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  • Pinguine im Schwabenländle: PCGH zu Gast bei Tuxedo Computers
    Quelle: PC Games Hardware

    Pinguine im Schwabenländle: PCGH zu Gast bei Tuxedo Computers

    Viele schrecken vor der Verwendung von Linux im Alltag wegen Kompatibilitätsproblemen mit der Hardware zurück. Nicht so die Spezialisten von Tuxedo Computers, die im beschaulichen Königsbrunn maßgeschneiderte Laptops und Desktop-PCs fertigen. Von Haus aus funktionieren diese ohne Probleme mit dem Open-Source-Betriebssystem. PC Games Hardware hat sich am eigens dafür ausgerufenen Assembling-Day das neue InfinityBook 13 Pro genauer angeschaut.

    Unweit der Stadt Augsburg, mitten im schwäbischen Nichts, sticht ein Gebäude im Gewerbegebiet hervor. Viel Holz und Glas formen hier ein großes, einladendes Gebäude und setzt so den Firmensitz von Tuxedo Computers deutlich von den langweiligen Flachdächern der benachbarten Büros ab. Seit 2013 werden hier im Schwabenländle Computer hergestellt, die auf das freie Betriebssystem Linux optimiert werden. Problemlos soll man so sein Notebook ohne Umwege durch eine Google-Suchanfrage nutzen können. Anschalten und loslegen.

    Pinguine im Schwabenländle: Aus Begeisterung wurde Business

    Ursprünglich angefangen hat aber alles vor 13 Jahren, als Onlinehändler für Merchandise und Fachliteratur, im knapp 250 Kilometer entfernten Bayreuth. Zunächst als Wegweiser für Linux-Einsteiger gedacht, entwickelte sich aus einer Hilfestellung unter Gleichgesinnten schon bald ein Hardwareversand. Bereits 2006 wurden die ersten Desktop-PCs in das Sortiment aufgenommen, 2011 kamen Notebooks dazu und seit vier Jahren ist das Schwabenland die neue Heimat für individuell angepasste Software-Hardware-Lösungen im Linux-Bereich. Maßarbeit hat man sich deshalb auch auf die Fahnen geschrieben, denn Tuxedo steht im Englischen für einen maßgefertigten feinen Anzug, den übrigens keiner im Hause trägt. Zufälligerweise heißt das Maskottchen des Linux-Kernels Tux und ist ein biologischer Frackträger, ein Pinguin. Pinguin-Voodoo: Mit einem EFI-Shell wird zunächst das BIOS neu geflasht, damit alles in Zukunft einwandfrei funktioniert. Pinguin-Voodoo: Mit einem EFI-Shell wird zunächst das BIOS neu geflasht, damit alles in Zukunft einwandfrei funktioniert. Quelle: PC Games Hardware Der Umzug aus Bayreuth entwickelte sich aus einem Kunden-Lieferanten-Verhältnis zur Tronic-5-Holding, die mittlerweile auch die Muttergesellschaft der Linux-Enthusiasten bildet. Neben dem idyllischen Königsbrunn, wo hauptsächlich die Fertigung von Desktop-PCs, der Support und die Software-Entwicklung vorangetrieben werden, gibt es noch den Fertigungsstandort Leipzig. Dieser ist hauptsächlich für die Laptopassemblierung verantwortlich und so produziert Tuxedo Computers insgesamt circa 10.000 Geräte pro Jahr, bei einem Verhältnis von Desktop- zu Laptop-PCs von eins zu acht. "Tendenz stark steigend, mit jeder neuen Windows-Version," witzelt Geschäftsführer Herbert Feiler und liefert auch gleich die Antwort vieler Nutzer für den Umstieg zu Linux. "Ob man nun eine neue Windows-Oberfläche bekommt oder ein neues Betriebssystem, ist vielen Nutzern dann einfach egal."

    Pinguine im Schwabenländle: Die technischen Finessen

    Natürlich fertigten wir in Königsbrunn kein InfinityBook 13 Pro von der Pike auf, sondern es wurden nur einzelne Bauteile am Assembling-Day montiert. Das Grundgerüst des Ultrabooks macht durch das Aluminiumgehäuse einen hochwertigen Eindruck und die maximale Gehäusedicke von nur 1,8 cm lässt kein Platz für ein klobiges und schweres optisches Laufwerk. Verbaut wurde in dem silberschimmernden Notebook ein Intel i7-7500U, der mit zwei Prozessorkernen bei 2,7 GHz für ordentliche Leistung in diesem Formfaktor sorgt. Dass in so einem schmalen und leichten Rechenzwerg keine dezidierte Grafikkarte verbaut werden kann, sollte jedem klar sein: Bilder berechnet der integrierte HD-620-Grafikchip. Je nach Geldbeutel kann man aber die Basisversion - die es für 1.100 Euro gibt - natürlich noch weiter aufstocken und so aus dem Winzling ein echtes Speicherkraftpaket machen. Bis zu 32 GiByte DDR4-RAM, bis zu vier TByte SDD-Speicher und bis zu weiteren 4 TByte, verpackt in einer M.2-SSD, sind möglich: Nie wieder Probleme beim Sichern der eigenen Daten.

    Was das InfinityBook aber besonders macht, sind die unzähligen Anschlussmöglichkeiten für unterschiedlichste Gerätetypen: ein USB-Typ-C (3.1 Gen2) mit Thunderbolt 3, zwei normale USB 3.0-Anschlüsse, ein Mini-Displayport, HDMI, eine Netzwerkbuchse, ein Kartenleser und natürlich Klinkenbuchsen für Mikrofon und Kopfhörer.

    Pinguine im Schwabenländle: Schreckgespenst Installation

    Nachdem wir dem Korpus RAM-Riegel, WLAN-Modul und M.2-SSD verpasst haben, kommt der Teil, der viele potenzielle Nutzer abschreckt - die Installation von Linux. Damit alles wie aus einem Guss funktioniert, müssen wir zunächst das BIOS über einige Befehle anpassen. Denn dank der Software-Entwicklung im Hause Tuxedo wurde die Anpassung an die Hardware automatisiert: Ein mit Linux-Voodoo versehener, angeschlossener USB-Stick rattert Skripte ab und generiert ein Linux-Derivat, maßgeschneidert auf unser Notebook. Somit ist die Installation prinzipiell mit wenigen Handgriffen erledigt. Tuxedo Computers möchte dem Nutzer die Problematik der Installation abnehmen und die Erfahrung mit der Hardware in Kombination mit dem freien Betriebssystem erleichtern. Das Tuxedo Control Center, das sich gerade in der Entwicklung befindet, übernimmt hier maßgebliche Eigenschaften im Bereich der Energieverwaltung.

    Pinguine im Schwabenländle: Ein Hauch von Silicon Valley

    Während des ganzen Tages merkt man eins: In Königsbrunn herrscht dieser Garagen-Silicon-Valley-Hauch. Allein das Gebäude erinnert schon mit den vielen großen Glasflächen, in Kombination mit den sich dunkel abhebenden Holzbalken, an ein norwegisches Hotel. Im Inneren lief man überall auf Teppich, manche Zimmer ließen den Blick auf einen kleinen Garten mit Flüsschen und Teich zu und Großraumbüros waren nicht existent: Hier sollte man sich bei der Arbeit wohlfühlen. In jedem Fall war der Besuch bei Tuxedo Computers beeindruckend. Aus purem Enthusiasmus entstanden, um Hilfe für Gleichgesinnte liefern zu können, entwickelte sich eine Firma, die ähnliche Aufgaben wie Apple oder Microsoft übernimmt.

      • Von Hauersumpfler Komplett-PC-Käufer(in)
        Weiß nicht, was du mir damit sagen möchtest - aber "Schwabenländle" impliziert für mich keineswegs BW. Augsburg ist auch die Hauptstadt des entsprechenden Regierungsbezirks, das ändert aber nichts daran das Kultur- und Sprachgewohnheiten der Stadt vom Regierungsbezirk stark abweichen.
      • Von pedi Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Hauersumpfler
        Doch, würde er. Ich bin von dort. Und das einzig wahre Schwabenländle ist unseres und nicht dieser Baden-Württembergische Abklatsch. Tatsächlich findest du das aber mehr im Landkreis Augsburgs und Restschwaben (und Königsbrunn gehört NICHT zu Augsburg() da die Augsburger genau genommen keine Schwaben, sondern Augsburger sind - die sprechen völlig anders als auf dem Landkreis. Und ja, wir sprechen typisch schwäbisch im Landkreis, nur etwas anders als die BWler. Für mich als Gebürtiger dieser Region stimmt das so.
        augsburg ist die hauptstadt des regierungsbezirkes schwaben, und ist in bayern, auch wenn der bergriff "schwabenländle" BW impliziert.
      • Von VikingGe Freizeitschrauber(in)
        Zitat
        Sehr schön zu sehen das es auch Komplett-PCs mit Linux gibt aber 1100€ für die Basisversion ist viel zu viel

        Für hochwertige (Business-)Notebooks zahlt man anderswo aber auch ordentlich Kohle. Mein Elitebook 725 G2 hat damals in der Basiskonfiguration ~1000€ gekostet, die Intel-Variante war IIRC nochmal über 100€ teurer. Standardmäßig aber nur mit 1x4GB RAM, ein zweiter RAM-Riegel war also Pflicht.

        Wenn ich mal das Tuxedo InfinityBook Pro 13 als Vergleichsobjekt heranziehe und eine Windows-Lizenz hinzufüge, die bei dem HP-Gerät bereits dabei war, komme ich auf etwas mehr als 1200€. Dafür bietet es 8GB RAM von Haus aus, ein wahrscheinlich deutlich besseres Display, und eben garantierten Linux-Support. Und das, obwohl man bei Tuxedo meint, die hoffnungslos überteuerten mobilen i7-CPUs verbauen zu müssen. Klar, billig sind die Dinger nicht, aber den Rahmen sprengen sie mit den Preisen meiner Meinung nach auch nicht.
      • Von Terracresta Freizeitschrauber(in)
        Angst vor der Linux Installation? Wirklich?
        Hab Suse, Debian, Mint usw. ohne wirkliche Vorkenntnisse installiert, und die Installationen liefen alle recht problemlos. Grad Mint ist so einfach zu installieren, dass ich mir auch beim alten Lappy um Treiber oder dergleichen keine Gedanken machen musste. Nutze Linux Mint von nem USB-Stick rein fürs Online-Banking etc. und der Stick funktioniert tadellos an all meinen Rechnern/Laptops.
      • Von DKK007 Moderator
        Dort hat man eben die Garantie, das alles läuft und zahlt eben auch den Support.
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Pinguine im Schwabenländle: PCGH zu Gast bei Tuxedo Computers
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http://www.pcgameshardware.de/Notebook_Laptop-Hardware-201330/Specials/Zu-Gast-bei-Tuxedo-Computers-1227941/
16.05.2017
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2017/05/Tuxedo-Besuch-19--pcgh_b2teaser_169.png
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