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  • Science Fiction bei Intel: Roboter zum Ausdrucken, schlaue Autos und ein persönliches digitales Genom

    Premiere auf dem IDF: Zum ersten Mal gaben sechs der renommiertesten Intel-Forscher den Zuhörern einen Einblick in ihre Arbeit, die sich mit der Zukunft der Computertechnik und ihren Anwendungsbereichen beschäftigt - und deren Ergebnisse wir frühestens in fünf bis 15 Jahren zu sehen bekommen.

    Schon beim Media Day vor dem eigentlichen Start des Intel Developer Forums in San Francisco gaben uns Intels Futuristen Steve Brown und Brian David Johnson Einblicke in ihre und damit auch Intels Zukunftsvisionen. Am letzten Tag des IDF 2013 traten die zwei erneut vors Mikrofon, unterstützt von ihren Mit-Forschern und Kollegen Dr. Jennifer Healey, Dr. Tony Salvador, Mike Payne und Peter Biddle.

    Während sich Steve Browns Vortrag fast hundertprozentig mit dem vom Media Day deckte, berichtete Brian David Johnson über seine Arbeit als Zukunftsplaner. Johnson, der auch als Science-Fiction-Autor aktiv ist, befindet sich technologisch bereits zehn Jahre in der Zukunft. Im Rahmen seines "Tomorrow Projects" sprach er mit bekannten SF-Autoren wie Cory Doctorow und Chris Warner darüber, welche Einflüsse Science-Fiction auf unsere nahe Zukunft hat. Wer sich näher für das Thema interessiert, dem sei Johnsons Buch "Science Fiction Prototyping" ans Herz gelegt. Schon heute will Brian David Johnson mit dem Projekt "21st Century Robot" unser Verständnis von Robotern auf den Kopf stellen. Statt hochkomplexer Blechkameraden, für deren Bau man ein Team hochqualifizierter Wissenschaftler und jede Menge Geld benötigt, soll jeder Johnsons Roboter Jimmy und Paul bauen können, der einen 3D-Drucker besitzt. Auf der Maker Faire, die Ende dieser Woche in New York stattfindet, will Brian David Johnson mehr Details verraten - auch, wie man Apps für die Roboter schreibt. Diese Programme sollen Konstrukteure dann online mit anderen Roboterfans teilen können.

    03:25
    IDF 2013: Nutzeranalyse statt Passwort - Alternativen zum Fingerabdruckscanner?


    Als Research Scientist beschäftigt sich Dr. Jennifer Healey mit Gegenwart und Zukunft des Straßenverkehrs in Privatfahrzeugen wie in Bus und Bahn. Ihr Team beobachtet rund um den Globus, was auf den Straßen vor sich geht - mit interessanten Ergebnissen. So ist es aufgrund der lokalen Gegebenheiten in einer Stadt in China schneller, eine Kehrtwende durchzuführen, als rechts abzubiegen. In München saß jemand eine Stunde auf der Suche nach einem Parkplatz hinter dem Steuer, während andere Fahrer bei 70 km/h auf Facebook unterwegs sind. In China spielten manche Fahrzeugführer sogar Spiele auf Tablets und Smartphones - scheinbar jedenfalls, denn als sich Dr. Healeys Team näher mit dem Phänomen beschäftigte, stellte es fest, dass es sich um die Kinder der Autofahrer handelte. Sie hatten die mobilen Geräte zur Ablenkung von ihren Eltern in die Hand gedrückt bekommen. Bei so viel Stückwerk darf ein beeindruckendes Video von einer schöneren Zukunft nicht fehlen: In einer gar nicht so weit hergeholten Zukunftsvision setzen sich Vater und zwei Kinder ins Auto, das die Passagiere erkennt, Sitze und Spiegel an sie anpasst, aufgrund der Uhrzeit davon ausgeht, dass der Vater die Kinder zur Schule bringen will und alsbald die schnellste Route dorthin errechnet. Während der Fahrt sind die Kinder mit Augmented-Reality-Spielen auf den Seitenfenstern beschäftigt. Auf der Autobahn kommunizieren Fahrzeuge derweil miteinander, um die Ziele ihrer Eigentümer herauszufinden. Anschließend bilden sie eine Art Geschwader, das sich im Pulk bewegt und dadurch Staus vermeidet und im gegenseitigen Windschatten Benzin spart.

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    IDF 2013: Vernetzte Datenwelt à la Watch Dogs


    Dr. Tony Salvador ist Senior Principal Engineer und leitet Intels Experience Insights Lab. Dr. Salvadors These: Die Menge möglicher persönlicher Produktmodifikationen - schon bei einer Tasse Kaffee muss man zum Beispiel Kaffee- und Milchsorte, Temperatur, Schaumart und -menge sowie Zucker und Behälter wählen - überwältigt einen Durchschnittsmenschen. Besser wäre ein "persönlicher Programmplaner", der unsere Bedürfnisse kennt und sie ohne unser Zutun weitergibt, um uns das Leben zu vereinfachen. Drei Einsatzbereiche für einen solchen Assistenten nennt uns Dr. Salvador: "Fernsehen ist ein klassisches Push-Medium", sagt er. "Da will keiner Zeit mit der Verwaltung seiner Programme verschwenden, aber gleichzeitig wollen die Leute auch immer etwas Neues entdecken." Beispiel zwei ist ein Hotelurlaub: "Erst nach dem ersten Besuch kennt man den Ort und weiß, was man beim nächsten Mal unternehmen möchte." Und wie sieht es mit personalisierten Nachrichten aus, von denen viele Medienmacher seit Jahren schwärmen? Oft ist es schwierig, den Wünschen der Zuschauer gerecht zu werden. "Manche Leute mögen keine Sport, sehen sich aber gerne die Olympischen Spiele an", sagt Dr. Salvador. Blockt aber ein personalisierter Nachrichtendienst alle Sportbeiträge, gucken diese Zuschauer in die Röhre. "Außerdem gibt es viele Nachrichtenbeiträge, die man vielleicht nicht explizit sehen möchte, aber über die man informiert sein sollte - weil sie berichtenswert und für die Gesellschaft relevant sind", so Dr. Tony Salvador. Für einen solchen persönlichen Assistenten, der unser "persönliches digitales Genom" verwaltet, "werden die Leute bereitwillig bezahlen", dessen ist sich Dr. Salvador sicher.

    02:14
    IDF 2013: Social Broadcasting


    Eine Abkehr vom oft zu problemorientierten Denken fordert Mike Payne, Leiter des Experience Design Labs. "Es geht nicht nur um einzelne Momente, wir versuchen, das Leben in seiner Gesamtheit zu verstehen", sagt Payne. Von einzelnen Diensten erkannt zu werden hilft nichts, wenn diese Dienste kaum Gemeinsamkeiten haben. Nach Mike Paynes Meinung sind neue Technologien auch nicht immer das Patentrezept für jedes gesellschaftliche Problem: "Nur, weil man Schulbücher auf Tablets verfrachtet, ändert das noch nichts daran, wie Lernen und Bildungsvermittlung funktionieren." Sein Kollege Peter Biddle, General Manager Cloud Services Platform, weckt die Zuhörer mit Fragen auf, deren Antworten er ihnen vorenthält: "Was machen wir, wenn es bei einer Software keinen Lebenszyklus gibt, sondern sie immer weiter benutzt oder gar nie fertig gestellt wird?" fragt Biddle. "Was passiert mit unseren persönlichen Daten, wenn wir sterben? Sollen sie dann gelöscht werden? Wir sind immerhin die erste Generation von Menschen, die auch auf digitale Weise stirbt." Programmierern gibt Peter Biddle den Rat, nicht nur gute Programmierer, sondern auch gute Geschichtenerzähler zu sein: "Zu viele Startups verpassen die Gelegenheit, eine Geschichte über sich und ihr Produkt zu erzählen." Abschließend erinnert er an eine Tatsache, die in der Computerbranche gerne vergessen wird: "Auch, wenn man nicht alles wissen muss - ohne die Leidenschaft für seine Arbeit geht es nicht."

    02:28
    IDF 2013: Jesus 2.0 - Strom aus Wein
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    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von Ynterprises
    An und für sich sind die vorgestellten Ideen alle prima fürs "einfachere" Leben und es ist ja auch eine tolle…
    Von retro-2
    Nette Sache mit den Autos aber Hacker und NSA würden sich freuen wenn die Technologie auf den Markt kommt...
      • Von Ynterprises Komplett-PC-Käufer(in)
        An und für sich sind die vorgestellten Ideen alle prima fürs "einfachere" Leben und es ist ja auch eine tolle Vorstellung, dass mir die Kaffeemaschine morgens schon meinen extrastarken Espress zum wachwerden macht und Nachmittags einen leckeren Macciato mit Zimt.
        Ich glaube auch, dass viele Leute bereitwillig dafür Geld bezahlen würden und wohl auch glücklich wären wenn sie sich nicht mehr selbst um vieles kümmern müsste. Dennoch sind meiner Meinung nach gerade diese kleinen alltäglichen Entscheidungen wichtig.
        Klar trinke ich jeden Tag den gleichen Kaffee, ich will daran auch nichts ändern, aber ich könnte.
        Wenn die Maschine alles entscheidet dann muss ich den jeden Tag den gleichen Kaffee trinken.
        Sicherlich wird man bei einer so hoch entwickelten Maschine auch mal einen anderen Kaffe einstellen können, zur Not kann man sie auch zerschlagen und das alte Kännchen nochmal hervorkramen, es ist aber doch so viel bequemer einfach zu nehmen was einem die Maschine vorsetzt.
        Wenn es nur um die Auswahl der Kaffeesorte geht ist das ja noch kein Drama, aber die Visionen gehen ja sehr weit darüber hinaus. Irgendwann werden wir uns vielleicht in einem Leben wiederfinden in dem wir annehmen was immer eine Maschine uns vorsetzt. Wenn wir aber nie die Möglichkeit hatte alles auszuprobieren, woher weiß die Maschine dass, was wir wirklich wollen?
        Das wissen wir ja oft nichtmal selbst: Wir glauben unsere Lieblingssorte zu kennen, aber irgendwo da draußen gibt es bestimmt noch eine andere, die uns noch besser gefallen würde, wir haben sie nur noch nicht entdeckt.
        Überhaupt ist das Entdecken und Ausprobieren nicht eigentlich worum es geht? Will nicht jeder mehr sehen von der Welt, neue Erfahrungen sammeln?

        Wenn wir nur tun was wir schon können bleiben wir immer der Mensch, der wir schon sind.

        Ich will damit nicht jeden technischen Fortschritt und alles was uns die Dinge abnimmt verteufeln, lediglich die Augen öffnen für dass, was noch folgen kann. Sozusagen die Risiken und Nebenwirkungen auf der Packungsbeilage vorlesen.

        LG
      • Von retro-2 Komplett-PC-Käufer(in)
        Nette Sache mit den Autos aber Hacker und NSA würden sich freuen wenn die Technologie auf den Markt kommt...
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Science Fiction bei Intel: Roboter zum Ausdrucken, schlaue Autos und ein persönliches digitales Genom
Premiere auf dem IDF: Zum ersten Mal gaben sechs der renommiertesten Intel-Forscher den Zuhörern einen Einblick in ihre Arbeit, die sich mit der Zukunft der Computertechnik und ihren Anwendungsbereichen beschäftigt - und deren Ergebnisse wir frühestens in fünf bis 15 Jahren zu sehen bekommen.
http://www.pcgameshardware.de/Neue-Technologien-Thema-71240/Specials/IDF-2013-Intel-Zukunft-Internet-of-Things-1088344/
18.09.2013
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2013/09/IDF-2013-Keynote-Day-3-03_1-pcgh.JPG
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