Online-Abo
  • Login
  • Registrieren
Games World
  • "K.I.T.T., hol mich hier raus!" - Selbstfahrende Autos auf der GTC 2015

    Das selbstfahrende Auto aus "Knight Rider" ist keine Zukunftsmusik mehr. Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang und Tesla-Gründer Elon Musk zeigten auf der GPU Technology Conference, was heute schon möglich ist und mit welchen Problemen selbstfahrende Autos derzeit noch zu kämpfen haben.

    Am inoffiziellen GDC-Motto "Deep Learning" kam auch das Thema "Selbstfahrende Autos" nicht vorbei. Derzeit erhältliche Fahrerassistenzsysteme erkennen und warnen vor gefährlichen Situationen und bremsen gegebenenfalls das Auto ab. Zukünftige Modelle sollen auch ins Lenkrad greifen und gegebenenfalls beschleunigen können. Doch einen Haken haben diese Systeme: Sie erfassen nur einen begrenzten Teil aller im Straßenverkehr möglichen Ereignisse. "Wollten wir jede mögliche Situation in Programmcode umsetzen, würden wir nie fertig werden", sagt Nvidia-Boss Jen-Hsun Huang. Schon eine einfache Wohngegend bietet viele Herausforderungen: Gegenverkehr schränkt die eigene Fahrspur ein, ein Schulbus zwingt in den USA Fahrzeuge in der Gegenspur zum Anhalten, eine sich öffnende Tür eines geparkten Autos sorgt für eine erneute Verengung der Spur und ein unregelmäßiger Ölfleck könnte für einen ungebildeten Bordcomputer ein unüberwindbares Hindernis sein.

    Autofahren muss man lernen

    'K.I.T.T., hol mich hier raus!' - Selbstfahrende Autos auf der GTC 2015 (17) Quelle: PC Games Hardware Jen-Hsun Huang fasst dieses Problem so zusammen: "Autofahren hat nichts mit dem Erkennen der Fahrbahn zu tun, Autofahren ist ein angelerntes Verhalten." Hat da jemand "lernen" gesagt? Zeit für Project Dave, dem "Darpa Autonomous Vehicle". Das selbstfahrende Modellauto mit der kastenförmigen Karosserie besitzt keine fest programmierten Fahrregeln. Stattdessen wurde es mit 225.000 Bildern gefüttert, die Kabel, Paletten mit Baumaterial, Kieswege und allerlei Hindernisse enthalten, denen Dave auf seinen Spritztouren auf einer Baustelle begegnen kann. Kollidiert Dave zu Beginn des Lernprozesses noch besagter Palette, fährt er schon nach der Verarbeitung der ersten 52.000 Bilder elegant darum herum - dem neuralen Netz mit 3,1 Millionen Verbindungen, 12 Frames pro Sekunde und 38 Millionen Verbindungen pro Sekunde sei's gedankt.

    TeraFLOPS hinter dem Armaturenbrett

    Ähnlich beeindruckende Resultate will Nvidia mit dem neuen Autocomputer Drive PX erreichen. Auf dem erstmals im Januar auf der CES gezeigten System rechnen zwei Tegra-X1-Prozessoren. Es besitzt zwölf Kameraeingänge und eine Rechenleistung von 2,3 TeraFLOPS. Das Bilderkennungsnetz AlexNet läuft auf Drive PX mit 630 Millionen Verbindungen, 184 Frames pro Sekunde und 116 Milliarden Verbindungen pro Sekunde. Das mag durchaus einem "3000fachen des Dave-Netzes" entsprechen, doch hat ein Auto im Straßenverkehr auch deutlich mehr zu tun als ein Modellauto auf einer Baustelle. Das Drive-PX-Entwicklersystem soll ab Mai für 10.000 US-Dollar erhältlich sein. Ein stolzer Preis, doch Zeit ist Geld - Zeit, die Autohersteller sparen, wenn keine Programmierer für die Implementation einer unvollständigen Umwelt zuständig sind. Audi und Google zeigen bereits Interesse an dem System, Audi will es für ihre Forschungen selbstfahrender Fahrzeuge einsetzen.

    Autofahren streng verboten

    Eines Tages mag es illegal sein, ein Auto selbst zu fahren, weil es zu gefährlich ist. - Elon MuskSind selbstfahrende Autos denn überhaupt etwas, das wir noch zu unseren Lebzeiten zu Gesicht bekommen? Das wollte Jen-Hsun Huang von Elon Musk wissen, der nach Gründung und Verkauf von PayPal seine Milliarden heute in die Elektroautofirma Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX investiert. Musks Antwort: "Früher hatten wir Fahrstuhlführer, die den Fahrstuhl zentimetergenau von Etage zu Etage gesteuert haben. Heute finden wir in den Aufzugskabinen nur noch eine Reihe von Knöpfen." Und Elon Musk geht noch weiter: "Eines Tages mag es illegal sein, ein Auto selbst zu fahren, weil es zu gefährlich ist." Doch wie lange sind wir von dieser Zukunft entfernt? "Autos ohne Selbststeuerung werden wir noch lange auf den Straßen haben", antwortet Musk. "Es gibt derzeit rund 20 Milliarden Autos auf der Welt, jährlich werden 100 Millionen neue Fahrzeuge produziert - da würde eine Umstellung 15 bis 20 Jahre dauern, wenn wir heute damit anfangen würden.

    Ohne Lenkrad und Bremspedal

    Die technischen Probleme selbstfahrender Autos sind Elon Musk zufolge bereits gelöst: "Wir müssen nur die Sensoren verbessern, um die Sicherheit von Fußgängern und Fahrzeug zu erhöhen." Denn: "Geschwindigkeiten bis zu 10 Meilen pro Stunde sind einfach, ab 50 Meilen pro Stunde wird es auf der Autobahn auch wieder einfacher. Trickreich sind die Geschwindigkeiten dazwischen, denn da können viele unvorhergesehene Dinge passieren: plötzlich auftauchende Fahrradfahrer, offene Kanaldeckel, blockierte Straßen und vieles mehr." Nehmen wir an, dass selbstfahrende Autos eines Tages überall auf den Straßen unterwegs sind - wie sieht es mit dem Angriff durch Hacker aus, die beispielsweise die Bremse deaktivieren? "Das wäre insbesondere in vollautomatischen Autos ohne Lenkrad oder Bremspedal verheerend", sagt Musk. "Es ist wichtig, dass die Bordsysteme unabhängig voneinander funktionieren. Wenn sich jemand ins Entertainment-System hackt, darf das Fahrzeug dadurch nicht beeinträchtigt werden." Jen-Hsun Huang freut sich jedenfalls auf selbstfahrende Autos, denn: "Ich würde gerne E-Mails während der Fahrt lesen und beantworten." - "Das machen viele Menschen schon heute", gibt Elon Musk schmunzelnd zurück.

    Werbefrei auf PCGH.de und im Forum surfen - jetzt informieren.
    02:52
    Googles selbstfahrendes Auto im Video
      • Von Roland Austinat Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Rollora
        Wenn ersteres: wie geht es dir? (alter Fan hier, als Jugendlicher mit Freude die PC Player gelesen. Das war halt noch guter Humor. Wie geht es den anderen von damals? Nie wieder was davon gehört )

        Zu deiner Aussage:
        Naja die Daten werden schon jetzt ausgetauscht, das läuft nämlich nicht über Firmen wie Mercedes oder Audi sondern die lagern das an Institute aus (wir arbeiten seit Jahren mit denen zusammen). Und da dürfen zwar keine Patente ausgetauscht werden, aber Leute die schon Erfahrung mit der einen Entwicklung gemacht haben, bringen diese in die nächste mitein).
        Die Verhaltensmuster werden nicht nur an die Zentrale geschickt, es gibt auch bereits vernetzte Autos: So weiß etwa im Verkehr jedes Auto was das andere Gerade macht. Wenn 10 Autos weiter vor dir ein Unfall passiert und das erste eine Vollbremsung hinlegt, beginnt das eigene auch bereits sanft zu bremsen, blinken und was auch immer. Oder es stehen die Autos im Stau noch bevor das ans Radio gemeldet ist - kann viel schneller ans Navi der Nachfahrenden Autos gesendet werden und die Route von denen wird sofort umgeleitet - so wird der Stau nicht länger.
        Zukunftsmusik - ja, aber alles schon in Entwicklung.
        Du bist lustig, warum sollte ich es nicht sein? Was ich so mache? www.twitter.com/austinat - guckst Du hier. Und hast Du noch nie von www.spieleveteranen.de oder www.pcplayer.de gehört?
      • Von Rollora Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von tris0x
        Prinzipiell ja was nettes - ist halt nun noch die Frage wer denn haftet, wenn dann mal was passiert. Ultimativ hat der "Fahrer" ja keine Kontrolle über das Fahrzeug. Theoretisch wäre das dann ja auf den Hersteller zurückzuführen und der müsste haften, oder?
        Allein deswegen denke ich nicht, dass sich selbstfahrende Autos jemals durchsetzen werden. Zumindest nicht ohne die Möglichkeit, selber eingreifen zu können. Denn selbst wenn die Hersteller ein Schlupfloch finden, womit Sie die Haftung bei Unfällen auf den Kunden abwälzen - wer würde sich das schon zumuten wollen dafür Verantwortung zu übernehmen, wenn er nicht die Möglichkeit bekommt das Ganze zu verhinden?
        Doch das werden sie.
        Am Anfang mit dem Fahrer noch mit Eingreifmöglichkeit (und somit Verantwortung) und später vollautomatisiert mit der nötigen Gesetzeslage.
        Das ist etwas was im Bereich Künstlicher Intelligenz noch diskutiert wird. Aber es wird kommen.

        Schon allein deshalb weil diese Maschinen theoretisch wesentlich intelligenter und fehlerfreier arbeiten als Menschen. Das problem im Verkehr sind also nciht die selbstfahrenden Fahrzeuge, die reagieren völlig berechenbar - es sind die Menschen.
        Zitat von Roland Austinat
        Die erlernten Verhaltensmuster eines Autos könnten dann immer an das Hauptquartier bei Ford, Opel und Co. zurückgeschickt werden, von wo aus sie dann an alle Fahrzeuge des gleichen Typs weitergereicht werden und diese so über Nacht schlauer werden. Dass alle Hersteller die Daten untereinander austauschen, glaube ich derzeit noch nicht. http://extreme.pcgameshar...
        Bist du es wirklich, oder nur dein Username so gewählt weil du ein Fan bist?
        Wenn ersteres: wie geht es dir? (alter Fan hier, als Jugendlicher mit Freude die PC Player gelesen. Das war halt noch guter Humor. Wie geht es den anderen von damals? Nie wieder was davon gehört )

        Zu deiner Aussage:
        Naja die Daten werden schon jetzt ausgetauscht, das läuft nämlich nicht über Firmen wie Mercedes oder Audi sondern die lagern das an Institute aus (wir arbeiten seit Jahren mit denen zusammen). Und da dürfen zwar keine Patente ausgetauscht werden, aber Leute die schon Erfahrung mit der einen Entwicklung gemacht haben, bringen diese in die nächste mitein).
        Die Verhaltensmuster werden nicht nur an die Zentrale geschickt, es gibt auch bereits vernetzte Autos: So weiß etwa im Verkehr jedes Auto was das andere Gerade macht. Wenn 10 Autos weiter vor dir ein Unfall passiert und das erste eine Vollbremsung hinlegt, beginnt das eigene auch bereits sanft zu bremsen, blinken und was auch immer. Oder es stehen die Autos im Stau noch bevor das ans Radio gemeldet ist - kann viel schneller ans Navi der Nachfahrenden Autos gesendet werden und die Route von denen wird sofort umgeleitet - so wird der Stau nicht länger.
        Zukunftsmusik - ja, aber alles schon in Entwicklung.
      • Von Roland Austinat Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von FrozenFlame6
        Tolle Sache!

        Das erspart unter Umständen einiges an Zeit, in der sonst alle Automobilhersteller parallel etwas ähnliches entwickeln würden.

        Die Haftungsfrage sehe ich recht locker: Es haftet die Versicherung des Fahrzeughalters, dessen Wagen den Unfall zu verursachen hatte. Aufgrund der Statistik, welches Fahrzeug wie oft beteiligt ist werden die Versicherungen - wie auch jetzt anhand von Risikofaktoren - den Beitrag anpassen.
        Hersteller, deren autonome Autos zu viele Unfälle verursachen werden zum einen aus Sicherheitsgründen des Fahrers - zum anderen aufgrund der hohen Versicherungsbeiträge nicht gekauft und verschwinden vom Markt wenn sie nicht nachbessern.

        Bei den Unfällen, in denen kein eindeutiger technischer Fehler (heutzutage gleichzusetzen mit einem Fahrfehler) als Ursache erkannt wird kommt es zu einer Aufteilung der Schuld...also eigentlich nicht anders als aktuell bereits üblich, im Gegenteil: eine Fehleranalyse ist womöglich deutlich leichter.

        Ich bin gespannt und denke, dass wir eventuell bereits in zehn Jahren die ersten offiziell zugelassenen Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen sehen können.
        Die erlernten Verhaltensmuster eines Autos könnten dann immer an das Hauptquartier bei Ford, Opel und Co. zurückgeschickt werden, von wo aus sie dann an alle Fahrzeuge des gleichen Typs weitergereicht werden und diese so über Nacht schlauer werden. Dass alle Hersteller die Daten untereinander austauschen, glaube ich derzeit noch nicht.
      • Von Roland Austinat Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von tris0x
        Prinzipiell ja was nettes - ist halt nun noch die Frage wer denn haftet, wenn dann mal was passiert. Ultimativ hat der "Fahrer" ja keine Kontrolle über das Fahrzeug. Theoretisch wäre das dann ja auf den Hersteller zurückzuführen und der müsste haften, oder?
        Allein deswegen denke ich nicht, dass sich selbstfahrende Autos jemals durchsetzen werden. Zumindest nicht ohne die Möglichkeit, selber eingreifen zu können. Denn selbst wenn die Hersteller ein Schlupfloch finden, womit Sie die Haftung bei Unfällen auf den Kunden abwälzen - wer würde sich das schon zumuten wollen dafür Verantwortung zu übernehmen, wenn er nicht die Möglichkeit bekommt das Ganze zu verhinden?
        Elon Musk meinte: Der Gesetzgeber wird selbstfahrenden Autos schon eine Genehmigung erteilen, wenn man "normale" menschliche Autofahrer beziehungsweise deren "Black Box" auswertet - die fahren viel gefährlicher, als es selbstfahrende Autos je machen würden.

        Spannender ist die Frage, wie die Autos ethisch programmiert werden. Wenn gleichzeitig ein Kind und eine Oma auf die Straße laufen, aber das Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig bremsen kann - wen soll es überfahren? Oder soll es ein Lenkmanöver ausführen, das Leib und Leben seiner Passagiere gefährdet?
      • Von tris0x Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Das ist natürlich ein gutes Argument, persönlich würde ich jedoch nicht das Risiko eingehen wollen und von daher die Kontrolle behalten wollen. Das müsste dann von den Versicherungen schon sehr attraktiv gestaltet sein, um mich zu überzeugen. Für mich ist das ganze weiterhin jedoch fragwürdig, den Halter zu belangen. Einfach weil er auf Softwarefehler und folglich auf die folgenden Unfälle, überhaupt keinen Einfluss hat.
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016
    PCGH Magazin 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1154060
Neue Technologien
"K.I.T.T., hol mich hier raus!" - Selbstfahrende Autos auf der GTC 2015
Das selbstfahrende Auto aus "Knight Rider" ist keine Zukunftsmusik mehr. Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang und Tesla-Gründer Elon Musk zeigten auf der GPU Technology Conference, was heute schon möglich ist und mit welchen Problemen selbstfahrende Autos derzeit noch zu kämpfen haben.
http://www.pcgameshardware.de/Neue-Technologien-Thema-71240/News/Selbstfahrende-Autos-auf-der-GTC-2015-1154060/
20.03.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/03/GTC_Keynote_Montag_002_20150320094403-pcgh_b2teaser_169.JPG
news