Online-Abo
Games World
  • Need for Speed PC angespielt: Mehr als nur ein Grafik-Update?

    Schade: Wie schon in den Konsolenversionen ist die Spielwelt weiterhin leblos und wirkt zuweilen wie ausgestorben. Quelle: EA

    Fünf Monate nach der Konsolenversion driftet Need for Speed endlich auch über den PC. Aber machen 4K-Support, Lenkrad-Unterstützung, manuelle Schaltung und ein paar zusätzliche Grafiktricks ein besseres Spiel daraus? Wir hatten die Gelegenheit, eine fortgeschrittene Version vier Stunden lang anzutesten. Von Olaf Bleich/Benedikt Plass-Fleßenkämper

    Es ist eine regnerische Nacht im Industriebezirk South Port. Leise fallen die Tropfen auf die spiegelnde Straße und schlagen dabei fast unbemerkt kleine Blasen. Das Licht der umstehenden Laternen bricht sich in den Pfützen. Es ist ein schönes, aber finsteres Bild aus der Großstadt Ventura Bay. Für derartige Details haben die örtlichen Rennfahrer jedoch kein Auge. Sie interessiert nur Vollgas, Tuning und coole Drifts.

    Need for Speed führt uns zurück in die stylische Szene der illegalen Straßenrennen, die zuletzt Need for Speed Underground 2 im Jahr 2004 massentauglich präsentierte. Die PC-Version des driftlastigen Straßenfegers kommt allerdings mit einiger Verspätung: Zwei Monate vor dem Erscheinen des Spiels verschob Entwickler Ghost Games die PC-Fassung um etliche Monate. In der offiziellen Stellungnahme hieß es: "Diese Entscheidung gibt uns die notwendige Entwicklungszeit, um die auf dem PC mögliche Grafikleistung auszuschöpfen." Das Ergebnis ist ab dem 17. März 2016 als Standard oder Deluxe Edition erhältlich - inklusive Styling Packs, VIP-Symbol und zehn Prozent Ingame-Rabatt für alle Objekte.

    Systemvoraussetzungen und Updates

    Knapp einen Monat vor Release konnten wir die PC-Version von Need for Speed bei Electronic Arts in Köln antesten. Bei dem Spiel handelt es in erster Linie um eine technische Anpassung an die leistungsfähigere PC-Hardware. Leider verweigerten uns Electronic Arts und Ghost Games Informationen über die notwendigen Systemvoraussetzungen und über die Hardware des Testrechners beim Hands-On-Event - ärgerlich. Die Systemvoraussetzungen werden laut Electronic Arts in den kommenden Wochen in einer separaten Pressemitteilung veröffentlicht.
    Eine Unterstützung von DirectX 12 sehen wir als unwahrscheinlich an.
    Auch zur Update-Situation äußerte sich Ghost Games nicht rechtzeitig. In einem früheren Statement hieß es, man wolle Inhalte aus der Konsolenversion für PC-Spieler sofort zugänglich machen. In einer uns vorliegenden Pressemitteilung heißt es: "Kostenlose Updates lassen dich in Eddi's Challenge gegen Ventura Bays heißeste Fahrer antreten, verdiene dir Ken Blocks Hoonicorn und Morohoshi-Sans Diablo." Diese Inhalte sind auf Playstation 4 und Xbox One bereits verfügbar. Unsere Vermutung: Inhalts-Updates werden Stück für Stück nachgereicht. Patches - wie beispielsweise Veränderungen der Gummiband-KI - sind dagegen bereits in der Day-One-Version von Need for Speed integriert.

    Need for Speed basiert wie Star Wars: Battlefront auf der von DICE entwickelten Frostbite-Engine 3. Eine Unterstützung von DirectX 12 sehen wir daher als unwahrscheinlich an. Doch das ist reine Spekulation.

    Schöneres Ventura Bay dank 4K-Support

    Die in Köln präsentierte Version zeigt allerdings überdeutlich, welche Fortschritte das Spiel gegenüber der Konsolenfassung gemacht hat. Besitzer von leistungsfähigen Rechnern und Bildschirmen machen die Straßen von Ventura Bay nun auch in einer Auflösung von bis zu 3.840 x 2.160 unsicher. Drehen wir dann noch Textur-, Effekt-, Schatten- und Geometrie-Details auf "Ultra", kommen selbst leistungsfähige Grafikkarten an ihr Limit und Playstation 4 und Xbox One hecheln mühevoll hinterher. Auf höchster Detailstufe gewinnt Need for Speed nicht nur an optischer Brillanz hinzu, es wirkt vor allem übersichtlicher und klarer. Die Konsolenversion krankte an einer Fülle unschöner Filter, die dem Spiel einen Plastik-Look aufsetzten. Die PC-Version sieht dagegen aufgeräumter aus.

    Wir haben nicht mehr das Gefühl, dass Need for Speed unschöne Ecken kaschieren will, sondern genießen den Ausblick in die nächtliche Großstadt. Gerade die Weitsicht profitiert von der hohen Bildschirmauflösung: Auf Distanz entdecken wir glasklar die roten Lichter der Kühltürme von South Port. Auch die Wettereffekte scheinen in der PC-Fassung besser zur Geltung zu kommen. In den Pfützen spiegeln sich die Lichter von Tankstellen nun realistisch, die Fahrbahn ist bei Regen herrlich nass und selbst aufkommende Regentropfen können wir nun klar erkennen. Bäume wiegen sanft im Wind und lassen sogar Blätter fallen. Dank dieser Details wirkt die Spielwelt eine Spur lebendiger, auch wenn die Straßen und Bürgersteige - wie in der Konsolenfassung - leider weiterhin ausgesprochen leer sind.

    01:03
    Need for Speed PC: Trailer zur Ankündigung in 60 Fps

    Schluss mit dem Frame-Lock

    Wer es gerne eine Spur schneller mag, regelt die Auflösung auf 1.920 x 1.080 herunter. Dann greift die nächste große Neuerung der PC-Version so richtig: die Entfernung des Frame-Locks. Dieser drosselte auf Playstation 4 und Xbox One die Bildrate auf (mehr oder minder) stabile 30 Frames pro Sekunde. Allerdings lief das Spiel dadurch auch vergleichsweise langsam. Die PC-Version holt hier mehr aus dem Spiel heraus und wir flitzen mit 60 und mehr Bildern pro Sekunde durch die Nacht.

    Ein bisschen enttäuscht sind wir von den erweiterten Grafikeinstellungen des Spiels. Die Rennen in der offenen Spielwelt fühlen sich durch die höhere Geschwindigkeit rasanter und intensiver an - speziell aus der Stoßstangen- und Motorhaubenperspektive. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich der Wegfall des Frame-Locks und die Serverleistung aufeinander auswirken. Schließlich erfordert Need for Speed zwingend eine stabile Internetverbindung und basiert grundsätzlich auf einem unkomplizierten Matchmaking-System innerhalb der offenen Spielwelt. In unserer Hands-On-Session war lediglich eine Handvoll anderer Fahrer in Ventura Bay unterwegs, wodurch sich keine Rückschlüsse auf eventuelle Beeinflussungen der Bildrate treffen lassen.

    Ein bisschen enttäuscht sind wir - angesichts der technischen Möglichkeiten - von den erweiterten Grafikeinstellungen des Spiels. In den Optionen verstellen wir die Auflösung, ändern die Qualität von Texturen, Schatten, Effekt und Geometrie in vier Stufen, deaktivieren vertikale Synchronisation oder Bewegungsunschärfe. Darüber hinaus entscheiden wir - beim unbekannten Testsystem - zwischen FXAA oder TAA (temporale Kantenglättung). Ghost Games hält die Einstellungsmöglichkeiten also simpel, erlaubt aber PC-Tunern selbst nur bedingt die Feinabstimmung ihres Systems.

    Mit Lenkrad und manueller Schaltung

    Darüber hinaus unterstützt die PC-Version von Need for Speed Lenkräder von Logitech, Thrustmaster und Fanatec. Im Probespiel benutzten wir ein Logitech G29 inklusive Pedalen. Über das Optionsmenü stellten wir vor dem Start die Empfindlichkeit von Lenkung, Gas und Bremse sowie die entsprechenden Totzonen ein. In der Ingame-Garage haben wir zudem über den Menüpunkt "Handling-Abstimmung" die Möglichkeit, auf manuelle Schaltung mithilfe der Lenkrad-Wippen zu wechseln.

    Diese neuen Funktionen sind sicherlich nur für eingeschworene Rennspielfans von Bedeutung, erweitern aber gerade die Drifts um eine zusätzliche, realistische Komponente. Beim Schlittern bekommen wir dank der Lenkrad-Motoren deutlich besseres Feedback über die Traktion unseres Subaru Imprezas und können mit ein wenig Muskelschmalz entsprechend gegenlenken. Die Feedback-Effekte waren im Test angenehm vielfältig. Bei Sprüngen etwa setzt es einen kräftigen Schlag ins Lenkrad, während der Wagen bei Drifts jederzeit kontrollierbar bleibt.

    Kollisionen mit anderen Fahrern und Objekten nimmt Need for Speed dagegen differenziert wahr: Rammen wir einen gegnerischen Fahrer, geraten wir leicht ins Schleudern und müssen gegensteuern. Wollen wir dagegen nur einige Punkte für die Zerstörung der Umgebung einheimsen, ignoriert das Spiel Kollisionen mit Pollern und Absperrungen beinahe. Dadurch bleibt der Spielfluss erhalten und der Action-Charakter des Spiels gewahrt. Die Effekte lassen sich aber nicht separat einstellen.

    Die manuelle Schaltung fügt sich ebenfalls gut in das Gesamtkonzept ein und macht die Rennen noch einen Tick fordernder. Zu schade jedoch, dass Ghost Games zwar ein Kupplungspedal in den Optionen ankündigt, aber keine Kupplungsfunktionen in das Spiel integriert. So schenkt einem das Programm zwar eine zusätzliche Option während der Rennen, wagt sich jedoch nicht in unbekannte Simulationsgefilde vor.

    Reklame: Need for Speed PC jetzt bei Amazon bestellen

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Need for Speed 2015 FAQ: Release, Beta, Gameplay, DLCs [Update]
  • Need for Speed 2015

    Need for Speed 2015

    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Ghost Games
    Release
    17.03.2016

    Stellenmarkt

    Aktuelle Rennspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von The Collider 2 Release: The Collider 2 Techland
    Cover Packshot von FutureGrind Release: FutureGrind
    Cover Packshot von Trackmania Turbo Release: Trackmania Turbo Ubisoft , Nadeo
    Es gibt 53 Kommentare zum Artikel
    Von Blackvoodoo
    Vielleicht gefällt es dir ja, falls nicht hast Geld gespart.
    Von -Cryptic-
    Ok, danke für den Hinweis. Dann werde ich das mal lieber machen.
    Von Blackvoodoo
    Selbst GameStar sagte in einem Video wo es um den PC Trailer ging das es kein gutes Spiel ist. Technisch zwar deutlich…
    Von -Cryptic-
    Wirklich so schlecht?
    Von Blackvoodoo
    Du willst das doch nicht kaufen oder etwa doch?Glaub mir, das Spiel ist nicht gut. Habe 10 Stunden, dank EA AC die…
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 08/2016 PC Games 08/2016 PC Games MMore 08/2016 play³ 08/2016 Games Aktuell 08/2016 buffed 08/2016 XBG Games 03/2016
    PCGH Magazin 08/2016 PC Games 08/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1185948
Need for Speed 2015
Need for Speed PC angespielt: Mehr als nur ein Grafik-Update?
Fünf Monate nach der Konsolenversion driftet Need for Speed endlich auch über den PC. Aber machen 4K-Support, Lenkrad-Unterstützung, manuelle Schaltung und ein paar zusätzliche Grafiktricks ein besseres Spiel daraus? Wir hatten die Gelegenheit, eine fortgeschrittene Version vier Stunden lang anzutesten. Von Olaf Bleich/Benedikt Plass-Fleßenkämper
http://www.pcgameshardware.de/Need-for-Speed-2015-Spiel-55563/Specials/PC-angespielt-1185948/
11.02.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/02/NFS_PC_Reveal_04-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials