich zu fc3…
    Von GameKing88
    Ich hätte mich auf ein Warcraft 4 gefreut und nicht so ein Kinderspiel. Fail Blizzard!
    Von Kotor
    hoffe auf ein komplexeres TF2 .. in TF2 war ich schon immer gut mit meinen Buddies
    Von zerrocool88
    Also ich finde auch das blizzard richtig gute Spiele macht. Selten gibt es Probleme mit Spielen und wenn welche da…
    Von Veriquitas
    Egal wer irgendwas sagt Skilltrees sind reine Verblendung nichts anderes, jeder der behauptet das wäre noch aktuell…
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Overwatch
Team-Shooter Overwatch gespielt: Kann Blizzard überhaupt Ego-Shooter?
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http://www.pcgameshardware.de/Overwatch-Spiel-55018/Specials/Angespielt-1142074/
09.11.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/11/Reinhardt_Overwatch_006-pcgh_b2teaser_169.jpg
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