Geforce GTX 1080/1070: EVGA-Grafikkarten können überhitzen [Update 2]
EVGA hat derzeit mit einem angehenden PR-Gau zu kämpfen, der die Custom-Designs der Geforce GTX 1080 und GTX 1070 betrifft. Die hauseigene ACX-3.0-Kühllösung kühlt den Grafikspeicher und die Spannungswandler mittels einer Aluminiumplatte, die in extremen Fällen überfordert werden könnte. Der Hersteller bietet auf Wunsch kostenlose Wärmeleitpads an, die das Problem eindämmen sollen.
Update 2 vom 27.10.16:
EVGA weist darauf hin, dass man die Wärmeleitpad-Modifikation der Geforce GTX 1080 und GTX 1070 mit ACX-3.0-Kühlern als optional und nicht als Muss ansieht. Die Grafikkarten sollen "ohne Probleme wie ursprünglich entworfen [funktionieren]" und dementsprechend die internen Tests bestanden haben. Die Wärmeleitpads seien eine kostenlose Service-Maßnahme, wobei der Hersteller explizit betont, dass man dadurch seine Garantie nicht verliert (üblicherweise erlaubt EVGA ohnehin den Wechsel des kompletten Kühlers ohne Garantieverlust). In unseren Tests der EVGA-Karten mit ACX 3.0 gab es temperaturseitig übrigens keine Auffälligkeiten. Trotzdem lassen sich die aufkeimenden Berichte über Blackscreens nicht von der Hand weisen - ob das nun Einzelfälle sind oder nicht, lässt sich nicht beurteilen.
Update vom 26.10.16:
Wir haben uns im Originalartikel nicht klar zu den unterschiedlichen Modellen von EVGA (Gaming, SC, FTW) ausgedrückt und daher den Fließtext angepasst. Für alle Besitzer gilt: Die Temperaturen lassen sich grob über GPU-Z beobachten. Das ist zwar nicht 100-prozentig genau, gibt aber einen guten Anhaltspunkt.
Auf Twitter hat der EVGA-Produktmanager Jacob Freeman mittlerweile bestätigt, dass die Wärmeleitpad-Lösung Bestandteil der kommenden Produktion sei.
Originalartikel vom 25.10.16:
Wer eine Geforce GTX 1080 oder GTX 1070 aus dem Hause EVGA besitzt, sollte unter Umständen mal über Tools wie GPU-Z seine Temperaturen überprüfen. Ein Test der Kollegen von tomshardware.de hat nämlich ergeben, dass die Kühlung des Grafikspeichers und der Spannungswandler zu wünschen übrig lässt, wenn es sich um ein Custom-Design mit ACX-3.0-Kühllösung handelt.
EVGA überlässt die Kühlung des RAMs und der Spannungswandler weiterhin einer Aluminiumbasisplatte, während der große Aluminiumkörper ausschließlich mit der GPU verbunden ist. Die durch diesen gedrückte Luft reicht nicht immer aus, um akzeptable Temperaturen zu erreichen. Selbst im offenen Testaufbau bei 22 °C Umgebungstemperatur heizten sich die Spannungswandler bei angeschmissenem Metro Last Light auf knapp 98 °C auf. Die Hitzestrahlung bekommen die drei direkt daneben liegenden Speichermodule zu spüren, die auf knapp 95 °C aufgeheizt werden. Das ist bereits problematisch, da Micron seine GDDR5X-Module gerade bis 95 °C Betriebstemperatur spezifiziert. Im Furmark erreichten die Spannungswandler fast 107 °C, wohingegen der Speicher auf 96 °C anstieg.
Besonders betroffen sind die FTW-Ausführungen (PCB mit 10+2 Phasen) mit einem Powerlimit von 215 Watt ab Werk. Bei den SC-Karten und der GTX 1080 Gaming ACX 3.0 (Non-SC) werden bis zu 180/170 Watt auf 5+1/4+1 Phasen verteilt (GTX 1080/GTX 1070), was bereits zu viel sein könnte. Die GTX 1070 Gaming ACX 3.0 ohne SC-Zusatz beschränkt sich auf Nvidias Standardvorgaben mit 150 Watt und sollte deswegen nicht so hohe Temperaturen erreichen. Bei der Geforce GTX 1070 werden nahezu identische PCBs und der gleiche Kühler eingesetzt. Samsung und Micron spezifizieren ihren GDDR5-Speicher ebenfalls auf bis zu 95 °C, sodass dort die gleichen Probleme vorliegen. Eine Übertaktung des RAMs erhöht die Temperaturen weiter und sollte daher unter Beobachtung der Temperaturen durchgeführt werden.
Auf Reddit vermehren sich derweil die Nutzer, die bereits im Auslieferungszustand Black-Screens mit den EVGA-Grafikkarten erleben. Vereinzelt gibt es auch Meldungen über defekte Modelle, bei denen der RAM leicht übertaktet wurde (u.a. um gerade einmal 100 MHz). EVGA hat mittlerweile reagiert und bietet Besitzern kostenlos ein Set an Wärmeleitpads an, die zwischen PCB und Backplate sowie zwischen Basisplatte und Aluminiumkühlkörper gelegt werden, um die Wärmeabfuhr zu verbessern.

ich muss meine aussage zum blackscreen fehler meiner 1070 ftw korrigieren.
ein stecker vom pci-e an der karte war nicht io.
seit dem keine blackscreens mehr !
Im EVGA Forum gibt es unterschiedliche Meinungen, ob die PADs auf den neuen Karten schon drauf sind oder nicht. Einige sagen, dass sie eine neue Karte im Dezember gekauft haben ohne neues BIOS/Thermalpad, andere haben aber schon Karten mit PADs und neuem BIOS bekommen.
Soweit ich aber gelesen habe, ist EVGA mit diesem Problem nicht alleine, auch andere Anbieter (Zotac/Gainward) hatten damit Probleme.
Ich kann die Karte trotzdem empfehlen, ist schnell und leise. Durch die Pads sind die Temperaturen auch sehr gut.
hatte überlegt mir die 1070 FTW zu kaufen und bin jetzt aber auf dieses problem hier gestoßen.. . was sagen besitzer dieser grafikkarte? kaufen oder lieber eine andere ? sind in den neueren dann schon die Pads verbaut?
Bei ACX 3.0/SC darauf achten, dass das Kabel vom LED Anschluss nicht den hinteren Lüfter blockiert. Bei mir hatte es sich so gelegt, dass der nicht drehen konnte.
Meine waren am Mittwoch im Briefkasten, den Mod habe ich allerdings erst heute durchgeführt. Meine GPU Temp ist gleich geblieben, obwohl nun ja der Sockel durch die Verbindung zur Backplate wärmer sein sollte. Weiteres lässt sich ja leider ohne Weiteres nicht messen. Neue Pads für VRams lagen auch bei, nur die beiliegende WLP habe ich nicht genutzt. Hab dann lieber meine Arctic genommen.