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  • Test: Samsung Galaxy Tab - 7-Zoll-Tablet-PC mit Telefonfunktion

    Mit dem Ipad hat Apple dem Segment der Tablet-PCs massenmarkttaugliches Leben eingehaucht. Einen der vielversprechendsten Herausforderer im Kampf um die Tablet-PC-Krone ist das Samsung Galaxy Tab. Wir haben für Sie das Gerät in den Dauerbetrieb geschickt.

    Das Samsung Galaxy Tab ist nach wie vor die Android-Speerspitze auf dem Tablet-PC-Markt. Zwar haben Viewsonic (Viewpad 100) und Toshiba (Folio 100) bereits Geräte auf der IFA 2010 gezeigt, mit dem Galaxy Tab fordert Samsung allerdings Apple als erster Anbieter auf dem Tablet-PC-Markt heraus. Dabei könnten die Ansätze innerhalb der Klasse nicht unterschiedlicher sein. Apple setzt wie gewohnt auf ein geschlossenes System, auf Wunsch und gegen Aufpreis bekommt man zwar mobilen Datentransfer, telefonieren kann man mit dem Ipad allerdings nicht und beim Ipad setzt man auf einen großen 9,7-Zoll-Bildschirm mit IPS-Technik. Samsung hat mit dem Galaxy Tab ein kompakteres 7-Zoll-Gerät mit Telefonfunktion im Angebot - im Feature-Vergleich liegt das Galaxy Tab vom Preis her etwas unter dem Ipad.

    Samsung Galaxy Tab - die Technik
    Das Galaxy Tab von Samsung besitzt einen kapazitiven 7-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 1.024 x 600 Bildpunkten. Entgegen ersten Gerüchten hat Samsung auf die hochgelobte Super-AMOLED-Technologie verzichtet und stattdessen ein Super-TFT-Display verwendet. In einer Presskonferenz hat sich Samsung bereits zu der Entscheidung geäußert, so soll die verwendete Display-Technik fast die gleiche Qualität wie Super AMOLED liefern, dafür aber weniger Leistung aufnehmen und in der Produktion günstiger sein. Auf der IFA konnten wir ein Galaxy Tab mit einem Galaxy S (mit Super AMOLED) vergleichen, der Unterschied ist erkennbar, allerdings liefert die Super-TFT-Technik ebenfalls gute Ergebnisse. A propos gute Ergebnisse, mit 171 ppi hat das Galaxy Tab eine deutlich höhere Pixeldichte als das Ipad mit 132 ppi, somit sind Bilder und Texte bei gleicher Auflösung feiner aufgelöst.

    Die Bildqualität hat darüber hinaus auch den Sofatest bestanden, unser Serienmodell stellt Inhalte ohne Probleme dar und auch feine Texte lassen sich gut lesen. Darüber hinaus ist auch die Qualität bei wechselndem Blickwinkel ansprechend, eine Abnahme der Farbintensität und des Kontrastes ist zwar sichtbar, aber keinesfalls mit "schlechten" TN-Panels vergleichbar. Kurzum: Als Surfpad im Wohnzimmer können auch zwei Personen die Inhalte gut einsehen. Aber auch unterwegs macht das Panel des Galaxy Tab eine gute Figur; es spiegelt zwar ein wenig, aber auch bei Sonnenlicht lassen sich Texte noch lesen - technisch bedingt hat man mit aktuellen Panels immer Probleme bei Sonneneinstrahlung. Konkurrenz gibt es aber aus dem eigenen Haus, denn die Super-AMOLED-Technik ist noch eine Spur besser als beim verwendeten LCD-Display, auch das IPS-Panel des Ipads ist besser.

    Etwas nervig ist die Dimm-Automatik des Galaxy Tab, denn die Bildschirmhelligkeit wird auf Wunsch automatisch angepasst - leider immer ein wenig zu dunkel. Die Automatik kann nicht angepasst werden, so haben wir die Helligkeit im Wohnzimmer-Betrieb manuell eingestellt. Vermutlich wird Samsung die Helligkeitsregelung bei einer der nächsten Firmwareupdates nachbessern. Gleiches gilt übrigens für die automatische Rotation der Bildschirminhalte, hier erscheint uns die Abstimmung etwas zu sensibel und schon bei kleineren Lageänderungen wechselte die Anzeigelage.

    Das Gehäuse des Galaxy Tab besteht aus Plastik, Apple trumpft hingegen mit edlen Metallflächen auf - Geschmackssache. Unser Testexemplar des Galaxy Tabs erweckte zumindest keinen "billigen" Eindruck. Was hingegen sofort auffällt, ist die Tatsache, dass 190 x 120 x 12 Millimeter fast ideal in der Hand liegen und den einhändigen Betrieb ermöglichen. Mit einem Gewicht von 380 Gramm ist man so deutlich kompakter und leichter aufgestellt als Apple mit dem aktuellen Ipad. Am unteren Rand befinden sich vier berührungsempfindliche Knöpfe zur Steuerung, diese funktionieren einwandfrei, wir bevorzugen dennoch Knöpfe mit Gegendruck und echtem Feedback.

    Interessanterweise verwendet Samsung beim Galaxy Tab den gleichen Prozessor, der auch beim Galaxy-S-Smartphone zum Einsatz kommt - einen ARM Cortex-A8 (Hummingbird) mit einer Taktrate von 1 GHz und einer Power-VR-SGX540-GPU. Das Galaxy Tab besitzt 512 MiByte Hauptspeicher und hat wahlweise 16 oder 32 GByte internen Speicher, mit einer microSD-Karte lässt sich er der nochmals auf maximal 32 GByte erweitern. Die Hauptkamera arbeitet mit 3 Megapixeln und kann Videos im 720p-Format aufnehmen, die zweite Kamera für Videotelefonie löst mit 1,3 Megapixel auf. Für Schnappschüsse mag die Hauptkamera noch brauchbar sein, aber im Vergleich mit anderen Handy-Kameras vom Schlage des Iphone 4 ist das Galaxy Tab deutlich unterlegen. Vor allem bei schlechter Beleuchtung sind Bilder schnell verrauscht und trotz LED-Licht eher enttäuschend. Gleiches gilt für Videos, Samsung gibt 30 Fps bei 720p-Aufnahmen an, die Qualität ist aber mit den gleichen Einschränkungen wie im Fotobetrieb behaftet.

    Samsung Galaxy Tab (7) Samsung Galaxy Tab (7) Quelle: PC Games Hardware Als Videoformate stehen MP4/DivX/WMV/H.264/H.263 und als Audio-Formate MP3/WAV/eAAC+/AC3/FLAC zur Verfügung. Trotz der nominell hohen Prozessor-Leistung konnten wir im Betrieb leichte Verzögerungen beim Bildaufbau feststellen, so gab es schon beim Wechseln der Startbildschirme leichte Verzögerungen zu bewundern. So richtig fällt dies aber erst im direkten Vergleich mit dem Smartphone Galaxy S auf, in dem der gleiche Prozessor arbeitet. Wir vermuten hier entweder die höhere Auflösung des Tablet-PCs als Schuldigen oder die Software muss auf die geänderte Bildschirmauflösung im Vergleich zum Galaxy S noch weiter angepasst werden. Über den PDMI-Anschluss hat das Galaxy Tab nicht nur einen vollwertigen USB-Anschluss, sondern er ermöglicht 1080p-Wiedergabe an geeigneten Geräten. Darüber hinaus gibt es Bluetooth 3.0, microSD, HSDPA, WLAN-n, A-GPS und eine vollwertige Telefonfunktion.

    Damit bei der ganzen Technik und dem großen Display der Saft halbwegs lange hält, hat Samsung dem Galaxy S einen 4.000 mAh-Akku spendiert, laut Samsung sind so 7 Stunden Video-Wiedergabe möglich. Dieser ist allerdings fest in das Gerät eingebaut und die Rückseite ist nicht abnehmbar, daher befindet sich auch der SIM- neben dem Kartenslot auf der Seite des Tablets. Die Aufladung des Akkus benötigt rund zwei Stunden - im normalen Video- und Surfbetrieb samt aktiviertem GPS hält die Ladung eines Galaxy Tab einen normalen Arbeitstag, bei maximaler Auslastung und allen aktivierten Zusatzfunktionen kann die Betriebsdauer aber auch auf geringe vier Stunden sinken. Wer die verschiedenen Funktionen des Geräts besonnen einsetzt und an den tatsächlichen Bedarf anpasst, kann durchaus auch 10 Stunden und mehr mit dem Galaxy Tab arbeiten - im Stand-by-Betrieb, bei deaktivierten Diensten wie WLAN oder GPS sind auch zwei Tage und mehr möglich.

    Samsung Galaxy Tab - die Praxis
    Schon nach dem Einschalten erstrahlt Android in der aktuellen 2.2-Version. Allerdings nicht "nativ", sondern mit der angepassten Touchwiz-Oberfläche von Samsung, ebenfalls Geschmackssache. Samsung hat darüber hinaus bereits ein Update auf Android 3.0 (Gingerbread) bestätigt. Mit dem Readers Hub hat Samsung noch eine Software-Erweiterung im Angebot, dieser Samsung-Dienst bietet zum Start eine Auswahl an Tageszeitungen, Büchern und Magazinen; hier kann man im Laufe der Zeit kostenlose und kostenpflichtige Inhalte erwarten. In Sachen Zubehör bietet Samsung eine Docking-Station samt hochwertiger Tastatur und eine herkömmliche Docking-Station an.

    Mit dem Galaxy Tab hat man unter anderem Zugriff auf den Android Market, hier stehen nahezu alle Apps zum Download bereit. Bei manchen merkt man allerdings, dass eine Anpassung an die höhere Auflösung des Tablet-PCs noch fehlt, manche Apps haben daher beispielsweise schwarze Balken und nutzen nicht die gesamte Auflösung. Zm Zuge kommender Android-Versionen werden aber vermutlich alle Apps an verschiedene Auflösungen abgepasst. Jedoch sind Apps, die den Navigations-"Ball" der Smartphones benötigen, auf den Tablet-PC lauffähig.

    Die Sache mit dem Telefonieren gestaltet sich übrigens leichter und weniger peinlich als zuerst angenommen, Samsung verzichtet nämlich auf eine Funktionalität wie beim Telefon und bietet nur eine Freisprechfunktion an. Der Anblick von Galaxy Tab-Besitzern mit dem 7-Zoll-Gerät am Ohr bleibt uns daher leider erspart. Alternativ ist natürlich ein Bluetooth-Headset die Telefonoption Nummer eins - es wird Bluetooth 3.0 unterstützt.

    Fazit: Samsung Galaxy Tab - das Beste zum Schluss
    Samsung Galaxy Tab (4) Samsung Galaxy Tab (4) Quelle: PC Games Hardware Das Galaxy Tab (16 GiByte) kostet im freien Handel rund 650 Euro (Preisvergleich), das Ipad von Apple ca. 570 Euro in der kleinsten 3G-Version; hier muss man dann allerdings auf eine Kamera und Telefonfunktionen verzichten. Bei Vodafone gibt es das Galaxy Tab auch zusammen mit einer Datenflatrate für rund 300 Euro, allerdings ist das Angebot mit einem 24-Monats-Vertrag gekoppelt und kostet monatlich rund 40 Euro. Bei O2 bekommt man das Gerät für rund 100 Euro, dazu kommen Monatsraten in Höhe von 27,50 Euro. Dafür hat man zwar keine Vertragsbindung, aber eben auch keine Daten-Option.

    Zum Vergleich: Das günstigste Ipad mit WLAN ist schon für unter 500 Euro zu haben. Aber in diesem Fall muss man auf Flash verzichten und ist Itunes ausgeliefert. Ebenfalls Geschmackssache, mit Android hat man in jeder Hinsicht das offenere Betriebssystem. Grundsätzlich lässt sich zum Samsung Galaxy Tab sagen, dass es funktioniert. Soll heißen, es fällt kaum auf im Betrieb und das ist gut so. Auch die Abmessungen sind wesentlich kompakter, das Gerät passt sogar halbwegs in eine große Jackentasche. Wer noch kein Smartphone im Einsatz hat, der ist mit dem Galaxy Tab bestens bedient. Hat man allerdings schon ein Android-Handy wie beispielsweise das Galaxy S im Einsatz, sollte man sich den Kauf genau überlegen. Bilder gehen mit dem Smartphone leichter von der Hand und auch Telefonieren macht mit einem kleineren Handy einfach mehr Spaß. Darüber hinaus kann man beim Ipad Geld sparen, wenn man sich nur auf den WLAN-Betrieb konzentriert.

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    Es gibt 5 Kommentare zum Artikel
    Von PEG96
    Der Plastikbomber nokia 5800 besteht auch aus hi-tech Kunststoff.Jedes Plastik is wenn man es so sehen will Hi-tech…
    Von harzerpower
    Also, einen hochwertigen Hi-Tech Kunststoff als "Plastik" zu bezeichnen, ist leider eine glatte 6 !! Sorry!! Es fehlt…
    Von Jever_Pilsener
    Bei eBay gibt es auch knapp verfügbare Hardware, habe daher die R5870 Lightning, die zum Kaufzeitpunkt fast nirgends…
    Von Superwip
    Wenn man sich ansieht, was zur Zeit für Micro SD Karten Verfügbar sind um 32GB
    Von orange619
    Lässt sich der Speicher auf 32GB erweitern oder um 32GB?
      • Von PEG96 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von harzerpower
        Also, einen hochwertigen Hi-Tech Kunststoff als "Plastik" zu bezeichnen, ist leider eine glatte 6 !! Sorry!!
        Der Plastikbomber nokia 5800 besteht auch aus hi-tech Kunststoff.
        Jedes Plastik is wenn man es so sehen will Hi-tech.
        Die Telefon Funktion is wie ich finde sinnlos wer hält sich so nen klotz ans ohr?
        Sonst is es ganz in ordnung
      • Von harzerpower Schraubenverwechsler(in)
        Also, einen hochwertigen Hi-Tech Kunststoff als "Plastik" zu bezeichnen, ist leider eine glatte 6 !! Sorry!!

        Es fehlt darüber hinaus darauf hinzuweisen, das ein iPad 16 GB WiFi die Nutzung von GPS komplett ausschließt. Das ist mobil mit WiFi definitiv nicht möglich, sondern erst beim 100,00 EUR teuren iPad 16 GB WiFi + 3G Modell!

        Der letzte Satz des Fazits zum preiswertesten iPad 16 GB WiFi hätte auf jeden Fall beinhalten müssen, das dieses nur sehr eingeschränkt zu Hause bzw. dort, wo WiFi verfügbar ist, auch verwendet werden kann.

        Ein mobiles Gerät ist das verglichene iPad WiFi 16 GB also überhaupt nicht, wenn man Mobilität richtig interpretiert! Und dafür ist das iPad 16 GB WiFi viel zu teuer!
      • Von Jever_Pilsener Software-Overclocker(in)
        Bei eBay gibt es auch knapp verfügbare Hardware, habe daher die R5870 Lightning, die zum Kaufzeitpunkt fast nirgends zu haben war.
        32GB Class 10 gibt es, allerdings ist das nicht ganz billig. Werde ich aber trotzdem kaufen, Class 2 will ich nicht.
      • Von Superwip Lötkolbengott/-göttin
        Wenn man sich ansieht, was zur Zeit für Micro SD Karten Verfügbar sind um 32GB
      • Von orange619 Freizeitschrauber(in)
        Lässt sich der Speicher auf 32GB erweitern oder um 32GB?
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Mit dem Ipad hat Apple dem Segment der Tablet-PCs massenmarkttaugliches Leben eingehaucht. Einen der vielversprechendsten Herausforderer im Kampf um die Tablet-PC-Krone ist das Samsung Galaxy Tab. Wir haben für Sie das Gerät in den Dauerbetrieb geschickt.
http://www.pcgameshardware.de/Notebook_Laptop-Hardware-201330/Tests/Tablet-PC-Boom-795423/
27.10.2010
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2010/10/Samsung-Galaxy-Tab__1_.JPG
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