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  • Airmech: Command im Test - Der erste VR-Stratege: Tabletop-C&C trifft auf Dota-Transformers
    Quelle: Carbon Games

    Airmech: Command im Test - Der erste VR-Stratege: Tabletop-C&C trifft auf Dota-Transformers

    VR, so richtig smart gedacht. Oculus Rift hat das Potential das Erleben von Strategiespielen grundlegend zu verändern. Weil Sie in diesem wilden Mix aus Command & Conquer, Supreme Commander und Company of Heroes mit Transformern und den Lanes von Dota 2 keine Maus mehr brauchen um ins Schlachtfeld zu zoomen, sondern dafür einfach ihren Hals recken und Kopf drehen. Wir haben uns Airmech: Command angeschaut. • v. Benjamin Kratsch, Ryan Southardt

    Was wir schon jetzt an Oculus lieben, ist wie charmant seine Entwickler die vierte Wand durchbrechen. Die Spiele fühlen sich nicht einfach nur wie Spiele an, sondern bauen eine völlig neue Welt um Sie auf. Wenn Sie Airmech: Command starten, dann blicken Sie von leicht schräg oben auf ein riesiges Schlachtfeld. Raketen zischen mit korrekt berechnetem Rauchstreifen los, ganz ähnlich wie in Ashes of the Singularity. Basen spucken blaue, fein detaillierte Panzer aus und von den Heli-Pads starten futuristische Senkrechtsstarter. Während sich die Armada des Feindes nähert, fliegen Ospreys Kampfroboter wie in Pacific Rim in die Gefechtszone.

    Das klingt nach Standard-RTS, doch hier können Sie sich physisch umdrehen und das Schlachtfeld geht hinter Ihnen weiter. Das ist als würden Sie ein Loch in eine Tabletop-Platte schneiden, hindurchschlüpfen und jederzeit den völligen Überblick haben. Und wenn Sie die in der Sonne spiegelnden Panzerplatten der Robos und ihre Logos betrachten wollen, dann fahren Sie einfach mit der Oculus Rift auf der Nase näher ans Geschehen heran. Statt auf Knöpfen herumzudrücken, nutzen Sie Ihren eigenen Hals und Körper zum physischen Hereinzoomen. Strecken Sie den Kopf wieder in die Ausgangsposition, zoomen Sie wieder heraus.

    Mit einer GTX 970 verzeichneten wir keine Framerate-Einbrüche. Aus der höchsten Perspektive fällt Ihnen plötzlich auf, dass die Schlacht gar nicht real ist, sondern sie vor einem Holotisch stehen und gegen Aliens antreten, die mit ihren gold-roten Helmen auch aus Destiny stammen könnten. Es sind diese kleinen Tricks, die VR so spielenswert machen. Titel wie Airmech: Command werden Platzhirsche wie Starcraft 2 nicht vom Markt verdrängen, aber sie sind eine schöne Bereicherung für VR-Early-Adopter. Gerade auch weil Entwickler Carbon Games viele gute Ideen hat, um Sie in den unterschiedlichen Sichtebenen zum General über eine Armee zu machen oder die Action auf einen spaßigen Twin-Stick-Shooter mit Transformern zu reduzieren, aus dem Sie jederzeit wieder in die Taktikwelt wechseln können. Damit VR Spaß macht, muss aber die technische Basis stimmen: Mit einer GTX 970 verzeichneten wir keine Framerate-Einbrüche, das Spiel läuft weitestgehend konstant mit den für VR erforderlichen 90 Fps. Leider mangelt es allerdings aktuell an grafischen Einstellungsmöglichkeiten um eine performantere GPU mit volumetrischem Rauch, massigeren Explosionen, höherer Detailtiefe und besserer Kantenglättung auszulasten.

    Autobots, transformiert euch in der Dota-Lane

    Sie können natürlich auch mit Maus und Tastatur spielen, aber so merkwürdig das auch klingen mag: Mit dem im schicken Oculus-Koffer mitgelieferten Xbox-One-Controller funktioniert das VR-RTS besser. Weil Sie sich quasi permanent umschauen, dabei den Kopf oder sogar den ganzen Rumpf drehen. Sie werden sich dabei erwischen auf einem Drehstuhl immer mal wieder die Position zu wechseln, weil Sie über die in Oculus eingebauten 3D-Audio-Kopfhörer Schüsse und Raketen hören, die hinter Ihrem Kopf vorbei auf Ihre Basis zu rauschen. Das dürfte auch der Hauptgrund sein, warum die meisten Spiele aktuell für das Xbox-Pad optimiert sind. Sie können es in der Hand halten und sich damit problemlos drehen, selbst mit einer Wireless-Gaming-Maus wie der Logitech G900 und einer kabellosen Tastatur funktioniert das nur sehr bedingt.

    Der Perspektivenwechsel ist hier noch etwas wichtiger als in Supreme Commander, weil Airmech: Command mit mehreren Ebenen in unterschiedlichen Lanes arbeitet. Über diese Pfade stürmt Welle um Welle an feindlichen Truppen heran, Sie können sich das durchaus vorstellen wie in Dota 2. Allerdings mit Höhenunterschieden, die Straßen verlaufen über höhergelegenere Ebenen und Wege, die dahinter liegen. Um die genau einsehen zu können, müssen Sie den Kopf nach vorne strecken oder werden mitunter sogar aufstehen, weil Sie interessiert welche Einheit da gerade Ihre Türme in Rauchschwaden aufgehen lässt. Jedes Gebäude der Basis verfügt über Abwehrtürme, wobei Sie entscheiden, ob die eher gegen Luftwaffe oder Bodentruppen ausgerichtet sein sollen. Klassischer Basenbau ist leider nicht vorgesehen, das Truppenmanagement funktioniert eher wie in Company of Heroes.

    Allerdings mit smart eingebundenem VR-Twist. Während dem Abwehren einer Angriffswelle haben Sie das komplette Schlachtfeld vor sich, völlig befreit von HUD-Elementen. Schauen Sie jetzt physisch mit ihren Augen gerade aus, wird das vom Spiel erkannt und das Nachschub-Menü für Truppen eingeblendet. Aktuell gibt es nur sechs unterschiedliche Truppentypen, das ist etwas dürftig. Die werden allerdings mit einer interessanten Steuerung kontrolliert: Sie fliegen nämlich einen Transformer, der nur nicht nur aus allen Rohren wie in einem Twin-Stick-Shooter ballert, sondern auch als Cursor für dieses Strategiespiel dient.

    Stark im Koop: Taktikhirn und Twin-Stick-Profi

    Airmech: Command ist ein Spiel, das wie gemacht ist für VR, weil Sie durch Kopfbewegungen viel natürlicher stufenlos zoomen können, als mit Maus und Tastatur. Aus der Generalsperspektive kommandieren Sie, müssen Angriffe abwehren und Offensiven im Optimalfall im Keim ersticken. Das Management Ihrer Armee funktioniert dabei ähnlich wie in Konsolen-RTS-Spielen wie Halo Wars, allerdings mit einem Twist: Sie steuern nämlich keinen klassischen Mauscursor, sondern einen voll ausgestatten Kampfroboter. Fliegen Sie mit dem über diverse Einheiten und drücken dabei eine der Aktionstasten, wird der Verbund automatisch der entsprechenden Taste auf dem Xbox-One-Pad zugewiesen.

    Erstaunlich, aber wahr: AirMech: Command spielt sich komfortabler mit dem mitgelieferten Xbox-Pad, als Maus und Tastatur. Das liegt vor allem an der physischen Interaktion, Sie drehen oft nicht nur den Kopf, sondern ganzen Torso um das Schlachtfeld zu überblicken. Erstaunlich, aber wahr: AirMech: Command spielt sich komfortabler mit dem mitgelieferten Xbox-Pad, als Maus und Tastatur. Das liegt vor allem an der physischen Interaktion, Sie drehen oft nicht nur den Kopf, sondern ganzen Torso um das Schlachtfeld zu überblicken. Quelle: Carbon Games Sie können Ihre Truppen entweder manuell koordinieren oder mit vier Grund-Befehlen operieren, mit denen Sie Ihren Soldaten befehlen die Position zu halten, die nächstgelegene Einheit anzugreifen oder zum Großangriff auf die feindliche Festung zu blasen. Bei Letzterem setzen Ihre Truppen alles daran die feindliche Basis zu erreichen, wehren aber automatisch Defensivmaßnahmen des Gegners ab. Diese Kombination aus Taktik und Action macht Laune, weil es keinen Leerlauf gibt. Sie können Ihren Truppen Anweisungen erteilen, dabei aber gleichzeitig einen von aktuell neun Transformern spielen. "Striker" beispielsweise feuert am Boden mit seiner Gatling, Raketen und Granaten, transformiert sich auf Knopfdruck aber auch in einen F14-Tomcat-Kampfjet, um etwa Artillerie auszuschalten oder anrückende Luftverbände anzugreifen. Andere Roboter transformieren sich in Bomber, können ergo mit einem Schlag mehr Schaden machen, den Feind aber nicht durch Dauerfeuer auf längere Zeit unter Druck setzen. Schöne Idee: Mit den Transformern können Sie auch Kampfeinheiten blitzschnell an die Front verlegen. Beispielsweise Panzer, die ja traditionell langsam sind oder Geschütztürme, wenn sie gerade nicht in der Defensive gebraucht werden. Sie können auch Ressourcensammler direkt zu einem Kraftwerk fliegen, um schneller Energie zu gewinnen.

    Diese taktische Tiefe macht besonders im Koop Spaß, weil sich einer am Boden um die Mikroebene direkt auf dem Schlachtfeld kümmert, während der Mitspieler für den Truppennachschub und die optimale Verteilung von Einheiten die Verantwortung trägt.

    Fazit: Gelungener RTS-MOBA-Mix mit smarten VR-Ideen

    Airmech: Command ist eines dieser Spiele, die man sehr leicht unterschätzt. Es ist quietschig bunt, Wellen an Special-Effects legen sich über den Screen, es kracht und knallt überall. Es wirkt wie ein Casual-RTS, aber entwickelt im Laufe des Tests erstaunlich viel spielerische Tiefe und Komplexität. Das liegt zum einen an der schieren Größe einiger Karten, Sie müssen mitunter zig unterschiedliche Panzereinheiten koordinieren, sich gleichzeitig um Verteidigung und Angriff kümmern, die gepanzerten Stahlschiffe auf Ketten mit Anti-Luft-Einheiten schützen, sich Eins-gegen-Eins-Duelle gegen andere Transformer liefern oder mal schnell die Artillerie des Feindes pulverisieren, bevor die das gleiche mit Ihren Türmen machen.

    Die Komplexität ergibt sich aber auch aus den Sichtlinien und dem mitunter sehr zerklüfteten Terrain: Sie können Artillerie auf Berge fliegen, um ihre Reichweite zu erhöhen, müssen aber auch immer mit Kontern feindlicher Transformer rechnen. Und Überraschungsangriffen über die tieferen Ebenen, die nicht aus jedem Winkel gut einsehbar sind. Technisch und visuell ist das hier kein VR-Spiel mit Wow-Faktor Marke Eve Valkyrie, läuft dafür aber auch auf einer GTX 970 mit durchgehend flüssiger Framerate. Wer also einen richtig guten RTS-Titel mit MOBA-Elementen und japanisch angehauchtem Artdesign sucht, der ist hier für 39,99 US-Dollar (rund 35 Euro) goldrichtig. Aktuell ist nur der US-Store von Oculus online, deutsche Preise stehen daher noch nicht fest.

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      • Von Invisible_XXI Software-Overclocker(in)
        Ich meine, dass die Elsa Revelator damals für jedes Spiel genutzt werden konnte. Für manche besser für andere schlechter. Teuer war die Brille nicht (140DM, wenn ich mich recht erinnere). Nur ein (Röhren-) Monitor, der in hohen Auflösungen mindestens 120Hz schaffte, war teuer. Aber von dem hat man auch ohne 3D profitiert.
        Aber ansonsten stimme ich dir zu: Wenn der Trend/Hype nicht mit ordentlich Software gefüttert wird, versinkt er bald wieder in der Versenkung. Wobei 3D Brillen und VR nicht direkt miteinander verglichen werden können. 3D ist ja nur eine andere Darstellungsform - mit meines Erachtens kaum Mehrwert, wohingegen VR ein gänzlich anderes Erlebnis bietet.
        VR braucht allerdings zum Großteil komplett anders gestrickte Spiele, weshalb es noch wesentlich wichtiger ist, dass entsprechende Software auf den Markt kommt.

        Vernünftig ist es daher sicherlich, wenn man erst mal abwartet, wie sich das Angebot entwickelt. Da wir hier aber alle Technik- und Spielebegeisterte sind, ist es für uns sehr verlockend schon jetzt zuzugreifen und VR von Anfang an zu erleben. Bisher schreckt die meisten wohl hauptsächlich der Preis ab. Mich eingeschlossen.
      • Von AUKMINI Komplett-PC-Käufer(in)
        Ja der VR-Hype... man sollte ihn nicht unterschätzen und er wird sicher seinen Markt finden. Ob dieser Markt dann später bestimmt wird von Strategiespielen, FPS oder doch nur als Markt mit teurer "Prono-Schau-Maschine" wird die Zeit zeigen... Ich erinnere mich da an 1996 (?) als 3D zum ersten Mal mit einer IR-Shutterbrille von ELSA in Verbindung mit einer ELSA-Grafikkarte eine gewisse Verbreitung fand... leider war nach 4 Action-Spielen wieder Schluß und das ganze teure Equipment verstaubte bis es dann bei irgendeiner Aktion weggeworfen werden musste. Schon damals war ganz klar: es gab einen Markt, dieser wurde aber nicht entsprechend mit Spielen und Zubehör gefüttert um über eine Nische hinaus zu kommen...
        Wäre es da nicht auch besser abzuwarten, wie sich VR entwickelt (bevor man wieder 1000,- Euro in die (Grund-)Hardware, weitere 4000,- in das erweiterte Zubehör und dann nochmal viel Geld in die Spiele, Simulationen und sonstige Software steckt) - denn KEINER will einen VR-Goat-Simulator für 10000,- Euro kaufen (mal von den 10 ambitionierten DD dieser Welt abgesehen, die alles kaufen was selten und überteuert ist.
        Was meint Ihr?
      • Von Pumpi Software-Overclocker(in)
        Das klingt jetzt aber doch sehr schmackhaft....
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Oculus Rift
Airmech: Command im Test - Der erste VR-Stratege: Tabletop-C&C trifft auf Dota-Transformers
VR, so richtig smart gedacht. Oculus Rift hat das Potential das Erleben von Strategiespielen grundlegend zu verändern. Weil Sie in diesem wilden Mix aus Command & Conquer, Supreme Commander und Company of Heroes mit Transformern und den Lanes von Dota 2 keine Maus mehr brauchen um ins Schlachtfeld zu zoomen, sondern dafür einfach ihren Hals recken und Kopf drehen. Wir haben uns Airmech: Command angeschaut. • v. Benjamin Kratsch, Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/Oculus-Rift-Hardware-256208/Specials/Airmech-Command-Test-1191634/
08.04.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/04/AirMech_Test_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
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