Apple Ipad als mobile Spielekonsole: Ungewöhnlicher Erfahrungsbericht eines Users

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Apple Ipad als mobile Spielekonsole: Ungewöhnlicher Erfahrungsbericht eines Users

Thilo Bayer Google+
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19.06.2010 18:00 Uhr
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Das Ipad ist nun auch in Deutschland angekommen. Doch wie überzeugt das Apple-Gerät im alltäglichen Praxistest? Ein ungewöhnlicher Erfahrungsbericht von PCGHX-User Singler klärt spannende Fragen.

Den Erfahrungsbericht von PCGHX-User Singler finden Sie im Folgenden in voller Länge: Ungekürzt und unplugged. Gewürzt wird der Erfahrungsbericht von vielen Screenshots, unter anderem zu Spielen, Webseiten und Apps. Danke an Singler für das Tagebuch.

PCGHX-User Singler testet das Apple Ipad PCGHX-User Singler testet das Apple Ipad [Quelle: Apple]

Viel wurde über das iPad ge- und beschrieben. Die Haptik (also, wie es sich „anfasst“), das Gewicht, was man damit alles machen kann und auch wieder nicht, dass Apple böse und die Konkurrenz bestimmt alles sehr viel besser macht und und und. Besonders in den Foren tobt ein Krieg zwischen den iPad-Besitzern bzw. – Sympathisanten und jenen, die zwar kein iPad, dafür aber eine Meinung haben, die manchmal auf gefährlichem Halbwissen, Vorurteilen oder schlichter Abneigung gegen alles von Apple fußt.

Ich hab nun mein iPad seit knapp über einer Woche, hab vieles ausprobiert, angetestet, im Alltag eingesetzt und viel Unsinn mit angestellt. Daher folgt nun ein kleiner Erfahrungsbericht.

1. Das iPad ist teuer …
Das iPad gibt es momentan in sechs unterschiedlichen Varianten. Einmal als reine WLan/Wifi-Kiste mit Speichergrößen von 16, 32 und 64 GB und dann noch mal das Gleiche mit zusätzlicher 3G-Funktion, damit man auch von unterwegs und fernab jeglichen heimischen Wlan-Routers Online unterwegs sein kann. Die Preise liegen zwischen 499 und 799 Euro. Viel Kohle, dafür muss Mutti lange für Häkeln.

Blöd nur, dass man für das iPad noch einiges an Zusatz-Zeugs braucht, um einigermaßen beruhigt durchs Leben zu wandeln. Separates 10-Watt-Netzteil (damit der Akku schneller voll wird), Transport-Etui (man will ja keine Kratzer etc.) und eine schicke Dockingstation: Noch mal über 90€ verprasst…

Die erste große Ernüchterung erfährt man daheim. Das mit dem Akkuaufladen ging auch schon mal einfacher. Einfach iPad an den PC und dort aufladen, geht nämlich nicht. Die Datenflunder zieht deutlich mehr Strom aus dem USB-Port. als dieser liefern kann, also wird das nix mit dem gleichzeitigen Synchronisieren und Aufladen des Pads. Es gibt zwar Hersteller, deren Boards über eine spezielle USB-Schnittstelle mit höherer Stromversorgung verfügen – aber man kennt ja das Spielchen: Man hat grundsätzlich ein anderes im eigenen PC stecken.

browser pcgh 1 browser pcgh 1 [Quelle: Singler] Also heißt es, für Synchronisations-Aktionen das USB-Kabel in den PC und zum Aufladen in den Stromadapter, der unter und hinter dem Tisch in einer Mehrfachsteckdose wartet, zu wechseln. Aber Preußen sind ja nicht dämlich: USB-Verlängerungskabel für 2,50 € gekauft und vergessen ist die Hinter-den-Tisch-Krabbel-Aktion.

Ein zweiter Punkt, der die Preisschraube des iPads anziehen lässt, sind die Apps. Diese kleinen Programme bieten allerlei sinnvolle wie sinnlose Inhalte und sind zuweilen in der Lage, das alltägliche Leben ein wenig zu vereinfachten. Grob kann man sagen, das Apps nichts anderes sind wie Programme, wie man sie auch auf Windows-PCs, dem Mac oder einem Linux-Rechner finden KÖNNTE, aber niemals finden wird. Wieso? Gute Frage. Lasst es mich mal so formulieren. Man nehme ein Kochbuch-Programm für 5€. Als PCler frag ich mich da zurecht: Wieso dafür Geld ausgeben? Gibt’s doch als Buch – und außerdem hab ich keinen Bock, mir in der Küche einen Rechner /Laptop hinzustellen. Als App auf einem mobilen Gerät ist es anders. Man schaut sich die Rezepte an, findet was Nettes, geht fix in den Supermarkt, kauft anhand der Angaben der App ein, geht nach Hause, stellt das iPad neben (NEBEN!!!) die Kochplatte und legt los. Ohne Ausdrucken von seitenlangen Rezeptlisten, ohne alles.

Und es gibt unzählige Apps… für jeden Geschmack, jede Aufgabe, jede Anwendungsmöglichkeiten mindestens etliche. Und die Preisspanne zieht sich von kostenlos bis ca. 20-30€. Es gibt zwar auch teurere, aber das sind dann meist richtig spezialisierte Sachen wie Navigationstools (wie Tom Tom) usw.

Und genau da ist der Knackpunkt. Die meisten Apps kosten wie gesagt zwischen 79 Cent und 10 Euro. Nicht viel, also kauft man mal hier, mal dort – tut ja nicht weh, 79 Cent lassen sich verschmerzen. Doch es kommt auf die Masse an ;) Schnell hat man 30-40 neue Apps auf dem iPad – und nicht alle werden kostenlos gewesen sein. Ich hab den Fehler gemacht und hab für 40€ knapp 25 Apps gekauft. Andererseits: Mit denen werde ich länger beschäftigt sein und wahrscheinlich mehr „Nutzen“ ziehen können, als aus einem Game, dass 50€ kostet und mir nach 5 Stunden einen wenig inspirierten Abspann präsentiert.

2. Wieso hab ich es mir eigentlich gekauft?
Gute Frage. Eigentlich stand ich bei MM und wollte mir für die WM einen klitzekleinen, mobilen DVB-T-Fernseher fürs heimliche WM-Kucken im Büro zulegen. Dann stand ich plötzlich in der Apple-Abteilung des Elektrohändlers, wo sich die iPads halb bis zur Decke stapelten. Kurz rein gegriffen: Die Verpackung ist schon mal schick. „So weiß mit bunt… und eckig! Und das lustige Preisschildchen mit der hohen Preisangabe, hahaha.“, dachte ich so und wollte das gute Stück wieder zurücklegen, nur war da nix, worauf ich die Packung hätte legen sollen. Die geschätzten 100 iPads waren nämlich weg, „PUFF“ könnte man sagen, alle vergriffen. Und da ich eigentlich seit der ersten Vorstellung des iPads eine gewisse „Habenwill“-Einstellung hatte, hab ich es mir eben gekauft.

3. Das iPad hat kein USB, kein Flash, hallo Webcam und was macht der Akku?
Einer der Punkte, der mich im Vorfeld am iPad hat zweifeln lassen, war Steve Jobs vollmundige Ankündigung, auf Flash zu verzichten. „Unsicher, zu ressourcenhungrig, schmeckt nicht genug nach Banane“ waren einige der Gründe, die genannt wurden. OMG! Youtube und die ganzen Porn… ich meine die tollen Trailer zu noch tolleren Games wären doch damit eigentlich nicht erreichbar. Wie soll das gehen?

Irgendwie scheint es zu funktionieren, denn alle neueren Videos, die auf Youtube, PCGames und anderen Magazinen präsentiert werden, werden problemlos auf dem iPad abgespielt. Sogar in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität. Einzig flashbasierte Spielereien und Menüführungen, wie die von mir innig geliebte ARD/ZDF-Mediathek, lassen sich leider nicht damit wiedergeben. Nervt auf der einen Seite gewaltig, auf der anderen Seite besteht zumindest die Hoffnung, das Apple irgendwann einlenkt, Adobe ein sichereres und weniger ressourcenhungriges Flash und/oder ARD und Co für das iPad eine besondere Seite baut oder gleiche eine App raushaut. Möglich ist davon alles, nur wann das umgesetzt werden wird und/oder kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Außerdem verfügt das iPad über keine Schnittstellen! Kein USB, kein Cardreader, kein nix. MÄH! Wie soll man da Daten raufbringen oder runterholen? Ja, wäre echt viel einfacher, eine Platte oder einen USB-Stick an das iPad anzuschließen und dann auf Teufel komm raus Daten hin- und herjagen zu lassen. Geht aber nicht… zumindest nicht auf diesem Weg.

Daten, seien es Filme, PDFs oder andere Formate, lassen sich aber recht einfach und komfortabel mit iTunes auf das iPad bringen, besser noch: es geht ohne Umwandlung, ohne große Vorsicht auf unterstütze Formate oder sonstige Vorgaben. Hier greift einfach die simple Aussage: Aufs App kommt‘s an.

Bestimmte Apps verfügen nämlich über eine Dateifreigabe-Funktion. Damit räumen sie quasi einen Teil des iPad-Speicherplatzes für die von ihnen anzuzeigenden Dateien frei. Beispiel yxplayer, eine mit 79 Cent kostengünstige App, die es mir erlaubt, zahlreiche Filmformate wiedergeben zu können. Unter APPS im iTunes einfach unter Datenfreigabe die jeweilige Datei per Drag&Drop einfügen – Fertig.

Das gleiche gilt für unzählige andere Formate: ePub, RTF, cbr, cbz. Wenn man die richtige App findet (von denen die etliche entweder kostenlos oder wenige Cent kosten) und installiert, kann man praktisch alles anzeigen lassen. Hochladen kann man sowieso alles. Selbst Exe-Dateien und komplette Isos. Damit ließe sich dann das iPad auch als Dateitransport-System nutzen – wenn auch recht umständlich.

Wieso dann aber kein USB? Da hab ich auch gegrübelt und mir kam letztlich nur eine, wenn auch sehr einleuchtende, Vermutung: Energie! USB benötigt Energie, der Stick am USB-Port braucht Energie. Das iPad ist aber dank des Displays nicht gerade ein Energiewunder. Zwar werden 10 Stunden Akkulaufzeit angegeben, allerdings ist das eher wenig glaubwürdig. Nach ein paar Stunden Spielen oder Videogucken – selbst beim Lesen! – wird der Akku massiv ausgelutscht. Nach 5-6 Stunden ist dann meist Schicht im Schacht. Also heißt es, Display dimmen oder gleich komplett aus (dann kann man den iPad nur noch als iPod nutzen). Damit lassen sich noch ein paar Stunden heraus kitzeln. Mit USB oder Kartenlesern wäre das aber kaum möglich. Das Akku wäre ständig schnell leer und das Geschrei wäre wieder groß. Also hat man es wohl gleich weggelassen – ich kann zumindest damit leben.

Was mich persönlich aber am meisten nervt, ist die fehlende Webcam! Da hat man schon Skype und Co auf dem Ding und dann darf man nur tippeln oder quasseln. Klar, eine Webcam frisst auch Energie, aber das hätte man ruhig noch einbauen können – am besten natürlich gleich zwei davon. Eine in meine Richtung, um meinem Gegenüber mit meinem Gesicht zu ärgern und dann natürlich eine Kamera auf der Rückseite, um Fotos oder Videos machen zu können. Nee, ist aber nicht.

   
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4. Wozu brauch ich das Ding eigentlich?
app meinprospekt.de app meinprospekt.de [Quelle: Singler] Ich mag intelligente Fragen ;) Tja, wozu eigentlich? Ich hab einen recht brauchbaren Spiele-PC, einen iPod, zwei Notebooks und anderen Krimskrams zuhause. Nur ein Handy, das hab ich nicht – Motto: Nur Laufburschen müssen ständig erreichbar sein. Der Witz ist, seitdem ich das iPad hab, benutze ich das Notebook nicht mehr, um unterwegs online zu sein oder zu arbeiten. Wozu auch? Das Ding wiegt etliche Kilo, ist unhandlich und die Mausführung via Touchfeld hat mich schon immer genervt. Selbst der PC ist jetzt ein wenig verwaist. Es macht einfach mehr Laune, von der Couch aus zu surfen, während im TV Blödsinn oder Fußball (oder fußballerischer Blödsinn ) läuft. Dank der allgegenwärtigen Apps gibt es auch Multiprotokoll-Messenger, die ICQ, MSN und dergleichen verstehen.

Außerdem: Ich lese gerne! Alle paar Wochen latsche ich zu Hugendubel und Thalia und schau mich dort um. Meist fallen 4-5 Bücher an, die dann im Laufe der kommenden Tage weggelesen werden. Und Bücher sind schwer, dick und ab einer bestimmten Dicke auch unhandlich. Mit dem iPad lesen die sich aber seltsamerweise recht komfortabel – im Vorfeld war ich nämlich auch recht skeptisch. Aber Pustekuchen, es hat mir unheimlich Spaß gemacht, im Bett ein Buch zu lesen, ohne mich so zu positionieren, damit auch ja genug Licht aufs Blatt kommt. Licht aus, iPad an und schon ist‘s egal, wie ich mich lege. Und seien wir mal ehrlich – Bücher gibt’s im Netz etliche zu finden.

Aber das lustige kleine Gadget von Apple kann noch viel mehr – App sei Dank. So kann ich über Teamviewer meinen PC fernsteuern, mit einer Remote-App von der Couch aus den VLC fernsteuern, mir den Stadtplan und die Ubahnkarten von Berlin anzeigen lassen (als Berliner oft recht praktisch). Alles Spielereien zwar, aber dennoch fragt man sich nach einiger Zeit, wie man jemals ohne auskam – jeglichem Versuch hinsichtlich Objektivität zum Trotz.

5. Lalalala, Musike oder iPod-Funktion, watt nervst du mich!
ipad ipod album ipad ipod album [Quelle: Singler] Das iPad hat eine App mit dem vielversprechenden Namen iPod. Was sich da wohl hinter verbirgt? Richtig, eine Tütensuppen-Rezeptsammlung für harnwegskranke Hausdackel!

Nein, natürlich ist dahinter die „Musikabteilung“ des iPads versteckt. Doch – oh weh – irgendwie kommt da keine wirkliche Stimmung auf. Denn eines der tollsten Features, der Cover Flow, fehlt gänzlich. Stattdessen eine lange Liste der Cover untereinander. Richtig tragisch ist das nun nicht, denn wer mehr als 100 Alben auf einem iPod bzw in iTunes hatte, weiß, dass der Cover Flow irgendwann nervte, weil man irgendwann nur noch Bildfetzen an sich vorbeifliegen sah und man kaum richtig navigieren konnte . Also hat man meist auf eine andere Ansicht gewechselt. ABER ES WAR EBEN EIN VERDAMMTES ANGEBER-FEATURE. „Hey, schau mal!“ – ratter – „Ui, so bunt“. Nix ist damit auf dem iPad.

Schlimmer hingegen ist, dass die Alben-Sortierung auf dem iPad – ehrlich gesagt – Grütze ist. Bislang bin ich dank (richtigem) iPod und iTunes daran gewöhnt, dass mir die Alben nach dem Interpreten angezeigt wird – sprich: Alle Metallica-Alben hintereinander in alphabetischer Reihenfolge. Gibt’s nicht mehr beim iPad. Da werden die Alben an sich alphabetisch sortiert. Chaos ist vorprogrammiert. Es gibt zwar noch eine Interpreten-Anzeige, die entspricht aber eher einer Album-Interpreten-Sortierung – was noch nerviger ist.

6. Games auf dem iPad
game dungeon hunter 2 game dungeon hunter 2 [Quelle: Singler] game pocketlegends 2 game pocketlegends 2 [Quelle: Singler] Ich bin Gamer, durch und durch – auch noch mit 37. Ich habe einen einigermaßen dicken Rechner, eine Xbox360, eine PSP, früher auch mal einen DS… mein Hobby ist eindeutig geprägt. Wozu also ein iPad? Der PC kann doch alles viel besser, die Konsole ebenso und unterwegs daddeln… seien wir doch ehrlich, das ist bekloppt.

Japp, ist es – aber es macht Spaß und lenkt von all den Gesichtszombies ab, die mit mehr oder minder guter Laune den Schlaf bekämpfen und vor sich hin grummeln. Doch taugt das iPad als Spielekiste oder verliert sie gegen PSP und Co?

Um es deutlich zu sagen: Für mich ist im Grunde das iPad

DIE FAST PERFEKTE MOBILE SPIELKONSOLE!

denn sie vereint viele Vorteile in sich:
- Großes Display
- onlinefähig (es gibt bereits ein MMO auf dem iPad!)
- leistungsstarke Technik (bislang ruckelt bei mir nix)
- riesige Auswahl an Games (das iPad kann auch problemlos die iPhone-Sachen abspielen)
- liegt gut in der Hand
- zukunftssicher
- günstige Spiele
- viele Indy-Spiele
- Homebrew ist möglich

Nachteile sind hingegen:
- spiegelndes Display (schlecht für draußen)
- keine Steuerungselemente (Steuerkreuz, Buttons) als Hardware
- teurer Grundpreis

Doch wieso eigentlich? Nun, das ist – für mich zumindest - daran zu erkennen, dass die Spiele simpel aufgebaut sind. Und damit meine ich nicht simpel im Sinne von einfach gestrickt und ohne Anspruch, sondern auf das Wesentliche beschränkt: Spaß haben.

game flightcontrolhd 3 game flightcontrolhd 3 [Quelle: Singler] Nehmen wir mal das „simple“ Flight Control HD als Beispiel. Relativ kleine Landkarte, ein paar Landemöglichkeiten für Flugzeuge, Wasserflugzeuge und Helikopter. Die Aufgabe: Die eintreffenden Flugzeuge auf die Landepisten zu bekommen, ohne dass sie gegeneinander stoßen. Klingt simpel, ist aber spielerisch anspruchsvoll und ein Stundenfresser vor dem Herren. Die Steuerung ist dabei so einfach, dass man sich alsbald selbst wundert, wieso es Ähnliches nicht für den PC gibt. Man tippt nämlich einfach das Flugzeug an, „malt“ auf dem Display die Flugroute – fertig. Das Flugzeug folgt der Vorgabe und landet – hoffentlich. Denn nicht jedes Flugzeug ist gleichschnell, also muss man die schnelleren entweder vorziehen oder aber einen längeren Flugweg malen. Doch der Bildschirm wird irgendwann immer voller. Die Flieger kommen sich immer näher – und wenns Bumm macht, fliegt der Finger gleich wieder über das Display, denn nun glaubt man, den Dreh raus zu haben.

Taktisch anspruchsvoller ist hingegen das rundenbasierte Strategiespiel Battle for Wesnoth, dass es für den PC oder Mac kostenlos gibt, im Appstore allerdings nur gegen ca. 4€ zu haben ist. „SKANDAL, FRECHHEIT, WELTUNTERGANG!“ mag man da jetzt rufen… wieso für ein Spiel auf dem iPad Geld ausgeben, wenns für andere Plattformen für lau gibt. Gute Frage, allerdings sind 4 € für so ein umfangreiches Spiel mit locker 30 Stunden Spielzeit nicht wirklich viel und solche Projekte müssen (meiner Meinung nach) gefördert werden. Und dank Multiplayer kann man gegen Spieler aus der ganzen Welt spielen – Wlan und/oder 3G sei’s gedankt.

Der Knaller ist hingegen die Möglichkeit, dank der „modernen“ Technik, immer und ständig im Netz zu sein. Das erlaubt es nun auch zahlreichen Entwicklern, richtige MMOs für das iPad zu schaffen. Allerdings darf man sich hier keine Knaller im Sinne von World of Warcraft oder Runes of Magic vorstellen. Alles ein wenig kleiner, alles ein wenig übersichtlicher, aber der Grundstein ist schon mal gesetzt. Pocket Legends beispielsweise ist ein drolliges F2P-MMO, in dem man mit einen von drei möglichen Klassen die Spielwelt unsicher machen kann. Die Grafik ist für „mobile-Konsolen“-Verhältnisse super – man kann die Kamera frei drehen, zoomen etc. und sich nebenbei in zahlreichen Instanzen mit Mobs und Bossen prügeln. Ganz F2P-typisch kauft man sich für ein paar Euro Ingamewährung ein und kann den Charakter besser ausstatten etc.

Doch auch als Fan von Diablo II und Torchlight bietet mir das iPad eine Möglichkeit. Mit Dungeon Hunter hat man einen netten kleinen Hack’n’Slay-Vertreter mit interessanter Steuerung. Denn auf dem Display wird ein Stick angezeigt, den man mit einem Finger bzw dem Daumen recht einfach bedienen und damit den Helden der Handlung - toter Ex-König, der die zombiehafte und recht widerbortige Ex-Frau platt machen soll – vernünftig steuern kann. Aktionsbuttons gibt’s auch… was will man mehr?

Auf der anderen Seite hat mir das iPad meine „Spielkultur“ komplett über den Haufen geworfen. Ich hab mir vor einigen Tagen noch ein paar Games gekauft, die bei Media-Markt, Amazon oder Steam günstig "abgeschossen" werden konnten – Bioshock 2, Drakensang-DFLZ, Supreme Commander 2, King Arthur – die alle liegen entweder noch verpackt oder nur kurz angespielt auf der Platte rum und werden von mir beflissentlich ignoriert. Selbst mein Lieblingsspiel, das MMO Eve Online, versinkt in eine gewisse spielerische Bedeutungslosigkeit. Skill reinwerfen, fertig.

7. Jailbreak
Man kennt es vom iPhone: Jailbreak, also das Aufbrechen bestimmter Restriktionen. Beim mobilen Telefon war’s die Koppelung zu bestimmten Anbietern. Doch auch beim iPad gibt’s ein Jailbreak. Was sich dahinter versteckt? Nun, im Grunde nichts anderes als ein Tool names Cydia, dass es mir erlaubt, abseits des itunes-/Apps-Stores Programme aufs iPad zu schaufeln.

Wer nun glaubt, damit lustig Raubkopien abspielen zu können, irrt jedoch. Der Jailbreak dient eigentlich nur den Apps als Plattform, weil sie aus irgendwelchen Gründen von Apple abgelehnt wurden. Seien es nun wegen nackter Tatsachen oder schlicht, weil Apple da eine Konkurrenz-Situation sieht oder wenn Funktionen auf das iPad gebracht werden, die eigentlich nicht – aus der Sicht von Apple – auf das iPad gehören.

Der Cydia-„Shop“ (ja, da gibt es auch kostenpflichtige Apps) beinhaltet auch zahlreiche Spiele, für die man aber zuweilen auch Geld abdrücken muss. Meist handelt es sich hierbei aber um Freeware-Spiele bzw. Klone bekannter Games – wie zB Transport Tycoon oder Emulationen a la ScummVM oder MAME.

8. Abschließendes Fazit: iPad
Es mag am Reiz des Neuen liegen, an meinem Alter (37, hust!), oder vielleicht einer lange verdrängten Sehnsucht nach simplen Casual Games, aber momentan bin ich kaum vom iPad zu trennen. Surfen? Ipad? Mit Kumpels via ICQ quasseln? iPad? Filme (DVDs) anschauen? Zwar auf dem PC, aber mit dem iPad fernsteuere ich den VLC-Player (!).

Doch das legt sich sicherlich wieder. Das iPad wird höchstwahrscheinlich das Schicksal all meiner kleinen Gadgets erleiden: Nach intensiver Nutzung und viel Hurra!-Geschrei wird eines Tages wieder der PC locken, dann wird das iPad nur noch auf dem Weg von und zur Arbeit, in der Küche oder beim Surfen auf dem Balkon oder Klo (man muss mit der Zeit gehen, Leute!) zum Einsatz kommen.

 
06.07.2010 11:41 Uhr
Sehr schöner Artikel, am besten find ich:

1. Das iPad hat eine App mit dem vielversprechenden Namen iPod.
Was sich da wohl hinter verbirgt? Richtig, eine Tütensuppen-Rezeptsammlung
für harnwegskranke Hausdackel!

2. ... dann wird das iPad nur noch auf dem Weg von und zur Arbeit, in der
Küche oder beim Surfen auf dem Balkon oder Klo (man muss mit der Zeit gehen, Leute!) zum Einsatz kommen.
@ Spiele auf dem iPad:
Dank der Steam-Portierung für Mac besteht ja die Aussicht das es vielleicht mal auch für iPad zugänglich gemacht wird, sicher kann man nicht alles auf dem iPad spielen (Crysis ^^ lol), aber ich denke das die Steam-Platform mit dem ein oder andern Game ein großer Zugewinn sein könnte.

@ App's:
Die App's machen es erst möglich, genau wie beim iPhone ist das Gerät unbrauchbar wenn es die guten Apps nicht geben würde, denn nur als Telephon ist das iPhone mal mehr als unbrauchbar.
Freizeitschrauber(in)
23.06.2010 17:59 Uhr
Zitat: (Original von DaStash;1941410)
Zu kaufen, na super.

MfG



Versuch mal auf einem PC etwas einzugeben... ohne dir eine Maus oder Tastatur zu kaufen.

Beim iPad muss man nix kaufen, man KANN...

kleiner aber feiner Unterschied
PCGH-Community-Veteran(in)
23.06.2010 10:45 Uhr
Zitat: (Original von Singler;1941181)
Stimmt, nervt mich auch (minimal). Aber: Es gibt einen Stylus zu kaufen, mit dem man "kritischere" Links etc. recht einfach auswählen bzw den Cursor setzen kann.

Zu kaufen, na super.

MfG
Freizeitschrauber(in)
23.06.2010 08:22 Uhr
Zitat: (Original von GR-Thunderstorm;1937621)
Ich habe das iPad im Laden in den Händen gehalten und konnte mir ein sehr "gutes" Bild von der Bildschirmtastatur machen.
Nichtmal mein Komiliton (langjähriger Apple-Fan und iPhone-Besitzer) kam damit klar. Eine Pen-Steuerung wäre aus meiner Sicht absolut empfehlenswert, wenn man in einem Textfeld (z.B. in einem Forum) den Cursor an eine bestimmte Stelle bringen möchte. Wir beide haben es partout nicht geschafft, einen Tippfehler in einem Suchbegriff bei Google auszubessern ohne alles zu löschen und neu zu schreiben. Der Grund war ganz einfach: Es gibt keine Pfeiltasten in dieser Tastatur. Auch mit dem Zoom (welcher insbesondere während der Texteingabe nur selten bei einem Doppel-Tipp aufs Display funktionierte) war es nicht möglich, präzise zwischen zwei Buchstaben zu springen.
Was die Bedienbarkeit angeht, muss Apple aus meiner Sicht das ganze Ding nochmal überarbeiten.


Stimmt, nervt mich auch (minimal). Aber: Es gibt einen Stylus zu kaufen, mit dem man "kritischere" Links etc. recht einfach auswählen bzw den Cursor setzen kann.
PCGH-Community-Veteran(in)
22.06.2010 00:39 Uhr
Glaub ich würd mein netbook dafür hergeben aber dann wärn noch 300€ zuzahlung fällig

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