Oculus Go im Hands-On-Test: Was kann das All-in-One-System von Oculus VR?

Mit dem neuen Mobilsystem Oculus Go will Oculus VR die virtuelle Realität all denen schmackhaft machen, denen ein Gear VR zu klapprig und das Oculus-Rift-Headset zu teuer ist. Geht die Rechnung auf? PC Games Hardware probierte das System mit vier brandneuen Spielen auf der GDC 2018 aus.

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Special Roland Austinat (US-Korrespondent) Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Oculus Go im Hands-On-Test: Was kann das All-in-One-System von Oculus VR?
Quelle: Oculus VR

Wer bislang in die VR-Welten von Oculus eintauchen wollte, brauchte einen leistungsstarken PC und die inzwischen rund 400 Euro teure Oculus Rift. Alternativ steckte er sein Samsung-Smartphone in eine rund 100 Euro teure Gear-VR-Brille, musste dabei aber arge Abstriche in Sachen grafischer Qualität und Steuerkomfort machen. Besitzer von Smartphones anderer Hersteller schauten bei Oculus-Inhalten komplett in die Röhre.

Hier möchte Oculus VR Abhilfe schaffen - mit dem rund 200 US-Dollar teuren Oculus Go, das der Hersteller Gerüchten zufolge zur nächsten Facebook-Entwicklerkonferenz im Mai dieses Jahres auf den Markt bringen möchte. Oculus Go setzt auf einen fest verbauten Snapdragon-821-Prozessor aus dem Hause Qualcomm, der das eingebaute WQHD-LCD-Display (kein OLED) mit 2.560 × 1.440 Bildpunkten ansteuert und die Bildwiederholrate von 60 (Gear VR) auf 72 Hertz erhöhen soll. Das schafft das System mit Hilfe von Foveated Rendering: Die Bildmitte wird dabei detailliert und hochauflösend dargestellt, die von den Augen nicht permanent unter die Lupe genommenen Außenbereiche verzichten auf eine maximale Grafikdarstellung. Wie viel RAM verbaut ist, verrät der Hersteller noch nicht. Die eingebaute Hardware hat den charmanten Vorteile, das keine externen Kabelverbindungen benötigt werden, man sich also frei bewegen kann.

Eingebaute Lautsprecher beschallen den Oculus-Go-Träger, der auf Wunsch auch einen eigenen Kopfhörer in das System stecken kann - so wie auch eine Micro-SD-Speicherkarte. Die schaurige Bewegung per Tastendruck an der Stirn wie im Gear VR ist Vergangenheit: Das Oculus Go setzt auf einen Joystick, der mit Feuertaste, Steuerkreuz und zwei Menütasten deutlich feinere Bewegungen zulässt. Wir konnten bei einem Ortstermin auf der GDC 2018 in San Francisco vier Spiele für das Headset ausprobieren.

They Suspect Nothing: Roboter-Knobeleien mit britischem Humor

In They Suspect Nothing übernehmen wir die Rolle des letzten Menschen auf der Erde, der versucht, die dort herrschende Roboterzivilisation von innen her aufzurollen. Das Ganze läuft deutlich schräger ab, als man vermuten könnte: Cartoon-Grafik und schräge Sprüche deuten darauf hin, dass sich die britischen Entwickler von Coatsink nicht sonderlich ernst nehmen. In zwölf Minispielen mit herrlichen Namen wie "Open Part Surgery" warten die Roboter darauf, geschlagen zu werden - wir konnten zwei davon ausprobieren.

Im ersten dirigieren wir einen hektischen Blechkumpan über ein Spielfeld, um Schrauben und andere Bauteile einzusammeln und vor garstigen Gegnern in Sicherheit zu bringen, die sie ebenfalls gerne einsacken würden. Im zweiten Spiel steuern wir einen Kran mit einem massiven Magneten am Ausleger. Mit dem müssen wir gute Roboter aufheben und in passende Röhren bugsieren, ihre bösen Kollegen jedoch mit Elan zerdeppern. Prädikat: Nett, der Langzeitspielspaß ist aber noch unklar.

They Suspect Nothing 2 Quelle: Coatsink/Oculus VR They Suspect Nothing 2

Anshar Online: Ballern im Weltraum und auf Planeten

Anshar Online von Ozwe Games ist ein waschechtes Weltraum-Ballerspiel mit über 50 Missionen, einem PvP- und einem Rennspiel-Modus, das alle Oculus-Plattformen unterstützt. Wir spielten es auf einem drehbaren Hocker, was ein schlauer Schachzug war: Auf unserer ersten Mission im Weltall müssen wir einem Frachter Geleitschutz geben, den Feinde aus allen Richtungen angreifen. Gegner, die von hinten angreifen, nehmen wir durch ein beherztes Stuhldrehen ins Visier. Das ginge natürlich auch durch Umdrehen im Stehen, doch mit einem Stuhl ist das Gefühl, in einem Cockpit zu sitzen, deutlich größer.

Vom Weltraum geht es auf einen Planeten: Hier müssen wir Gegner jagen, die sich in riesigen Hochhausschluchten versteckt haben. Optisch gibt sich Anshar Online keine Blöße, wie bei allen Oculus-Go-Titeln erkennen wir kein typisches VR-Fliegengitter vor den Augen - doch die Steuerung per Joystick ist etwas überfordert - gerade das Herumkurven um die Wolkenkratzer läuft noch etwas behäbig ab. Dennoch: ein spaßiger Zeitvertreib.

Anshar Online 2 Quelle: Ozwe Games/Oculus VR Anshar Online 2
US-Korrespondent Roland Austinat im Einsatz gegen Angreifer in Anshar Online Quelle: PC Games Hardware US-Korrespondent Roland Austinat im Einsatz gegen Angreifer in Anshar Online

Vacation Simulator: Wer sagt, dass ein Urlaub leicht sein soll?

In den Urlaub geht es mit dem Vacation Simulator von den Owlchemy Labs, den Machern des absurd-witzigen Job Simulators. Der Vacation Simulator ist allerdings weniger Spiel als Spielplatz: In einer sonnigen Bucht teleportieren wir uns beispielsweise in eine Hütte, in der ein Tauchlehrer uns zu einigen Aufgaben wie einem Selfie im Wasser verdonnert. Wir nehmen an einem Sandburgenwettbauen teil, bei dem wir besonders gelungene Werke auf einer Diskette (!) abspeichern können.

Außerdem warten Ball- und Frisbee-Einlagen, eine Grillstation - und vermutlich auch Burritos, so wie im Vorgänger, oder? "Hey, wir kommen aus Texas, wie können wir dann keine Burritos in unserem Spiel haben?" lacht eine Entwicklerin der Owlchemy Labs und drückt uns eine Polaroid-Aufnahme unseres Selfies im Spiel in die Hand. Wir haben indes das Gefühl, dass der Vacation Simulator nach ein paar Cocktails noch mal so lustig sein könnte ...

Catan VR: Vier Spieler siedeln in VR

Viertes Spiel im Bunde ist Catan VR von Entwickler Experiment 7 und Publisher Asmodee Digital. Wer die letzten Jahrzehnte nicht auf einer einsamen Urlaubsinsel verbracht hat, sollte zumindest von Klaus Teubers Megahit gehört haben: "Die Siedler von Catan" - seit 2015 "Catan - Das Spiel" - ist eins der beliebtesten Brettspiele der Welt. So beliebt, dass in China gefälschte Catan-Packungen hergestellt werden, die für wenig Geld online angeboten werden - aufgepasst beim Einkauf.

Wer das Brettspiel kennt, fühlt sich in der VR-Variante sofort heimisch: Vier Spieler handeln mit Rohstoffen und bauen Straßen, Siedlungen und Städte. Jeder Spieler sieht den Cartoon-Kopf der Mitspieler - etwa einen Fuchs, einen Wikinger oder einen Zauberer. Per Move- und eingeschränkt auch mit dem Go-Controller machen alle Faxen wie Daumen hoch oder zeigen mit den Fingern in die Luft. Die Avatare registrieren Kopfschütteln oder Facepalms. Ansonsten spielt sich Catan wie das Original - nur, dass die Mitspieler überall auf der Welt sein können.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Blaexe Komplett-PC-Käufer(in)
        Sorry, aber der Artikel ist wirklich nicht gut und geradezu irreführend.

        Soweit ich gesehen habe (oder habe ich es überlesen?) steht nirgends, dass Headset und Controller nur 3DOF haben. Der Teilsatz "man sich also frei bewegen kann." ist dabei komplett irreführend. Man kann sich überhaupt nicht "bewegen". sondern lediglich drehen.

        Außerdem ist "so wie auch eine Micro-SD-Speicherkarte." schlichtweg falsch. Die Oculus Go hat keinen SD-Slot sondern wird später per Update USB OTG unterstützen. Und "LCD-Display" ist ein weit verbreiteter Fehler. (Liquid Crystal Display Display?)

        Für ein Tech Magazin bewegt sich das ganze erstaunlich an der Oberfläche. 72 Hertz muss von der App unterstützt werden und ist nur optional. "Dynamic Throttling", ein weiterer wichtiger Eckpfeiler wird überhaupt nicht erwähnt.
      • Von Blaexe Komplett-PC-Käufer(in)
        Sorry, aber der Artikel ist wirklich nicht gut und geradezu irreführend.

        Soweit ich gesehen habe (oder habe ich es überlesen?) steht nirgends, dass Headset und Controller nur 3DOF haben. Der Teilsatz "man sich also frei bewegen kann." ist dabei komplett irreführend. Man kann sich überhaupt nicht "bewegen". sondern lediglich drehen.

        Außerdem ist "so wie auch eine Micro-SD-Speicherkarte." schlichtweg falsch. Die Oculus Go hat keinen SD-Slot sondern wird später per Update USB OTG unterstützen. Und "LCD-Display" ist ein weit verbreiteter Fehler. (Liquid Crystal Display Display?)

        Für ein Tech Magazin bewegt sich das ganze erstaunlich an der Oberfläche. 72 Hertz muss von der App unterstützt werden und ist nur optional. "Dynamic Throttling", ein weiterer wichtiger Eckpfeiler wird überhaupt nicht erwähnt.
      • Von KneeDeepInBlood PC-Selbstbauer(in)
        Ohne Head Tracking ist das alles doch nur halbgar, oder?
      • Von Echo321 Software-Overclocker(in)
        Zitat von e4syyy
        Für die Oculus Rift musste ich mir jedoch beim Optiker extra Linsen mit Sehstärke bestellen, weil das teil einfach nur grauenhaft als Brillenträger ist.
        Also mit meiner Brille geht's gut (ohne wäre natürlich schöner). Entscheidend sind wohl die äußeren Maße der Brille. Meine ist recht klein und unauffällig. Damit kann ich ohne Probleme spielen. Freunde mit Brille beklagen sich schon nach einigen Minuten das es auf dem Nasenrücken drückt. Deren Brillen sind aber auch größer. Vielleicht bin ich aber auch nur unempfindlicher
      • Von e4syyy BIOS-Overclocker(in)
        Warum bauen die nicht endlich eine Dioptrien Anpassung in die Headsets?

        Bei meiner Playstation VR klappt es ganz gut mit Brille. Für die Oculus Rift musste ich mir jedoch beim Optiker extra Linsen mit Sehstärke bestellen, weil das teil einfach nur grauenhaft als Brillenträger ist.
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