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  • No Man's Sky: Tiefe für Tüftler, GTA für Chaoten und ein Hauch Eve Online
    Quelle: Hello Games

    No Man's Sky: Tiefe für Tüftler, GTA für Chaoten und ein Hauch Eve Online

    Was passiert eigentlich, wenn Sie in No Man's Sky so richtig die Sau rauslassen, auf Dino-Jagd gehen und die Spielmechaniken von Hello Games auf den Kopf stellen? PCGH hat in New York das Experiment gewagt, sich ein bisschen wie in der GTA 6: No Man's Sky-Edition inklusive Polizei-Sterne-System gefühlt, aber auch eine alte Liebe wiederentdeckt. Von Benjamin Kratsch / Ryan Southardt.

    No Man's Sky ist ein faszinierendes, verwirrendes, verstörendes Spiel. Auf einem Termin in New York planten wir eigentlich eine Karriere als seriöser Wissenschaftler. Schnell war das erste Silizium abgebaut, die ersten Tierarten entdeckt und benannt. Doch mit den Ressourcen kam das Menü dieses Weltensimulators aus dem Hause Hello Games. Und mit dem Menü das Upgrade-Interface für das Multi-Tool, eine spacige Allroundwaffe. Die lässt sich nicht nur mit einem Minen-Laser ausrüsten, um klassisch Ressourcen abzubauen, und einem verbesserten Scanner, sondern auch mit einem "Land Disruptor". Schon aus Recherchegründen musste dieses Tool zum Einsatz kommen. Eine Waffe, die Land deformiert, was sollte schon schief gehen?

    Die ersten Versuche führten schnell zu einer Furche auf der Planetenoberfläche, die endlich mal nicht kalt wie Hoth war, sondern durch die von der HDR-Sonne hübsch bestrahlte grüne Wiese mehr an Zelda erinnerte. Da geht doch noch mehr, ein weiterer Schuss, eine weitere Vertiefung. Plötzlich steht da aber ein Brontosaurier, die Erde bricht weg, wir sehen nur noch den Hals rausgucken, ehe der gewaltige Körper durchsackt und in einer Höhle landet. Eine Szene wie in einem Animations-Film, Ice Age mitten auf Yavil. Viele Planeten sind komplett untertunnelt, es gibt wie in der richtigen Tierwelt auch in No Man's Sky Rassen, die es sich am Tag schlafend in ihrer Höhle gemütlich machen und nur des Nachts zum Jagen rauskommen.

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    No Man's Sky: Gameplay-Demo läuft aus dem Ruder (Video)

    Brontosaurier gehören nicht dazu, der Dino schaut recht verwirrt aus der Wäsche. Zudem führt die unbeabsichtigte Attacke zu einem Ausschwärmen von Sentinel-Drohnen. Die lassen sich mit dem ersten hochgezüchteten Charakter leicht besiegen, die KI, die diese Einheiten von einer Weltraumstation aus steuert, ist aber ähnlich hartnäckig wie das FIB aus GTA 5. Wenn es die fliegenden Drohnen nicht tun, wackeln blau lackierte Polizei-Roboter an, unterstützt von Mini-Panzern auf Ketten, die mit ihren Geschützen deutlich mehr Schaden anrichten und uns nicht nur einmal ins Gras beißen lassen.

    No Man's Sky: Hacken, Kämpfen, Basteln, Denken

    Die GTA-Analogie funktioniert deshalb ganz gut, weil auch No Man's Sky diese verführerischen Waffensysteme hat, die jeder Spieler mal ausprobieren will. Wobei hier allerdings keine Polizisten oder Gangster Munition fallen lassen, die Energie für den Phaser muss aus Ressourcen generiert werden, die Sie vorher aufsammeln. Ohnehin brodeln unter der Oberfläche absurd viele Systeme, die geknackt und optimiert werden wollen. No Man's Sky ist ein Spiel für Tüftler, denn die Quests ergeben sich nicht wie in den meisten Rollenspielen durch NPCs, die zwar vorhanden, aber sehr selten sind, sondern vielmehr durch ein scharfes Auge sowie schlicht und einfach Experimente.
    Unter der Oberfläche brodeln absurd viele Systeme, die geknackt und optimiert werden wollen.
    In den ersten Anläufen werden Sie sich mit dem Jetpack ewig durch die Landschaft katapultieren und viel Zeit aufwenden, um Ihr Schiff zu erreichen. Wer jedoch die Sprache der Aliens lernt (wir berichteten im letzten No-Man's-Sky-Preview darüber), der kann plötzlich auch digitale Anzeigen von Landing Pads entziffern: Ah, wir können auch einfach einen Bypass-Hack-Chip craften, um unser Raumschiff direkt auf die Landeplattform zu beamen! Der braucht wie alle Chips allerdings Silizium. Investieren wir jetzt lieber in den Hack-Chip, der nur einen einmaligen Komfort bringt oder doch gleich in Verbesserungen für den Anzug? No Man's Sky ist damit ein Spiel, in dem Sie entweder durch geplante Handlungen agieren können, aber auch dann erfolgreich sind, wenn Sie sich treiben lassen und Dinge ausprobieren. Es ergibt gerade mit niedrigem Level nur bedingt Sinn, Panzertüren von Depots aufzuschießen, weil Sie dann gleich eine kleine Armee an Sentinels an der Backe haben. Cleverer ist es, einen Bypass-Chip zu craften und über Upgrades so weiterzuentwickeln, sodass sich damit auch die Tore der Depots hacken lassen. So leveln Sie nicht nur schneller, sondern werden auch mit Blaupausen belohnt, um komplett neue Weltraumanzüge für besonders brutale Wetterbedingungen zu craften. Jeder hat nämlich nur eine bestimmte Anzahl an Slots, Sie können also nicht einen Anzug gleichzeitig gegen Kälte, Hitze und Säureregen upgraden.

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    No Man's Sky: Der ungewöhnliche Grafikstil im Video erläutert

    No Man's Sky: Der Weg ist das Ziel und Abkürzungen sind selten

    No Man's Sky wird ein Spiel, für das Sie viel Zeit einplanen müssen, weil es wenige Abkürzungen anbietet. In den Weltraumstationen gibt es zwar komplette Raumschiffe zu kaufen, aber es sind keine Supermärkte: Sie können nicht einfach einen ganzen Planeten leer farmen und dann eine Summe X Einheiten Silizium gegen so und so viel Plutonium, Titanium und so weiter umtauschen, um einen Hyperantrieb zu kaufen. Es ist kein Massespiel und der Titel scheint sich auch nicht austricksen zu lassen. Ein ausführlicher Test muss natürlich erst zeigen, ob die Motivation reicht, um hier 100 Stunden und mehr zu verbringen, aber es ist schon spannend, wie wenig präzise Sie eigentlich planen können. Wer die Aliensprachen lernt, der kann durch Lesen und Erkunden grobe Richtungen herausfinden, wo sich bestimmte Ressourcen-Arten finden lassen könnten. Der Scanner zeigt dann: Unter dem Meeresspiegel gibt es Ressourcen-Vorkommen. Aber es ist nicht so, dass Sie ein paar Blaupausen kombinieren und daraus einen globalen Scanner bauen können, der Ihnen dann auf der Minikarte genau anzeigt, wo Titanium abgebaut werden will.
    Studiochef Sean Murray hofft auf eine Reinkarnation des Kartenzeichnens.
    Es gibt nämlich gar keine Minikarte, Studiochef Sean Murray hofft vielmehr auf eine Reinkarnation des Kartenzeichnens, das zur Zeit der Infocom-Adventures oder Ultima-Rollenspiel an der Tagesordnung war. Das ist insofern erstaunlich, weil Sie nicht unbegrenzt lange tauchen können. Wer Pech hat, der muss gerade dann auftauchen, wenn das Objekt der Begierde in Reichweite kommt. Ohne Mini-Map müssen Sie anschließend den Ort selbst wiederfinden, es gibt dafür keinen Autopiloten. Und je tiefer Sie tauchen, desto düsterere Hai-Mutationen und andere Riesenwesen warten schon ungeduldig auf ihr Mittagessen.

    "Fazit": No Man's Sky

    Während diese Zeilen entstehen, befinden wir uns gerade auf dem Eve Fanfest in Island und tatsächlich fühlt sich No Man's Sky ein bisschen wie Eve Online an. Denn es gibt die grobe Richtung seiner Mechaniken vor, der Spaß ergibt sich aus dem Optimieren, Kombinieren und Maximieren seiner Möglichkeiten. Nur eben in der Solistenrolle, nicht im Verbund einer Corporation, was ein bisschen schade ist. Ähnlich wie CCP bietet Hello Games viele Richtungen an, bleibt aber immer sehr vage. Das Spiel sagt Ihnen nicht, was Sie wann zu tun haben. Vielmehr wirft es sie ins Haifischbecken aus angriffslustigen Sentinel-Robotern und Umgebungen, die Ihnen schon mal den Anzug wegätzen. Es bietet eine große Sandbox, kombiniert aus Planeten und Weltraum, mit Wirtschaftssystem, mit Angebot und Nachfrage, der Kalkulation von Routen und Treibstoffverbrauch, mit Piraten und Space-Police. Was Sie daraus machen, müssen Sie selbst entscheiden.

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    No Man's Sky: Die Lore im Video erläutert

    Das kann sicherlich zu Frustmomenten führen, etwa wenn wir endlich die Sauerstoffzufuhr so optimiert haben, um länger tauchen zu können und dann von einem Raubfisch angegriffen werden, der uns wieder zurück an Land katapultiert, wo wir in einer Alienbehausung gespeichert haben. Doch aus diesem Frust wächst auch große Lust, die Spielwelt zu überlisten. Wo in anderen Titeln Upgrades eher so nebenbei passieren, sorgen sie hier für Glücksmomente, weil es Stunden dauern kann, um diesen Hyperantrieb zu bauen, der uns in ein Aus anfänglichem Frust wächst auch große Lust, die Spielwelt zu überlisten. anderes System katapultiert. Das Spiel erzählt dabei keine zusammenhängende Geschichte, wir haben aber selbst schon unzählige eigene geschrieben. Doch der eigentliche Grund, warum wir hinter all diese Mechaniken steigen wollen, sind die liebevoll designten Planeten. Keiner ist wie der andere und obwohl alles aus dem prozeduralen Baukasten stammt, wirken die Landschaften sehr harmonisch und alles ergibt aus dem Kontext heraus Sinn. Auf einem Wüstenplaneten sind die Dächer von Häusern zu Sonnensegeln geformt und bestehen aus spiegelnden Solarzellen, aus denen die dort beheimateten Aliens offensichtlich ihre Energie ziehen. Und wer durch den Säureregen auf Phlek spaziert, trifft auf Frösche, die so verstrahlt sind wie der Hulk und auch genauso grün, groß und garstig werden.

      • Von wonderhalou Schraubenverwechsler(in)
        Wenn das Leben jedoch auf einer anderen Basis beruht, dann könnte es auch sein, dass es immer noch bei -160° normal leben kann. Stellen wir uns nur mal vor, dass es auf dem Saturnmond Titan wirklich Leben geben würde. Es herrschen da -180° C. Dort gibt es Methanseen, Methanregen, etc.... was wenn das Leben dort auf Methan oder einer anderen Basis beruhen würde?

        Außerdem, was ist schon Wissen? Vielleicht darf man auch unsere Physik nicht chauvinistisch-dogmatisch betrachten, sondern sollte immer offen für neues sein, da alles Wissen immer auch Nicht-Wissen ist.
      • Von Kusanar Software-Overclocker(in)
        Joa so klingt das ganze schon schlüssiger Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass hier noch großartig was an den Parametern gedreht wird. Der Release ist ja nicht mehr weit hin...
      • Von Palmdale Software-Overclocker(in)
        Zitat von Kusanar
        Wenn du auf den absoluten Nullpunkt anspielst, davon bist du bei -150° noch weit entfernt. Also erklär doch bitte mal, warum diese tiefe Temperatur so ein riesengroßes Hindernis darstellen soll? Könnte ja auch durchaus sein, dass ich da was übersehe... kein Grund, gleich patzig zu werden.
        Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, patzig zu sein. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Vielmehr möchte ich meine Kritik als Verbesserungsvorschlag im Rahmen dieses Early Access Projekts verstanden wissen, um das Spiel in sich stimmiger werden zu lassen.

        Ja, mit -163° ist man noch ca. 110° von 0 Kelvin entfernt, allerdings bringt extreme Kälte unterhalb von -100° C die Zellstruktur von Organismen zum erliegen, weshalb diese analog zum Molekülgerüst von z.B. elastischen Stoffen wie Glas durch geringe Krafteinwirkung zerstört werden können. Weitere Ausführungen dürften zu sehr in die Thermodynamik abdriften und manch einer mag sagen, dass das wohl zu viel Anspruch an ein Spiel ist. Ja, auch das mag sein, nur hab ich persönlich halt den Eindruck, dass die Temperatur in No Man's Sky einfach zu sehr außer acht gelassen wird und man es mit wenigen Änderungen im prozeduralen Generator passend machen könnte.

        Sprich in Plusgraden Bäume, Gras, Landschaften, allerlei Geviech. Bis ca. -50° in Richtung arktischer Temperaturen nur wenige Organismen (analog zu unseren Polarregionen) und weiter darunter (in Richtung 0K) vielleicht erstarrte Landschaften mit Eis oder schlichtweg Felsbrocken mit lukrativen Bodenschätzen (Energieschild, da Glas oder ähnliches beim Astronaut empfindlich ist, quasi Upgrade für später im Spiel). Ma guggn
      • Von Kusanar Software-Overclocker(in)
        Zitat von Palmdale
        Die (vielleicht falsche, aber von mir nicht proklamierte) Annahme, dass Leben nur auf Basis von Kohlenstoff existieren kann hat nichts damit zu tun, welche Folgen mit einer sehr niedrigen Temperatur einhergehen. Sorry.

        Damit will ichs aber auch bewandert lassen und verabschiede mich. Danke
        Wenn du auf den absoluten Nullpunkt anspielst, davon bist du bei -150° noch weit entfernt. Also erklär doch bitte mal, warum diese tiefe Temperatur so ein riesengroßes Hindernis darstellen soll? Könnte ja auch durchaus sein, dass ich da was übersehe... kein Grund, gleich patzig zu werden.
      • Von Greyfox Komplett-PC-Käufer(in)
        Unglaublich wie lange sich Leute mit der Physik in einem Spiel beschäftigen und dieses game auch noch in einem anderen Universum spielen soll......
        wenn es wirklich so stört, dann kann man auch aufhören zu spielen außer in der echten Natur draußen.

        "Warum muss meine "Mesch ärgere dich" Figur nie auf Toilette?"
        Shooterspiele mit realem Generationenwechsel, du gibst dein Alter ein, wirst nach 5min erschossen im Gefecht und darfst erst weiterspielen wenn dein Sohn so alt ist, oder gar nicht du bist ja "tot" -> grandios 5min für 50€ und 50Gb Festplatte belegt

        und wer meint Enterprise und Co als für sich schlüssig zu finden, begrenzt sich selbst von der Realität, aber wie immer und so auch hier, solange es Spaß mach....
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No Man's Sky: Tiefe für Tüftler, GTA für Chaoten und ein Hauch Eve Online
Was passiert eigentlich, wenn Sie in No Man's Sky so richtig die Sau rauslassen, auf Dino-Jagd gehen und die Spielmechaniken von Hello Games auf den Kopf stellen? PCGH hat in New York das Experiment gewagt, sich ein bisschen wie in der GTA 6: No Man's Sky-Edition inklusive Polizei-Sterne-System gefühlt, aber auch eine alte Liebe wiederentdeckt. Von Benjamin Kratsch / Ryan Southardt.
http://www.pcgameshardware.de/No-Mans-Sky-Spiel-16108/Specials/Vorschau-1193534/
28.04.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/04/NoMansSky_04-pcgh_b2teaser_169.jpg
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